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Battlefield: Bad Company

Mittwoch, 09. Juli 2008
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11:05 Uhr - Bereits mit Modern Combat versuchte EA, sein Battlefield Franchise auf Konsolen populär zu machen. Das Game war nicht schlecht, schaffte es allerdings nie wirklich so einen Impact zu hinterlassen wie Halo, Gears of War oder inzwischen auch Call of Duty. Vielleicht war das Hauptproblem ja, dass man sich als Konsolero auf den Schlachtfeldern eher wie in einer Battlefield 2 Light Version vorkam? Dieser Depression wollen DICE nun mit einem komplett eigens für Konsolen entwickelten Serienteil entgegenwirken, der mit einem individuellen Gesicht, sowie einigen neuartigen Features für Begeisterung sorgen soll.

Könige ja, aber keine Heiligen

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Um sich innerhalb des Battlefield Franchises abzuheben, aucht man die Schlachten nicht unbedingt ins Jahre 2142 zu verlagern. DICE haben sich für Bad Company einfach in der Filmwelt nach einem neuen Style umgesehen und dabei besonders gefallen an Three Kings gefunden. Entsprechend ist man in der Kampagne auch mit einem kleinen Squad unterwegs, welches allerdings (Vorsicht, krasse Abweichung vom Vorbild!) mit dem Spieler gerechnet aus vier Soldaten besteht: Eurem Alter Ego Private Preston Marlowe, dem schreckhaften Superhirn Private Terrence Sweetwater, dem Sprengmeister Private George Gordon Haggard Jr., sowie dem Anführer Sergeant Samuel D. Redford. Zusammen bilden sie die B Company, so ziemlich den Abschaum des Militärs. Sie besteht in der Regel aus entbehrlichen Straftätern und sonstigen Problemfällen, die in Krisengebieten die Vorhut a.k.a. das Kanonenfutter bilden. Da ihre Leben der Army egal sind, ist ihnen auch die Army so ziemlich Schnuppe. Kein Wunder also, dass die Chaotentruppe sich beim Gedanken an abzustaubendes Kriegsgold bei der ersten Gelegenheit verdünnisiert und damit praktisch den Verlauf des fiktiven Russlandkrieges auf den Kopf stellt. Ihre Jagd nach einem ganzen Transporter voll Goldbarren, führt sie quer durch Osteuropa und letztendlich sogar in die Wüste. Das ist jetzt nicht sprichtwörtlich gemeint.

Im Grunde eine sehr simple Story, die auch im Verlauf keinerlei nennenswerte Wendungen oder emotionale Momente bereithält. Trotzdem passt das, denn sie ist nicht mehr als die Schaubühne auf der sich die Bad Company Truppe so richtig austoben kann. Zwischensequenzen im Spiel sind nämlich eher wie Stand-Up Comedyshows veranlagt, wobei Haggard und Co. im Rampenlicht stehen. Ob einfach nur so für sich süffisant, oder mit Querverweisen an andere Games sowie Filme versehen, die Wortgefechte der Truppe sind ein ums andere mal zum Schießen komisch. Dabei haben DICE es geschafft ihren Comic Charakteren Seele und Leben einzuhauchen, mit den Jungs ist man einfach saugerne unterwegs. Auf jeden Fall Tausend mal lieber, als mit den üblichen “Jawohl, SIR!“ Kollegen der meisten Konkurrenzspiele. Was man der Story des Spiels letztendlich aber sehr übel nehmen muss, ist das höchst unoriginelle Finale gegen den absoluten Klischee Endgegner...*SPOILER*... *SPOILER*... WER DIESEN ABSATZ WEITERLIEST IST SELBER SCHULD...einen Hubschrauber.

