Auf Abruf: Spielekauf mit Steam & Co.
GOG.com
Was ist das?
Die Name GOG steht für „Good Old Games“, womit eigentlich schon alles Nötige gesagt wäre. Hier finden die Klassiker der PC-Geschichte ein neues Zuhause. Im Gegensatz zu den bisherigen Kandidaten verzichtet der Service auf eine eigene Client-Software, stattdessen gibt es nur den offiziellen Downloader, welcher vorher eine Installation von Adobe Air erfordert. Nach einer kurzen Registrierung auf der Website (GOG.com) navigiert man sich durch die sehr übersichtlich und noch dazu hübsch gestalteten Knotenpunkte Spielekatalog, Community und Support.
Welche Spiele stehen zur Verfügung?
Mittlerweile erstreckt sich die Spieledatenbank von GOG über fast 150 Spiele, darunter logischerweise ausschließlich betagte Spiele. Während ältere Klassiker wie Simon the Sorcerer, Baphomets Fluch 2 (aka Broken Sword 2), Fallout, MDK oder gar Cannon Fodder für $5,99 heruntergeladen werden können, schlagen „neuere alte“ Titel, z.B. Far Cry, Prince of Persia: Sands of Time oder Gothic 2, mit $9,99 zu Buche – andere Preisdimensionen gibt es nicht. Das ist zwar der Übersichtlichkeit sehr dienlich, andererseits schummeln sich Perlen wie „Fallout“ so ins höhere Preissegment. Es gibt aber noch zwei Argumente, die ganz klar für den Service stehen: Erstens gibt es einige wenige Titel, welche sogar vollkommen gratis Angeboten werden, so etwa das Revolution-Meisterwerk Beneath a Steel Sky. Zweitens funktionieren sämtliche Spiele unter Windows XP und Vista, selbst unter 64bit-Systemen! Schade: LucasArts-Klassiker fehlen im Sortiment.
Wie kann ich bezahlen?
Hier spart GOG.com etwas an Optionsvielfalt, denn neben den beiden Kreditkartenanbietern Visa und Mastercard kann lediglich über eBays Paypal-Service gezahlt werden. Letztere macht den Service aber prinzipiell auch für die breite Masse zugänglich. Wer mit Wechselkursen auf dem Kriegsfuß steht, sollte aber einen weiten Bogen um die Plattform machen, denn hier wird ausschließlich in US-Dollar gerechnet. Dafür sind jedwede Steuern aller Herren Länder schon in die zwei verschiedenen Preisstufen einberechnet, versteckte Kosten fallen daher nicht an.
Gibt es Maßnahmen zum Kopierschutz?
Kurz und knapp: Nein. Eines der Alleinstellungsmerkmale von GOG ist der absolute Verzicht auf Kopierschutzmaßnahmen à la DRM. In diesem Punkt vertraut man wohl der ehrlichen Käuferschaft und lässt sie die erworbenen Produkte so oft installieren wie man möchte. Da erscheint es schon fast selbstverständlich, dass sie auch unter „MyAccount“ zum unbegrenzten, erneuten Download zur Verfügung stehen.
Was wird sonst noch geboten?
Über die Spiele als solche hinaus bietet GOG auch die Anleitungen im PDF-Format zum Download an. Darüber hinaus gibt es oftmals Wallpaper, Walktroughs und andere Schmankerl als Gratis-Beilage. Im Community-Bereich wartet ein Forum auf eure Fragen und Diskussionen mit anderen Mitgliedern, während unter „My Games“ eine saubere, grafische Abbildung aller erworbenen Titel inklusive Cover in einem virtuellen Holzregal geboten wird. Sehr schick! Ansonsten bleiben noch Standard-Funktionen wie eine Wishlist und der Möglichkeit, Spiele an andere Nutzer zu verschenken. Nichts, was Steam & Co. nicht auch hätten.
Metaboli
Was ist das?
