Freitag, 12. Dezember 2008
ActiBlizz – Schizophrener Riese aus dem Nichts...fing bereits 2007 an. Im Dezember des Vorjahres brachten Activision und Vivendi Universal nämlich vollkommen überraschend einen Deal
unter Dach und Fach, der sie auf der Stelle zum größten Third Party Publisher der Industrie machen würde. „Würde“, weil die Vollstreckung des Abkommens erst 2008 durchgeführt wurde. Analysten waren sich im Vorfeld einig:
„Activision Blizzard“ wird eine ganz feine Sache. So, kurz gerne ActiBlizz genannt, lautet seitdem nämlich der Name der Jumbocombo. Die darin enthaltenen World of WarCraft Mogule gehörten bis dahin zu Vivendi und haben sich dann eben wohl aus Prestigegründen prima als Aushängeschild für das neugeformte Unternehmen gemacht. Name X + Blizzard steht für
„wir sind verdammt kreditwürdig, haben aber bei weitem keinen Kredit nötig“, da wäre jeder BWL Studiumsabbrecher ebenfalls problemlos drauf gekommen. Lustig ist bei der Sache nur, dass die im Namen suggerierte Separatistenstellung der Kultschmiede bis heute auch im Alltag absolut so rüberkommt. Geht es um die ganze Firma, sagt man korrekterweise stets ActiBlizz. Geht es um StarCraft, WoW, oder Diablo, schreibt man dagegen einfach Blizzard und meint das dann auch so.
Nicht selten kam es von Seiten der Entwickler genau so rüber. Schon mehrmals
betonten sie, ihre Entscheidungen selbstständig und nicht in Zusammenhang mit dem Deal oder gar auf Druck des Activision Flügels hin getroffen zu haben. Während wir also das Gefühl hatten, Blizzard habe seine wie immer hervorragende
Diablo III Enthüllung, den überaus
erfolgreichen Wrath of the Lich King Start und die
schockierende Aufteilung von StarCraft II auf drei Kampagnen auf eigene Faust in die Wege geleitet, gab die gefühlte zweite Firmenidentität ActiBlizz das fast schon erschreckend typische Bild eines kühlen Industriegiganten ab. Das fing schon mal damit an, dass der Publisher auf allen möglichen Konferenzen davon sprach, seine stärksten Marken zu möglichst jährlichen Serien
aufzubauen; zuzüglich Spin-Offs wie beispielsweise einem immer wieder angedeuteten
Call of Duty MMO sowie bereits registrierten Markennamen wie
Dance Hero. Fast fertige oder zumindest zum damaligen Zeitpunkt schon vielversprechend aussehende junge Projekte wie Brütal Legend, Ghostbusters, 50 Cent: Blood on the Sand oder die Konsolenversion von World in Conflict wurden im Gegensatz dazu
samt Entwicklertrupps fallen gelassen. Wobei die meisten
Studios und
Games woanders schnell neue Heimat
gefunden haben, einzig Tim Schafers Brütal Legend fand
als Nachzügler erst heute bei EA einen Rettungsanker. Kurios ist in diesem speziellen Fall, dass ActiBlizz dem Double Fine Team
Insiderangaben zufolge bei der Publishersuche ein Beinchen gestellt haben soll, indem es schlecht über die Truppe und ihr Spiel geredet habe. Aber auch abseits von Gemunkel machte Activision Blizzard mit seiner Begründung für die vielen Verstoßungen keine glückliche Figur. Nach eigenen Angaben ist dafür nämlich,
„bei allem Respekt“, das fehlende Potenzial der betroffenen Games verantwortlich, zu jährlich fortgesetzten Serien mit Standvermögen
für mehr als zehn Jahre zu werden. Nur $100 Millionen (und mehr) Einnahmen versprechende Franchises sind CEO Robert Kotick die Entwicklung wert, alles andere hat keinen Platz mehr unter dem Dach des noch jungen Branchenriesen.
Konträr dazu
sprach der Boss höchstpersönlich aber auch verwirrender Weise kritisierend darüber, dass EA seinen aufgekauften Studios die
"Seelen geraubt" habe. Bei Activision würde dies nicht geschehen, da man nach
„einem Modell“ handele,
„das opportunistische und unabhängige Werte zelebriert“. Ob die jährliche Seriensucht Koticks mit diesen Worten im Einklang steht, sei dahingestellt, im positiven Sinne muss man aber auch anerkennen, dass ActiBlizz nur die Studios übernimmt, die es wirklich haben und gebrauchen will. Und auch wenn z.B. Guitar Hero oder Call of Duty mit ihren
Sequels im 12 Monate Takt zuletzt
gewisse Abnutzungserscheinungen mit
sich brachten, sind es nach wie vor tolle Spiele mit sehr großem Verkaufserfolg. Das nächste Jahr wird zeigen, ob die Tendenz der Fusion eher in Richtung
„altes EA“ (jeder weiß was gemeint ist...) oder geglückte Gradwanderung zwischen Fließbandarbeit und breit gefächerter Qualität geht. Schon jetzt sind wir dem werbefreudigen Publisher aber verdammt dankbar für
den Guitar Hero Spot mit Heidi. Der tröstet uns vorerst auch über so manche fragwürdige Äußerung Koticks im ersten Jahr des Firmenbestehens.
