Borderlands
17:04 Uhr - Klingt es besonders vielversprechend, wenn ein Spiel mitten im Entwicklungsprozess und gar nicht so fern vom angepeilten Release seinen kompletten Grafikstil ändert? Nimmt man Team Fortress 2 als Beispiel, dann durchaus! Gearbox' Borderlands vollbrachte genau ein solches Kunststück einige Monate vor der jüngsten E³ ebenfalls: Das zuvor eher traditionelle "Sci-Fi"-Optikdesign wurde nach dem Vorbild von Valves-Multiplayerhit aus heiterem Himmel von einem Comic-Look abgelöst. Wir wollen in unserem Test nun einen Blick darauf werfen, ob der Shooter/RPG-Hybrid auch abseits des Visuellen mit seiner ungewöhnlichen Mischung überzeugen kann.
Eine "Brute Force"-Truppe...
Schauplatz des Sandboxabenteuers ist die weitesgehend von Piraten und sonstigen Outlaws überrante Welt "Pandora". Sie wurde einstmals von Menschen kolonisiert, als die Zeiten noch friedlich waren. Spätestens nach der Entdeckung einiger Hinweise auf die tatsächliche Existenz einer sagenumwobenen Alien-Schatzkammer änderte sich dies jedoch und der Abschaum des Universums versammelte sich an Ort und Stelle, um auf Hatz nach Ruhm, Macht und unermesslichem Reichtum zu gehen. Zusätzlich zum Piraten- und Monsterproblem, das es wohlbemerkt schon vorher gab. Euch verschlägt es in diese konflikterfüllte Welt, mit ihren zahlreichen Fraktionen, als etwas ehrenvollerer "Vault Hunter" (hat nichts mit Fallout zu tun...), einer Art Söldner mit Fokus auf Schatzjagd, wobei ihr euch zu Anfang des Spiels zwischen vier unterschiedlich ausgerichteten Charakteren entscheiden müsst. Die zur Auswahl gestellten Klassen bieten jeweils vier einzigartige Skill-Trees mit eigenen Fähigkeiten, können ungeachtet dessen aber den Umgang mit jedem Waffentyp erlernen, indem man sie einfach häufig zum Einsatz bringt. Entsprechend spielen sich die optisch nur anhand eines Farbschemas anpassbaren Figuren auch nicht so ganz dramatisch unterschiedlich. Für Koopspieler (bis zu vier Teilnehmer online, im Splitscreen bis zu zwei) bietet es sich aber selbstverständlich trotzdem an, unter Absprache jeweils andere Kampfarten in den Fokus zu nehmen, im RPG-Stil freigespielte Kräfte miteinander zu kombinieren und gefundene Waffen entsprechend untereinander aufzuteilen. So stellt der Soldat dann z.B. Geschütztürme auf, welche der Sanitäter per Upgrade in Heilstationen für die ganze Truppe verwandelt. Während die rustikaleren Typen zudem an der Front richtig austeilen, schießt ihr Unterstützungskollege ihnen mit Spezialmunition Lebenspunkte in den Rücken. Oder... wo auch immer sie es sonst gerade hinhaben wollen. Auch die Sonderfähigkeit der Spionin, kurzzeitig in einer Phasenwelt wandeln und Gegner so mit unvorhersehbaren Angriffen von Hinten ins Verderben stürzen zu können, sind ohne Frage nette Skills, die häufig ihre Verwendung finden. Dass derer abseits von üblichen Bonusmodifikatoren (besser Zielen mit Waffe X, mehr Schaden bei Kopftreffern,...) insgesamt aber nur ziemlich wenige vorhanden sind und der Griff zur Schusswaffe in jeder Situation die beste Wahl ist, sich die unterschiedlichen Klassen beim Ballern jedoch kaum differenziell anfühlen, beraubt Borderlands um ein tiefergehendes RPG-Feeling. Andererseits bietet es dadurch aber auch von Anfang bis Ende ein sehr zugängliches Erlebnis, das sich nie besonders lange mit Zahlenmenüs oder komplizierterem Taktieren aufhält. Zum Unmut von Freunden hochwertiger Geschichtenkost allerdings auch nicht mit packendem Storytelling. Die große Rahmenhandlung des Spiels lässt sich zwischendurch nur fragmentweise mal kurz blicken und wirkt in diesen Momenten dann fast wie ein unnötiger Störfaktor.
... unterwegs in einer "Oddworld"...
