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50 Cent: Blood On The Sand

Freitag, 20. Februar 2009
50 Cent Blood on the Sand.JPG

13:46 Uhr - Wer war Kelvin Martin? Er war ein kleiner afroamerikanischer Gauner aus der Bronx der 80er Jahre. Aber klein nur im Sinne des Körperbaus. Denn der Kleine hat jeden abgezogen, egal wie viel Geld er bei sich trug. Wenn er etwas wollte, dann hat er es sich geholt. Heute lebt nur sein Untergrund-Name als Künstlername von Curtis James Jackson III weiter. Wie Curtis selbst sagt, verkörpert Kelvin Martin all das, wofür er heute steht. Deshalb nennt er sich ebenfalls 50 Cent. Genug des Geschichtsunterrichts, welche Figur macht der Gangsta Rapper im "Bulletproof"-Nachfolger? Worum gehts? Flop oder Top? Wir haben Fiftys zweites Videospiel "50 Cent: Blood on the Sand" für Euch getestet.

Eben noch gelacht und dann selber nicht besser gemacht.

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50 Cent und seine Mannen haben einen Gick irgendwo in der Wüste des Nahen Ostens. Alles läuft glatt, prima Auftritt, tolle Stimmung, „Fifty like“ eben. Doch als er und seine Homies die Gage abholen wollen, kann der Promoter sie nicht bezahlen, weil ihm das Geld gestohlen wurde. Sichtlich sauer über dessen Blödheit packt Fifty ihn am Kragen und gibt ihm den Tipp, sich schleunigst was einfallen zu lassen. Wie sagt man so schön: „Und wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. Man stelle sich das bitte auf Gangstastyle-Englisch vor. Frei nach dieser Lebensweisheit zaubert der Promoter einen unbezahlbaren Totenkopf aus dem Zylinder und bietet der G-Unit diesen als Zahlungsmittel an. Unbezahlbar, das ist sicherlich mehr wert als die eigentliche Gage. So kanns gehen im Leben. Wenn der Promoter auf seine sieben Sachen nicht aufpassen kann, ist er selbst Schuld. Stolz wie Bolle machen sich die Gangsta-Homies durch die Wüstenstadt nach Hause. Und da passierts. Eben noch gelacht und dann selber nicht besser gemacht. Da lassen sich die bösen Jungs ihren Totenkopf an der nächsten Ecke abziehen. Selbstverständlich geht das gar nicht klar und Fifty ist megasauer. Niemand pinkelt ihm ans Bein und macht sich dann aus dem Staub. Also schnappt er sich seine Knarre und macht sich auf die Jagd.


Wer hat's erfunden? Fifty! Wer genau? Curtis James 50 Cent Jackson!

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Blood in the Sand ist ein geradliniger Third-Person-Shooter auf Basis der Unreal3-Engine und bietet einen ähnlichen Spieleaufbau wie Gears of War. Darüber hinaus erinnert die Teamarbeit von Fifty und dem Bro, der ihn gerade unterstützt, wenn sie zum Beispiel eine Mauer erklimmen, an Army of Two. Auch das Deckungssystem mit anschließendem "blind aus der Deckung schießen" kommt ziemlich vertraut vor. Beides funktioniert jedoch bei Army of Two wesentlich besser. Für besonders schnelle Kills können, wie bei The Club, Punkte gesammelt werden. Auch die seit Max Payne beliebte und seit Matrix nahezu zum Standard gehörende Bullet-Time wurde implementiert. Aber wie es sich für einen Ausnahmerapper gehört, ist dies nicht einfach nur die "Bullet- Time" sonder  der "Gangster-Modus". Allerdings gehört diese Umsetzung zu jenen der schlechteren Sorte. Die Zeit wird zwar verlangsamt, doch ist davon nur wenig zu merken. Die Flugbahn der umher fliegenden Kugeln wird nur rudimentär dargestellt. Selbst die akrobatischen Moves eines Fifty sucht man vergebens. Lediglich die Musik wird wie von einem alten Kassettenspieler abgespielt und alles bewegt sich zähflüssig. Wie man es von der G-Unit nicht anders gewohnt ist, nehmen sie kein Blatt vor den Mund und reißen einen Mackerspruch nach dem anderen. Durch sämtliche Missionen zieht sich der rote Faden mit der Hauptaufgabe, den Schädel zurück bekommen. Natürlich muss Fifty sich erst durch mehrere Nebenmissionen schlagen, bis er sein Recht einfordern kann. Bis dahin prügelt, fährt und fliegt er durch die fiktive Wüstenstadt und besucht einige interessante Etablissements. Zur Freude des Fadenkreuzes sind sämtliche Widersacher vom Oberboss uniform in blau gekleidet worden. Am Ende einer jeden Mission erscheint eine Highscoreliste der erreichten Punkte. Denn sowohl für Schnelligkeit als auch für besonders schöne Kills werden Punkte vergeben. Am Ende einiger Missionen trifft Fifty auf Endboss-ähnliche Protagonisten. Um diese zu bezwingen, bedarf es etwas mehr Geschick, als es sonst der Fall ist. Im Laufe des Spiels kann Fifty Kisten zerschlagen, aus denen, wie bei Super Mario, Geld direkt in seine Tasche flattert. Allerdings passt das nicht zu dem knallharten Gangsta-Image, das das ganze Spiel über aufgebaut wird. Wenn Fifty nun auch noch Herzchen hätte sammeln müssen, dann wäre der Karren wohl nicht mehr aus dem Dreck zu ziehen. Doch zum Glück wurde das regenerative Heilungssystems gewählt. Unter anderem durch diese arcadige Finanzspritze kann Fifty an jeder Telefonzelle neue Waffen und Gegenmaßnahmen (Erklärung folgt) einkaufen. Wenn das Telefon bimmelt, abheben und einkaufen. Eine Art Oldschool-Online-Banking im Stil von Matrix. Die gekauften Gegenmaßnahmen sind anschließend für den Nahkampf bestimmt. Diese Kampftechniken können mittels Quick Time Event angewendet werden. Ein besonderes Schmankerl sind die optional erhältlichen Beleidigungen, die ebenfalls gekauft werden können. Zu empfehlen ist das ultimative Beleidigungs-Pack.


