Battlefield: Bad Company 2
15:00 Uhr - Die Liste der Filme mit dem Namen "Bad Company" umfasst einen ganzen Haufen verschiedener Einträge von Edward H. Griffith' Werk aus dem Jahre 1925 bis zur Bruckheimer-Produktion von Joel Schumacher, welche die Kinos 2002 um das Duo Hopkins/Rock bereicherte. Die gleichnamige Battlefield-"Spin Off"-Serie ist zahlenmäßig noch nicht ganz so weit, dafür darf sie sich bei uns Gamern aber gewiss schon mit Teil zwei eine viel größere Popularität ausrechnen als ihre filmischen Namensvettern. Und das dank eines furiosen Multiplayerparts auch absolut zu Recht, obwohl der ebenso gespannt erwartete Singleplayermodus in Teilen überraschende Enttäuschungen bereithält.
Die Freiheit verloren, den Humor aber nicht
Kein Körper-Hopping, keine Anonymität, in Battlefield: Bad Company 2 schlüpft ihr wieder in Knochen, Fleisch und Blut von Soldat Preston Marlowe, den ihr schon aus dem ersten Teil der Reihe kennen solltet. Auch die restliche gute, alte B Company ist wieder mit dabei, wenn es auf heftig umkämpften Schlachtfeldern darum geht,... den nächsten Kontrollpunkt zu erreichen. Schluss ist's nämlich mit offenen Sandboxlevels und frei abklapperbaren Missionszielen, denn DICE haben im Sequel ihr eigenes Singleplayerkonzept mit der verlockenden Schlauchlevelstruktur eines Modern Warfares betrogen. Selbst wenn die von unverschämt grenzenloser Weitsicht geküssten Areale von Bad Company 2 nach jeder Menge Lauf- und Fahrfreiheit schreien, wird man oft sogar schon beim minimalen Verlassen einer Straße oder eines Weges mit einem 10-Sekunden-Countdown dazu aufgefordert, doch bitte wieder auf den Besucherpfad der Jahrmarktsattraktion zurückzukehren. Auch die meisten Fahrzeugeinlagen sind zu nichts weiter als komplett gescriptetem Abfahren eingleisiger Schienenstrecken geworden, wobei man in der Kampagne meistens ohnehin nur an einem Geschütz platznehmen darf und Hubschrauberfliegen am Steuer sowieso nicht drin ist. Zu Beginn des letzten Drittels der Kampagne von Bad Company 2 gibt es ein einziges Level, das wieder weitesgehend dem traditionellen Sandboxkonzept des Vorgängers entspricht, tatsächlich mehrere wahlweise ansteuerbare Missionspunkte aufbietet und sogar die freie Fahrt durch eine optisch als absolutes Highlight zu vermerkende Felswüste erlaubt. Zu diesem Zeitpunkt im Spiel dachte ich auch noch "Na endlich, JETZT geht's richtig los, warum nicht gleich so?". Nur um danach feststellen zu müssen, dass es sich dabei tatsächlich um das einzige Einsatzgebiet mit der Freiheit und irgendwie auch individuellen Spielweise handelt, die ich im Kriegsshootergenre so nur aus dem Vorgänger und Frontlines: Fuels of War kenne. Diesen Punkt so ausführlich erwähnt, muss ich jetzt aber gleich auch die Entwarnung nachliefern, dass Bad Company 2 auch im "Modern Warfare"-Korsett jede Menge Spaß macht. Und das auch wieder im wahrsten Sinne des Wortes, denn entgegen aller Behauptungen in der Vorberichterstattung liefern die Hauptdarsteller des Spiels wieder jede Menge amüsante One-Liner und gelungene Situationskomik ab. Bemerkenswert ist dabei der Spagat zwischen bedrohlichem Kriegssetting und einer Art von Humor, der die Protagonisten eben gerade vor diesem Hintergrund richtig menscheln lässt, ohne sie lächerlich oder comicartig wirken zu lassen. In zahlreichen ständig während der Missionen eingestreuten Cutscenes in vorgerenderter Ingame-Engine, schafft es eine im Vergleich zum Vorgänger noch mal weitaus besser abgestimmte Mischung aus referenznahe authentisch wirkenden Gesichtsanimationen, nicht zu aufgesetzt wirkenden emotionalen Momenten und eben der immer präsenten Komik-Ebene, ein starkes Gefühl von liebenswerter Kameradschaft im Stile einer verrückten Clique aufkommen zu lassen. Kleine Gespräche im laufenden Spielgeschehen festigen diesen Eindruck weiter und so zählt Bad Company auch mit dem zweiten Teil wieder zu der Art von viel zu seltenem Videospiel, in welchem einem die NPC-Kollegen auf dem Bildschirm tatsächlich als charaktervolle Figuren ans Herz wachsen.
