Alarmstufe Rot 3: Uprising
15:47 Uhr - Es war klar, dass EA nach dem kommerziellen Erfolg von Alarmstufe Rot 3 ein Addon ankündigen würde. Daher verwunderte es nicht, als man im Januar von „Uprising“ hörte. Doch etwas ist an dem Addon schon „anders“. Das 5 Gigabyte große Uprising lässt sich nur virtuell Erwerben und ist nur für den PC erhältlich. Wir verraten euch, ob sich die 20 Euro für den Kauf lohnen.
Alles virtuell
Bevor ihr in den Genuss von Alarmstufe Rot 3 – Uprising kommen dürft, müsst ihr zuerst den EA-Downloadmanager installieren und das Standalone-Addon aus dem EA Store erwerben. Nachdem die Zahlung erfolgt ist, wird eure DSL-Leitung mit einem Download von 5 GB strapaziert. Bei unserer Version ging das recht problemlos, nach 1,5 Stunden hatten wir die ZIP-Datei voller neuer HD-Zwischensequenzen auf unserer Platte. Nach einem ersten Entpackungsfehler lief die Installation problemlos ab und wir konnten uns in neue Abenteuer der völlig überdrehten Welt des „Alarmstufe Rot“-Universums stürzen. Wer gleich mit den Mini-Kampagnen für die einzelnen Parteien loslegen will, muss sich auf eine ziemliche Nuss gefasst machen. Denn zu Beginn kann man nur die Sowjet-Kampagne spielen – zumindest die erste Mission – danach sind die restlichen Kampagnen ebenfalls wählbar. Veteranen der Serie werden sich gleich heimisch fühlen, denn EA bleibt dem Kredo treu, dass Addons zu C&C-Spielen bockschwer sein müssen. Dementsprechend hart ist auch die erste Mission, die fordernder ist, als alles bisher Gesehene im Hauptspiel. Mit einer Handvoll Infanterie gilt es, sich durch eine große Karte zu kämpfen, um bestimmte Einheiten zu befreien. Dabei werfen die Alliierten ständig neue Infanterie ab, die euch das Leben zur Hölle macht. Erfahrt ihr zu große Verluste, versorgen euch eure Auftraggeber mit Nachschub – doch wir empfehlen euch an dieser Stelle, mit den bestehenden Einheiten auszukommen, da nur beförderte Einheiten im späteren Verlauf der Mission (die ziemlich lang ist) den Ausgang des Auftrags nicht komplett zum Glücksspiel verkommen lassen. Später trefft ihr nämlich auf eine neue Einheit der Alliierten, die Artillerie, die ordentlich Schaden austeilt. Mein Tipp: Nehmt einen Flak-Trupp im Veteranenzustand und lasst ihn mit Minen auf das Teil losgehen. Ein größerer Trupp würde durch seine Langsamkeit nur zerschossen werden. Beherzigt diesen Tipp, dann könnt ihr euch auf weitere Missionen freuen. Deren Story ist aber eher schwach, da sie ein und dasselbe Geschehen nur aus der Sicht einer anderen Partei zeigt. Ein Koop-Modus fehlt an dieser Stelle übrigens – für den Singleplayer ein Segen, wer das Addon aber gerne mit einem Kumpel durchgespielt hätte, hat eben Pech gehabt.
Neue Einheiten? Hauptsache überpowert!
Wie es sich für ein Echtzeitstrategiespiel-Addon gehört, bekommt man in Uprising 6 neue Einheiten präsentiert. So bekommen die Alliierten neben der schon angesprochenen Artillerie eine Flugeinheit, die zwar Spaß macht, jedoch völlig überpowert ist. Das Harbinger Gunship verschießt Munition, die Flächenschaden austeilt und so gut wie jede Bodeneinheit zum Statisten verkommen lässt. Die Sowjets haben mit dem Desolator Trupp, der eine geniale Vertonung besitzt, eine starke Infanterie-Abwehr, genau wie mit dem Grinder, der kleine Einheiten einfach überrollt. Das Empire of the Rising Sun hat wohl die beeindruckendste neue Truppengattung, denn die Giga Fortress sieht in ihrer alternativen Form wie ein riesiger Kopf aus, der Gebäude mit einem Schuss aus dem Mund dem Erdboden gleichmacht. Daneben wirkt der Steel Ronin, ein Kampfroboter zur Infanterie-Abwehr, fast schon armselig. Die neuen Einheiten haben aus unserer Sicht eigentlich nur die Aufgabe, für jede Menge Action auf dem Schlachtfeld zu sorgen. Sie kippen die ohnehin schon angeschlagene Balance jedoch vollends und lassen jedes Gefecht zu einer Massenschlacht der Superwaffen verkommen – das sieht zwar toll aus, schraubt den taktischen Anspruch aber gen null.
