Assassin's Creed: Brotherhood
Mindestens zwei Jahre hat Ubisoft in die Erschaffung der virtuellen Renaissance-Epoche aus Assassin's Creed II, die Nachbauten realer italienischer Städte im Spiel und natürlich auch in die Ausarbeitung des beliebten Hauptcharakters Ezio gesteckt. Und diese Arbeit will man trotz gigantischer Verkaufszahlen des Sequels kaum ein Jahr später noch weiter ausschöpfen, indem man das Spin-Off Brotherhood ins Weihnachtsgeschäft 2010 hüpfen lässt. Ob es die neue Solokampagne und der ganz frische Multiplayermodus Wert sein werden, schon so kurz nach dem zweiten Serienteil wieder zum Auftragsmörder zu werden?
Fährt große Geschütze auf
Ezio Auditore da Firenze, der Anführer des Assassinen-Ordens um 1499 herum, is back! Und das auch bei den Frauen. Er erwacht am Anfang von Assassin's Creed: Brotherhood neben einer rothaarigen Schönheit, kann ihr aber keine weitere Reitstunde spendieren, daaaaaa... - ihr fragt euch jetzt bestimmt ganz gespannt, was es nun bloß für eine Begründung außer Impotenz oder plötzlicher Homosexualität geben könnte - ... seine Villa von Kanonen bombadiert wird. Joa, gute Begründung, war das Warten Wert. Geritten wird in Ubisofts Gameplaypräsentation dann trotzdem, denn Ezio schwingt sich auf eines seiner Pferde und reitet zum Gegenangriff. Jap, die Vierbeiner haben endlich Stadtzutritt erhalten und damit einher geht laut den Entwicklern des Spiels auch gleich eine verbesserte Reitmechanik mit erweitertem Kampfsystem (samt Bogenschießen vom Pferderücken aus). Mehr spielerische Abwechselung wird während der Belagerung von Monteriggioni ebenfalls demonstriert. Erst macht sich Ezio einen Flaschenzug zu Nutze, um schnell ein paar Etagen höher zu kommen, später klemmt er sich hinter eine Großkanone, um das Bombardement seiner Feinde sachgemäß zu beantworten. Erinnerungswürdige Zwischeneinlagen wie diese will uns das Team von Ubisoft in Brotherhood mehr zu bieten haben, als in beiden Vorgängern zusammen. Urheber des fiesen Überfalls, der Ezio aus dem Bett gejagt hat, ist kein geringerer als der Sohn des von euch in Teil zwei der Serie niedergestreckten Papstes Rodrigo Borgia, einem Anhänger des mit den Assassinen befeindeten Templer-Ordens. Doch auch auf Seiten der "Guten" aka der Mörder gibt es viele alte Bekannte zu sehen. Darunter natürlich Familienmitglieder Ezios - wie Onkel Mario - und andere Anhänger des Assassinen-Bundes. Hauptschauplatz des Ganzen wird Rom sein, das am Ende von Assassin's Creed II bekanntlich nur mal kurz angekratzt wurde und hier nun die dreifache Größe von Florenz aus eben jenem zweiten Teil haben soll. Auch Desmonds Story soll in Brotherhood übrigens fortgeführt werden, nähere Details dazu gibt es aber noch nicht. Nur so viel: Ubisoft verspricht, manch einen Handlungsstrang aufzulösen und damit auch einige Fragen zu beantworten, die bisher offen blieben. Klingt ja toll, aber so wie wir die Jungs und Mädels kennen, werden sie gleichzeitig bestimmt einen Haufen neuer Rätsel aufwerfen...