Call of Bad Company
In einem aufs Äußerste angeschwollenen Disput zwischen den USA und Russland findet sich die B Company in ihrem zweiten Spiele-Einsatz nicht mehr nur als Gold-Jagende Söldnertruppe, sondern gleich als wichtige Einheit in einem bedrohlichen Großkonflikt wieder. Die Marschroute führt uns nach einer einzelnen Prequel-Story-Mission im WWII, welche mit die atmosphärischsten Momente des ganzen Spiels zu bieten hat, in den südamerikanischen Dschungel, eisige Teile Russlands und weites Wüstenland. Die Story rund um eine kriegsentscheidende Massenvernichtungswaffe, die auch direkt aus allen möglichen Superhelden-Comic-Universen hätte stammen können, ist zwar ähnlich überdreht wie die aus Modern Warfare 2, dank ihrer Hauptdarsteller allerdings viel sympathischer erzählt. Selbst wenn der einzige große Storytwist, nicht zuletzt in zahlreichen Videospielen mit Militärthematik der vergangenen Jahre, dermaßen überstrapaziert wurde, dass man ihn schon zu Anfang der Handlung mit 100%iger Sicherheit vorherzusehen weiß, hat man aufgrund des funktionierenden menschlichen Bezuges zu seinen Kumpanen nie das Gefühl, einen doofen Plot vorgesetzt zu bekommen. Und das alles fällt einem jetzt sogar noch viel leichter, da die B Company zwischen den beiden Serienteilen offenbar noch ein paar Ehrenründchen in der Militärschule gedreht hat. Die Freund-K.I. als "ineffektiv" zu bezeichnen, war in unserem damaligen Test von Bad Company 1 noch höchst schmeichelhaft. Mit richtigem Zug suchten die computergesteuerten Kameraden im Erstling gezielt die Nähe von Geschossen und Explosionen, während sie selber nur dürftige Geberqualitäten unter Beweis stellten. Inzwischen hat man aber endlich den Eindruck, jeder Soldat auf dem Schlachtfeld habe mindestens das kleine Einmaleins des Deckung-Beziehens erlernt und wenn man sich als weiser Feigling stets am hintersten Ende der Map verkauert, löst die Treffsicherheit der eigenen Mannschaftskameraden sogar viele der Scharmützel im Spiel von ganz alleine. Wobei die Verbündeten natürlich nie komplett selbstständig ein ganzes Level ausräuchern, denn zum Voranschreiten wollen vom Spieler stetig Triggerpunkte erreicht werden und so kann man sich der Action von Bad Company 2 dann selbst als total feiger Shooterspieler nicht gänzlich verwähren.