Der Anfang von Borderlands führt euch in die von Gangstern bevölkerte Stadt Firestone. Eigentlich ist es hier bloß eure Aufgabe, etwas aufzuräumen und anschließend im Umland den Kopf der Bande zu töten. Aber ganz gemäß einer wichtigen Lektion aus dem Ausbildungshandbuch der Men in Black steckt hinter jedem Kopf mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein weiterer und so ist dieser Ausflug in ein mit Ladezeiten vom Hauptgebiet abgetrenntes Einzelareal nur der Anfang einer sich immer schneller über euch ergießenden Questflut. Um für die 25-30 Hauptmissionen gerüstet zu sein, bietet sich fortlaufend das Aufleveln und Itemsammeln via etwa 130-140 optionaler Nebenaufträge. Über mangelnde Arbeit kann man sich in Borderlands also nicht gerade beschweren, wie Arbeit fühlt sich der Aufenthalt in Pandora dabei jedoch auch wirklich oft an. Den Großteil der Aufgaben stellen "Bringe mir X Objekte"- oder "Töte mir X Feinde"-Aufforderungen dar, wobei Standardkämpfe den Alltag darstellen und weder die Kulissen noch die Missionsverläufe nennenswerte Highlights aufbieten können. Mir ist bewusst, dass manch ein auch von mir geliebtes Erfolgsspiel nach dem gleichen Schema arbeitet. Borderlands sorgt im Vergleich aber mit zu vielen Leerlaufmomenten dafür, dass ich das Abarbeiten der nüchtern präsentierten Jobs - trotz Sammelfiebers und Auflevelmotivation - nach ein paar Stunden oft schon sehr müde werde. Hauptverantwortlich dafür sind die mit dem Spielfortschritt stetig größer werdenden Strecken zwischen Auftraggeber und Missionsgebiet, die mich oft wiederholt durch die gleichen öde designten Levelteile schicken und mir dann an Ort und Stelle nichts als neuplatzierte Feinde zu bieten haben. Die farblich und was die Hauptwaffe angeht anpassbaren Fahrzeuge des Spiels straffen die lahmen Wanderungen nur bedingt erfolgreich. Abgesehen von der fummeligen Vehikelsteuerung ärgert man sich häufig darüber, dass die Gefährte regelmäßig auf unnatürliche Weise an Levelobjekten festhängen bleiben und man dann doch wieder zu Fuß weiter muss. Immerhin erlauben vereinzelt aufgestellte Teleporterstellen einen Schnelltransport von Großgebiet zu Großgebiet. Das gesamte Spielareal stellt eine frei begehbare Welt dar, die einem ihre gesamte Größe allerdings erst im Laufe des Storyfortschritts eröffnet und die von Natur aus eine Schlauchlevelartige Struktur voller enger Pfade und Abzweigungen darstellt. Mehr in Richtung Red Faction oder Fable, weit entfernt vom Umfang eines Fallout 3s. Außer einzeln an markanten Punkten platzierten Waffenkisten und überall zu findenden, weniger interessanten Standardbehältern bietet Pandora keinerlei Anreiz zum eigenen Erkunden abseits der Missionswege. Der Spielverlauf ist fest strukturiert, eigenmotivierte Ausflüge lohnen nur zum Geldsammeln (Shops bieten Waffen, Support-Items, Heilung,...) und Erfahrungspunktefarmen. Während Borderlands damit eher Spaß nach System zu bieten hat, schafft es ein auf durchgeknallt getrimmtes Ambiente doch erfolgreich, ein Gefühl der Seelenlosigkeit zu bekämpfen. Endzeitpunks, ein oft unfreiwillig zum Brüllen komischer Roboter, zutiefst bizarr-abgedrehte Questgeber/Endgegner und manch ein merkwürdiges Straßenschild laden ab und zu zum Schmunzeln ein und vermitteln durchaus angenehme Lockerheit beim Zocken.
... gemalt mit mehr als "XIII" Zeichenstrichen...