GC bleibt GC, zieht aber nach Köln und heißt anders
Im Februar 2008 gab es die nächste kuriose Überraschung, die eine ganze Stadt enttäuscht haben muss: Die GC verlässt Leipzig und
zieht schon 2009 nach Köln. Wobei das auch nur halb korrekt ist, denn eigentlich ist die ganz provokant
"Games Com" genannte Messe eine neue Veranstaltung des Branchenverbandes BIU, dem so gut wie alle großen Publisher angehören. Der Name
„GC - Games Convention“ gehört nämlich der Leipziger Messe, die im Sommer kommenden Jahres parallel zur Kölner Auflage eine Konkurrenzveranstaltung
ins Leben rufen möchte. Wie genau das Konzept dabei aussieht, ist noch nicht bekannt gegeben worden, angedeutet wurde jedoch bereits der Fokus auf kleinere Entwickler und ausländische Exoten z.B. aus Japan. So war es zuweilen allerdings etwas verstörend, der diesjährigen Games Convention beizuwohnen, während derer die Leipziger Messeleitung im Schatten des beschlossenen Umzuges nicht müde wurde, immer wieder auf den eigenen Beitrag, den riesigen Erfolg sowie die ach so fantastischen Begebenheiten der Heimatstadt hinzuweisen. Das erzeugte leider aber eher etwas Mitleid als Euphorie für die nächste „Games Convention“, denn große Chancen gegen die „klassische“ G(ames)C(om) in der Hauptstadt der Jecken zu bestehen sieht ganz ehrlich gesprochen wohl kaum jemand (aus Höflichkeit ausgefüllten Umfragen aus Leipzig sollte man zu dem Thema übrigens nicht trauen...).
Zu groß ist die Anziehungskraft der Millionenstadt mit besserer Infrastruktur, Hauptsitzen mehrerer wichtiger Publisher, günstiger gelegenem Messegelände, prestigeträchtigem Traditionsfußball, einem Nachtleben das aus mehr als einer Hand voll verirrten Touristen besteht... und einfach auch mehr internationalem Appeal. Nachdem alles was Rang und Namen besitzt inzwischen
exklusiv nur für Köln zugesagt hat, dort im Vorfeld mit der GDC Europe die
größte europäische Entwicklermesse abgehalten wird und MTV dazu noch seine nächste
Game Awards Show am Rande
der Games Com abhalten möchte, kann die Games Convention in Leipzig eigentlich nur noch eine absolute Nischenveranstaltung werden. Wahrscheinlich dann auch, so undankbar und grausam das für die Stadt als mutigen Premierenstandort klingen mag, die Letzte.
EA beißt sich die Zähne aus: Über zwei Milliarden Dollar für Take Two nicht genug
Electronic Arts’ über lange Zeit unerbittlicher, letztendlich aber doch vergeblicher Versuch Take Two zu übernehmen hatte alles was ein gutes Hollywood Drehbuch ausmachen würde: Viel Geld, geheime Treffen, Börsenmenschen, einen verrückten Anwalt, Gerüchte, unerwartete sowie erwarte Wendungen, Countdowns, Deadlines, Wortgefechte, feindliche Übernahmepläne,... wobei sich die reale Story hinter diesen Schlagwörtern viel eher wie ein pompös inszeniertes Schmierentheater liest. Wir greifen mal wieder
ins Jahr 2007 zurück, in dem Take 2 sich nach fünf gewinnlosen Quartalen in Folge tief in einer Krise befand. Man munkelte schon damals von einer Übernahme durch Ubisoft oder EA, laut einem Insider war jedoch Microsoft Favorit auf den Coup. Drei Tage später,
am 30.03.2007, verabschiedeten Take Twos Aktionäre allerdings die alte Unternehmensführung auf der Jahreshauptversammlung und setzten Strauss Zelnick auf den Chefsessel. Das Thema Fusion oder Aufkauf war damit vom Tisch, der kurz vorher veröffentlichte erste GTA IV Trailer versprach zudem einen Blockbuster, der die bis dahin nervösen Investoren effektiv zu beruhigen wusste. Zumindest bis Anfang 2008 wieder Feuer ins Spektakel kam. EA schien immer noch an der verpassten Chance aus dem Vorjahr zu knabbern und versuchte dann im Februar 2008 mit einem Kaufgebot von rund zwei Milliarden Dollar doch noch erfolgreich zu sein (damals war Geld übrigens noch etwas wert, aber dazu später mehr). Zu dem Zeitpunkt betrug Take Twos Börsenwert $17,36 pro Aktie. EA war bereit großzügige $26 in Cash für jedes einzelne Wertpapier zu zahlen, das nötig gewesen wäre, um die Firma zu schlucken. Verzweiflung, weil AcitBlizz durch seine Fusion mittlerweile zum weltweit größten Publisher geworden war? Wie auch immer, Strauss Zelnick
lehnte vielsagend ab: Die Tür für solch einen Deal sei keinesfalls geschlossen, bloß stimmten Gebot und Zeitpunkt nicht ganz. Daraufhin meldete sich Jack Thompson, selbsternannter Intimfeind des CEOs, zu Wort. Sein Angebot EA beim Kauf zu unterstützen, um Zelnick abzusägen, traf zwar nicht auf taube Ohren, wehte ihm jedoch wider seiner Erwarten
"freundlichen" Gegenwind ins Gesicht.