“Die Tür klemmt, ich nehm’ die Wand!“

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Zwei wesentliche Features sollen dafür sorgen, dass Battlefield: Bad Company sich im Einzelspielerpart auch gameplaytechnisch inmitten anderer Wargames hervorhebt. Das Durchschlagkräftigste von beiden dürfte die in hohem Maße zerstörbare Umgebung auf den Schlachtfeldern sein. Bäume kann man gleich wälderweise verholzen, Wände kurzerhand aus dem Weg bomben. Bevor die Begeisterung aber zu groß wird: Das neue Battlefield macht aus dem Franchise jetzt kein neues Red Faction. Die Grundgerüste von Gebäuden sind unechbare Widerständler gegen den menschlichen Einfluss und mit normalen Geschossen der Marke „Ich sehe zwar aus wie die berühmte ‚zirpende Grille’, ich schieße aber bei weitem nicht so krass“, lässt sich auch weiterhin kein Beton durchschlagen.

Genug ‚abers’ aber jetzt (hehe, abers aber...), trotzdem überzeugen die Verschrotungsmöglichkeiten von Bad Company absolut: Mit allem was explodiert oder Explosionen bewirken kann, dürft ihr nach Belieben so lange Löcher in Mauern bomben, bis es keine Wände mehr zum Löcherdurchbomben gibt. So gut wie jede Art von Deckung ist zerstörbar, kleine Rasteinlagen mitten auf dem Schlachtfeld könnt ihr euch also schon mal abschminken. Natürlich wird dadurch das Tempo des Spiels angezogen, denn was sonst tun als Rennen und Kämpfen, wenn es keinen Ort mehr zum Verstecken gibt? Campen war gestern, nur von einer Seite einnehmbare Stützpunkte sind ebenso passé. Und auch wenn die von den Entwicklern behaupteten “rund 90%“ Zerstörungsgrad der Umgebung unseres Erachtens nach keinesfalls erreicht werden, Aisskommando zu spielen ist uns in Bad Company bis zuletzt nicht langweilig geworden. Viel zu oft ertappten wir uns sogar dabei Ölfässer hochzujagen, obwohl gar nirgendwo weit und eit ein Feind zu sehen war. Nicht selten zum Leidwesen kleiner Klohäuser...

“Offen... iss offen!“

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Wer erinnert sich nicht an diesen Großartigen Moment im Sevilla Special unserer AreaVision, als Alexander Kaphahn seinen Kollegen Daniel Pook früh morgens nach einer langen, ereignisreichen Nacht zum Frühstück abholen wollte. Ob Herr Pook damals schon wusste, dass seine Worte im Grunde die Level von Battlefield: Bad Company beschrieben? Aus den Mehrspielerversionen kennt man die riesigen Ausmaße der Spielareale bereits, Bad Companys Singleplayerkampagne eifert dem in Sachen Bewegungsfreiheit und Kartengröße nach. Was auch immer man gerade einnehmen, besetzen oder zerstören soll, man hat die Freiheit sich selber einen Weg zu suchen dies zu tun. Die Zerstörungsfeatures spielen dabei wie gesagt auch eine Rolle, doch auch so beinhalten die Level auf den ersten Blick kaum Barrieren oder festgelegte Marschrouten. Hat man sich z.B. lange vergeblich am Haupteingang einer Basis die Fingernägel vom vielen Schießen eingerissen und währenddessen jede seiner Deckungen zersieben lassen, probiert man es einfach an einer beliebigen anderen Seite der Station. Da wo der Feind noch nicht in Erwartung der Eindringlinge und das Schlachtfeld noch frisch wie ein neugeborener Babypopo ist. Dabei begrüßen wir es sehr, dass es auch tatsächlich möglich ist Feinde zu übertölpeln, ohne von irgendeinem magischen siebten Sinn jederzeit geortet zu werden.