Im Rudel aggressiver
Das abwartende, oft in reines Dauerkontern ausurfernde Kampfgameplay von Assassin's Creed soll in Brotherhood einem aggressiveren, trotzdem weiterhin stilvoll aussehenden System weichen. Dabei wird man als Spieler dafür belohnt, wenn man schnell mit dem richtigen Timing zuschlägt. Zögert man, kann es auch mal vorkommen, dass man von mehreren Feinden gleichzeitig angegriffen und dabei gar in einer eigenen Kampfhandlung unterbrochen wird. Schnelles, hartes Töten am Fließband soll also die Devise sein. Dazu kann man jetzt sogar mehrere Gegner auf einmal kontern, mit größeren Waffen wie Streitäxten werfen und fließend alle möglichen Angriffsarten in einem Zug ohne Unterbrechung miteinander kombinieren. Ist man erst mal im Rom der Jahre 1503 aufwärts angekommen, wird das Ganze sowieso noch mal um eine Extrazutat garniert, die uns ein schicker CGI-Trailer (siehe unten) während der E3 bereits schmackhaft in Szene gesetzt hat: Man kann sich in Assassin's Creed: Brotherhood eine kleine Mörder-Armee aufbauen und sich von der dann im Kampf unterstützen lassen. So beordert man die Bogenspezis zum Pfeilhagel auf ganze Gegnergruppen, lässt Wachen auf den Dächern von einem extra dafür bestellten Kollegen lautlos per versteckter Klingen ausschalten oder stellt sich das ganze Rudel gleich zur Seite, um einfach mehr Schlagkraft in größeren Gefechten aufbieten zu können. Die Gefährten können sterben, deswegen sollte man ihre Einsätze gut überdenken. Erfolgreiche Taktiker mit einem gewissen Auge für zu risikobehaftete Einsätze werden damit belohnt, dass ihre Truppen mit der Zeit an Erfahrung gewinnen und per Punktesystem upgegradet werden dürfen. Schafft man es, seine Begleiter zu Meister-Assassinen zu machen, hat man dann wirklich ein paar atmende Waffen für alle Lebenslagen zur Hand, die einem das Leben im feindbesetzten Rom wesentlich einfacher machen dürften.
In der Zwischenzeit bei Abstergo Industries...
Wie wir alle inzwischen wissen, ist die Vergangenheitswelt von Assassin's Creed nur ein Konstrukt aus Erinnerungen von Desmond Miles' Vorfahren, die von einem Gerät namens Animus aus seinem Erbgut herausgelesen und via Matrix-Konstrukt vor seinem geistigen Auge zusammengesetzt werden. Er kontrolliert seine Vorfahren, also bisher ja nur Altair und Ezio, dabei wie ein Puppenspieler, hat allerdings nicht die Freiheit, bereits geschehenes wesentlich umzugestalten. Der brandneue Multiplayermodus von Brotherhood wandelt diese Idee noch ein wenig stärker in Richtung Inception um. Stichwort: Geteilte Traumwelten. Bloß weniger romantisch als das jetzt hier in geschriebenen Worten klingt. Während Desmond und seine Mit-Assassinen weiterhin auf der Flucht sind, wird bei der Templer-Firma Abstergo Industries selbstverständlich fortwährend mit zahlreichen anderen Subjekten geforscht. Und deren Rollen übernimmt man nun eben im Mehrspielermodus, während sie im Verbund miteinander stehen und sich zu Testzwecken gegeneinander behaupten müssen. Im Spielmodus "Wanted" kriegt jeder Teilnehmer einen anderen Spieler als persönliches, zu ermorderndes Ziel vorgegeben, muss aber gleichzeitig auch darauf Acht geben, nicht von seinem eigenen Jäger erwischt zu werden. All das findet in einem kompletten Stadtteil Roms statt, prall gefüllt mit NPC-Bewohnern, zwischen denen man sich verstecken sollte. Wer seine Ziele lautlos und unbemerkt tötet, ergattert die meisten Erfahrungspunkte. Besonders stylische Kills, z.B. von oben herab oder aus einem Heuballen heraus, sorgen ebenfalls für saftige XP-Boni. Genau so wie die erfolgreiche Flucht vor einem fehlgeschlagenen Attentat, die man sogar noch damit krönen kann, dass man seinen gescheiterten Möchtegern-Mörder aus dem Verborgenen heraus verhöhnt. Zeitdruck spielt in Wanted ebenfalls eine Rolle, denn wessen designiertes Opfer sich zu lange verborgen halten kann, der scheitert mit seiner Mission und bekommt ein anderes Ziel zugewiesen. Das Rangsystem des Multiplayerparts von Assassin's Creed: Brotherhood umfasst 50 Levels, die mit verschiedensten freischaltbaren Goodies locken. So statten unterschiedliche Charakterskins den Spieler mit besonderen Waffen (z.B. einer eisernen Klaue) aus, die jeweils eigene Tötungs-Animationen mit sich bringen. Eine Auswahl an passiven und aktiven Spezialfähigkeiten begünstigen den Spieler entweder im Angriff oder helfen ihm dabei, sich besser unkenntlich zu machen.
