Battlefield 1943
17:32 Uhr - Von 1942 nach Vietnam, in die Moderne und sogar in die Zukunft – Seit seinem Debüt vor etwa sieben Jahren ist Battlefield ein fester Bestandteil der Actionspieleszene und bisher hat die Mutter aller Multiplayer-Kriegsshooter auch in allen möglichen Settings, auf vielerlei Systemen eine sehr gute Figur gemacht. Nun möchte die Serie mit Battlefield 1943 auf Xbox 360, PC und PlayStation 3 den digitalen Distributionsmarkt erobern. Nach einigen Wochen Vorab-Testphase und stundenlangen Sessions mit der finalen Releaseversion können wir euch nun unser lang ersehntes Fazit zur Konsolenfassung liefern. Weniger Erfreulich ist im Vergleich dazu jedoch ein böser Extrakasten, den sich jeder Kaufwillige unbedingt ebenfalls durchlesen sollte!
Zurück in die Zukunft
Ja, im virtuellen 1942 hatte es angefangen und die große Battlefield-Zeitreise führt uns nun wieder in den WWII zurück. Zurück in die Zukunft, um genau zu sein, denn dieses mal finden wir uns im Kampf der U.S.-Marines gegen die Japaner etwa ein Jahr später wieder. Entsprechend erstrahlen die drei Standard-Maps Wake Island, Iwo Jima und Guadalcanal auch im klassischen Pazifik-Setting, dessen Stil wir aus dem ersten Teil von 2002 kennen. Dass DICE sich, trotz einer Begrenzung auf bis zu 24 Spieler, bei der Größe der mitgelieferten Karten nicht zurückgehalten haben, rührt selbstverständlich aus den gewohnt großzügig verteilten Fahr- Flug- und Schwimmgerätschaften. Fix düst man von Eroberungspunkt zu Eroberungspunkt oder verschanzt sich kurzerhand in einer der vielen praktischen Sniper- bzw. Geschützstellungen, wobei letztere einem dank der nebelfreien Weitsicht stets genug Futter fürs Fadenkreuz aufs Tablett stellen. Da man im obligatorischen Conquestmodus in allen Arealen der einzelnen Maps stets etwas zu verteidigen/einzunehmen hat, dort auch immer relativ flott hingelangt, kommt es praktisch nie zu den im Vorfeld angesichts der vergleichsweise geringen Spielerzahl befürchteten Leerlaufsituationen. Fast schon positiv fällt sogar auf, dass wirklich unübersichtliche Hektik in Battlefield 1943 nur in Extremsituationen aufkommt. Richtiges Massenkriegs-Feeling wie in vorhergegangenen Ausgaben und auch einigen Konkurrenzprodukten (Joint Operations, Frontlines,... demnächst wohl auch M.A.G.) bietet das Game so zwar nicht, die maximale Spielerzahl fühlt sich hier gameplaytechnisch aber vollkommen passend an. Und für "Mittendrin im Gefecht"-Atmosphäre sorgt dann trotz allem doch der donnernde Surround-Sound. Wenn Flugzeuge über den eigenen Kopf hinweg in Dogfights verwickelt sind, Panzergeschosse neben einem einschlagen oder man schlicht sein Gewehr abfeuert merkt man einfach, dass feinste Akkustik mindestens genau so wichtig wie tolle Grafik ist.