Alarmstufe RPG
Als erfrischend und beinahe „innovativ“ lässt sich die Yuriko-Kampagne bezeichnen, da sie aus dem sonstigen „Alarmstufe Rot“-Rahmen völlig rausfällt. In dieser Kampagne, die eine Art Prequel zu Alarmstufe Rot 3 sein soll, übernehmt ihr die Rolle der psychotelekinetisch begabten Yuriko Omega, die vom Empire festgehalten wird. Mit Hilfe ihrer Fähigkeiten muss man aus einer Basis fliehen und ihre Schwester finden. Nebenbei gilt es noch, den Professor, der für die ganzen Experimente mit Yuriko verantwortlich ist, zur Rechenschaft zu ziehen. Während der gesamten Kampagne steuert ihr ausschließlich Yuriko und benutzt Fähigkeiten, die wie in World of WarCraft auf einer Zahlenleiste angeordnet sind. So kann man gegnerische Infanterie für sich kämpfen lassen, Gegenstände per Telekinese auf Panzer werfen oder aber ein Schutzschild um sich herum zaubern, der Geschosse auf ihren Ursprung zurück wirft. Besonders mächtig und eklig ist der Telekinese-Schrei, der sämtliche Infanterieeinheiten in eine Blutwolke verwandelt. Ab und zu findet Yuriko auf ihren Streifzügen Terminals, an denen sich ihre Fähigkeiten verbessern lassen. Verpasst dem Schulmädchen mehr Lebensenergie, lasst sie härtere Angriffe ausführen oder erhöht die Anzahl der zu kontrollierenden Einheiten. So schön das auch klingen mag, mehr als eine kleine Abwechslung ist die Yuriko-Kampagne dann doch nicht. Zu rudimentär ist das Fähigkeiten-System und zu wenig durchdacht sind die Missionen. Falls ihr euch nicht komplett blöd anstellt, lauft ihr als übermächtiges Wesen durch die Basen und maxt eure Fähigkeiten immer weiter aus. Schade eigentlich, denn dieser Modus hat durchaus Potential für mehr gehabt. Man stelle sich nur einen Koop-Modus mit RPG-Elementen vor. Aber das ist eigentlich Luxus-Kritik, da Uprising in erster Linie ein Echtzeitstrategiespiel ist.
Zu guter Letzt bekommt man als Käufer von Uprising einen Modus präsentiert, der schon aus dem Addon Kane's Rache für Tiberum Wars bekannt ist: Der Herausforderungs-Modus. Hier darf man wieder die Welt erobern und je nach gewonnenem Territorium neue Technologien erforschen, um mächtigere Einheiten auf die Schlachtfelder zu entsenden. Genauso kurzweilig und repetitiv wie bei Kane's Rache spielt er sich auch hier – für Fans also genau das richtige, wenn man mal „entspannen“ will.