Wir zitieren Electronic Arts’ Antwort:
„Wir haben Ihren Brief an unsere Anteilseigener erhalten. Als Antwort auf Ihre Anfrage, uns bei der angepeilten Übernahme von Take Two zu unterstützen, würden wir stark bevorzugen, dass Sie sich nicht in diese Angelegenheit involvieren. EA unterstützt den kreativen Freiraum von Spieleentwicklern in vollem Maße. Wir haben das Gefühl, dass Ihre vergangenen Aussagen – einschließlich falscher Behauptungen über die Inhalte unserer Spiele – jegliche Kollaboration unmöglich machen.“ – Ob man sich damit vielleicht sogar beim umworbenen Konkurrenten beliebt machen wollte? Alle Hoffnung über die freundliche Schiene an Take Two heranzukommen schien EA alsbald jedoch verflogen zu sein.
Mitte März wandte sich der Branchenriese direkt an die Aktionäre des Wunschobjekts und peilte damit
eine feindliche Übernahme an. Abermals wurden $26 pro Aktie geboten, wobei sich der Kurs Take Twos mittlerweile auf $24,91 verbessert hatte und der GTA IV Release nicht mehr fern war. Für die Investoren gab es also keinen echten Grund, auf das Angebot einzugehen. Zumal Take Two als Entscheidungshilfe
öffentlich klarstellte, dass die Summe von zwei Milliarden Dollar weit unter dem tatsächlichen Firmenwert liegen würde, selbst wenn es Electronic Arts
im Wesentlichen nur um Rockstar sowie 2K Sports ginge. Nachdem die Aktionäre die erste Deadline EAs, trotz
Aufbesserung des Kaufvolumens um weitere $152 261 826, verstreichen ließen, war die Reaktion darauf rigoros: EA stellte kurzerhand ganz originell
eine neue Deadline auf. Während dieser
„Dead-Deadline“ provozierte Take Two dann zu allem Überfluss noch, mit der Ankündigung erst nach GTA IV Release gesprächsbereit zu sein und dann wohl erst mal mit anderen Interessenten zu plaudern. Schnell wurde Microsoft spekulativ
ins Spiel gebracht, die sich GTA so exklusiv auf die Xbox 360 hätten holen können. Ebenso
fantasierten wir über Alpha Centauri als ein Argument für EA, da eine Fortsetzung des hauseigenen Franchises ohne den an Take Two gebundenen Sid Meier (trotz Call to Power) kaum vorstellbar wäre. Und wer wünscht sich schon kein neues Alpha Centauri? Ungeachtet dieser heißen Fährte war es um die
„Unendliche Geschichte“ nach verstreichen aller möglicher Deadlines erst mal ruhig geworden, bis im August das Gerücht umging, es habe
ein Geheimtreffen zwischen Take Two und Electronic Arts gegeben. Keine weiteren Infos dazu und nicht mal einen Monat später war die ganze Übernahmeaktion für EA dann
auf einmal beendet.