Trotz Frostbite nicht am Zittern
Zum zweiten Male nach dem stärker auf Singleplayer basierten Bad Company kommt hier in einem Battlefield-Game die eigentlich mit Fokus auf Konsolen entwickelte Frostbite-Engine zum Einsatz. Anders als es ihr Name vermuten lässt, hat sie im Falle der bisher releasten Konsolenversionen erneut eine durchweg flüssige Framerate bei schicker Optik zu bieten. Und das trotz beeindruckend kleiner Downloadgröße von ca. 560 MB. Die drei erwähnten Conquest-Karten warten mit jeweils unterschiedlichen Stimmungen vom hellen Strand bis hin zum bedrohlich düsteren Abendhimmel über Sandsackschützengräben auf und haben alle eine beschauliche Vegetation von Gras bis Südseebäumen zu bieten. Die Serien-Veteranen wohl keinesfalls unbekannten Karten-Remakes stechen ihre klassischen/betagten Vorlagen gekonnt mit zeitgemäßer "Next-Gen"-Optik aus und lassen nicht zuletzt aufgrund der hohen Weitsicht sowie flüssiger Darstellung keinen Zweifel daran, dass DICE aus dem Downloadformat (das selbst noch ins erweiterte XBLA-Größenlimit gequetscht wurde) wirklich alles technisch mögliche herausgeholt haben. Auch den direkten Konkurrenten Frontlines kann EAs Multiplayer-Zugpferd optisch mit Abstand schlagen. Momentan kann auf dem Gebiet wohl nur der Engine-Verwandte Bruder Bad Company Parolie bieten. Was uns zur wohl einzigen wesentlichen Neuerung des aktuellen Teils der Hauptserie führt, denn aus ihrer Konsolenpremiere hat sie zerstörbare Gebäude und "sterbliche" Bäume mitgebracht. Zwar kann man längst nicht so konsequent und physikbasiert um sich wüten wie im Abrissprimus Red Faction: Guerrilla und einige Objekte scheinen bei Raketenbeschuss bzw. Gegenfahren doch arg plump zu "zerplatzen", nichtsdestoweniger macht das Feature Panzerschlachten und Bomberangriffe sichtbar effektreicher als in vorhergegangenen, traditionellen Ausgaben der Reihe. Dass nicht jedes Gebäude dauerhaft Schutz bietet, kann von Situation zu Situation zudem auch mal den überlebenswichtigen Unterschied ausmachen.
Drei-Klassen-Gesellschaft
Was Battlefield gerade im Konkurrenzkampf mit Operation Flashpoint und anderen Serienvertretern stets zum Liebling der Massen machte, war der einfache Einstieg mit simplen Grundlagen. Es gibt in ihrer Funktion glasklar ersichtliche Klassen, man wählt eine davon aus und dann ab ins flotte, nicht zu realistisch gehaltene Kampfgeschehen. Im 1943er-Ableger gibt's einen Infanteristen mit halbautomatischer Waffe, Raketenwerfer und Schraubenschlüssel zum Reparieren von Fahrzeugen (oder zum Nahkämpfen für rustikale Naturen). Dann wäre da noch der Grenadier mit Gewehr, Granatenwerfer-Aufsatz sowie Buschmesser. Der flinke Scout hat eine Sniperwaffe im Anschlag und hält dazu 'ne Verlegenheitspistole und ein handliches Schwert parat. Alle drei haben sekundär explodierende Sprengsätze unterschiedlicher Art in der Tasche, so kann sich auch wirklich jeder irgendwie effektiv gegen jeden wehren. Da man aber im besten Falle eh von 'ner Spezialstation aus Luftschläge anfordert (dabei steuert man live den Kurs der unaufhörlich geradeaus düsenden Bomberstaffel und setzt persönlich den gezielten Abschusspunkt), in 'ner Propellermaschine Dogfights austrägt oder am Geschütz eines Jeeps für Fahrerdeckung sorgt, sollte man sich um die Wahl seiner bevorzugten Klasse keinen allzu großen Kopf machen. Erstaunlich viel einstecken tun sie alle, in der Hinsicht ist Battlefield 1943 fast schon als Funshooter zu bezeichnen, der alles in allem eine super Balance zwischen Spaß für Gelegenheitsspieler und Anspruch für regelrechte Freaks darstellt. Flugzeugfreunden seien noch zwei Dinge gesagt: 1. Die Flieger sind rasant und erfordern wie immer gute Fingerbalance, erwartet also keine Übermacht aus der Luft. 2. Die mysteriöse vierte Map des Spiels (siehe weiter unten) wird eure Lieblingskarte sein!
Pro und Contra
- + Vollpreis-Grafik...
- + Vollpreis-Sound...
- + Vollpreis-Spielspaß...
- + ... für $15!!!
- - Langzeitspaß stark von künftigen DLC-Maps abhängig
- - Server-Kapazitäten zum Launch sehr dürftig
- - Serienfans sollten keine Neuerungen erwarten
- - Nur Ränge und Orden als Aufstiegsmotivation
$15... und Schnauze!