In Sachen Babes alles richtig gemacht
Was bleibt noch übrig? Na klar, die Babes. Auch hier hat EA ordentlich in die Softporno-Tüte gegriffen und vor allem Schauspielerinnen mit Hang zur Fleischdemonstration engagiert. Neben den bekannten Männerträumen wie Gemma Atkinson (wieder mal in diesem Hauch von Nichts und wieder ohne Talent) geben sich bekannte Größen wie die beiden Prisonbreak-Ladies Jodi Lyn O'Keefe und Holly Valance sowie Jamie Chung aus dem kommenden Kinofilm Dragonball: Evolution die Ehre, um die herrlich trashigen Zwischensequenzen optisch aufzuwerten – falls das überhaupt noch geht, denn sie flimmern ohnehin schon in HD über den Bildschirm. Wo wir auch schon bei der Technik von Uprising wären. Wir verweisen da einfach auf den Test zum Hauptspiel, denn grafisch hat sich hier nichts getan. Warum auch? Wer den übertriebenen Comic-Stil und den großzügigen Einsatz von Explosionen aus Alarmstufe Rot 3 mochte, der wird auch in Uprising zufrieden gestellt. Natürlich sieht auch hier wieder das Wasser umwerfend aus. Alles perfekt also? Nun, bis auf die völlig überpowerten neuen Einheiten kann man, wie immer eigentlich, das Wegfindungssystem der Truppen beanstanden. Also solltet ihr auch wie immer bei einem entscheidenden Schlag nicht auf den Rechtsklick auf die Minimap setzten, sondern eher Babysitter spielen. Es passiert nämlich schnell, dass sich Einheiten ineinander verhakeln oder aber einfach nicht begreifen, dass sie um einen Berg HERUMLAUFEN müssen, statt stur zu versuchen, DURCH ihn zu gelangen. Wundert euch also nicht darüber, wo die Verstärkung bleibt, sie hat sich bestimmt in einer Landzunge verkeilt. Auch das Verhalten eurer Truppen wurde von den Entwicklern nicht verbessert. Zwar könnt ihr einstellen, dass sie auf alles ballern, was sich bewegt. Können sie sich jedoch nicht gegen den Beschuss aus der Luft wehren, verharren sie todesmutig an Ort und Stelle. Wir verweisen gerne auf StarCraft aus dem Jahr 1997, wo damals schon wehrlose Einheiten automatisch dem Beschuss versuchten zu entkommen.
Pro und Contra
- + Gemma Atkinson ...
- + Neue Einheiten ...
- + Nette Yuriko-Kampagne ...
- + Guter Umfang für ein Addon ...
- - ... die ein wenig aufgequollen aussieht
- - ... die völlig überpowert sind
- - ... die viel mehr Potential besitzt
- - ... leider alles nur virtuell
Ein Addon, das sein Geld wert ist
Wer Gemma Atkinsnon als Hintergrund auf seinem Desktop hat und sehnsüchtig auf neues Futter für das „Command & Conquer“-Herz, der wird sich Uprising einfach zulegen müssen. Man bekommt mehr vom Alten, ohne große Verbesserung, dafür mit einem höheren Schwierigkeitsgrad – ab einem gewissen Level kann einem die KI jedoch nicht mehr folgen, da sie zu geskripted vorgeht. Der Herausforderungs-Modus ist gewohnt kurzweilig, aber spaßig. Herrlich erfrischend ist die Yuriko-Kampagne, die mit ihren RPG-Elementen zeigt, was man theoretisch mit der C&C-Reihe machen könnte. Schade, dass die Entwickler hier nicht mehr Energie und Komplexität investiert haben. Storytechnisch schwächelt Uprising gegenüber dem Hauptspiel, die klasse Zwischensequenzen trösten aber über diesen Umstand hinweg. Wer nicht traurig ist, dass er sich keine Spielepackung in das Regal stellen kann und auf abgefahrene Settings und überpowerte Waffen steht, der darf bei C&C: Alarmstufe Rot 3 – Uprising beruhigt zuschlagen.
Bewertung
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Kommentare (6)
kleiner Lemming
Mich würde nur noch interessieren, ob man das Spiel auf deutsch und auf englisch spielen kann?
Da hab ich nämlich widersprüchliche Sachen gelesen.
Wenn ja oder wenn nein bitte dazuschreiben, von wo es runtergeladen wurde (Gamesload oder EA-Store).
Danach lag ich wie ein Irrer runter.
Offtopic: Vorhin hab ich neben einem Sportwagen geparkt, der über und über mit EA-Logos bepflastert war.
PS: Meine Releaseseite ist aktuell leider down... am besten mal bei EA anrufen; die haben mir damals bei Dead Space auch helfen können. Einfach auf nichts in der Warteschlange antworten und du wirst richtig durchgestellt ;>
PPS: Wieder ein stand-alone Addon? EA fängt langsam wieder an mir zu gefallen.
Alexander Kaphahn
kleiner Lemming
Wenn man es vorher anwählen kann, nehm ich auch die englische.
Danke für die Info.
Spielereins
kleiner Lemming
Die hießen Gegenangriff und Vergeltungsschlag. Leider wurde die Story dort nicht weiter geführt, es waren nur bockschwere Missionen.