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AreaGames Hands-On: Binary Domain

Montag, 02. Januar 2012 Oskar Krause 
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Von gewalttätigen Yakuza zum futuristischen Robokrieg. Im neuen Spiel von Toshihiro Nagoshi geht es in das fiktive Tokyo des Jahres 2080. Als internationale Friedenstruppe schlägt man sich im teambasierten Third-Person-Shooter durch Roboter-Massen, die nicht nur Kanonenfutter sind, sondern sogar eine eigene Geschichte haben. Für das Hands-On haben wir erste Blech-Trophäen in der Solokampagne gesammelt.

Klima-Probleme kennen wir aus der Realität, die Konsequenzen kann man in Binary Domain bereits erleben. Durch die globale Erwärmung ist der Meeresspiegel angestiegen und die Weltbevölkerung ist dazu übergegangen „Upper Cities“ zu errichten, welche auf den Grundmauern der ursprünglichen Stadt fußen. So gibt es eine obere Ebene, welche die wohlhabenden Bürger bewohnen und eine heruntergekommenen untere Ebene, welche die Heimat der Ärmeren darstellt. Roboter gehören in beiden Schichten zum Alltag und dienen zu privaten als auch militärischen Zwecken. Schließlich geht die Entwicklung soweit, dass einige Konzerne Roboter erschaffen, die Menschen zum verwechseln ähnlich sind.

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Dieser Fortschritt führt zu einem Abkommen, dass die Reduzierung der Roboter für den militärischen Einsatz vorsieht und menschenähnliche Roboter verbietet. Doch trotz aller Vorkehrungen ereignet sich ein Zwischenfall in der japanische Metropole, denn plötzlich taucht ein sogenannter „Seelenloser“ auf. Das sind Roboter, die wie Menschen aussehen und sich auch dafür halten. Sie empfinden Schmerz, Gefühle und sind sich über ihren eigenen Ursprung völlig im Unklaren. Japan wird auf Grund des Vorfalls der illegalen Produktion von menschenähnlichen Robotern verdächtigt und die Vereinten Nation senden einen Spezialtrupp aus. 

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Die Missionen serviert man dem Spieler in mehreren Kapiteln, welche wiederum in einzelne Akte unterteilt sind. Startet man anfangs nur zu zweit als amerikanische Einheit, trifft man schnell auf weitere Fraktionen anderer Länder, die immer aus ein bis zwei Personen bestehen, darunter China, Großbritannien und auch Deutschland. Die Zahl des Friedenstrupps wächst und vor jedem Einsatz entscheidet man, welche Teammitglieder den Hauptcharakter Dan Marshall bei der Mission unterstützen sollen. Jeder gehört einer bestimmter Klasse an und hat spezielle Fähigkeiten sowie Waffen. Damit die Begleiter nicht zum simplen Kugelfang degradiert werden, hat das Yakuza Studio ein "Vertrauens-System" erdacht. Während des Auftrages könnt ihr euren Mitstreitern nämlich Befehle erteilen. Entscheiden dafür ist der Vertrauens-Level zwischen Spieler und NPC. Wie stark dieser ausfällt zeigt ein Balken im Menü. Nur wenn euch die Mitglieder vertrauen, folgen sie auch euren Befehlen. Um den Vertrauens-Level stets oben zu halten, sollte man taktisch vorgehen, seine Begleiter schützen und sie nicht in all zu gefährlichen Situationen navigieren. Schießt man seine eigenen Leute an oder zieht in kurzen Gesprächen über Team-Mitglieder her, ist einem das Misstrauen gewiss. Die vorgegebenen Befehle (Angriff, Sammeln etc.) sind sinnvoll auf den Buttons platziert, sollen aber auch mit Sprachbefehlen via Headset vergeben werden können. Dies war während der Anspiel-Session aber nicht möglich. Das Level-Layout gestaltet sich nicht all zu weitläufig und führt den Spieler schlauchartig vorwärts. In fairen Abständen gibt es Automaten der Ammunition Transit Japan an denen man neben Munition, Healthpacks und Upgrades auch diverse Verbesserungen für die Waffen (Kapazität, Reichweite, Präzision etc) kaufen kann.


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Auch wenn die Figuren optisch klischeehaft erscheinen, so zeichnen sie sich mit ihrem Charakter deutlich voneinander ab. So ist der stämmige amerikanische Kollege sehr gesprächsfreudig und geht gern mit schweren Geschützen direkt an die Front, während die chinesische Vertreterin eher ruhig in der Deckung verharrt. Spieler, die sich bereits in Gears of War 3 gegen Locust und Leuchtmutanten durchgesetzt haben, werden schnell zurecht kommen. Denn Interface, Bedienung und Deckungssystem sehen sehr ähnlich aus und fühlen sich ebenso an. Das hat den Vorteil, dass es zum einen gut funktioniert und das Gameplay schnell wieder in die Hand übergeht. Anders dagegen gestaltet sich das Gefühl beim Kampf gegen die mechanischen Feinde. Denn wenn die Blechbüchsen in den Kugelhagel geraten, sieht man die einzelnen Teile der Schutzhülle wegplatzen und das verletzliche Innenleben wird entblößt. Auch die einzelnen Glieder lassen sich wegschießen. Enthauptet man die Roboter-Gegner, wenden sie sich plötzlich desorientiert gegen ihre Verbündeten. Schafft man es die Beine wegzuballern, bewegen sie sich nur noch kriechend in die Richtung des Spielers. Sind sie nah genug, versuchen sie euch zu packen und zu attackien. Natürlich variieren die Gegner Typen, so gibt es einfache Sturmtruppen, welche von durch die Luft surrenden Maschienen zum Kampfplatz getragen werden, oder Nahkampf-Roboter, die keine Berührungsängste verspüren sowie Sniper. Am beeindruckensten sind aber immer noch die riesigen Bosse, die durch ihr bloße Größe Eindruck schinden und durch den sehr coolen Sci-Fi-Look glänzen. Beim ersten Anspielen fiel allerdings auf, dass die Bildrate der PS3-Version bei der ganzen Epicness nicht immer ganz mithalten konnte. Aber bis Mitte Februar ist ja noch Zeit. 