Serienkrönung statt Lückenfüller?
Assassin's Creed II gehört zu jenen Spielen, die mich innerhalb der ersten Stunden wirklich überwältigt haben, dann aber von Minute zu Minute immer stärker wahre Herausforderung, richtige (!) Abwechslung und auch ein gewisses Maß an Formvollendung vermissen ließen, um mich auf einem hohen Niveau bei der Spielspaßstange zu halten. Der zweite Teil zeigte zwar viele Ansätze, die großen Schwächen des Serien-Erstlings ausbügeln zu wollen, gleichzeitig wollte das Sequel aber auch viel umfangreicher und epischer sein, wodurch es dann doch wieder in den alten Trott des spielerisch viel zu leichten Dahinplätscherns verfiel. Kann nur ein Jahr später mit Assassin's Creed: Brotherhood tatsächlich alles besser werden? Ja, seit der E3-Präsentation glaube ich daran! Die Beschränkung auf eine einzige große Stadt, die dafür detailierter und technisch sauberer auf den Bildschirm gezaubert wird, ist mir lieber als elend öde Toskanagegenden und riesige, irgendwie aber trotzdem sehr Baukasten-artig wirkende Kulissen im Überfluss. Dazu sehen die Kämpfe nun flotter, die präsentierten Singleplayer-Abschnitte spannender durchgescriptet aus. Momente wie die auf der E3 zu sehende Belagerung Monteriggionis hat es mir in den Vorgängerteilen viel zu wenige gegeben. In Brotherhood soll so etwas angeblich gleich reihenweise geboten werden. So lange das Spiel dermaßen atmosphärisch und gewaltig inszeniert wird, wie oben im Video gezeigt, könnte das neue Assassin's Creed endlich der Serienteil werden, den ich mir seit der Ankündigung des ersten Teils schon immer gewünscht hatte. Dass man die Stadtbezirke Roms zwar genau so umgestalten und verwalten können wird, wie seine eigene Villa in Teil zwei, dies aber beileibe nicht mehr so ein Selbstläufer werden soll, ist auch ein sehr gutes Zeichen. Mehr Mut zu spielerischem Anspruch, dann wird aus einer grafisch opulenten, stylisch inszenierten, auf eine große Story ausgelegten Schlaftablette endlich mal das packende Spielerlebnis, welches Artworks und Werbebotschaften schon seit Bestehen der Serie immer versprochen haben.
Assassin's Creed: Brotherhood erscheint am 16.11. 2010 für Xbox 360, PC und PlayStation 3. Letzteres System wird exklusiv eine Multiplayerbeta zu bieten haben, die allerdings offenbar nur Vorbestellern von GameStop vorbehalten bleibt. In dieser News hier erfahrt ihr außerdem alles über die limitierte Codex-Edition des Spiels!
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Kommentare (12)
spacerider12
Ich bin auch wirklich froh die Codex Edition noch günstig vorbestellt zu haben (60€).
Auf jeden Fall war AC 2 (für mich) eins der besten Spiele (das beste mit batman) 2009 und hoffe Brotherhood wird auch nur genauso gut.
Freue mich schonmal drauf ;)
chris1993_
AssassinsWeed
Gonga
AssassinsWeed
Valium
fishhead
Gonga
ist es bei der usk auch ab 18?
Bulletproof Warlord
DJSideWinder