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Beach Fun: Summer Challenge

Donnerstag, 09. Juli 2009
Beach Fun_Cover.jpg

Drei Fakten: „Beach Fun: Summer Challenge“ von RTL Games steht seit kurzer Zeit für rund 40€ in den Läden. Das Spiel unterstützt nicht die neue Wii MotionPlus-Technologie. In wenigen Tagen erscheint „Wii Sports Resort“ für rund 10€ mehr und wird direkt mit der vielversprechenden Zusatzhardware ausgeliefert. Solle sich da noch irgendjemand für diese Ansammlung von Strandspielen interessieren? Wir sagen: Nein! Denn abseits der schon im Vorfeld erkennbaren Unterlegenheit hat der Titel mit weiteren Problemen zu kämpfen, die wir euch hier im Test näher bringen.

Auf welche Zielgruppe die Entwickler des österreichischen Studios Sproing mit „Beach Fun: Summer Challenge“ abzielen, war schon im Vorfeld der Veröffentlichung bekannt: absolute Gelegenheitsspieler, die möglicherweise zum ersten Mal eine Wii Remote in den Händen halten. Und eines muss man ihnen lassen, das Ziel wurde zweifelsfrei erfüllt. So wird der Titel durchgehend mit der bewegungssensitiven Fernbedienung gesteuert, Nun Chuk oder gar der Classic Controller haben auf dem fiktiv-tropischen Coral Island nichts verloren. Mit ausufernden Auswahlmöglichkeiten will man seine Kundschaft ebenfalls nicht überfordern, und so werden lausige sechs Sportarten geboten, denen sich ganze vier (!) spielerisch identische Charaktere stellen. Doch arbeiten wir uns lieber der Reihe nach vor...

Innerhalb einer Stunde alles gesehen

Beach Fun_2.jpg

Im Menü stehen die Disziplinen Abenteuergolf, Wasserski, Wurfscheibenwerfen (bescheuerter Name), Boccia, Drachenfliegen und Strandtennis von Anfang an frei zur Auswahl. Letzteres orientiert sich in puncto Steuerung ganz am ersten „Wii Sports“, nur nimmt man es hier mit der Unterscheidung zwischen Vor- und Rückhand nicht ganz so ernst, erlaubt dafür aber besonders starke Schläge nach aufgeladener Power-Leiste. Logische Konsequenz, die aus dem nicht unterstützten Nun Chuk resultiert: Sportakteure dürfen nicht manuell über das Feld navigiert werden, sondern laufen dem Ball automatisch nach. Die Spielregeln unterscheiden sich insofern vom großen Vorbild, als dass der Ball nicht den Boden berühren darf – quasi ein Beach-Volleyball mit Schlägern und Filzkugeln. Hier treten maximal zwei Spieler gleichzeitig gegeneinander an, genau wie im Wurfscheibenwerfen (immer noch bescheuert), anders gesagt: Frisbee. Zwei Inselurlauber stehen sich gegenüber und versuchen, die Scheibe in das Tor zu befördern bzw. selbige mit einer gekonnten Fangbewegung in den eigenen Besitz zu bringen. Zweifelsfrei handelt es sich um eines der komplexeren und originelleren Spielarten dieser Sammlung, allerdings wird der Spaß ab und an durch die ungenaue Bewegungsabfrage getrübt. So werden hektische Bewegungen oftmals gar nicht erst registriert, wodurch die Spielfigur auf dem Bildschirm regungslos stehen bleibt. Hat man sich jedoch einmal an das Timing und die richtige Intensität seiner Bewegungen gewöhnt, funktioniert die Frisbee-Variante und lässt sogar flüssige, spannende Matches zu. Von ähnlichen Kontrolldefiziten wird auch das Abenteuergolf, welches nichts anderes als Minigolf in naturbehafteter Umgebung darstellt, geplagt. Auch hier ist etwas Einübung gefragt, danach trübt lediglich die fehlende Distanzanzeige zum Loch das Spielvergnügen. Zur besseren Orientierung gibt’s immerhin eine Übersichtskarte auf Knopfdruck, selbst, wenn diese aufgrund der eher kleinen Kurse nicht wirklich Verwendung findet. Im Minigolf treten die Spieler selbstverständlich nicht mehr simultan, sondern nacheinander an. Dafür dürfen bis zu vier Teilnehmer um den Sieg ringen - für den Rest der Minispiele gilt dasselbe. Beim Drachenfliegen hält man die Wii Remote wie die Stange am Ende einer Schnur und manövriert somit das Flugobjekt durch den Himmel. Ziel ist es, verschiedenfarbige Ballons mit den Spitzen des Drachens zerplatzen zu lassen, wobei einige Punkte von eurem Konto abziehen. Das macht beim ersten, zweiten oder gar dritten Anlauf noch Spaß, später kehrt hingegen Langeweile ein, da eine ansteigende Herausforderung fehlt.