Im Gegensatz zu den anderen bislang vorgestellten Plattformen verfolgt Metaboli ein anderes Konzept: das Abonnement. Statt einzelne Spiele direkt zu kaufen, entscheidet man sich für eines von drei unterschiedlichen Paketen. Das Family Pack, welches 9,90€ pro Monat kostet und diverse Titel aus den Genres Puzzle, Logik, Adventure und anderen casual-freundlichen Sparten enthält. Daneben gibt es das auf die „richtige“ Spielerschaft zugeschnittene Gamer Pack für denselben Preis. Hier darf dann auch ordentlich geballert werden, nachdem man kurz zuvor in der Renn-Simulation die Ziellinie überquert hat. Als letztes steht das Premium Pack für immerhin 19,99€ pro Monat zur Verfügung und versorgt euch nicht nur mit sämtlichen Inhalten der anderen Pakete, sondern bietet auch uneingeschränkten Zugriff auf alle Neuerscheinungen. Wer im Voraus sechs Monate bezahlt, kann übrigens noch einmal Geld sparen. Der oft verwendete Begriff „Spiele-Flatrate“ sollte hingegen nicht ganz wörtlich genommen werden, denn nach dem Ausleihen eines Titels steht in der Regel eine mehrtägige Wartezeit an, bis das nächste Spiel heruntergeladen werden darf. Darüber hinaus kann man immer nur einen Titel zur selben Zeit ausleihen.
Welche Spiele stehen zur Verfügung?
Das Spieleangebot von Metaboli fällt mit rund 400 Titeln in einer stetig wachsenden Bibliothek recht umfangreich aus. Wie bereits erwähnt, unterscheidet sich die Auswahl innerhalb der einzelnen Pakete doch recht stark. So sind selbst ältere Genrevertreter wie Assassin's Creed, Ghost Recon: Advanced Warfighter oder Race Driver: GRID momentan ausschließlich für Premium-User reserviert. Auch ganz frische Titel sucht man abseits einiger weniger Ausnahmen noch einigermaßen vergebens, dafür sind ein Far Cry 2, H.A.W.X. oder Tom Clancy's Endwar mit dem schillernd orangen „NEU!“-Button versehen. Besitzer den zugegeben günstigen Gamer Packs greifen auf Software wie z.B. Civilization 4, Turok, Mafia oder Gothic 3 zurück. Kurios: der Klassiker Fallout 2 ist derzeit nur im Premium-Angebot untergebracht. Branchenriese EA glänzt übrigens durch Abwesenheit. Mindestens genauso schade ist der noch mangelhafte Support für 64-Bit-Betriebssysteme. Für das Ausleihen von 18er-Titeln muss man ein spezielles Verifizierungsverfahren über sich ergehen lassen, mit dem u.a. über die Schufa ermittelt wird, ob man das 18. Lebensjahr bereits vollendet hat.
Wie kann ich bezahlen?
Als Zahlungsarten stehen nach der Auswahl von einem der drei Pakete der normale Bankeinzug, diverse Kreditkarten (Visa, Visa Electron, Mastercard & American Express) sowie Paypal und das Telekom-eigene T-Pay, also die Bezahlung über die Telefonrechnung, zur Verfügung. Alle Abos werden monatlich abgebucht und können auch monatlich gekündigt werden. Wählt man die Vorauszahlung für drei Monate, so ist vorzeitige Kündigung und Rückerstattung nicht möglich. Dafür findet keine automatische Vertragsverlängerung statt...
Gibt es Maßnahmen zum Kopierschutz?
Ja, und zwar einige. Hier werden den jeweiligen Entwicklern ziemlich viele Freiheiten eingeräumt, wodurch die verschiedensten Methoden verwendet werden. Es gibt zum Teil sogar noch Keys, die dem Nutzer auf elektronischem Wege zugesandt werden. Kein Wunder, dass aufgrund des wüsten Durcheinanders ziemlich viel Aufregung im Feedback-Bereich des Metaboli-Forums herrscht, wo Fehler aller Art auftreten. Gut, das passiert schon seit Anbeginn der PC-Ära, trotzdem liest man die zahlreichen Beiträge doch mit einer gewissen Portion Skepsis im Hinterkopf. Jede Menge anfallende Verbesserungsarbeit für die Betreiber des Downloaddienstes also...
Was wird sonst noch geboten?
