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Assassin's Creed: Altair's Chronicles

Mittwoch, 23. April 2008
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11:38 Uhr - Es gibt Filme die muss man einfach im Kino sehen, weil sie ihren Bombast und ihre Herrlichkeit nur hier voll entfalten können. King Kong oder Herr der Ringe verlieren viel von ihrer beeindruckenden Größe wenn man sie sich auf einer 30 cm Röhre anschaut anstatt auf einer 30 m Leinwand inklusive ohrenbetäubender Akustik. Was passiert nun mit Spielen die ihren Reiz vor allen Dingen durch eine tolle Optik und große Freiheit ziehen, wenn sie auf den winzigen Doppelschirm des Nintendo DS verfrachtet werden? Lest es am Beispiel unseres Test zu Assassin´s Creed: Altair´s Chronicles für den Nintendo DS.

Seien wir ehrlich. Assassin´s Creed war auf den Next Gen Konsolen keine spielerische Offenbarung. Es machte anfangs natürlich eine Menge Spaß durch die Gassen zu schleichen, nach einigen Stunden Spielzeit hatte man sich daran allerdings satt gespielt und üig blieb die beeindruckende Optik des Titels, die tolle Freiheit die es zu vermitteln wusste und der hohe Stylefaktor dem man Altair zu Gute halten kann. Aber an was können wir uns (noch) erfreuen, wenn der Nintendo DS keinem dieser Punkte genügend Rechnung tragen kann, weil er technisch einfach nicht dazu in der Lage ist? Das wussten auch die Entwickler und so verfrachteten sie das ehemalige Sandbox Action Adventure zu einem einfachen Jump´n Run der alten Schule.

Eine Geschichte so alt wie die Zeit

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Altair wird vom Rat der Ältesten damit beauftragt einen Kelch zu finden und zu zerstören, da er, wenn er in die falschen Hände gelangt so viel Macht besitzt, das der Rat weder den Kreuzrittern noch den Sarazenen zutraut ihn weise zu nutzen. Das war dann auch schon die komplette Geschichte rund um Altair´s Chronicles. Relativ dünn könnte man meinen, allerdings aucht ein Titel bei einer Spielzeit deren Stundenanzahl man an einer Hand abzählen kann, auch keine tiefgreifende Hintergrundstory.

Das Spielprinzip von Assassin´s Creed DS lässt sich vermutlich noch schneller erklären als die Beweggründe unseres Meuchelmörders. Ihr hüpft von Dach zu Dach, erschlagt mit eurem Schwert ein paar Wachen und löst krude „Kisten verschieben“-Rätsel die schon Anfang der Neunziger mehr als veraltet waren. Immerhin gibt es zwei Angriffsknöpfe mit dem sich eure Schwertstreiche immerhin ein wenig variieren lassen, was aber im Grunde nicht nötig ist, denn die Wachen verhalten sich einfach strunzdumm und sind billiges Futter für euer blutdürstendes Schwert.Selbst wenn euch mehrere Mannen gleichzeitig angreifen könnten, habt ihr alle Zeit der Welt um einen nach dem anderen auszuschalten, da eure Gegner keine Anstalten machen euch mit gewitzten Rudeltaktiken das Leben schwer zu machen. Dahinter steckt sicherlich eine Absicht der Entwickler um die doch etwas ungenaue und schwerfällige Steuerung zu kaschieren, leider verkommen freischaltbare Fähigkeiten und erweiterbare Lebensbalken und Waffenfähigkeiten somit allerdings zu einer Farce.