Fast alles im Griff

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Wie es sich gehört, schlüpft der Spieler in die Rolle von 50 Cent. Zur Unterstützung wird am Anfang ein weiteres G-Unit-Mitglied gewählt, um Fifty unter die Arme zu greifen. Um sich mit der Steuerung vertraut zu machen, folgt kein Tutorial, sondern es werden parallel zu den Missionen die nötigen Skills erläutert. Fiftys Handgepäck besteht aus vier Waffen plus Handgranaten oder Molotow Cocktails. Das Zusammenspiel von Primär -und Sekundärwaffen funktioniert reibungslos. Die Kamera ist frei beweglich, sich jedoch manchmal selbst im Weg und etwas grob motorisch. Dadurch fällt das zielen häufig schwerfälliger aus, als es nötig wäre. Vor allem das Blind-aus-der-Deckung-Schießen kommt einer Munitionsverschwendung gleich. Durch die Aktionstaste interagiert Fifty mit seiner Umgebung. Sämtliche Objekte, die dazu vorgesehen sind, leuchten farblich auf. Dazu gehören Poster, die Fifty sammeln kann, oder Munitionskisten, die je nach Inhalt andersfarbig leuchten. Immer wenn Fifty auf die Hilfe seines Kollegen angewiesen ist, Bretter zerschlagen kann oder irgendwo hoch bzw. runter klettern muss, ist dies durch ein orangefarbiges Symbol markiert. Diese Interaktion funktioniert meistens einwandfrei. Nur die Deckungsposition mag Fifty nicht immer reibungslos einnehmen. Er ist einfach zu cool, um in Deckung zu gehen.


Schweben wie ein Schmetterling, aber stechen wie eine Biene

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Das war das Motto von Muhammad Ali in der 60er Jahren. Jetzt sind gute 50 Jahre vergangen und Fifty kann sich einer solchen Ansage in "Blood On The Sand" nicht erfreuen. Auch wenn sich sein Spiel auf dem Papier mit dem beeindruckenden Waffenarsenal, der Bullet-Time und dem Quick-Time-Event schmücken darf, so sieht die Praxis anders aus. Dass die Bullet-Time weniger geglückt ist, mag nun nicht mehr zu ändern sein, aber das zusätzlich auch die Quick-Time-Events aus der Reihe tanzen, ist schade. Denn jedes Mal, wenn der Adrenalinspiegel am überschäumen ist und Fifty durch den Kugelhagel direkt auf die hässliche, nervende Fratze des Gauners gesteuert wird, um diesem dann ordentlich die Fäuste um die Ohren zu jagen, wird der Quick-Time-Event aktiviert. Prinzipiell ist daran nichts auszusetzen. Es sei denn, man bevorzugt die wilde Tastenhacking-Methode, die den Vorteil der direkten Wutübertragung auf den Gegner hat. Dieser Gangsta-Quick-Time-Event ist jedoch ziemlich lahm. Die Nahkampfattacken, die Fifty ausführt, sehen zwar erste Sahne aus, jedoch wird nur eine einzige Taste in gefühlten Abständen von 30 Sekunden abgefragt. Dadurch wird sämtlicher Schwung aus der Aktion genommen. Deshalb ist es ratsam, aus der Distanz mit einer der zahlreichen Waffen zu ballern. Davon gibt es zum Glück einige. Entweder werden neue Waffen an der Telefonzelle des Vertrauens eingekauft oder den besiegten Gegnern abgenommen. Von Panzerfaust über Sniper bis hin zur MG ist alles dabei. Wer sich mit dem Zielen zurechtfindet, kann sich so wirksam die Gegner vom Hals halten.


