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Baldurs Gate - Dark Alliance

Donnerstag, 30. August 2007
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09:37 Uhr - Anno 1996 erschien der erste Teil von Baldurs Gate aus dem Hause Bioware und entpuppte sich kurze Zeit später als eines der erfolgreichsten RPG´s überhaupt. Es war die Wiederbelebung des Genres auf dem Heimcomputer und bekam nicht zu verachtende Wertungen. Nach einem Add-On und einer weiteren Fortsetzung schlagen die Entwickler nun eine ganz andere Richtung ein. Wie diese aussieht und ob es geklappt hat erfahrt Ihr in dieser Review.

Wenn es dunkel wird...

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Es ist bereits nach Sonnenuntergang , der Himmel hat sich verdunkelt und ein kühler Wind haucht Euch ins Gesicht. Die Stadt ist inzwischen leer , denn die Gegend rund um Baldurs Tor gilt zu dieser Zeit als gefährlich. Dennoch wandert Ihr umher und bemerkt nicht , wie sich hinter Euch Diebe nähern und Euch des Bewusstseins rauben. Wenig später machen Euch Soldaten darauf aufmerksam , dass Ihr überfallen worden seid und nun kein Geld mehr besitzt. Auf Grund einer guten Empfehlung begebt Ihr Euch in die Örtliche Schänke und bekommt dort Euren ersten Auftrag. Im Keller haben sich viele Ratten eingenistet , weshalb das Geschäft nicht allzu gut läuft. Hier kommen die Geschehnisse ins Rollen und im Laufe der Zeit , werdet Ihr merken , dass hinter den seltsamen Attacken von Monstern etc. eine einzig große Verschwörung steckt.

Kenner der PC-Serie dürfen nicht enttäuscht sein , auch wenn dieser Teil der Forgotten Realms nicht ganz den Ursprünglichen entsprechen. Wie bereits erwähnt hat Bioware nun einen anderen Weg auf den Konsolen eingeschlagen , der eher an Diablo mit Hack´n´Slay Elementen erinnert. Ihr habt zu Beginn die Auswahl zwischen drei verschiedenen Charakteren , was um es jetzt schon mal zu sagen , eindeutig zu wenig ist. Oder sagen Wir es vielmehr so : man hat die falschen Persönlichkeiten ausgewählt. Die Mehrheit aller Spieler bevorzugt einen großen , starken und vor allem menschlichen Paladin der die Kunst des Schwertkampfes besitzt. Hier hingegen lassen sich lediglich ein menschlicher Bogenschütze , ein kampferprobter Zwerg sowie eine Elfenzauberin finden. Jeder Charakter hat andere Fähigkeiten und kann bestimmte Sorten von Waffen besser nutzen als seine Kollegen. Nach der Qual der Wahl folgt die Verteilung der Attributspunkte. Satte 30 Blöcke belegt das Spiel auf Eurer Memorycard , daher sollte schon vorher für genügend Platz gesorgt worden sein.

Des Mannes bester Freund und schlimmster Gegner

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Euren ersten Quest erhaltet Ihr traditionell durch die Konversation mit den Hauptpersonen im Spiel. Leute , mit denen Ihr Euch unterhalten könnt , haben über dem Kopf ein Symbol mit einem Ausrufezeichen. Dies sind auch die einzigen Personen , mit denen Ihr überhaupt reden könnt , denn andere NP´s stehen nur zur Dekoration da. Im Gespräch selber besitzt Ihr mehrere Fragen die Ihr nacheinander stellen könnt. In der Regel erhaltet Ihr immer einen bestimmten Auftrag den es zu erledigen gilt. Ein Beispiel dafür wäre die Vertreibung der Ratten. Über 20 dieser Tiere befinden sich in den Abwässerkanälen von Baldurs Tor und müssen von Euch zur Strecke geacht werden. Ihr betrachtet Eure Figur die ganze Zeit über aus der isometrischen Perspektive. Ihr schaut Eurem Helden also praktisch von oben zu. Mit dem C-Stick lässt sich die Kamera nach links oder rechts bewegen , zoomen ist nicht möglich. Das Drehen der Perspektive ist aber auch nur in großen Arealen möglich. Am Anfang besitzt Ihr nur leichte Bewaffnung und gerade mal soviel Ausrüstung , dass Ihr nicht nach einem Schlag sterbt. Da Gegneraufkommen und deren Stärke von mal zu mal steigt , aucht Ihr im weiteren Verlauf besseres Equipment. Um an solches zu kommen gibt es drei Möglichkeiten. Als erstes wären da Eure Widersacher , denn diese verlieren sehr oft nach ihrem Ableben wertvolle Gegenstände , worunter sich auch mal etwas ganz besonderes befinden kann. Weiterhin sind im gesamten Spiel viele Truhen und Fässer aufgestellt , deren Inhalt meist auch nicht ohne ist. Und als letzter Punkt bleibt eben der klassische Händler , bei dem Ihr die besten Sachen überhaupt kaufen könnt. Leider sind die Preise dermaßen hoch , dass man schon eine lange Zeitspanne über sparen muss um vielleicht eine bessere Waffe ergattern zu können. An verschiedenen Tötungsobjekten gibt es Schwerter , Bögen , Äxte , Speere , Schlaghammer uvm. Die Auswahl ist ziemlich groß , ebenso wie bei den Verteidigungsgegenständen , welche von Rüstungen bis hin zu Handschuhen reichen. Das nötige Geld bekommt Ihr ebenfalls aus Truhen oder von Gegnern aber auch durch die Erledigung von Aufträgen.