In der durchgescripteten Natur des Spiels ist allerdings auch eine Schwäche auszumachen, denn mit dem Verrat an der individuellen Herangehensweise mit großen Sandboxkarten, welche das erste Bad Company zu bieten hatte, tritt das Sequel den schonungslosen Direktvergleich mit dem Blockbuster-Dauer-Giant-Setpieces-Overkill-Bombast-HASTDUNOCHNIEGESEHEN-Spektakel Modern Warfare 2 an und... zieht deutlich den Kürzeren. In Bad Company 2 gibt es zwar an keiner einzigen Stelle respawnende Klonarmeen und DICEs neuer Titel sieht im Solomodus auch durchgehend wie ein extrem gut gepolishter Edelshooter aus, es mangelt dem Spiel für einen eng abgesteckten Schlauchlevelshooter jedoch an wirklich erinnerungswürdigen Momenten wie sie ein Call of Duty serienübergreifend an jeder zweiten Ecke zu bieten hat. Schöne Ausblicke reichen mir in dieser Hinsicht nicht aus, denn von denen habe ich bloß in den ersten Minuten nach Levelstart etwas, während ich mich später nur noch aufs Ballergeschehen konzentriere. Doch auch diesbezüglich muss ich sage: Es macht viel Laune, geht super von der Hand und ist effektreich in Szene gesetzt, verfließt leider aber von Stunde zu Stunde mehr in einer Art Beliebigkeit auf hohem Niveau. Die Schießereien laufen vom Feeling her oftmals ziemlich identisch ab und sind gleichzeitig selbst auf "schwer" nicht herausfordernd genug, um in mir richtige Spannung zu erwecken. Und wenn ich dann doch mal gestorben bin, hat sich der Neustart vom letzten Kontrollpunkt aus nicht anders angefühlt als hätte ich ohne Ableben weitergespielt. Schlicht deswegen, weil die meisten Fights innerhalb eines Kapitels von Bad Company 2 total austauschbar wirken. Einzelne Abschnitte, in denen man z.B. regelmäßig ein Haus oder eine Feuerstelle aufsuchen muss, um nicht zu erfrieren oder im Schutze des Donners bei einem Gewitter den fiesen Scharfschützen spielen soll, erfüllen zwar ihren Zweck als Auflockerungen für Zwischendurch, gleichzeitig wirken sie jedoch wie die kleinen Brüder viel packender inszenierter Szenen, die ich bereits in anderen First-Person-Shootern erleben durfte. Und sie sind viel zu kurz, so wie auch die spärlich gesähten Fahrzeugeinlagen, welche auch optisch zu den fantastischsten Momenten des insgesamt sehr guten, aber bei weitem nicht außergewöhnlichen Soloparts gehören. Der dazu nur moderat lang ausfällt und mich sogar auf höchster Schwierigkeitsstufe in nur knapp sechs Stunden zu den Credits geführt hat.
Immer noch frostbissig
Was man im ersten Bad Company hinsichtlich Gebäudeschäden zu sehen bekam, sollte eigentlich ab Release des zweiten Teils bloß noch als eine Art Alpha-Test der eigentlichen Enginefähigkeiten in unser aller Erinnerung zurückbleiben. Vorgestanzte Lochschablonen und trotz üblem Bombardement hartnäckig in der Umgebung weilende Großgerüste sollten dann nämlich laut DICE eigentlich der Vergangenheit angehören. Das sehr durchsichtige Pappmachémuster weicht im Sequel jedoch keinesfalls so richtig konsequent einstampfbaren Kulissen, samt gänzlich wegbrechender Wände und zu Boden stürzender Dächer. All das gibt es bei einzelnen Gebäuden zu sehen, die schwerpunktmäßig in den Geschütz- bzw. Fahrzeugpassagen an prominenten Stellen plaziert wurden. Der Großteil der Bauten und sogar viele markantere Bäume in den Levels von Bad Company 2 sind jedoch entweder nur an bestimmten Stellen demolierbar oder gar mit einem kompletten Unsterblichkeitsmodus ausgestattet. Sehr gewundert hat mich das im Falle von gestapelten Baumstämmen, bei denen ich mir im ersten Moment vollkommen sicher war, dass ich sie per Explosion taktisch im Ewok-Style gegen meine Widersacher einetzen könnte. Niente! Womit ich die Zerstörungs-Engine des Spiels keinesfalls schlechtreden möchte, denn Schuttpartikel und herumfliegende Ziegelsteine bei einer derart hohen Abrissmöglichkeit bietet aktuell kein anderes Multiplattform-Actiongame (...abgesehen von Red Faction: Guerrilla). Und dann noch so verdammt hübsch präsentiert, das