Je nachdem in welches der großen Teil-Areale es euch verschlägt, werdet ihr auf Pandora in von Grund auf unterschiedlich gestalteten Landschaften umherschreiten. Einer wüstenartigen Gegend mit Felsdominanz folgt ab dem zweiten Akt eine Art überdimensionierte Müllhalde, hinter der ihr letztendlich in verschneite Alien-Landschaften vordringt. All das wird wie gesagt, nach einem kompletten Re-Design mitten in der bereits fortgeschrittenen Entwicklung, im zeichentrickartigen "Cel Shading" auf den Bildschirm "gemalt". Der bunte, helle Look des Ganzen ist weit entfernt von einem bloßen "Fallout 3 mit besserem Wetter". Tatsächlich schaff es Borderlands damit auch, ein (gerade im Shooterbereich) sehr individuelles Gesamtbild zu erzeugen. Das ist es natürlich, was in erster Linie zählt. Trotzdem muss man bei genauer Betrachtung anmerken, dass Gearbox mit der Umstellung auf den Zeichentricklook vor allem gekonnt davon ablenken, dass ihre Spielwelt voller glatter, effektloser Flächen und relativ detailloser Gestaltung steckt. Physikeffekte sind rar gesät. Nicht mal Flaschen lassen sich zerschießen, bewegen tut sich höchstens mal ein großes Windrad im Hintergrund. Die charaktervoll gezeichneten Figurenmodelle überzeugen zwar vom Grundaussehen her, haben allerdings oft nur rudimentäre Animationen zu bieten. Aber was soll's! Das immer wieder interessant wirkende "Cel Shading" macht die einfallslose Umgebungsgestaltung wett und sehr schöne Schattenwürfe lenken von manch einem fehlenden "Next-Gen"-Grafikeffekt ab. So sieht Borderlands unterm's Strich sogar ganz gut aus. Schade, dass die eintönige Musikuntermalung mit ihren vorwiegend entspannenden Klängen eine Art müde machende Wirkung vorweist. Viel zu selten rütteln einen auf Soundseite die erfreulich gut ausgewählten Synchronstimmen wach, denn in den standardmäßig per Textfenster präsentierten Questlogs hat man es meist nur mit immerhin hervorragend ins Deutsche übersetztem Lesestoff zu tun. Was Versionsunterschiede zwischen Xbox 360 und PlayStation 3 angeht, findet ihr hier die geeignete Videonews zum Selbervergleichen. In meinen Augen sehen alle drei Fassungen im Grunde identisch gut aus, selbst wenn PC-Spieler mit entsprechender Hardware als einzige auf manch einen Framerate-Einbruch im fortgeschritteneren Spielverlauf verzichten dürfen.
... plus "Diablo"-ischem Sammelspaß?!
Wer einfach nur nach einem neuen Shooterspaß mit schweißtreibenden Feuergefechten auf einem "Sci-Fi"-Planeten sucht, der warte lieber auf Lost Planet 2 oder James Cameron's Avatar. Borderlands mag eine Ego-Perspektive und direkte Ballersteuerung zu bieten haben, hinter jedem Schuss werkelt allerdings ein konsequent angewandtes RPG-Punktesystem. Ob und wie viel Schaden ihr bei welcher Präzision anrichtet liegt also ganz an den Stats eures Charakters im Vergleich zu denen des anvisierten Gegners, was reinen Shooterspielern definitiv zu starr vorkommen wird (der ein oder andere wird dies bereits in Fallout 3 so empfunden haben). Auch die Gegner-"K.I." sollte man nicht unbedingt an gehobenen FPS-Standards messen. Sie erinnert mit ihrem nur rudimentär klugen, meist offensiven Verhalten an typische Muster aus "Hack'n'Slay"-Games wie Diablo, die ganz offensichtlich Konzeptvorbild für den Genremix von Gearbox waren. Am deutlichsten merkt man das am essenziellen Looten. Auf Zufallsbasis hinterlassen getötete Gegner nämlich nicht bloß Munition oder Standardwaffen, sondern auch speziellere Sondergegenstände oder Unique Weapons. Ein entsprechend eingefärbter Lichtstrahl gibt aus der Ferne schon Auskunft darüber, wo etwas einsteckbares auf dem Boden liegt und wie wertwoll es tatsächlich ist (z.b. Grau = handelsüblich; lila = selten und geil). Im Prinzip gibt es außer unterschiedlichen Granaten eine Hand voll Grundwaffen (Sniper, Shotguns, Pistolen, Maschinengewehre, schwere Geräte), die pro Gattung auf universelle Munition zurückgreifen. Ihre Variation in den Bereichen Stats und Aussehen macht es trotz der Masse an Schießprügeln, die ihr im Laufe der Zeit zu finden bekommt, für Suchtanfällige Naturen fortwährend motivierend, auch mit 'nem ausgemaxten Charakter (Level 50) noch auf Itemsuche zu gehen und die eigene Ausrüstung