Wir schrieben im letzten Absatz „beinhalten die Level auf den ersten Blick kaum Barrieren oder festgelegte Marschrouten“. Mit gutem Grund, denn so wirklich darf sich Bad Company unserer Meinung nach nicht als Sandboxspiel bezeichnen. Jedes Level grenzt den begehbaren Bereich zu Anfang enorm ein, erst nach und nach darf man sich per Abarbeitung der linearen Zielpunkte einen größeren Kartenausschnitt verdienen. Nie ist es dabei aber mal der Fall, dass man wirklich ein komplettes Terrain erschließen kann. Der Blick auf die Minimap zeigt meist nicht mehr als eine lineare Marschroute, die bloß viel grober umzeichnet ist als bei den meisten anderen Games. Auch wenn die Einsatzgebiete um ein Vielfaches weitläufiger und quer durch die Pampa uneingeschränkter begehbar sind als bei Call of Duty oder Frontlines, so hat man mangels Alternativmissionen und eben aufgrund der klar verzeichneten Verbotsbereiche (übertritt man die rote Levelgrenze, wird man von Flaks zerballert), spielerisch doch eher das Gefühl ein clever gemachtes Schlauchspiel wie beispielsweise Halo 3 zu zocken. Trotzdem, auf der Habenseite des Ganzen steht natürlich das Gefühl sich wirklich in einer zusammenhängenden Welt zu bewegen.Um der größeren Distanzen zwischen Zielpunkten im Spiel Herr zu werden, stehen eine Reihe von Fahrzeugen zur Verfügung. Der Fuhrpark reicht von Panzern über bewaffnete Jeeps bis hin zu Helikoptern und sogar geschützbestückten Booten. Nur von Flugzeugträgern, Düsenjägern und Großkampfschiffen muss man absehen, das gilt auch für den Mehrspielerpart. Leider fehlt es den vorhandenen Gefährten ein wenig an Motorpower, denn schon bei leichten Steigungen machen sie alle ihre Mucken. Dass Panzer oft schon an kleinen Objekten hängen bleiben, ist ja bekanntlich eine Art weit vereitete Videospielekrankheit. Hier etwas entschärft, denn man darf Häuser “einfahren“, Bäume unter den Stahlketten begraben und Zaunrasenmäher spielen. Klappt mit etwas Schmackes auch mit den meisten Autos, inklusive des Wände Zerdepperns.

Good Weaponry

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Auf Waffenseite ist mehr als nur das Standardrepertoire der Gegenwart vertreten, hier lockt ein riesiger Katalog zum Sammeln im Kampagnenmodus sowie Freispielen beim Mehrspielerpart. Die meisten der Schießprügel haben aus der Nähe einen gewissen Streufaktor, ohne dabei gänzlich ungenau zu sein. Das gibt Bad Company in gewisser Weise einen dreckigen Kampfstil, der aber durchaus zu funktionieren weiß. Man hat beim Ballern nicht wie bei den meisten Shootern das Gefühl gerade die schusstechnische Antwort auf Ballet auszuüben, sondern einen wuchtigen Kadenzmann in den Händen zu halten. Sniperwaffen wurden auf eine interessante und faire Art entschärft, denn ihre Geschosse fliegen eine plausible ballistische Schussbahn. Heißt wenn man jemanden im Visier hat und abdrückt, düst die Kugel mitnichten pfeilschnell schnurstracks ins Opferfleisch. Das merkt man am deutlichsten durch die zeitliche Verzögerung zwischen Abzugsbetätigung und Einschlag. Wer damit umzugehen weiß, kann erfolgreich aber nicht unbedingt übermächtig spielbestimmend herumsnipen.

Besonders gegen Fahrzeuge helfen intuitiv einsetzbare Gadgets, die einer feinen Balance zwischen Ausführungsdauer und Zerstörungsstärke unterliegen. Ein lasergesteuerter Luftschlag beispielsweise, muss erst mal einige lange Sekunden auf das Ziel gerichtet werden. Erst dann düst ein verheerend explosiver Sprengkopf vom Himmel, der in bester Pearl Harbor Filmmanier direkt vom Spieler aus der Rückansicht heraus gesteuert wird. Das Prinzip gilt auch bei der anderen Luftschlagvariante sowie dem Mörsergeschütz. Es dauert eine Weile die Zieldaten einzufangen und den Schuss auszuführen, dafür werden Katz und Maus im Einschlagsgebiet ihrer Leben nicht mehr glücklich. Ob nun die beschriebenen Sonderwaffen oder Fahrzeugreparaturbohrer, irgendwie sind fast alle Gadgets im neuen Battlefield verdammt nützlich. Da man aber immer nur eines von ihnen mit sich tragen kann, fällt die Entscheidung oft schwer. Zumal sie in der Einzelspielerkampagne an jeder Ecke zu finden sind.