Die Steuerung von Dark Alliance wurde überraschenderweise sehr einfach gehalten. Mit dem A-Knopf schlagt Ihr auf Eure Gegner ein , B dient zum auslösen von Zaubersprüchen. Mit den Schultertasten L und R verwendet Ihr Heil- und Manatränke. X stellt hierbei die Aktionstaste dar und Y lässt den Charakter einen Sprung vollführen. Start ingt Euch ins Pausemenü. Hier habt Ihr auch Zugang zum Gepäck und Euch auszurüsten. Im Inventar könnt Ihr aber auch Eure Attribute verbessern und die Ziele eines Auftrages noch mal durchlesen. Mit jedem erledigten Gegner steigt Eure Erfahrung und nach einer gewissen Zeit steigt Ihr eine Stufe auf. Wann es soweit ist , könnt Ihr einer Anzeige auf dem Bildschirm entnehmen. Es gibt in der linken oberen Ecke drei verschiedene Leisten mit unterschiedlichen Farben. Die rote zeigt die Gesundheit an , der mittlere die erreichte Erfahrung und der untere die Manakräfte. Sollte die obere Leiste leer sein , ist Euer Abenteuer beendet. Sobald die grüne ( Erfahrung ) voll ist , könnt Ihr den Charakter aufstufen. Mana wird für die Zauberkräfte geaucht , die Euer Held nutzen kann. Mehrere stehen Euch zur Auswahl wie ein Meteoritenschauer oder eine Feuerkugel. Auswählen lassen sich diese mit dem Digitalen Steuerkreuz , benutzen tut Ihr diese dann per Knopfdruck auf B.

Sidequests bitte !

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Die größte Schwachstelle von Dark Alliance ist die zu linear gestaltete Story. Ihr bekommt immer einen Auftrag und sobald dieser gelöst wurde folgt der Nächste. Sidequests gibt es überhaupt nicht und die Dungeons wurden so gestaltet , dass man eigentlich nur in eine bestimmte Richtung laufen kann. Verfehlen kann man daher nichts. Unterteilt ist das Spiel in drei Kapitel bzw. drei verschiedene Orte an der Schwertküste. Diese werden immer nur einmal durch Portale besucht und beherbergen immer eine Art Dorf oder zumindest einen Auftraggeber und Händler. Mal verschlägt es Euch in eine eisige Gegend , einem dunkeln Wald , einen Sumpf oder in einen großen Tempel. Speichern könnt Ihr an kleinen Podesten auf denen sich ein Buch befindet. Diese tauchen sehr oft im Spiel auf , meist direkt nebeneinander. Dies hat auch einen guten Grund , denn in jedem Dungeon warten unzählige Monster darauf , nach Eurem Leben zu trachten. Da tut es schon mal gut , wenn man weiß , dass man nicht alles von vorne machen muss wenn man stirbt. Der Einsatz von Heiltränken wird bis zum Ende hin perfektioniert , denn Ihr seit bestens damit beschäftigt , Euch am Leben zu halten. Während man an bestimmten Stellen förmlich mit den Tränken überschüttet wird , könnt Ihr an anderen gar nicht genug davon bekommen. Glücklicherweise könnt Ihr Euch etwas mit Mana aushelfen lassen. Das Spiel besitzt eine Karte , die in der Mitte des Bildschirmes erscheint , wenn Ihr diese aktiviert. Dies würden Wir Euch auch unbedingt raten , denn ohne Karte kann man sich sehr leicht verlaufen und eine Tür oder einen Durchgang mal einfach übersehen. Außerdem sind dort alle Speicherpunkte durch ein großes , gelbes Symbol gekennzeichnet , ebenso wie die Ausgänge. Diese werden durch einen Pfeil symbolisiert