man kaum eine Möglichkeit auslassen mag, wenn man dann doch mal wieder ein ganzes Dach auf Kollisionskurs mit Feindesköpfen und dem Fußboden schicken kann. Ob vegetationsreiche Settings wie der erwähnte Dschungel, die von der Serie gewohnten Schneelandschaften oder auch mal Wüstengebiete bei gleißendem Sonnenschein, DICEs Grafikmotor ist in Bad Company 2 wirklich jede Witterung recht. Mehr Augenmerk liegt dabei dieses Mal auf epischen Schauwerten wie Riesenbergen und ganzen Städten im fernen Hintergrund oder heftig wütender Flakballerei mit Helikoptern am Himmel. Das in Bad Company 1 zuweilen aufgekommene Gefühl einer sterilen Welt wird gänzlich ausgemerzt und so ist es nur ziemlich schade, dass man dieses Mal kaum auf Naturwanderschaft abseits vorgegebener Pfade gehen bzw. fahren darf. Dazu hat es mich persönlich etwas gestört, dass erwähntes Südamerika-Urwaldsetting in der Kampagne so überpräsent ist. Auch wenn sich Bad Company 2s Optik gerade angesichts der unbeschränkten Weitsicht, feinster Lichteffekte und grandioser Gesichtsanimationen immer mal wieder kurzzeitig annähernd auf "Uncharted 2"-Niveau bewegen kann, so zieht es im Detail betrachtet auch gegenüber dem Konkurrenten aus dem Hause Infinity Ward deutlich den Kürzeren. Häuser sind grundsätzlich gähnend leer, so wie man es aus dem Vorgänger kennt. Baumgruppen und Pflanzen schauen durch ihr großzahliges Aufkommen zusammen toll aus, machen genauer betrachtet allerdings nicht nur im fernen Hintergrund einen leicht ernüchternden Eindruck (das berühmte Halo-Syndrom).
Womit ich die tolle Engine und die größtenteils atemberaubende Levelgestaltung von DICE auf keinen Fall für etwas schlechtreden möchte, das abgesehen von Crysis und Far Cry 2 so gut wie jedes Videospiel mit Naturlandschaften als kleinen Makel an sich haften hat. Worauf ich eigentlich hinaus möchte ist, dass ich ausgerechnet in der meiner Meinung nach visuell nahezu perfekt rendergrafik-like dargebotenen Wüstengegend gefühlt am wenigsten Kampagnenzeit verbracht habe, das von der Gesamtkomposition her ebenfalls auf technisch höchstem Niveau dargebotene Schneelevel auch ein wenig zu kurz kam, ich mich in den bemühten aber eben nicht ganz komplett auf dieser Begeisterungsebene mitspielenden Waldgebieten dafür so verhältnismäßig lange rumtreiben musste. Was sich wie Gemecker anhört, ist im Prinzip jedoch nicht mehr als ein Kompliment an die "Bad Company 2"-Level, welche die komplette Stärke der Frostbite-Engine mit allen Filtern, Beleuchtungstricks, der Weitsicht und technischen Ausgefeiltheit (minimales, seltenes Nachzeichnen von Details, kaum wahrnehmbares Tearing in manchen Cutscenes, ansonsten butterweich geschmeidig mit tadellos hoher Framerate) in sich vereinen und so das Bedürfnis in mir geweckt haben, die ganze Kampagne mit diesem höchsten Maß des Grafikgenusses erleben zu wollen. Dabei vergisst man halt schnell mal, dass die Landschaften von Bad Company 2 zu jeder Sekunde zur Genrespitze gehören und sich auch in den schwächeren Momenten vom Gesamtbild her vor kaum einem Spitzentitel verstecken müssen. Dass der fast gar nicht von Musik begleitete Sound ohnehin in einer ganz eigenen Lige spielt, können "Bad Company 1"-Spieler angesichts der Soundleistung des ersten Teils eigentlich gar nicht anders erwartet haben. Das bei der "Spin-Off"-Premiere von DICE branchenweit überhaupt zum allerersten mal verwendete HDR-Audiosystem, welches den Klang der einzelnen Geräusche nicht nur an die Begebenheiten der jeweiligen Location, sondern auch an die sonstigen gerade eingesetzten Sounds bzw. Stimmen anpasst und damit über die individuellen Files hinaus für eine realistische Audiokulisse sorgt, drückt sich im Sequel natürlich nicht vorm Dienst. So schafft die Audiokulisse des Spiels sogar über handelsübliche TV-Lautsprecher eine wahnsinnig echt wirkende Atmosphäre, die wahlweise von gelungenen deutschen oder auch noch viel mehr gelungenen Originalsynchronsprechern unterstützt wird.