Karibikfeeling auf dem heimischen Bildschirm

Beach Fun_1.jpg

Die selbe Remote-Haltung wird auch beim Wasserski genutzt, während man von einem Boot gezogen und im Slalom immer kniffliger platzierten Bojen ausweichen muss. Bei besonders eleganter Darbietung und scharfen Kurven wird das Zeitkonto aufgestockt, dann gilt es nur noch, die immer höher werdenden Wellen gekonnt zu meistern. Die letzte Disziplin, Boccia, ist wieder etwas unkonventioneller und fand bislang in nur wenigen Videospielen Verwendung. Bei dieser Spielvariante müssen drei Bleikugeln so nahe wie möglich an eine Zielkugel aus Gummi geworfen werden, die Remote-Bewegung bestimmt dabei Stärke und Wurfwinkel. Zur besseren Orientierung und Transparenz bei der ansonsten teilweise zweifelhaften Punkteverteilung tragen verschieden große Kreise bei, die sich um den Zielball herum ausbreiten. Eine taktische Komponente kommt durch die Möglichkeit zustande, die gegnerischen Kugeln mit der eigenen wegzuschleudern – definitiv eines der langlebigeren Spiele. Die meisten Pluspunkte sammelt „Beach Fun: Summer Challenge“ aber durch seine Präsentation. Seien es die hohlen Baumstämme, welche als Tunnel beim Abenteuergolf dienen, das einladend klare und blaue Meerwasser oder die auf der gesamten Insel verteilten, majestätischen Palmen: hier kann mitunter echtes Karibikfeeling aufkommen, welches lediglich durch immer wieder auftretende Matschtexturen in einigen Ecken oder die etwas hölzernen Animationen der vier Charaktere Marco, Julian, Lena und Alex vermiest wird. Der tropisch angehauchte Soundtrack fügt sich ebenso ins Ambiente ein, wiederholt sich jedoch leider schnell und kann empfindlichen Hörnaturen somit schnell auf die Nerven gehen. In den meisten Fällen wird man „Beach Fun“ jedoch nur auf geselligen Abenden spielen, und dafür taugt der Titel letztendlich auch. Die Steuerung wurde im Vergleich zu „Wii Sports“ arg vereinfacht, Fehler werden eher verziehen und kurze Erklärungen vor jedem Minispiel bringen selbst vollkommen unerfahrenen Mitspielern jegliche Kontrollmöglichkeiten unkompliziert näher.


Pro und Contra

  • + Karibikatmosphäre
  • + spricht unerfahrene Spieler an
  • + Kostet zwar "nur" rund 40€, aber...
  •  
  • - Steuerung z.T. zu sehr vereinfacht
  • - manchmal Kontrolldefizite
  • - ... lachhafter Umfang
  • - vier lieblose Charaktere

Gäbe es doch nur „Wii Sports“ nicht...

Ja, „Beach Fun: Summer Challenge“ mag in einer geselligen, videospielunerfahrenen Runde durchaus für kurzweilige Unterhaltung und eine gute Portion Laune sorgen, da irgendwie alles auf ein Minimalniveau an Herausforderung und Komplexität heruntergeschraubt wurde. Auch die Karibikatmosphäre stimmt und vermittelt zumindest etwas Urlaubsgefühl. Das größte Problem, welches ich mit dem Titel habe, wurde jedoch bereits in der Einleitung zum Test angeschnitten: Jeder, der eine Wii besitzt, besitzt auch „Wii Sports“. Und jeder, der endlich in den Genuss einer realistischeren Steuerung durch das Wii MotionPlus-AddOn kommen will, wird sich höchstwahrscheinlich „Wii Sports Resort“ zulegen. Selbiges bietet nicht nur doppelt so viele Sportarten und weitere Aktivitäten abseits des Hautspiels, sondern erscheint (inklusive des Hardwarezusatzes!) für nur rund 10€ mehr. Welchen vernünftigen Grund sollte ich also haben, auf „Beach Fun“ umzusatteln? Die Steuerung ist zum Teil nicht präzise genug, der Umfang fast schon ein Witz und eine Langlebigkeit damit alles andere als garantiert. Der Publisher RTL Sports kennt mit Sicherheit trotzdem eine Antwort auf die Frage. Ich nicht.

Bewertung

Beach Fun: Summer Challenge wii

5/10

 

Kommentare (5)

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09.07.2009 15:00 - das habt ihr von euren casual games *seufz*
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09.07.2009 15:27 - Öhm, Sparpreis von 40 Euro bei pro und dann lachhafter Umfang bei kontra....über die relation zueinander schonmal nachgedacht?

Davon ab sind 40 Euro für einen Wiititel, und dazu noch ein Casualgame, absolut kein Sparpreis!
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09.07.2009 15:30 - Sagen wir so, es KÖNNTE teuerer sein :P Sparpreis ist vielleicht etwas gutmütig ausgedrückt. Aber auf die Relation zwischen Preis und Umfang wurde denke ich im Text oft genug eingegangen...

Hab's mal ausgebessert, ich denke, so ist es deutlicher :)
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09.07.2009 16:48 - Für ein Wii Spiel ist 40 Euro doch ein normaler Preis??
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10.07.2009 11:54 - Ich könnt mal wieder DoA:Xtreme 2 ausgraben, wenn ich das so sehe... Da hab ich wenigstens was für die Augen...
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