Schreie aus der Tiefe und spiegelnde Klingen

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Grafisch haben die Entwickler ein solides Fundament geschaffen. Die Texturen , Landschaften und Effekte wirken beeindruckend und vermitteln das typische RPG-Flair wie man es von Baldurs Gate gewohnt ist. Die Wassereffekte können sich ebenfalls sehen lassen , genauso wie die Animationen der einzelnen Figuren. Die Zwischensequenzen wirken etwas kantig aber im Großen und Ganzen wurde hier ordentliche Arbeit geleistet. Die besondere Engine für die Grafik besitzt besondere Eigenschaften. Die Umgebung wird in einer hohen Auflösung gerendert und die Kanten durch Anti-Aliasing geglättet. Anschließend wird alles auf eine für den Fernseher ausreichende Größe eingestellt. Leider gibt es des Öfteren kleine Slowdowns , besonders wenn viele Gegner am Geschehen beteiligt sind. Ansonsten besticht das Spiel neben der tollen Grafik , welche durch gelungene Licht/Schatten-Effekte gepusht wird , auch durch den Sound. Wenn überhaupt eine musikalische Untermalung stattfindet , dann passt sich diese der Umgebung hervorragend an und vermittelt das passende Spielgefühl. Leider wird man viel zu selten von Musik begleitet , denn man hört überwiegend die Klinge Eurer Waffe und die Schreie der Dämonen. Auch eine Synchronisation wurde spendiert die sich anhören lassen kann ;)

Nun zum Fazit. Wie Ihr gelesen habt besitzt Dark Alliance eine tolle Grafik sowie passenden Sound aber war das schon alles ? Eben nicht , denn das Gameplay ist eines der motivierensten Sachen überhaupt. Mit dem Schwert auf die Gegner einzuschlagen macht einfach Spaß und kann in vollen Zügen genossen werden. Man könnte es als Diablo-Klon ansehen , was in der Tat auch an manchen Punkten zutreffen mag. Jedoch hätte man sich mehr um die Story bemühen müssen und das Augenmerk vielleicht auch auf Sidequests richten sollen. Insgesamt ist alles viel zu linear und das Ende nicht zufrieden stellend , da das Spiel viel zu kurz ist. Man kommt vielleicht auf eine Stundenzahl von 9-12 oder sogar weniger. Nach dem Durchspielen war es dann auch schon mit der Motivation. Wer auf ein Solo Abenteuer keine Lust hat , kann das Spiel auch gerne zu zweit spielen. Dafür steht Euch der Multiplayer Modus zur Verfügung. Fans von BG sollten auf jedenfall zugreifen ! Eine Fortsetzung befindet sich derzeitig in der Entwicklung , leider ist noch unklar , ob diese auch für den GameCube erscheinen wird.Als großer Fan der Diablo- und Baldurs Gate-Reihe , der es bisweilen leider nie dazu geacht hat , auch nur einen dieser Titel wirklich durchzuspielen , kann einem Dark Alliance wie eine Offenbarung erscheinen. Nicht nur das neuartige Gameplay , welches nicht durch endlose Sidequests in die Unendlichkeit gezogen wird , kann überzeugen , sondern auch die gute Präsentation. Es geht recht schnell zur Sache und der Spieler wird ohne große Vorkenntnisse an die Waffen geacht. Leider muss man über das doch enttäuschende Ende hinwegsehen , ebenso über die Tatsache , dass der Nachfolger niemals für den GameCube erscheinen wird. Dennoch für jeden BG Fan ein Muss und für alle anderen die auf eine Abwechslung stehen sowieso.

Bewertung

Baldurs Gate - Dark Alliance gcn

0/10

 

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