Ein Name wie ein Versprechen
BATTLEFIELD - Ob Ballerfan oder nicht, dieser Name trägt für jeden Zocker mit nur einem Hauch von Kenntnis über die Geschichte der Videospiele ein großes Versprechen in sich, das bisher auch stets erfüllt wurde: Multiplayerfreude auf großen Maps, mit Fahrzeugen zu Land, Luft und Wasser. Auf diesem Gebiet macht sich das Franchise mit Bad Company 2 eigentlich nur selbst Konkurrenz, denn die relativ günstige Downloadausgabe Battlefield 1943 liefert die Spaß-Essenz der Serie aktuell bereits in schicker Optik für PC, PlayStation 3 und Xbox 360. Obwohl Bad Company 2 ebenfalls alle Merkmale und Stärken von Battlefield besitzt, kann es hervorragend parallel zum 1943er-Spross existieren und dabei ein ganz eigenes Spielgefühl aufkommen lassen. Die noch viel weiter aufgemotzte und ausgereizte Frostbite Engine mit allen Zerstörungsfeatures und deren taktischen Möglichkeiten ganz beiseite geschoben, trumpft Bad Company 2 auch mit spannenden Spielmodi-Abwandlungen auf. Eine Weiterentwicklung des aus Teil eins bekannten "Gold Rush"-Modes ("Squad Rush") lässt zum Beispiel zwei Teams mit jeweils vier Spielern abwechselnd in die Angreifer- bzw. Verteidiger-Rolle schlüpfen, wobei es zwei unterschiedliche Orte der Map zu erobern/beschützen gilt. Schnell, adrenalintreibend, mit kleinen Squads,... und trotzdem noch Battlefield durch und durch. Bad Company vergisst nämlich nicht, dass bei aller Macht der 15 nutzbaren Fahrzeuge auch jeder einzelne frei herumlaufende Fußsoldat noch die Chance hat, eine tragende Rolle im Gefecht zu spielen. Und das muss nicht immer nur der Scharfschütze sein, der vom höchsten Berg aus einen ganzen Kartenabschnitt sauber hält, sondern es kann sich dabei eben auch um den Ingenieur handeln, der ein kurz vor der Explosion stehendes Kettenungetüm repariert... wahlweise aber auch mit seiner Bazooka für den finalen Todesstoß beim feindlichen Panzer sorgt. Wer seine Ausrüstung gerne an den individuellen Spielstil anpassen möchte, stellt sich über die vier Standard-Charakterklassen (Sanitäter, Sturmsoldat, Aufklärer und Ingenieur) hinaus bis zu 15 000 unterschiedliche Gepäckvariationen aus einer Kiste voll mit 15 Zusatzgeräten und 46 Waffen zusammen, welche wiederum noch mal 200 verschiedene Anpassungsmöglichkeiten bereithalten. 13 Charakterspezialisierungen sorgen weiter für Individualität. Eine Fülle an Orden, Abzeichen und Sternen wollen zusammen mit 50 verschiedenen Rangstufen für Langszeitmotivation garantieren.
Mehr Zahlen gefällig? Am PC treten auf den acht zum Start gebotenen Karten online bis zu 32 Spieler gegeneinander an, auf den Konsolen sind es leider nur bis zu 24. Ungeachtet dessen, welches System man vorzieht, spielt man optional übrigens auch mit der "Hardcore"-Einstellung, die das HUD ausblendet, alle Waffen deutlich stärker macht und selbstredend auch das normalerweise abgeschaltete Friendly-Fire zulässt. Es mag manch einen Serienfan zwar ärgern, dass es in Bad Company 2 keinerlei vom Spieler steuerbaren Flugzeuge (nur mit mehreren Leuten besetzbare Helikopter) gibt und man sich auch nicht mit überwältigend großen Riesenheeren bekriegen darf, einmal im Geschehen wird man aber trotzdem sofort wieder vom alten Suchtfeeling gepackt, das durch die tolle Mischung aus Team-Zielvorgaben und gleichzeitig hoch bleibendem Spieltempo zustande kommt. Man fühlt sich nie genötigt, unbedingt eine bestimmte Rolle auf dem Schlachtfeld zu erfüllen, auch wenn man sich nach Wahl gerne im Squad absprechen darf und trotzdem dient man aus der Spontanität des Geschehens heraus immer dem Team. So ist die Mechanik von Bad Company ausgelegt und entsprechend