Selfmade Sanitäter und Lebensmüde

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Die Schwierigkeitsgrade des Bad Company Einzelspielermodus sind nicht der Rede wert, dafür sorgt vor allem die mäßige K.I. der Gegner. Aber vielleicht können sie ja gar nichts dafür und ihr ständiges sinnloses aus der Deckung herauslaufen war Teil einer Ausbildung zum “Lebensmüden Soldaten“. Muss eben jeder selber wessen, welches Verhalten er auf dem Schlachtfeld für erfolgsversprechend hält. Trotzdem hauen ihre Waffen gerade auf “schwer“ ganz schön rein, gezielte Explosionsgeschosse töten naturgemäß auch mal mit einem Treffer. Zudem ist es oft schwierig die gut getarnten Russen im Dickicht auszumachen, hier kommt fast Far Cry Atmosphäre auf. Beides aber kein Grund zu verzweifeln, denn DICE haben hier einen der fairsten Shooter seit BioShock geschaffen. Zum einen tragt ihr ein nach kurzer Aufladezeit unendlich oft benutzbares Regenerationstool mit euch herum. Zum anderen respawned ihr schlicht am letzten Kontrollpunkt, wenn ihr mit der Schnauze mal wirklich im Dreck landen solltet. Bedeutet im Klartext: Alle getöteten Feinde bleiben tot, ihr behaltet Waffen und Munitionsstatus, könnt nach kurzem Fußweg genau da weitermachen wo ihr aufgehört habt. Saßt ihr beim erreichen des Speicherpunktes in einem Vehikel, so bekommt ihr es erneut bereitgestellt. Selbst wenn es eigentlich gerade zertrümmert wurde und dessen Wrack sogar noch in der Gegend herumliegt. Das nennen wir mal Kriegsservice!

Das Einzige was trotzdem manchmal etwas nervt ist, dass die russischen Soldaten in bereits gesäuberten Dörfern schon nach kurzer Zeit wieder auf mysteriöse Art auftauchen. Ebenso lästig sind die ständigen Kämpfe gegen Panzer und andere bewaffnete Fahrzeuge, die bei längeren Wegstrecken nach dem Zufallsprinzip auch mal alle paar Kilometer herumstehen. Eine supergroße Herausforderung stellen diese Scharmützel zwar nicht dar, jedoch ist man von deren Beliebigkeit relativ schnell genervt. Nicht minder ärgerlich ist die Ineffektivität eurer drei Teamkameraden. Deren ständige Sprüche mögen während der Feuergefechte zwar selbst bei Wiederholung immer wieder gern gehört sein, dass sie aber mal einen Gegner umnieten ist eine große Ausnahme. Da sie es zudem lieben auf dem offenen Schlachtfeld die Gesellschaft von Geschossen und Explosionen zu suchen, kann man über ihre Unsterblichkeit eigentlich nur froh sein. So spielt sich Battlefield: Bad Company trotz des anders versprechenden Titels wie ein absoluter Soloshooter, ohne Team K.I. Aspekte. Zumal es auch keinen Koopmodus für menschliche Mitspieler gibt.

Eis am Stiel für die Augen?

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Für Battlefield: Bad Company wurde eigens ein neuer Grafikuntersatz mit Namen Frostbite geschaffen. Die Engine soll gewährleisten, dass Konsoleros auf ihren Maschinen in den Genuss ebenso gigantischer Maps kommen wie ihre PC Brüder und Schwestern, ohne dabei auf optischen Hochglanz verzichten zu müssen. Nun, die Landschaften in Bad Companys Kampagne sind tatsächlich recht schön anzusehen und können mit großer Weitsicht überzeugen. Selbst Gebirge am Horizont sind detailliert ausgearbeitet und mit Texturen versehen die selbst da noch mit Bumpmapping aufwarten können, Elemente wie Flüsse, Felder oder Wälder wirken stets wie natürliche Teile des Terrains geformt. Am deutlichsten kriegt man diese technischen Stärken bei einem längeren Helikopterflug im letzten Drittel der Kampagne mit, wenn man selbst in einiger Höhe noch den Ausblick auf die volle Packung Details am Boden bekommt.