Wie es von CEO John Riccitiello hieß, werde man vorerst keine Gespräche mehr mit der Take Two Führung anstreben und auch keine Gebote mehr für den Mitbewerber abgeben. Wie außerdem erklärt wurde, habe man erst mal genügend eigene Spiele im Portfolio und steuere auf ein rekordträchtiges Jahr zu. Was sich nach heutigem Kenntnisstand etwas ironisch liest, denn der damals unter anderem genannte Hoffnungsträger Mirror’s Edge trug nicht unbedingt positiv zum letztendlich
enttäuschenden Weihnachtsgeschäft der Firma in diesem Jahre bei und rekordträchtig sieht das voraussichtliche Quartalsergebnis in der wichtigen Feiertagssaison auch
nicht gerade aus. Take Two konnte mit der gescheiterten Attacke
letzten Endes zufrieden sein, denn im Zeitraum der Aufkaufsversuche stieg der Aktienkurs des Unternehmens beträchtlich an. In Kombination mit den starken GTA IV Verkäufen ging man insgesamt gestärkt aus der Zeitspanne des Theaters hervor, zu dem man zeitweise auch selber kräftig beigetragen hatte.
Square Enix goes West: Final Fantasy XIII kommt auch für Xbox 360
„VERRÄTER!“, brüllten viele PlayStation 3 Fanboys entsetzt ihrem Bildschirm entgegen, als Microsoft auf der
diesjährigen E³ Pressekonferenz das Erscheinen von Final Fantasy XIII auf der Xbox 360
bekannt gab. Dabei bestand kein Grund auf die Multiplattformpolitik der Japaner wütend zu reagieren, schließlich hat die Rollenspielserie ja auch schon eine große Nintendo Vergangenheit hinter sich. Als miteinander verbundene Gründe für den Schritt des Franchises auf eine weitere Plattform gab Square Enix die weite Verbreitung der Xbox 360 in westlichen Regionen an, wo man den eigenen Erfolg in naher Zukunft
weiter ausbauen wolle. Von daher lag es auch nahe, Final Fantasy in Japan weiterhin exklusiv für die PlayStation 3 anzubieten. Selbst wenn sich kürzlich für eine gewisse Zeitspanne recht viele Japaner für Microsofts Next-Gen Konsole erwärmen konnten, so hat sich doch jeder dieser Käufer mit Sicherheit vorher schon einen schwarzen Kasten von Sony ins Wohnzimmer gestellt.
Die firmentechnischen Landsmänner von Square Enix sehen die verlorene internationale Exklusivität von Final Fantasy XIII übrigens
gar nicht so aufgeregt. In ihren Augen werden Fans die Serie nach wie vor fest mit der PlayStation verbinden und sie dann auch am ehesten für diese kaufen. Ein Vorteil der PS3 Fassung dürfte höchstwahrscheinlich das Blu-ray Format sein. Noch sind die Entwickler sich
nicht sicher, ob sie das Game ohne Qualitätsverlust auf eine DVD quetschen können oder doch für die 360 auf mehreren Discs ausliefern müssen. PlayStation Fans dürfen außerdem ob der
offiziellen Nachricht beruhigt sein, dass ihre Version von Final Fantasy XIII zuerst unabhängig von der „Konkurrenzfassung“ zuende entwickelt wird. Für die Xbox 360 wird das RPG danach erst rüberportiert, beide Versionen sollen aber immerhin gleichzeitig released werden. Skurril war in diesem Zusammenhang vor allem, dass Square Enix selbst im August, einige Zeit nach der E³ Verkündung, noch gar keine Xbox 360 Entwicklerkits für Final Fantasy XIII im Hause hatte.
Microsoft zwingt Bungie zu Countdownblamage
Das ungewöhnlichste Ereignis auf Microsofts E³ Pressekonferenz war weder die Abstinenz von Peter Moore, noch die Enthüllung von Final Fantasy XIII. Viel mehr war es das Fehlen des Master Chiefs und überhaupt des Halo Franchises. Halo Wars hat man dabei nur halb vermisst, denn eigentlich war man heiß auf ein die Tage vorher heftig umspekuliertes Halo Geheimprojekt von Bungie. Dazu trug nach einigen Viralbotschaften sogar ein Countdown auf der offiziellen Website der Kultentwickler bei, der allerdings erst einen Tag nach der PK enden würde. Leider jedoch ohne Knalleffekt, stattdessen entschuldigte sich Bungie, die eigentlich geplante Enthüllung auf unbestimmte Zeit
verschieben zu müssen.
Peinlich, peinlich, aber
gar nicht mal auf dem Mist der inzwischen wieder selbstständigen Truppe gewachsen. Microsoft hatte kurzerhand entschieden, während der E³ bereits genug gute Sachen gezeigt zu haben, weswegen man sich das eigenständige Addon Halo 3: Recon
aka Halo 3: ODST bis zu einem anderen großen Event
aufsparen wolle.