viel Spaß macht es selbst dann, wenn man als Quereinsteiger ohne Erfahrung auf 'nen Server hüpft. Wenn sich gerade mal wieder alle Spieler eines vollen Servers an einem Knotenpunkt auf einer der weitläufigen, optisch genau wie von der Achitektur her klasse designten Karten treffen und plötzlich ein großer Kampfhubschrauber flammend vom Himmel kracht, dabei ein halbes Gebäude einreißt und sowieso überall etwas explodiert, weiß man, dass man ein Battlefield-Game zockt. Dieses sowieso schon unverwechselbare Spielerlebnis wird von Bad Company 2 mit einigen Feinheiten in der Spielmechanik noch einmal weiter so sehr individualisiert, dass es selbst innerhalb des Franchises seine ganz eigene Position beziehen kann. Mit diesem Freigeist, dessen Resultat eine Langzeitspielspaßgranate mit feinster Grafik und über jeden Zweifel erhabenem Sound darstellt, schafft der Multiplayerpart von Bad Company 2 genau das, was die Solo-Kampagne in meinen Augen mit ihrer zu starken Orientierung am Kollegen Modern Warfare verfehlt hat. Und das bei einem absolut flüssig laufenden Netcode, mit superflotter Spielervermittlung und nützlichen Komfortfunktionen zum gemeinsamen Spielen mit Usern aus der Freundesliste.
Pro und Contra
- + Unglaublicher Weitblick auf schicke Riesenmaps
- + Sandbox-Wüste wahres Solo-Highlight
- + Viele Fahrzeuge, spektakuläre Scriptfahrten
- + Sympathisch menschelnde B-Company
- + Brilliant vorgerenderte Cutscenes
- + Verbesserte K.I. nicht zu dumm, nicht zu klug
- + Zerstörungsfeature jetzt noch effektreicher
- + Drei Settings, alle in der Weite atemberaubend
- + Läuft immer flüssig und grafisch extrem sauber
- + HDR-Audiosystem für authentischen Sound
- + BATTLEFIELD - Beim Multiplayer stimmt alles
- - Im Solomodus nur auf engen Pfaden zu genießen
- - Lahmere Waldgebiete zu omnipräsent
- - Keine steuerbaren Flugzeuge, nur Helis
- - Story weiß kaum zu packen
- - Ingame kaum richtig intensive Szenen
- - Kampagne nicht fordernd, starkes Auto-Aim
- - Jedoch wieder viele nicht demolierbare Levelteile
- - Aus der Nähe wenig liebevoll: Häuser z.B. stets leer
Two-Face mit zwei hübschen Gesichtshälften
Der Solopart von Bad Company 2 ist insgesamt sehr gut gelungen und selbst Leute, die sich das neue Battlefield tatsächlich in erster Linie wegen der Kampagne zulegen, werden für ihr Geld sechs bis sieben Stunden hochwertig präsentierte FPS-Action ohne grobe Schnitzer und mit einer ziemlich sympathischen NPC-Truppe geboten bekommen. Wer angesichts des von DICE eingeschlagenen Konfrontationskurses, mit Schlauchlevelstruktur und einigen fast 1:1 aus der Konkurrenzserie kopierten Atmosphäremomenten, allerdings damit gerechnet hatte, dass Bad Company 2 der `Call of Duty`-Serie in Sachen Intensität und begeisternder Einzelmomente die Stirn bieten könnte, wird doch sehr enttäuscht sein. Nach Abschluss des Storymodes sind vielleicht ein bis zwei halbwegs erinnerungswürdige Szenen in meinem Gedächtnis hängen geblieben, die ich allerdings schon mal viel packender in anderen Spielen erlebt habe. Und auch wenn ich die menschelnden `Bad Company`-Hauptdarsteller für die gelungene Bindung lobe, die ich wirklich zu ihnen aufbauen konnte, so erreicht diese Komponente dank einer ausgelutschten B-Movie-Story nicht so richtig die Ebene, welche die Kampagne von Bad Company 2 zu etwas wirklich besonderem hätte machen können. Während EA und DICE es also auf dem Solo-Territorium verfehlt haben, dem bombastisch von Mega-Setpiece zur nächsten Ingame-Atombombenexplosion hetztenden Modern Warfare 2 eine Paroli zu biegen, übertrumpfen sie Infinity Wards Blockbuster mit dem Multiplayerpart zumindest in Teilen.