Auch wenn der Vorsatz ein hübsches Spiel mit weitläufigen Arealen abzuliefern also keinesfalls missglückt ist, von mit aktuellen PC Games vergleichbarer High-End Grafik kann man bei DICE neustem Werk nicht reden. Dazu fehlt es an zu vielen gängigen Next-Gen Effekten wie feinem HDRR sowie Kantenglättung. Das ist jetzt kein allzu großer Vorwurf, bei vielen anderen Games mit so großen Levels ist das nicht viel anders. Genau so verhält es sich mit kleinen Fehlerchen, die immer mal wieder aufblitzen. So hat man mancherorts flackernde “Risse“ in der Umgebung zu bestaunen, zudem kommt es in seltenen Fällen auch mal zu ärgerlichen Popups. Ärgerlich deswegen, weil sie aus Gegnern bestehen die einen sofort beschießen wenn sie “aufploppen“, allerdings selber nicht mehr zu treffen sind wenn man mal einen Schritt zu weit nach hinten geht. Es gab in dem Zusammenhang Situationen in denen wir mehrere Raketen ins Leere hämmerten, bei dem Versuch einen Großpanzer auszuschalten der über eben diesen “Tarnkappenmodus“ verfügte. Geradezu schade ist es auch, dass die Welt von Bad Company etwas steril wirkt. Pflanzen und Bäume bewegen sich auch beim Gegenlaufen nicht, Tiere bekommt man ebenso wenig zu sehen. Nicht mal Vögel. Mag zwar nicht so tragisch sein, aber wäre alles insgesamt ein großer Atmosphärebonus gewesen. Zumal Sterilität auch innerhäuslich starken Einzug hält und dieser Aspekt ist weit weniger hinnehmbar. Ohne zu übertreiben, gut 90% (hier stimmt die Angabe ausnahmsweise mal) der im Spiel betretbaren Häuser sind die immergleichen zwei bis drei Modellbauten. Grundriss gleich, Zimmer gleich, Texturen gleich. Dazu sind die Gebäude auch stets fast komplett leer, im besten Falle stehen ein karger Holztisch und ein paar Stühle drin. Es ist leider sehr mager, dass DICE es nicht schaffen ihrer Spielwelt das gleiche Flair und die selbe Lebendigkeit einzuhauchen, wie sie es bei den Hauptcharakteren so hervorragend vollacht haben. So kann Bad Company seine Sandboxambitionen also auch optisch nicht wirklich ausspielen und muss was Atmosphäre angeht einen ganzen Schritt hinter den begrenzteren, dafür lebendig gescripteten Konkurrenten zurücktreten. Bis auf das letzte Level in der Wüste, hat man zudem auch echt das Gefühl man würde die ganze Zeit durch die gleiche Normandie-artige Gegend mit den selben Feindbasen und Minidörfern laufen. Dazu noch mit einem für unsere Begriffe störenden Grieselfilter, den man in Mass Effect wenigstens noch abschalten konnte. Hier nicht, die Optik bleibt leider im Solomode aus stilistischen Gründen geschmälert.Absolut positiv bemerkt man dagegen eine selbst bei Panzerschlachten und Hubschrauberflügen durchgehend flüssige Framerate. Überzeugen kann auch die Tatsache, dass Holzwandfetzen und sonstige Überbleibsel der schicken Explosionen im Spiel, nicht nur durch einfache Schadenstexturen dargestellt werden. Auch die anderen für Krawallaction stehenden Effekte wie Mündungsfeuer und Rauch sind sehr gut gelungen. Und so verfliegt zumindest während der Kämpfe diese beschriebene gefühlte Leere der Solokarten, denn Feuer, Dampf sowie herumfliegende Trümmerteile ingen ordentlich Bewegung und Leben ins Bild. Fast schon das Highlight der grafischen Präsentation ist die Bad Company selber, denn Gesichts- und Körpermimik der Hauptcharaktere sind besonders in den Zwischensequenzen, trotz Comicstils, wahre Motion Capture Augenschmäuse.