Was dann schließlich ausgerechnet die japanische Tokyo Games Show
sein würde, wo bekanntlich nicht unbedingt das Xbox- und Westshooterfreundlichste Publikum anzutreffen ist. Es mag Zufall sein, es könnte auch an einem immer stärker zerrütteten Verhältnis zwischen zwei ehemaligen Erfolgspartnern liegen, aber seit der Halo 3: Recon Stallorder gibt sich Bungie in der Öffentlichkeit
keinesfalls loyal gegenüber seinem ehemaligen Besitzer aus Redmond. Multikonsolenzukunft
nicht ausgeschlossen... bei Square Enix ging’s ja schließlich auch ganz schnell. Bloß um das Halo Franchise müssen Xbox Fans sich auch dann nicht weiter sorgen. Das liegt nach wie vor bei Microsoft und dort wird intern schon eifrig an
eigenen Spezialteams für mehrere neue Projekte im beliebten Universum gewerkelt.
Mit dabei ist Community-Gottheit Frank O’Connor, der unter anderem auch als kommunikatives Bindeglied von Bungie fest zum Publisher gewechselt ist.
Nintendos E³ Pressekonferenz
Eigentlich reicht schon diese Überschrift alleine, um alles gesagt zu haben. Eine fast schon
entschuldigend wirkende Dankeskarte hatten sich die Anwesenden bei Nintendos E³ 2008 Pressekonferenz jedenfalls redlich verdient, denn selbst eingefleischte Wii Fans kamen nicht drum herum, die Veranstaltung als einen Tritt in die Gameten eines jeden echten Gamers und eigentlich auch aller treuen Nintendo Fans zu empfinden. Die folgenden Auszüge aus unserem
süffisanten Live Ticker sollten den Skurrilitäts- und Enttäuschungsfaktor der Show auf alle Fälle herrlich zu belegen wissen:
- „Technomusik... ah, jetzt kommt ein Lifestyletrailer mit Menschen die beim Wii und DS Spielen glücklich sind. Sie lächeln sogar. Sie zeigen Emotionen, sie sind... es ist alles so verdammt menschlich und natürlich! Ich bin gerührt ob dem, was ich da gerade sehe.“
- „Am Ende des Filmchens hat Nintendo versprochen die Welt am Lächeln zu halten. Gleichzeitig erklärt Cammie Dunaway uns, dass sie irgendein Problem mit ihrem Gesicht hat.“
- „Ach ne, sie kann nicht aufhören immer zu lächeln, weil der Job bei Nintendo angeblich so geil ist. Sie hat auch gesagt, dass sie nicht Reggie ist. Nur um sicher zu gehen. War auch gut so, wir hatten uns nämlich auch erst verguckt.“
- „Nach einer lauschigen Snowboardgeschichte aus Camm's Life, kommt Shaun White, um sein Snowboardgame auf der Wii zu spiel.. zock...wackeln. Er sagt, es macht Spaß. Er sagt das Balance Board macht alles besser und erweitert den Spielspaß. [...] Und... und... dann macht Camm auch noch ein paar Moves, während sie nackte Haut zeigt. Nackte Haut die Tarantino gefallen würde, es sind nämlich ihre Füße.“
- 18:18: "Es ist 18:18 Uhr!“
- „Niemand spricht mehr von Grafik, Gameplay steht im Vordergrund. Jaaaaaaa... ist eine Meinung.“
- „Beim Angeln in Animal Crossing fängt man jeweils andere Fische, je nachdem welche Jahreszeit gerade vorherrscht. Das... ist... überwältigend!“
- „Reggie enters the stage! IT'S PARTY TIME!”
- 18:32: “Wie er Lifetimesales ausspricht... genau so episch wie es das Wort verdient. Und seine Handhaltung, die Performance ist wahrlich ein typischer Fils-Aime! Und jetzt gerade ist er unser Freund geworden! Beim Auffahren von laaangweiligen Langweiligerstatistiken, sagt er 'Ich verspreche euch, ich mache das kurz!' That's the spirit!”
- 18:38: "Er hat gelogen."
- "Wii MotionPlus kennt ihr ja schon aus unseren News, mit dem Zusatz macht die WiiMote endlich das, was wir uns nach den ersten Ankündigungen eigentlich darunter vorgestellt hatten!"
- "Junge, Junge, jetzt macht Reggie 'nen Schwertkampf gegen Cammie... sie nennen ihn den 'Reggienator'. Sagt Reggie selber."
- "Beim zweiten mal hat der Witz nicht mehr gezogen, über den 'Cammienator' lachen nur noch die Nintendoköpfe auf der Bühne."
- "Miyamoto spielt auf der Wii Remote Flöte, sein Mii ahmt ihn auf dem Screen nach. DAS ist Entertainment!"