Dass auf dem PC alle gängigen Features wie z.B. auch Dedicated Server geboten werden, ist natürlich ein großer Vorteil auf Seiten des neuen Battlefields. Dazu schafft es Bad Company 2 auch, mit Fahrzeugen, wunderschönen Riesenmaps sowie einer gelungenen Balance aus Team-Spielzielen und trotzdem bestehender `Macht des Einzelnen`, das individuelle Onlinefeeling eines waschechten Battlefields aufzubauen, welches momentan für alle Spieler erste Wahl sein sollte, die von verbissenem Stats-Jagen, Maps-Studieren, Exploiten, Glitchen und Skillgamen der meisten Genrekonkurrenten genug haben. In kaum einem anderen Multiplayershooter kann man so unbeschwert drauf los spielen und doch durchaus ambitioniert an die Matches herangehen, ohne auf jeder Map DIE eine Ecke kennen zu müssen, von der aus man als Headshotmaster mühelos jede Partie für sich entscheidet. Battlefield ist kontrolliertes Chaos, das gar nicht erst die Gefahr für solch festgefahrene Freak-Aktionen bietet. Und weil das in Bad Company 2 wieder so herrlich spaßig funktioniert, hat sich das Spiel seine 9 von 10 - trotz eher mit dem Gütesiegel 8 von 10 eingestufter Solokampagne - mehr als redlich verdient. Zum Ende hin noch eine Entwarnung für alle Konsolengamer, die Battlefield 1943 direkt nach Release spielen wollten und dabei tagelang mit den EA-Servern zu kämpfen hatten: Auch ein paar Tage nach offizieller Veröffentlichung von Bad Company 2 lief das Spiel bei uns online durchweg sehr flüssig und auch die Spielervermittlung hat sich auf unseren Konsolen noch keine Aussetzer in Form langer Wartezeiten geleistet.
Die Limited Vorbesteller Edition
Wer Battlefield: Bad Company 2 als Limited Edition (z.B. direkt bei EA oder auch bei Amazon) vorbestellt, erhält praktisch zum Standardpreis eine Menge Extrafeatures dazu, die allen anderen Käufern zumindest für einen begrenzten Zeitraum lang nicht zur Verfügung stehen. Darunter die folgenden Inhalte:
4 freischaltbare Features für Militärfahrzeuge
- Verbesserte Fahrzeugpanzerung – Ein Panzerungspaket für alle Fahrzeugtypen, das den durch Sprengstoffe oder panzerbrechende Sprengköpfe zugefügten Schaden verringert und so die Überlebenswahrscheinlichkeit des jeweiligen Fahrzeugs immens erhöht.
- Wechselfeuer für Fahrzeuge – Zusätzliche Waffenpakete für Fahrer aller gepanzerten Fahrzeuge erhöhen die Auswahl an Zielen, die das Fahrzeug angreifen und zerstören kann.
- Bewegungssensor für Fahrzeuge – Verbesserter Sensor zur Lokalisierung von gegnerischen Einheiten in direkter Umgebung des Fahrzeugs.
- Pistole mit Peilsendern – Die magnetischen Pfeile dieser Pistole werden per Druckluft verschossen und heften sich an die Oberfläche jedes Fahrzeugs, sodass dieses von Raketen Verbündeter angepeilt und auch bewegliche Ziele außerhalb der Sichtweite erfasst werden können.
2 klassische Battlefield 1943-Waffen
- M1A1 Maschinenpistole – Die M1A1 war aufgrund ihrer Feuerrate und Mannstoppwirkung die bevorzugte Waffe von Fallschirmspringern und Kommandoeinheiten während des zweiten Weltkriegs. Auch heute wird sie noch oft von paramilitärischen Einheiten eingesetzt. Diese klassische Waffe ist zwar schwer, aber verlässlich und in der Hand eines Battlefield-Veterans nach wie vor eine überzeugende Waffe.