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Neben der Schusswechsel-Action gab es auch eine Rutschpartie in einer Art Kanal sowie eine Jet-Ski-Passage. Die sind aber sehr kurz und haben zu wenig Substanz, um letztlich etwas zum Spielgefühl beizutragen. Für Multiplayerfans gibt es dann noch einen separaten Coop-Modus (der neben der Kampagne verläuft) und einen Versus-Modus für bis zu 10 Spieler, welche wir beim Hands-On aber nicht spielen konnten. Die Grafische Qualität bei Binary Domain ist solide und schafft es die japanische Sci-Fi-Atmo gut einzufangen, wobei besonders im ersten Kapitel die graue Tristesse auf Dauer etwas zu eintönig wirkt. Auch wenn der Titel rein spielerisch eine unverkennbare Ähnlichkeit zu Epcis Action-Brett aufweist, entfaltet er doch seine ganz eigene Note. Schnell wird der Spieler von der Geschichte eingefangen, die typisch japanisch daherkommt. Ein wenig kitschig und klischeehaft aber doch fokussiert, emotional und actiongeladen. Die ansehnlichen Zwischensequenzen werden mit kleinen Humor-Einlagen akzentuiert und konfrontieren den Spieler mit der Mensch-Maschine-Thematik auf verschiedenen Ebenen. Und so fragt man sich als Spieler schnell, wie man die sich menschlich verhaltenden Maschinen eigentlich wahrnimmt.

Segas Yakuza Studio hat sich beim neuen Spiel bewusst für das Shooter-Genre entschieden, denn man möchte vor allem den westlichen Markt und damit eine breitere Masse ansprechen. Dabei ist ihnen völlig klar, dass das Angebot schon sehr breit aufgestellt ist. Dennoch will man den Versuch wagen. Binary Domain ist einer dieser Titel, dem man entweder Liebe schenkt oder es sein lässt. Denn der Third-Person-Shooter ist kein hochpoliertes Game. Und auch wenn die Verpackung westlich erscheint - ist der Geist des Titels asiatisch. Und genau dadurch hebt er sich ab. Die Story ist emotional vielschichtig, wirft Fragen auf und macht Lust auf mehr. Gerade die Wahl mit Tokio als Setting ist sympathisch und wird durch die integrierten Gebiete Shibuya, Roppongi und Odaiba authentisch unterstrichen. Die Rechnung mit dem Roboter- und Umgebungsdesign geht auf und kann durch den cleanen sowie glatten Sci-Fi-Look punkten. Dazu kommen krachende Action-Sequenzen, die in der geschätzten japanischen Over-the-Top Manier präsentiert werden. Freunde japanischer Action-Kost sollten sich den 17. Februar vormerken.


 

Kommentare (7)

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02.01.2012 12:13 - "Hands On" ist nur ein neues Wort für Preview, oder? ;). Das Spiel hört sich gar nicht schlecht an, dafür das es so einen langweiligen nahmen hat und die Story völlig zusammengeklaut zu sein scheint.
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02.01.2012 13:12 -

Sega hatte uns eingeladen und wir durften Hand anlegen, deshalb Hands-On :)

Binary Domain hat tatsächlich etwas zu bieten. Und auch wenn man sich damit dem westlichen Markt annähern möchte, ist er irgendwie doch sehr asiatisch - was mir aber gefällt ;)

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02.01.2012 13:29 -

Aus dem Text ist nicht wirklich ersichtlich was den nun ein alleinstellungsmerkmal des Titels sein soll. In anbetracht der vor kurzem erschienenden Königs Klasse Gears 3 , einem Spec Ops the Line und Max Payne 3 wüßte ich im moment wirklich nicht warum ich mir auch noch dieses hier holen sollte. Zumal es nicht wirklich interessant aussieht. Ich laß mich gerne durch einen Test umstimmen aber im moment reizt es mich wirklich nicht. Wenn schon asiatisches flair dann wohl eher durch Asuras Wrath und Ninja Gaiden 3.

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02.01.2012 18:21 -

Und am Ende ist dieser Dan Marshall selbst ein Roboter ;-)

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03.01.2012 09:20 -

Leute, hat es nun einen Koop wie Gears oder nicht? Das ist DIE Frage überhaupt bei dem Game. Ohne vernünftigen Koop ist das Spiel eher zu vernachlässigen.

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03.01.2012 09:37 -

Wir durften nur die Solokampagne zocken - Der seperate Koop-Modus war leider nicht spielbar.

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04.01.2012 11:52 -

Das klingt - laut dem Trailer - aber ganz heftig nach der Storyecke von Battlestar Galactica.

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