- "Aber so, wie das jetzt gerade erklärt wird, kapieren wir die Spielmechanik nicht. Man bewegt die Wii Controller als würde man ein echtes Instrument spielen und egal was man macht, es kommt ein gutes Lied dabei raus?
- 19:13: "VORBEI?!?!"
- 19:15: "VOOOOORBEI?!?!??!!?!"
Ok, die Highlights World at War für die Wii und GTA für den DS haben wir hier ausgespart, aber die Zusammenfassung gibt das gefühlte Gesamtbild der PK schon mehr als naturgetreu wieder.
Xbox 360 in Japan ausverkauft?!
Was
am 07.08. als
Ehrentreffer begann, entwickelte sich zu einem beachtlichen kleinen Strohfeuer. Den Anfang einer wahren Anomalie auf dem japanischen Markt machte Tales of Vesperia, ein Xbox 360 Exklusivtitel, für den die Leute nach langer Zeit mal wieder Schlange standen. Das RPG schaffte es sogar, Blue Dragon als erfolgreichstes Spiel innerhalb der ersten sieben Tage abzulösen und gleichzeitig die Konsolenverkäufe merkbar anzukurbeln.
Der Ausverkauf aller Xbox 360 Modelle im wahrscheinlich größten Elektronikkaufhaus der Welt sollte dann nur ein Vorzeichen des Wochenergebnisses sein, das die Xbox 360 seit langem mal wieder
gut dastehen ließ. Was heißt gut, mit 24 962 Exemplaren sogar weit vor der PlayStation 3 mit 9 673. Aufgrund von, man glaubte es kaum, Lieferschwierigkeiten hüpfte die Xbox 360 dann zwar wieder fix
auf den letzten Platz der Hardwarecharts zurück, jedoch nur um genau so unerwartet wie zuvor mit einem Knall
an die Gesamtspitze (26 182) noch vor der Wii (27 057) zu hüpfen (auch wenn sich die Quellen da
nicht ganz exakt einig sein wollten). Das kam wieder nicht von ungefähr, kurz vorher hatte Microsoft den Preis der Next-Gen Konsole in der neuen Premium Ausgabe mit 60 GB Festplatte von 50 000 Yen auf 29 800 Yen
beachtlich reduziert. Hinzu kam eine große Werbekampagne zu Square Enix’ neuem Exklusivrollenspiel Infinite Undiscovery, das die Xbox 360 folglich
weiterhin temporär vor der PlayStation 3 positionieren konnte.
Die Erfolgssträhne schien auch bis zur Tokyo Games Show im Oktober noch anzuhalten, wo Microsoft mit dem Schwung der jüngsten Chartplatzierungen
hervorragende Umfragewerte unter den Spieleentwicklern einheimsen konnte. Leider hat es Microsoft abseits von einzelnen Rollenspielgames japanischer Entwickler
nicht geschafft, sich
auch Softwaremäßig ernsthaft in den Hitlisten der Heimat von Sony und Nintendo zu etablieren. Nach The Last Remnant klafft nun aktuell wieder ein Nachschubloch an für diese Region intressanten 360 Titeln und so pendelte sich die westliche Konsole jüngst auch
wieder am unteren Ende der Hardwarecharts ein (360: 7 983 / PS3: 17 448). Die Redmonder sollten durch die kurze Sternstunde aber
begriffen haben, was für Titel sie im Übermaß brauchen, wenn sie mit der inzwischen auch in Japan günstigsten Next-Gen Konsole demnächst die fast erreichte eine Million Marke knacken wollen.
R.I.P. Ensemble Studios
Man musste schon 13 mal auf den Kalender schauen, ob schon wieder 01. April ist, sich sieben mal kneifen, um sicherzugehen nicht bloß einen Albtraum zu haben und dann... dann hat man sich einfach nur noch gefragt:
„Warum?“ –
Am 10. 09. erfuhr die Videospielewelt, dass Microsoft die Ensemble Studios nach Fertigstellung von Halo Wars dicht zu machen plant. Die Age of Empires Macher (die Serie verkaufte sich insgesamt mehr als 20 Millionen mal, spielte über $700 000 000 ein) wurden von der Nachricht genau so eiskalt überrascht wie wir und eine plausible Erklärung haben sie von Microsoft bis heute
nicht bekommen. Und mit
„plausible Erklärung“ meinen wir nicht die
grob umschriebenen Wirtschaftshintergründe, welche der Publisher mehr als nur einmal zu dem Thema verlauten ließ.