- M1911 Pistole – Die M1911 wurde 1911 in der US Army eingeführt und war bereits im ersten und zweiten Weltkrieg sowie im Korea- und Vietnamkrieg im Dauereinsatz. Überarbeitete Versionen der M1911 sind aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und der Durchschlagskraft der schweren .45-Kaliber-Projektile nach wie vor die bevorzugte Waffe von Einheiten für Spezialoperationen.
Dedicated Server und Partychat
"Dedicated Server FTW. Was auch immer für ein besseres Online-Erlebnis sorgt, ist für uns eine Selbstverständlichkeit.", mit diesen Worten meldete sich Executive Producer Troedsson von DICE zu Worte, als die Beschwerdewellen bezüglich fehlender "Dedicated Server"-Funktionen bei Call of Duty: Modern Warfare 2 ihre höchsten Wellen schlugen. Und es wurde ein paar Tage später sogar noch mal aus dem Munde von Gordon Van Dyke nachgelegt: "Zuletzt hat sich eine Menge Unruhe zum Thema Dedicated Server im Internet breit gemacht. Seit Battlefield 1942 hat DICE Dedicated Server auf allen Plattformen eingesetzt. Diese Formel hat immer gute Dienste geleistet und arbeitet noch immer hervorragend, sowohl für uns als auch die Gaming Community. Wir haben uns immer an diese Methode gehalten und werden diese Tradition auch bei unserem kommenden Titel, Battlefield: Bad Company 2, aufrecht erhalten." - Dass Bad Company 2 auf keiner seiner Plattformen Partychats mit mehreren Leuten über die eigentliche Session hinaus unterbindet, sollte nun also niemanden mehr überraschen.
"Day One Map Pack" per DLC-Code
"Wer sich gleich am ersten Tag das eingeschweißte Originalspiel kauft, kriegt sofort Sachen zum herunterladen!" - Diesen Leitsatz hat sich EA neuerdings hinter die Löffel geschrieben und so darf man sich in Bad Company 2 auch bereits am Veröffentlichungstag über ein DLC-Kartenpaket mit den beiden Maps Nelson Bay und Laguna Alta freuen. Wer sich das neue Battlefield später gebraucht besorgt, wird bekanntlich 14€ bzw. 1200 MS Points Freischaltungsgebühr blechen müssen, um Download-Inhalte allgemein nutzen zu können. Dass sich der (für Käufer eingeschweißter Originale aus dem Handel kostenlose) Beitritt wahrscheinlich lohnen wird, zeigt ein im Ingameshop einsehbarer Terminkalender, welcher bereits eine Fülle noch nicht enthüllter DLCs für die nahe Zukunft vermerkt hat.
Bad Company 2: PC-exklusive Features im Video
Von einer ursprünglich nur für Konsolen gestarteten Multiplattformserie mag man es im ersten Moment nicht erwarten, aber die PC-Version von Bad Company 2 hat doch tatsächlich einige exklusive Features nur für Computerspieler zu bieten. Zwar beschränken sich die Funktionen auf spezialisierte Interfaces und eher Multiplayer-relevante Extras wie besser integrierte Freundeslisten, trotzdem ist hier vielleicht auch ein Hauch der Tatsache zu spüren, dass die Battlefield-Wurzeln eben doch im PC-Bereich liegen.
Trotz brennender Soldaten: Uncut und ab 18
Wie nicht zuletzt auf der Verpackung von Battlefield: Bad Company 2 zu lesen ist, hat der Titel bei uns in Deutschland eine USK-Freigabe "ab 18" erhalten und ist dabei trotzdem zu "100% Uncut" geblieben. Das Spiel ist größtenteils ohnehin nicht unbedingt als blutig oder übertrieben brutal zu bezeichnen, einzig Momente mit brennenden Feindsoldaten zeigen einen verhältnismäßig hohen Härtegrad der Szenen auf dem Bildschirm. Der Effekt wird jedoch in keinem Moment überstrapaziert eingesetzt und hat es damit folgerichtig auch in unserer Region unverändert durch die Altersfreigabe geschafft.
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Kommentare (32)
MaxSchmerz
bikvik
Zort85
Die Kampagne ist keine Offenbarung, aber der Multiplayer ist einfach eine Spaßgranate.
Daniel Pook
steffen6i
highdef
Maze
toul81
Zort85
Spratz
Hab das SPiel auch bereits seit 2 Tagen und es macht Spaß wie sonstwas :)