Zu aller erst sei hier die eigens entwickelte Software, der „Metaboli on Demand Player“ genannt. Selbiger übernimmt sämtliche Downloadaufgaben und erlaubt dank einer speziellen Streaming-Technologie sogar das Anspielen, während ein Spiel nicht einmal ganz heruntergeladen wurde. Doch auch mit diesem Programm scheint die Community – diesen Anschein macht zumindest wieder das Forum – einen ganzen Haufen Probleme zu haben, von Abstürzen bis hin zur Startverweigerung scheint alles dabei zu sein. Wir haben entgegen einzelner Erfahrung allerdings keine Probleme mit dem Programm feststellen können! Abseits von Screenshots, Videos, Systemangaben und Anleitungen zu den einzelnen Spielen werden in der Regel auch alle benötigten Treiber und Clients (Direct X, Windows LIVE, etc.) auf den jeweiligen Übersichtsseiten angeboten.
Gamesload.de
Was ist das?
Gamesload.de ist eine Seite der Deutschen Telekom, aber keine Angst: Man muss dort nicht Kunde sein, um das Angebot – bestehend aus herkömmlichen PC-Spielen zum Download, drei verschiedenen Flatrates (hierfür wird Metaboli integriert), Browsergames, Handyspielen und dem normalen Retail-Kauf von Konsolenspielen – wahrzunehmen. Hauptaugenmerk ist und bleibt aber der direkte Download von PC-Spielen, die direkt über den Browser heruntergeladen werden.
Welche Spiele stehen zur Verfügung?
Glaubt man der Suchfunktionen, so stehen über 1.700 Titel in der Bibliothek bereit. Dass dies nur die halbe Wahrheit ist, lässt sich durch eine kurze Durchstöberung bereits bewerkstelligen. Neben den normalen Spielen werden nämlich auch MMO-Sonderausgaben bekannter Printmagazine und andere nicht-interaktive Produkte gelistet. Trotzdem sollte jeder Zocker mit dem Angebot einigermaßen glücklich werden. So tummeln sich abseits von brandneuen Blockbustern wie Anno 1404, Die Sims 3 oder Divinity 2 auch betagtere Klassiker wie Call of Duty, Splinter Cell und Gothic 2. An richtig alten Perlen mangelt es dem Service leider. So stehen Alarmstufe Rot 3 samt Add-On zwar zum Herunterladen bereit, frühere Serienableger finden sich hingegen nicht. Auch Adventure-Klassiker oder verpixelte Rundenstrategie sucht man eher vergebens. Somit ist das Angebot eher auf gegenwartsorientierte Zocker zugeschnitten, Retro-Liebhaber suchen sich besser eine andere virtuelle Einkaufswelt. Löblich: von vielen Spielen stehen auch die verbesserten Editionen bereit. So wartet z.B. die „Maximum Edition“ von Crysis nicht nur mit dem eigentlichen Hauptspiel auf, sondern auch mit der Warhead-Erweiterung und dem Mehrspielermodus „Wars“. Wie beim großen Konkurrenten Steam können einige kommende Spiele sogar vorbestellt und analog zum Retail-Release heruntergeladen werden – Fifa 10 ist so ein Kandidat. Preislich liegen fast alle Titel auf normalem Niveau, nur selten gibt es störende Ausschläge nach oben... oder willkommene nach unten. Wer nicht jugendfreie Spiele genießen möchte, muss eine Verifikation via Netgate (und damit auch wieder über die Schufa) in Kauf nehmen. Nach erfolgreicher Bestätigung erhält man einen „Erwachsenen-PIN“, der dann direkt beim Einkauf eingegeben wird.
Wie kann ich bezahlen?
Abgesehen von Paypal lässt Gamesload nahezu keine Zahlungswünsche offen. Kreditkarten (Visa, Mastercard, American Express) werden genauso akzeptiert wie Click and Buy. Dass die Telekom hier der eigentliche Drahtzieher ist, macht sich natürlich bemerkbar: die Zahlung über die eigene Telefonrechnung funktioniert als Kunde genauso gut wie T-Pay oder MicroMoney – zwei Dienste, die sich vorher mit Guthaben aufladen lassen und so die Anonymität von Bankdaten und anderen sensiblen Daten wahren wollen. Somit kann auch jeder, der sich bei einem der Dienste einen Account erstellt, ganz normal via Lastschrift zahlen.
Gibt es Maßnahmen zum Kopierschutz?