Über Musikgeschmack lässt sich streiten, über Optik nicht!

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Der Soundtrack des Games besteht aus über 40 Liedern, die teilweise speziell für das Spiel produziert wurden.  Natürlich sind alle aus der Feder von 50 Cent und seinen Mannen. Deshalb liegt es auf der Hand, dass jeder Gangsta-Hip-Hop-Fan vollends auf seine Kosten kommt. In einer Tracklist können die Lieblings Lieder zu einer eigenen Playlist zusammengestellt und rauf und runter gespielt werden. Doch genau an dieser Stelle liegt der Hund begraben. Denn völlig unabhängig vom Geschehen des Spiels werden die Tracks immer einer nach dem anderen stur runtergedudelt. Dadurch entsteht ein monotones Hintergundgeplänkel, dass höchstens durch die Originalstimmen von 50 Cent und seiner Bande durchbrochen wird. Diese werden allenfalls noch durch lautstarke Explosionen und das schnurren des Hummers übertönt. Bis auf einige Aussetzer, wie das  Mega-Maschienengewehr im Hubschrauber, dass sich anhört, als würde es Erbsen abfeuern, sind die Soundeffekte als gelungen zu betrachten. Grafisch kann "Blood On The Sand" ebenfalls überzeugen. Die Umgebungen sind detailreich ausgearbeitet worden. An allen Ecken und Enden brennt ein Feuer, hängt ein Bild oder klebt Blut, dass vorher formschön aus irgendwelchen Leuten gepustet wurde. Dank hoher Polygonanzahl, korrekter Schattierungen und Reflexionen sehen nicht nur die G-Unit-Jungs sehr realistisch aus, sondern auch Autos, Hubschrauber, Gebäude und Feuer. Selbst das Wasser überzeugt, auch wenn bei Beschuss rein gar nichts mit der Oberfläche passiert.


Trotz der zahlreichen Parallelen zu diversen anderen Spielen, wirkt das Spiel nicht wie der wahr gewordene Kindheitstraum eines Rüpel-Rappers, der sich selbst in einem Videospiel spielen wollte, sondern es wirkt wie ein gelungener Aktionshooter. Es sieht gut aus und bietet (zumindest den Hip-Hop-Fans) klasse Musik sowie ein abwechslungsreiches Gameplay. Wem Hummer-Fahren, Helicopter-Abknallen, ein Zwei-Spieler-Koop und ein Online-Koop-Modus zu wenig ist, der kann an diesem Spiel getrost vorbeigehen. Wem Gangsta-Rap nichts ausmacht oder wer sogar ein „50 Cent“-Fan ist und gerne entspannt eine Runde Mackersprüche klopfen und rumballern will, der sollte ab 24.02.2009 den Händler seines Vertrauens aufsuchen und eine PS3- oder eine Xbox360-Version ordern.

Bewertung

50 Cent: Blood on the Sand xbox360

0/10

 

Kommentare (26)

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20.02.2009 14:59 - Nanu, fehlt hier nicht irgendwie die Wertung? :-)
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20.02.2009 15:00 - ah ok, jetzt :)
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20.02.2009 15:02 - Keine Wertung ???
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20.02.2009 15:06 - Doch, die war eben nur noch nicht da. Mittlerweile ist sie das aber. Also zumindest bei mir :D
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20.02.2009 15:08 - "Zwei-Spieler-Koop und ein Online-Koop-Modus" ich bin immer noch verwirrt....auf der verpackung steht 1 spieler und diversen online-bullshit....was ich aber gerne wüsste ob sicher ein Splittscreen modus im Spiel vorhanden ist...hätte schon Lust das mitm Kumpel im local Koop zu zocken, aber alleine und online, da kann ich drauf verzichten :/
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20.02.2009 15:09 - @Antilogic
Splitscreen is nicht, Coop geht nur Online !!
Habe das Spiel seit Gestern, und es ist echt Geil !!!!
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20.02.2009 15:14 - danke...
kein Splittscreen..hmm dann verzichte ich..online spielen mag ich nicht......fang ich lieber nochmal Army of two an mitm Kumpel :) ....das 50 cent sieht witzig aus, aber alleine is doof
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20.02.2009 15:14 - hört sich nicht so schlecht an wie vermutet... mal schauen... online multiplayer also versus gibts nicht oder?
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20.02.2009 15:54 - Scheint doch nicht so schlecht geworden zu sein wie ich dachte! Jedoch bin ich ein 100% verschworener Metaler was mir leider verbietet dieses Spiel zu kaufen *zwinker*
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20.02.2009 16:23 - @Atlantas Finest: Nein, kein Multiplayer. Musste hier aber auch nicht sein finde ich. Den hätte eh kaum jemand gezockt weil es da bessere gibt. :)

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