Gewiss kann man als eingefleischter Battlefield-Fan mit PC-Wurzeln viele gute Gründe dafür finden, warum 1943 an sich eine Enttäuschung ist. Es bietet zum Start erst mal nur drei Remake-Maps, hat sich was Features angeht in vielerlei Hinsicht abgespeckt (kein Commander-Modus, keine freispielbare Ausrüstung, nur drei simple Klassen, nur noch 24 Spieler,...), erscheint für Computer sogar mit Verzögerung (voraussichtlich im September) und trumpft außer mit seinen optisch netten Zerstörungsspielereien nicht wirklich mit frischen Features auf. Na schön, das Gemecker ist jedoch mit einer simplen Zahl locker weggeblasen: $15! Gab es für diesen Preis schon mal ein professionell entwickeltes Multiplayer-Actionspiel mit zeitgemäßer Grafik, ganz allgemein Technik auf Vollpreisniveau und spaßigem Gameplay für Newbies genau so wie für Hardcorespieler? 560 MB hat wohl jeder Platz auf seiner Platte, ob nun PC-Gamer oder Konsolero. Mit seiner gemütlichen `Ich leg noch mal ein paar lockere Ründchen ein, muss ja keine Disc rauskramen`-Mentalität, dem nach wie vor höchst populären Franchisenamen und einer für ein Download-Budgetgame unvergleichlichen Grundqualität könnte sich Battlefield 1943 besonders im weniger konkurrenzbesiedelten Konsolenbereich zu einer Art Massenphänomen entwickeln, das auf lange Sicht mehr Überlebenspotenzial hat als die meisten Mehrspielermodi selbst gut verkaufter Vollpreisgames. Wer sich mit diesem bemerkenswerten Vorstoß in DLC-Gefielde nicht anfreunden kann, wird in mittelfristiger Zukunft bestimmt auch noch sein `wahres` Battlefield 3 von DICE bekommen. 1943 ist purstes Battlefield für jedermann und ein super Deal in Sachen Multiplayerspielspaß pro $ bzw. € bzw. MS Point. Sollten EA und DICE jetzt noch die zeitweise massiven Serverprobleme seit Launch (siehe Extrakasten unten) in den Griff kriegen und mit DLC-Maps nicht allzu lange auf sich warten lassen, ist die Investition ins hier gebotene Startpaket auch für die weitere Zukunft noch eine höchst lohnende Angelegenheit.
Warnung: Launchdebakel und anhaltende Server-Zicken
Wir haben Battlefield 1943 eine 9/10 gegeben, weil es als Spiel an sich gerade für den Preis eine wahre Granate geworden ist. Trotzdem wollen wir natürlich nicht unter den Teppich kehren, dass die Serversituation auch am ersten Tag nach Release über weite Strecken noch sehr enttäuschend ist. Viele Käufer finden oft über Stunden hinweg keine offenen Partien und in der Startphase kam es gar zu pausenlosen Laggs, die ein vernünftiges Spielen unmöglich machten. Das Laggproblem wurde mittlerweile behoben. Ist man einmal in einem Match drin, läuft Battlefield 1943 auch bei voller Spielerzahl mit flüssiger Verbindung. Da man nach Ende einer Session nicht ins Hauptmenü geworfen wird, ist nach einmal erfolgreichem Beitritt auch in den problembehafteteren Stoßzeiten stundenlanges Ballervergnügen ohne (übers Handelsübliche hinausgehende) Laggs möglich. Inzwischen haben EA und DICE eigenen Angaben zufolge ordentlich Server nachgelegt, was man speziell auf der Xbox 360 bereits im positiven Sinne zu spüren bekam. Wie es von offizieller Seite heißt, sollen die Kapazitäten in Kürze mindestens verdoppelt werden und die Entwickler haben die Freigabe erhalten, bis zum problemlosen Beitritt jedes einzelnen Käufers Server nachzurüsten. Wir gehen aufgrund der merkbaren Besserung seit 360-Launch gestern davon aus, dass EA und DICE dabei Wort halten. Sollte sich in dieser Hinsicht allerdings über einen längeren Zeitraum nichts tun, würden wir als Ausnahmefall im Nachhinein eine demonstrative Abwertung von Battlefield 1943 durführen. Vorsichtigen Naturen und allen die ganz sicher sein wollen, dass sie nach dem Kauf auch jederzeit gleich losspielen können, raten wir hiermit ausdrücklich dazu, die Entwicklung der kommenden Tage abzuwarten und speziell bei uns in den News sowie im Forum den Stand der Dinge mitzuverfolgen. Battlefield 1943 ist ein großartiges Downloadspiel geworden und mit etwas Geduld konnte man auch gestern sowie heute bereits viel Spaß mit dem Game haben, jedoch wäre die bisherige Situation auf Dauer so gewiss nicht akzeptabel. Wenn sich die erweiterten Serverparks von EA und DICE in unseren Augen ausreichend bewährt haben sollten, um allgemeine Entwarnung geben zu können, werden wir hier auch noch mal ein entsprechendes Info-Update einfügen.