Symphony of the Battlefield

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Wenn Battlefield: Bad Company in einer Hinsicht wahrlich meisterlich daher kommt, dann ist das im Soundbereich. Das fängt schon bei der Musikauswahl an, die herrlicher gar nicht an den ganzen lässigen Humorstil der Kampagne angepasst sein könnte. Die Fahrzeuge haben alle Radios zu bieten, deren Countryklänge wirklich die beste musikalische Untermalung für Fahrten durch Feld und Wiesen sind. Auch die orchestraleren Musikstücke wissen punktuell, wann sie einzusetzen haben. Doch würden wir den akustischen Teil nicht so sehr loben, wenn es nur bei den Hintergrundinstrumenten bleiben würde. Ob man die Option auf das (bessere) englische Original oder die deutsche Synchronisation wählt, klasse Voice Acting trägt mindestens so viel zu den gelungenen Pointen der Dialoge bei, wie süffisantes Scriptwriting und natürliches Motion Capturing. Eure russischen Widersacher rufen sich ihre Befehle üigens ebenfalls auf Wunsch auch in original Landessprache zu. Weiter geht’s mit hervorragenden Schussgeräuschen, prächtig wuchtigen Explosionen und den überzeugendsten Halleffekten in Innenräumen, an die wir uns überhaupt in einem Videospiel erinnern können. Wenn man Staub und Steine nach einer Wandzerstörung fein um sich herum öckeln sowie rieseln hört, weiß man warum man sich eine Dolby Digital Anlage zugelegt hat. Zu begeistern weiß außerdem die merkbare Klangverzögerung bei Explosionen, die etwas weiter von der eigenen Position entfernt stattfinden.

Fool’s Gold

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Auch wenn der Fokus bei DICE fürs neue Konsolen Battlefield erstmals auf dem Singleplayermode lag, sollte der Multiteil keinesfalls zu kurz kommen. Der einzige Spielmodus hat neben all den coolen Grundfeatures des Spiels (kaputtmachbare Kulissen, Fahrzeuge, riesige Areale,...), auch die Goldthematik mit der Kampagne gemein. Gold Rush lässt alle teilnehmenden Spieler um zwei Kisten voll wertvollem Edelmetall streiten, welche von den Verteidigern vor der Zerstörung durch die Angreifer geschützt werden müssen. Beide Mannschaften haben je einen Spawnpunkt in der Mitte der Map, sowie einen in ihrem Basislager. Bei letzterem finden sich auch, wie immer in solchen Spielen, die meisten Fahrzeuge. Schaffen es die Aggressoren beide Kisten zu vernichten, vergrößert sich das Spielfeld und es gilt zwei neue Boxen abzuknallen. Während die Defense nach dem Ableben unendlich oft ins Spiel zurückkehren kann, sind die Wiedereinstiegsmöglichkeiten für das angreifende Team zahlenmäßig begrenzt. Die einzige Möglichkeit die Leben des Teams wieder aufzustocken besteht für sie darin, ihr aktuelles Ziel zu erfüllen und die beiden Golddepots zu eliminieren. Das Treiben geht so lange weiter, bis die komplette Map freigeschaltet wurde und die letzten beiden Depots eingenommen sind, oder die angreifende Truppe keine Respawnpunkte mehr zur Verfügung hat.