Ja, hier geben sich Metaboli und Gamesload nichts. Wieder einmal werden zum Teil Keys via Mail an die Käufer geschickt, wieder einmal tummeln sich auch StarForce, SecuROM & Co. im Angebot. Besonders aktuelle Spiele sind oftmals von diesen störenden Schutzmaßnahmen betroffen, ein Vorteil gegenüber den Retail-Produkten ist somit eher selten. Spezielle Download-Versionen ohne Kopierschutz und mit netten Goodies, wie z.B. exklusiven Ingame-Items, erhellen ab und an den Download-Alltag.
Was wird sonst noch geboten?
Auch in diesem Bereich ist Gamesload nah an den Leistungen der Konkurrenz. Systemvoraussetzungen bei jedem Spiel, Trailer und Screenshots, Anleitungen im PDF-Format, … das alles durftet ihr jetzt schon öfter lesen. Hier und da stehen praktischerweise hochaufgelöste DVD-Cover zum Download bereit, so dass ihr nicht nur die erworbene Installationsdatei auf CD / DVD sichern könnt, sondern auch die passende Hülle zum Spiel im Regal stehen habt. Anders als bei Steam ist es leider nicht erlaubt, ein und dasselbe Spiel auf mehreren Systemen zu installieren und zu spielen, stattdessen ist vorher eine Deinstallation von Nöten. Im Falle von Spielen mit Aktivierungs-Keys müssen diese dann erneut über den Support angefordert werden. Weiterhin bietet die Plattform alle gängigen Community-Features und erlaubt es den Kunden, Rezensionen einzureichen oder einzelne Spiele zu bewerten. Besonders nützlich bei der Kaufentscheidung sind die Testversionen, die im Grunde eine Vollversion darstellen, nach einer Stunde Spielzeit jedoch zum Kauf auffordern, um weiterzocken zu können. Diese erweiterten Demos stehen allerdings nur bei einem Bruchteil des Angebots zur Verfügung.
Jetzt seid ihr dran: Wie steht ihr zum Thema Online-Distribution? Welche Clients oder Websites habt ihr benutzt, was sind eure dortigen Erfahrungen? Warum sollte das physische Medium niemals aussterben? Eure Meinungen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge sind in unserer Kommentarsektion oder im Forum gerne gesehen!
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Kommentare (13)
Danzel
Danzel
gandalf
Habe erst letztens das Indie-Pack bei Steam gekauft für den kleinen Spaß zwischendurch.
Bei "richtigen" Spielen stehe ich noch eher auf die retail Box, da man auch nicht bevormundet wird und nur die deutsche Version kaufen darf.
Allein dieses IP-Sperren geschisse treibt mich schon in den Wahnsinn. Siehe XBox Live. Aber istja der Staat. Und ich mag es bevormundet zu werden :-)
Aber solange die PCs bzw. Konsolen noch mit nem Laufwerk daher kommen bleiben echte Spiele bei mir auch "echt".
Für Arcade Titel find ich GoD super. Wie oben schon angedeutet. Wobei auch da der Preis manchmal nicht fair wirkt, aber das ist ja ne andere Geschichte.
Glückauf.
beelzeRob
schachteln nehmen nur platz weg
die dvdhüllen sehen noch schlechter aus
-> online kaufen ist einfach das beste und schnellste
und manchmal stimmt auch der preis
Rhys
ich bin auch der meinung das es schön ist ein spiel ''echt'' zukaufen
weil es ein geiles gefühl ist am realese in den laden zu rennen um sich
vieleicht das letzte exemplar zu schnappen
nicht nur deshalb, sondern weil ich dann auch etwas besitze was ich in der physischen Welt anfassen, und weiterverkaufen kann. Und es beugt der Zensur vor.
liasis-fuscus
Taccou
Der Bericht ist aber wirklich interessant, steht zwar im Bezug auf Steam nicht viel neues drin aber von Games for Windows LIVE hatte ich bisher nicht so wirklich die Ahnung und auch nicht viel mit am Hut.
Und so wie ich das lese, wird es auch in Zukunft so bleiben, ausser es lässt sich nicht umgehen.
@Swonic
Also das ist mir noch nie passiert. Hab ein Spiel im Laden gekauft, installiert und gespielt. Ausser natürlich, es standen noch einige Patches an. Aber das hätte ich ja eh machen müssen und so hat mir Steam die Arbeit abgenommen.