UPDATE: Inzwischen scheinen die Server-Probleme behoben worden zu sein. Flüssiges Spielen ist bei handelsüblicher DSL-Verbindung genau so gegeben wie ein schneller Spielbeitritt alleine sowie in einer Gruppe.
PC-Spieler in Wartestellung
"Ihr seid wahrscheinlich enttäuscht, weil der PC-Release im September und nicht im Juni sein wird.", schrieb Gordon Van Dyke kürzlich im offiziellen Forum über die im Vergleich zu den Konsolenversionen stark verzögert erscheinende PC-Fassung von Battlefield 1943. "Es sollte euch aber froh stimmen, dass wir so die nötige Entwicklungszeit haben, eine aufpolierte PC-Version von Battlefield 1943 abzuliefern und nicht nur eine Konsolenportierung." Weiter erklärte er, man sei sehr bestrebt, den traditionellen Computer-Fans die "verdammt nochmal bestmögliche PC-Fassung" abzuliefern. "Dies wird das erste PC-Game aller Zeiten sein, welches die Frostbite-Engine nutzt. PCs sind eine offene Plattform, die zusätzlicher Features, Support und technischer Sorgfalt bedarf. Man kann ein Spiel für den PC nicht einfach rüberkopieren und rausbringen. Wir haben über diese Entscheidung wirklich eindringlich nachgedacht und auf lange Sicht gesehen ist es die richtige Entscheidung. Selbst wissend darum, dass wir dafür Kritik einstecken würden."
Vierte Map mit stolzem Preis: 43 Millionen!
Coral Sea klingt nach gemütlichem Tauchvergnügen, das vermutlich per Yacht am bequemsten zu erreichen ist. Tatsächlich müssen "Battlefield 1943"-Spieler plattformübergreifend zusammengerechnet 43 Millionen Kills anhäufen, ehe sie auf diesem gut fleischgepflasterten Wege die vierte Map des Multiplayershooters freigeschaltet bekommen. Dabei handelt es sich um das kreative Produkt eines einzelnen DICE-Levelbastlers, das ursprünglich gar nicht fürs fertige Spiel vorgesehen war, aufgrund seiner Originalität dann aber doch seinen Weg hineingefunden hat. Die Karte löst sich komplett vom Conquestmodus und wird ausschließlich mit Flugzeugen bestritten. Jeder Spieler schwingt sich also in eine der unzähligen bereitstehenden Maschinen und versucht in nichts anderem als Dogfights sein Glück, womit am Himmel die Hölle toben dürfte. Die ein oder andere provokant zum Durchfliegen geformte Felsformation lädt Luft-Asse dabei zum waghalsigen Stuntfliegen ein.
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Kommentare (21)
Croe
Saibot
LookMyBullet
Aber das mit den servern is fast weg.
Hab den ganzen tag problemfrei gezokkt...Bin auch ab und an mal aus dem Game raus und bisher immer wieder nach wenigen versuchen reingekommen.
Daniel Pook
Andere User berichteten auch heute noch von massiven Problemen. Warten wir erst mal ein bis zwei Tage ab, dann kann man immer noch endgültige Entwarnung geben. Speziell da die PS3 User jetzt langsam erst richtig dazu kommen. Aber ich bin allgemein auch guter Dinge, dass es fix was wird.
Milkman
Ähmm aber ich hab noch ne frage. Weis einer wieviel dann eine Map kosten soll? oder wirds in einem Paket rauskommen? wenn ja wieviel kostet dann das Paket? :/
HLecter
.krüse
HLecter
Daniel Pook
Ich gehe mal davon aus, dass es zumindest alles über den EA-Serverpark läuft. Aber genau weiß ich es auch nicht. Vielleicht hat das auch keine Auswirkungen, klingt auch wieder logischer, bei genauem Nachdenken. :)
@Milkman
Ist alles noch nicht bekannt. :) Im Grunde wurden bisher nicht mal wirklich DLC-Maps angekündigt, obwohl die mehr als sicher kommen werden.
Milkman