Wer hinter der Eroberungsspielvariante simples Verbarrikadierer gegen Erstürmer vermutet, hat die umfangreiche Zerstörbarkeit der Deckungen nicht mehr im Hinterkopf. Selbst ein ach so sicheres Haus, ist nach einer gezielten Rakete auf kaum mehr als sein Stahlgerüst reduziert, so sind grundsätzlich immer beide Teams angehalten sich zu Bewegen und nicht auf den Schutz der Kartenobjekte zu verlassen. Einen einzelnen Spieler welcher von einer günstigen Obhut aus unantastbar Frag um Frag sammelt, dabei womöglich ein Zielobjekt zum uneinnehmbaren Kronjuwel macht, kann es deswegen in Bad Company gar nicht geben.Dass zu Matchbeginn klassische Charakterklassen vom Sniper über den Sprengmeister bis zum Versorungssoldaten ausgewählt werden, gehört bei einem echten Battlefield Spiel selbstredend dazu, da kann es noch so individuell daherkommen. Es ist aber auch jederzeit möglich gefallenen Kriegern ihre Ausrüstung zu klauen und so beispielsweise in den Besitz einer noch nicht freigespielten Waffen zu kommen. Dabei ist es nicht zwingend nötig das Waffenarsenal bis auf die 35. Wumme ausgefüllt zu haben, das tolle Balancing von Bad Company lässt schon mit der Standardausrüstung jeder gewählten Schlachtfeldprofession Erfolge zu. Überhaupt, die ausgeglichenen Verhältnisse zwischen Soldatenklassen und Teams sind dank der acht clever designten und überaus großen Maps nach einer kurzen Eingewöhnungsphase doch stark zu merken. Selbst jedes noch so mächtige Fahrzeug vom Hubschrauber bis zum Panzer wurde so integriert, dass es mit der richtigen Taktik genau so einfach auszuschalten ist, wie es bei geübtem Umgang verheerend sein kann. Aber wo wir gerade von Taktik reden, bei den bis zu 24 Spieler Schlachten geht es selbstredend oft ziemlich Drunter und Drüber. Von daher ist es in Hinblick auf die Kommunikation auch etwas unhandlich, dass man nur mit bis zu drei weiteren Spielern ein Squad bilden kann.Auch wenn Battlefield: Bad Companys Onlinepart grafisch und spielmechanisch die Nase vor dem direkten Konkurrenten Frontlines: Fuel of War hat, das Kriegsspiel der Kaos Studios bietet mit mehr als doppelt so großen maximalen Spielerzahlen und gewaltigeren Schlachtfeldern noch immer das bessere, klassischere Battlefield Feeling. Was DICEs Game außerdem unterm Strich dann doch ins Hintertreffen ingt, sind schon seit Release riesige Probleme mit den EA Servern. Wir konnten uns während der Testphase oft auch mal ganze Tage lang nicht mit dem Onlinemodus verbinden und das ist für ein Spiel mit “Battlefield“ im Namen einfach unzulänglich. Was den Karren aber noch etwas aus dem Dreck zieht ist die Tatsache, dass man wenn es denn doch mal klappt, selbst mit Standard DSL Verbindungen absolut lagfreie Matches geboten bekommt. Wenn EA die Netzwerkprobleme in den Begriff bekommen kann und uns dann auch endlich den versprochenen Conquest Mode nachliefert (eigentlich das Herzstück der Battlefield Games und von Fans seit der Bad Company Beta gefordert), erst dann können wir Mehrspielerfreunde eine wirklich uneingeschränkte Empfehlung für das Game aussprechen. Zumal die große Fanbase des Franchises für eine langere Popularität von Bad Company sorgen dürfte und ein fein ausgearbeitetes Rangsystem genau so zum weiterspielen animiert, wie die erwähnte freischaltbaren Waffensammlung. Zum Abschluss sei noch ein nettes Gimmick am Rande erwähnt: In den Multiplayergefechten lassen sich Screenshots machen, die man online auf der offiziellen Website des Spiels betrachten kann.

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Ohne Zweifel, Zerstörung und nochmals Zerstörung sind das ganz große Markenzeichen von Battlefield: Bad Company. Und erstaunlicher Weise wird es auch nie langweilig, Mauern punktuell Schuss für Schuss abzureißen oder gleich per Explosionsfass die halbe Hütte zu sprengen. Bringen wir es auf den Punkt, der Solomode von Bad Company ist Fast Food. Befriedigt schnell und gut mit viel Brachialaction und flotten Sprüchen. Je mehr man aber davon konsumiert, umso mehr merkt man auch wie relativ gehaltlos und unabwechslungsreich das Ganze nicht nur unter der Oberfläche ist. Trotzdem spielt man es gerne zuende, denn schmecken tut's ja trotzdem.