Bei Ubisoft spekulierte man, die schlechte Entwicklung des PC Marktes könne zu der schockierenden Entscheidung geführt haben, doch mit Halo Wars und einem
vor kurzem geleakten Halo MMO Prototypen war Ensemble bereits seit längerem auf Konsolen fixiert. Zumindest gehen wir davon aus, dass es sich bei dem frühzeitig gecancelten Massively Online Game im Universum des Master Chiefs keinesfalls nur um eine PC Entwicklung gehandelt hat. Mysteriös war dann auch die Meldung eines Games for Windows Kopfes, der
eine Fortsetzung der Age of Empires Serie bei Microsoft versprach. Etwa ohne Ensemble? Zwar sollen so viele Ensemble Mitarbeiter wie möglich bei den Redmondern in anderen Teams
integriert werden, viele der Betroffenen schließen sich aber lieber einer unabhängigen Neuformierung des Ensemble Kerns (
ohne Bruce Shelley) an. Die hat Microsoft derweil übrigens wieder unter Vertrag genommen und zwar für die Pflege sowie DLC Belieferung von Halo Wars nach Release.
„Hallo. Das hier ist der neue Nintendo DS und in einem Monat gibt’s den zu kaufen.“
Beim Biertrinken liegen Japaner meist als erste unterm Tisch, manchmal ist es aber auch von Vorteil bei etwas ziemlich fix zu sein. Zum Beispiel bei der Veröffentlichung neuer Hardware. Hier hat Nintendo mit dem DSi wahrscheinlich einen neuen Weltrekord aufgestellt.
Abgesehen von
kurzfristigen Leaks, denen man selbst als Onlinejournalist noch nicht so recht trauen wollte, schafften es die Japaner, ihre neue Version des Handhelds
relativ überraschend anzukündigen und gleich am 01. Tag des folgenden Monats (November) in japanischen Regalen bereit zum Verkauf stehen zu haben. Obwohl die (im Vergleich zum DS Lite) 12% leichtere und 2,6 Millimeter kleinere Handheldvariante mit eingebauter Kamera, MP3 Funktion, Webbrowser und weiteren neuen Features eine
kürzere Akkulaufzeit hat als ihre Vorgänger und Sony dem Gerät
keine Zielgruppe jenseits der 12 Jahre zutraute, legte der DSi
einen Start nach Maß hin.
Am 05.12. vermeldeten wir sogar schon das Erreichen der Marke von 500 000 verkauften Exemplaren. Einziger Wehmutstropfen: Bei uns lässt der lifestyligere DS noch immer auf sich warten und das
"bis höchstens Ende Sommer 2009".
Enthüllung des schlechtgehütetsten Geheimnisses der Branche: Neues KotoR wird ein MMO
Zum ersten mal tauchte KotoR 3
in einem EA Analystenbericht auf, damals sogar gleich in Zusammenhang mit einem MMO Geheimprojekt. CEO John Riccitiello war dann so freundlich,
am 18.07.2008 zu bestätigen, dass es sich dabei eigentlich um
ein und dasselbe Spiel handelt. Einfach so. Lustig war dann
bis zur offiziellen Verkündung, dass BioWare, LucasArts und Electronic Arts ihr Scharadespiel fröhlich weiterbetrieben und ungeachtet Riccitiellos Aussagen so taten, als sei ihr The Old Republic ein wahnsinnig gut gehütetes Geheimnis. Man sollte sich das in etwa so vorstellen, als habe der Imperator die Pläne des Todessterns samt Schwachstelle so ganz beiläufig vor allen Vertretern des Universums im galaktischen Senat ausgeplaudert, dann aber später mit seinem ganzen Imperium wieder so getan, als existiere die Raumstation gar nicht. Um das noch zu toppen, feiert er das Erscheinen der Megawaffe dann sogar noch fröhlich mit Moff Tarkin vor den Alderaanern, als sei ihnen damit eine tückisch geplante Überraschung gelungen. –
„Ich spüre eine Erschütterung der Macht. Es ist, als schreien Millionen gleichzeitig lachend auf, weil sie ihren Planeten in langer Vorbereitung mit einem gigantischen Laserspiegel umhüllt haben.“, hätte Obi-Wan in diesem Szenario dann wohl gesagt. – Dass The Old Republic der Ersterscheinungsplattform des Franchises den Rücken kehrt und
einzig für den PC erscheinen soll, hat dabei übrigens genau so viele Fans enttäuscht wie auch alle Computerspieler, die sich lieber ein klassisches solo Abenteuer gewünscht hätten. Die Ziele des MMOs derweil sind keine geringeren als
World of WarCraft zu stürzen. Klar, ein George Lucas
fürchtet sich vor gar nichts (
außer den wütenden Indy Fans in der AreaGames Redaktion, wenn sie ihm mal über den Weg laufen sollten...).