Assassin´s Creed: Persian Chronicles

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Der Satz: „Da ist Altair aber mal wieder verdammt gut tot gestorben“ wird euch trotzdem häufiger durch den Kopf gehen, denn die Sprungeinlagen haben es in sich. Hier muss Millimetergenau gesprungen werden, fiese Fallen und giftiges Ungetier versperren euch nur allzu gerne den Weg. Auch die Baukunst scheint im zwölften Jahrhundert nicht allzu fortschrittlich gewesen zu sein, so oft wie ganze Gebäudetrakte wie Kartenhäuser in sich zusammenfallen. Der Assassine erinnert bei seinen dynamischen Geschicklichkeitseinlagen frappierend an einen persischen Prinzen. Beide Spiele stammen aus dem selben Publisherstall. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Während die eigentliche Action nur wenig Geauch von den Fähigkeiten des Nintendo DS macht, müssen wieder einmal ein paar (das ist hier durchaus wörtlich zu nehmen) Minispiele dafür sorgen, die Berechtigung des Titels auf dem Doppelschirmer zu rechtfertigen. Gelegentlich klaut Altair einen wichtigen Gegenstand aus der Tasche seinen Besitzers. Hier gilt es nun einen Schlüssel, oder was auch immer, mit Hilfe des Stylus an anderen Gegenständen vorbei zu bugsieren ohne das sie sich berühren. Wenig spannend, was auch für das Foltern von Menschen gilt, um an wichtige Informationen zu kommen.Foltern? Blutgierige Psychopathen sollten noch einmal einen Blick auf den Klappentext der Verpackung werfen, bevor sie sich geifernd in den nächsten Videospielstore begeben. Der Titel ist ab 12 Jahren, dementsprechend kommen Altairs Verhörmethoden völlig ohne roten Lebenssaft aus. Viel mehr packt er sich seine Gegenspieler von hinten, kneift ihnen jugendgerecht in den Rücken und verdreht den Arm. Dazu schaltet der Bildschirm in eine Rückenansicht des Opfers, dessen Reflexzonen ihr nun im richtigen Moment mit dem Stylus traktieren müsst. Erinnert überraschend an Elite Beat Agents. Nur nicht in gut.

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Technisch gibt sich die Umsetzung von Assassin´s Creed kaum eine Blöße. Der Titel gefällt auf dem Nintendo DS mit aufwendiger, detailreicher Optik, die die Stimmung in den Straßen mittelalterlicher Städte gut einfängt. Die Animationen der Charaktere laufen flüssig über den Schirm, wobei die Framerate bei hohem Feindaufkommen dann doch öfter mal in die Knie geht. Die düstere Grundstimmung wird durch nette Zwischensequenzen in Spielgrafik unterstützt, meistens klickt ihr euch allerdings durch übersetzte Texttafeln. Akustisch gefällt der Titel mit heroischen Klängen, der gut die Geschehnisse auf dem Bildschirm einfängt.

Das macht Altair´s Chronicles allerdings nicht zu einem guten Spiel. Die Hüpfeinlagen sind erschreckend linear ausgefallen, völlig Orientierungslose werden durch einen dicken, grünen Pfeil der euch die Richtung vorgibt durchgehend darauf hingewiesen wo es lang geht. Die Kämpfe gegen die zahlreichen Wachen sind einfach langweilig und verlangen kaum Geschick, durch die großzügig verteilten Rücksetzpunkte verlieren auch die knackigen Geschicklichkeitseinlagen ihren Reiz.Die DS Umsetzung von Assassin´s Creed erinnert mich Erschreckenderweise an die miesen Filmversoftungen der 90er Jahre, die damals fast immer in einem einfallslosen, dahingerotzten Jump´n Run mit Actioneinlagen endeten. Und so hat Altair´s Chronicles auch viel mehr Ähnlichkeiten mit Verechen an der Gamerzunft wie Last Action Hero, Cliffhanger oder Gremlins als mit dem Next Gen Auftritt des Meuchelmörders.Das Gebotene ist so unglaublich durchschnittlich und einfallslos, das einem fast die Worte fehlen. Die Kämpfe gegen Palastwachen fordern nicht im geringsten und verkommen zu einem langweiligen Dauergedrücke der beiden Angriffsknöpfe. Die Hüpfereien über die Dächer Jerusalems sind eigentlich ganz nett und fordernd, dafür aber sehr linear. Zudem wurde der Schwierigkeitsgrad durch die häufigen Rücksetzpunkte so sehr gesenkt, das auch hier jegliche Herausforderung fehlt.Bleiben noch die banalen Rätsel Marke „Verschiebe Kiste von A nach B“ oder „Finde Schlüssel bei Person X und öffne damit Tor Y“. Auch die auf den DS zugeschnittenen Minispiele sind sehr langweilig ausgefallen. Immerhin die Optik und Akustik wissen zu gefallen retten das spielerische Fiasko aber auch nicht vor der absoluten Mittelmäßigkeit.

Bewertung

Assassins Creed ds

5/10

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