Der Mehrspielerpart dagegen hat nach kurzer Eingewöhnungsphase echtes Langzeitpotenzial, wären da nicht der magere eine Spielmodus sowie die ständige Arbeitsverweigerung der EA Server. Auch Frontlines hat zu Anfang online Zicken gemacht, aber die kleinen Kaos Studios haben das alles weitaus schneller in den Griff bekommen. Ganz ehrlich gesagt muss man trotz etwas schlechterer Balance und der weniger spektakulären Optik auch mal sagen, dass Frontlines mit seinen 50 Spieler Schlachten das bessere Battlefield im klassischen Sinne ist. Da die Spielerzahl bei Bad Company jedoch auf Dauer wegen der Franchisepopularität erwartungsgemäß höher sein wird, geht für Fans großer Onlineschlachten schon bald wohl kein Weg mehr am DICE Titel vorbei. Wehe EA, die Servertechnik wird bis dahin nicht dramatisch verbessert!

Bewertung

Battlefield: Bad Company xbox360

8/10

 

Kommentare (33)

09.07.2008 11:35 - Habe den SP auf Schwer durchgespielt war nich schlech auch echt lustig, aber der MP Part is erste Sahne und gefällt mir wesentlich besser als COD4 wegen der Großen Maps und auch die Spielerzahl,aber ein Paar mehr Waffen sollten in Zukunft auch drin sein und der der MP Modus kommt auch bald ma sehn ob der gut is!
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09.07.2008 11:43 - Muss ich das jetzt verstehen? "Der MP Part ist erste Sahne, gefällt mir wesentlich besser als COD4" und "der MP Modus kommt auch bald ma sehn ob der gut is!" in einem Satz?
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09.07.2008 11:52 - Ich glaub er meint damit dass bald ein zusätzlicher Spielmodus für den MP kommen wird.
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09.07.2008 11:52 - ich hab den sp durch und der mp macht mir überhaupt keinen spass...
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09.07.2008 12:04 - also ich finde das Spiel einfach genial!! Habs auf PS3 und hatte bis jezt noch nie Verbindungsprobleme!! Habe auch die Demo etwa 5h gezockt und auch da keine Probleme mit den Servern. Aber da hab ich wohl glück ;) Freunde von mir, die es ebenfalls auf PS3 haben, haben häufiger Probleme.
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09.07.2008 12:08 - Die Probleme sind auf Xbox 360 meiner Erfahrung nach etwas schlimmer als bei der PS3, aber eben auch auf letzterer vorhanden.
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09.07.2008 12:12 - Nach anspielen der Demo kann ich beruhigt sagen: Für mich führt garantiert mehr als ein Weg an Bad Company vorbei. Eine verbockte Steuerung (Aufeinmal wird hier mit dem Button gebremst, mit dem sonst überall Gas gegeben wird, usw), unspektakuläre Grafik (Zerstörung sieht man in Stranglehold 1000 mal besser und effektreicher - und die Grafik allgemein ist meilenweit von COD4 entfernt), zu ähnliche Maps, unglaubliche Vielfalt an Spielmodie (um genau zu sein: 1). Wie gesagt: Bad Company? - Für mich: Nö Danke.
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09.07.2008 12:37 - Ich finde den Film besser. :-)
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09.07.2008 13:05 - Naja, für mich das Top Spiel des Jahres. Die Grafik finde ich super, wenn man bedenkt das die Umgebung zu 90% Zerstörbar ist. Sowas mit Stranglehold zu verlgeichen ist Totaler unsinn. Dazu ist die Grafik bei CoD4 auch stellenweise wirklich farblos, dennoch ist CoD4 ein super Spiel und Punktet besonderst bei der Sniper Mission im Gras ;) Gruäss Coke
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 Kommentarklicker 50 Fable 2 Spieler Liebling der Massen 50 Kommentar-Tippse 50
09.07.2008 13:14 - "die Grafik allgemein ist meilenweit von COD4 entfernt" wenn ich so ein Müll schon lese...
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