Finanzkrise erreicht Spielebranche: Auch die Großen müssen handeln
Zum Thema
"Weltweite Finanzkrise erreicht Spielebranche" brauchen wir erst gar keine großen Worte zu machen (trifft sich gut, denn uns geht auch so langsam die Puste aus...), da sprechen Überschriften alleine schon mehr als für sich:
Nicht jede News dieser zufälligen Auswahl aus dem jüngsten Zeitraum mag direkt auf das freudige Fallen der inernationalen Börsenkurse zurückzuführen sein, Meldungen dieser Art in der Häufigkeit sind allerdings gerade zu Weihnachten alles andere als normal und deuten schon deutlich auf die besagte Krise hin, was
dieser Artikel hier weiterführend mit Zahlen belegt. Zum textlichen Abschluss unseres "skurrilen" Jahresrückblicks mit facettenreichen Storys aus verschiedensten Ecken der Industrie heißt es noch lange nicht, das Ende der AreaGames Fahnenstange für 2008 sei erreicht. Nach dem unten eingebauten Clip zum gleichen Thema folgen die nächsten Tage über regelmäßig weitere Specials unserer Rückblickreihe. Dann aus anderen Genres, mit anderen Schwerpunkten und wie immer mit frischem Videobeitrag. Wir sind naturgemäß dabei und ihr hoffentlich auch!
Kommentare (15)
Shoap
Trotzdem muss ich ein bisschen klugscheißen. Zum einen ist nicht nur der Name "Games Convention" von der Leipziger Messe geschützt, sondern "GC" in dem Zusammenhang auch. GC - Games Convention heißt das gute Stück wohl. Zum anderen ist die Games Com nicht, wie im Video gesagt im September, sondern wurde in den August (19. - 23.) verlegt, eben weil Branchenriesen wie Media-Saturn sonst nicht gekommen wären.
Und damit die Kritik in Lob verpackt ist: Der Nintendo Live-Ticker war einfach geil. Musste gerade wieder Lachen als ich die Auszüge gelesen hab und hab mir dann das ganze Stück nochmal durchgelesen.
Und abschließend: Daniel, ich bitte dich, aber Köln und internationales Appeal? Nene. :P
Kurisu
Nun hab' ich heut Nacht wieder Albträume ohne Ende!
Danke, Areagames! Was würd' ich bloß ohne euch machen?
Daniel Pook
Mehr internationalen Appeal als das Dorf Leipzig. :P :D Ich ändere gerade noch ein paar andere Unreinheiten am Text, schaue mir die GC Thematik dann gleich auch noch mal an. Thx für das Feedback, alleine die ganze Recherche hat mich heute wieder die Nacht gekostet. :( Aber hat sich ja schon gelohnt. :) Alleine für Kurisus Dilemma... :D
paulfect
[LeX] DirtyP2002
Vielleicht noch HD-DVD / BluRay als Thema, was ja nur bedingt was mit gaming zu tun hat. Aber der umjubelte Sieg der Blu, der dann zum Nachteil wurde, weil eigentlich keiner so richtig Bock auf HD-Datenträger hat, weil die einfach zu teuer sind. Die Preise der PS3, die das Duell entschieden hat, durch blu nur eingeschränkt gesenkt werden können und dadurch jetzt jede menge boden verliert, hat schon was von unfreiwilliger Komik.
Der damalige Blog von areagames war zu 10000 % meine Meinung und er ist ja auch wahr geworden. HD-DVD / BluRay, die verlorene Generation. Wenn den jetzt liest ist das fast wie n Blick in die Glaskugel
[LeX] DirtyP2002
http://www.areagames.de/artikel/detail/AreaBlog-Die-verlorene-Generation-HD-DVD-und-Blu-Ray/4001 5
Gerg
vor allem der live-ticker von nintendo...sehr geil^^
Eastwood
Blu-ray verlorene Generation? Unpassender Zeitpunkt dieses Spruchs, nachdem grad die Dark Knight Blu-ray alle Rekorde knackt!
Guck dir mal in UK die Preise ein, dort kostet jeder neue Blu-ray schon unter 20 EUR, nicht so wie bei uns! Ist nur ne Frage der Zeit, bis Blu-ray die DVD ablöst! Auch die DVD hat nicht über Nacht die VHS abgelöst!
Gegen die Bild und Tonqualität einer Blu-Ray hat die DVD null Chance!
HD feat. Blu-ray FTW!
[LeX] DirtyP2002
Eastwood
Außerdem hat ne Blu-ray bis zu 50 GB, selbst wenn man DSL 16.000 hat dauert der Download ne ganze Weile!