Bayonetta Schöpfer: "Zustand der Spieleindustrie macht uns traurig"
Tatsuya Minami, seines Zeichens Chef vom japanischen Entwicklerstudio Platinum Games (Bayonetta, Vanquish, MadWorld), zeigt sich wenig zufrieden mit dem aktuellen Stand in der Spielebranche. Wie er in einem offenen Brief schreibt, stagniere die ganze Branche immer mehr auf Kosten von innovativen neuen Spielideen.
Lest hier Auszüge aus seinem Brief, den er auf seiner Website veröffentlichte:
- "Ich denke Spiele exisitieren, um den Spieler frische Überraschungen zu bieten. Als Mitglieder der Spieleindustrie waren wir stets auf der Suche nach etwas neuem und wir waren stolz darauf Teil dieser Branche zu sein."
- "Trotzdem ist das Geschäft momentan in Schwierigkeiten. Die "frischen Überraschungen" werden immer seltener, besonders in unserer Heimat Japan. Vor garnicht allzu langer Zeit führten wir das Videospielgeschäft an und es war nicht übertrieben, von Spielen als typisch japanischer Spezialtät zu sprechen. Mittlerweile scheinen japanische Spielefirmen allerdings ihren Mut und ihre Energie verloren zu haben.
- "Serien bekommen immer mehr Fortsetzungen, originelle Titel sind im Abstieg begriffen. Spiele mit einem neuen Spielprinzip verschwinden. Japanische Spiele, die weltweit Zustimmung finden, werden immer seltener. Dieser Zustand macht uns traurig."
Platinum Games arbeitet selbst zu Zeit an dem Multiplayer-Schlachtfest Anarchy Reigns. Ob dieses Spiel die Trendwende schafft, scheint fraglich. In der Vergangenheit konnten Spiele des Studios zwar viel Lob von der Fachpresse einheimsen, verkauften sich meist aber unter den Erwartungen.
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Kommentare (14)
toul81
Grendel
L!nc0ln
CallMeCayhan
Johnson
IceOnly2
Cuberde
@toul81:
JRPGs gibt es genug. Nur finden die sich hauptsächlich auf Handhelds wie dem DS sowie der PSP und nicht auf den Konsolen. Und das dürfte sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern.
Tatsuya Minami: "Serien bekommen immer mehr Fortsetzungen, originelle Titel sind im Abstieg begriffen. Spiele mit einem neuen Spielprinzip verschwinden."
Ist diese Aussage jetzt auf die japanische oder westliche Industrie bezogen?
Könnte zu beiden passen.
Spiele grad eines der Spiele woran Platinum Games dran mitgearbeitet hat, Infinite Space. Gefällt mir überraschend gut. Ist vielleicht am besten als das japanische Gegenstück zu Mass Effekt zu beschreiben.
Mugiwara
"Platinum Games" sind momentan die einzigen, die wirklich das machen, was sie machen wollen und umsetzen können. Wenn ich an Molyneux denke, der in Fable gute Ideen zwar hat, aber nicht umsetzen kann, dann geht man halt mit dem Altbewährten weiter.
Die Japaner führ(t)en in der Gaming-Branche, aber seit der Next-Gen ist da nichts mehr einprägsames im Kopf geblieben. Die richtig guten Spiele bringen sie für den DS raus. Wenn's optisch gut sein soll, dann kommt so was wie Final Fantasy XIII raus. Vor allem die Japaner, die immer für gute Story standen, bringen Stories raus, die so ausgelutscht und so schlecht inszeniert sind, dass man eher zu den westlichen Spielen greift, weil da die Story gut präsentiert wird - egal wie "schlecht" sie ist.
Wenn Spiele wie Resident Evil nicht mehr Resident Evil sind, sondern 3rd-Person-Shooter, dann stimmt da echt nichts mehr.
Aber die Spiele-Industrie scheißt auf Innovation. Wozu sich auch anstrengen? Call of Duty und Replicas verkaufen sich allein mehr als 2-3 Spiele zusammen aus einem anderen Genre. Der Kunde will ja anscheinend keine neuen Ideen, wenn sich ein CoD Jahr für Jahr über 8 Millionen mal verkauft.
Mr.Yeah
Hier gehen die Entwickler dank der geringen Kosten größere Risiken ein und bringen so frischen Wind. Diese Spiele müssen sich nicht hunderttausendfach verkaufen, um wenigstens die Kosten zu decken.
Und dank weit entwickelten Internet-Vertriebsplattform wie Steam kommen sie umso leichter an den Kunden ran.
Man kann von Steam halten, was man will, aber sie haben auf jeden Fall einen großen Beitrag für Indie-Entwickler geleistet. Danke, Steam.
Hinzu kommt eine erst junge Bewegung, gute, kommerzielle Engines gratis für Freeware und günstig für Indie-Games anzubieten.
Ich glaube, Epic Games hat mit der freien Version der Unreal Engine 3 (UDK - Unreal Development Kit) den Stein so richtig ins Rollen gebracht. Daraufhin folgte Unity 3 und diverse Ankündigungen.
Ich hoffe, dass so die Indie-Games sich in Sachen Grafik und Präsentation weiterentwickeln. Dann müssen auch große Entwickler und Publisher mehr Risiken eingehen und neue Ideen entwickeln. *träum*
Kyu