zu verbessern. Ein gewisser Einfluss der klassischen Dauerklick-Rollenspiele ist übrigens durchaus auch bei der zufallsgenerierten Namensvergabe eurer in der Spielwelt regelmäßig neu spawnenden Gegner zu erkennen. Monster, wie die Hunde-ähnlichen Skags, mit Bezeichnungen wie "Badass Bone Eater" oder "Awesome Fire Leader", legen gleich die Cohones auf den Tisch und sagen (bzw. schreiben) Spielern auf diesem Wege direkt ins Gesicht , was sie ihnen an Power in den Weg stellen. Eine seperate Warnanzeige stuft Feinde und Quests aber auch so schon basierend auf dem aktuellen Level des Spielers in unterschiedliche Schwierigkeitsstufen ein. Oft sind all diese Hinweise jedoch gar nicht mehr nötig, speziell wenn ein bildschirmfüllender Koloss von einem Vieh schon aus der Ferne zum Sterben einlädt. Zumindest bis die richtige High-Level Kooptruppe für solch eine Herausforderung gefunden ist. In solchen Situationen offenbart Borderlands eigentlich auch, dass man es erst mit Freunden im Team so richtig genießen kann. Die in Pandora verteilten "Deatmatch-Dungeons" seien zu vernachlässigen, kooperativ spielt die Musik und da spielt sie auch am lautesten. Ein komfortables Onlinesystem (nach jüngstem Update auch auf der PS3 reibungslos spielbar) und eine einzig durch zu viele HUD-Anzeigen leicht gestörte Splitscreenfunktion sorgen mit Plaudereien während langer Queststrecken und fixerem Vorankommen durch mehr Feuerkraft für ein merkbar aufgewertetes Spielerlebnis, während pro Extraspieler angepasste Gegnermobs sogar noch für ein spannenderes, strategisch anspruchsvolleres Kampfgefühl sorgen, das dann auch mit besseren Belohnungsfunden viel befriedigender daherkommt. Unbedingt noch zu erwähnen: Das Healthsystem von Borderlands setzt sich aus Lebensleiste und austauschbarem Energieschild zusammen, wobei sich der Zustand eures Alter Egos und seiner Kollegen nach kurzer Zeit ohne Treffereinwirkung regenerieren kann. An entsprechende Hilfsgegenstände und Fähigkeiten kommt man zum Glück relativ früh heran und so freut man sich von Anfang an genau so sehr über Schutzsysteme mit besonderen Subattributen wie über 'ne neue Superwumme. Stirbt man trotzdem mal, ist Borderlands ziemlich verzeihfreudig. Unmittelbar nach dem Ableben darf man am Boden ausblutend noch einige Sekunde lang versuchen, einen beiebigen Feind in der Nähe umzunieten. Schafft man das, wird man mit geringer Lebensenergie wiederbelebt. Andernfalls teleportiert einen das Game an den nächstgelegenen Startpunkt des Spielareals und zieht einem etwas Geld aus der Tasche, woraufhin man von da aus gleich wieder ins Getümmel stürmen darf.
Pro und Contra
- + Cel Shading mit angenehm hellem Look
- + Vier Helden mit eigenen Skilltrees...
- + Waffen, Items und Quests in Massen...
- + Aufleveln und Sammeln als Hauptmotivatoren
- + Spielwelt übersichtlich strukturiert
- + Blüht erst im Koopmodus richtig auf
- + Toll übersetzt und synchronisiert
- + Charaktermodelle haben Stil
- + Tolle Idee: Wiederbelebungs-Kill
- - Pandora fehlt noch eine packende Geschichte
- - ... aber nicht nur optisch zu wenig Anpassungsoptionen
- - ... Aufträge meist nur rudimentäres Abarbeiten
- - Öde Laufwege als Hauptlangweiler
- - Entsprechend nichts für Entdeckernaturen
- - Fahrzeuge wirken unausgegoren designt
- - Musik ist klasse... zum Einschlafen
- - Kulissen dagegen einfallslos gestaltet
Suchtmittel-Zutaten gefunden, richtige Mischung gesucht!
Die AreaGames-Wertung von Borderlands wird für einige Leser bestimmt eine kleine Enttäuschung darstellen, besonders wenn sie selber in der Summe richtig viel Spaß mit dem Game haben. Es handelt sich dabei wohl vor allem um Freunde umfangreicher Sammelorgien, suchtentfachenden Auflevelns,... in erster Linie aber um Freunde mit Freunden. Und da die in den vergangenen Monaten nicht unbedingt rekordverdächtig viel (überzeugenden) Nachschub für ihre Gelüste geliefert bekommen haben, Gearbox mit dem Shooteransatz und hellem Comiclook sogar gehörig individuellen Wind in ihr Game reinpusten, überwiegt vor allem erst mal die Freude darüber, dass ein solches Spiel nun überhaupt herausgekommen und sogar ziemlich gut geworden ist. Und die Freude ist auch ganz auf meiner Seite! Nachdem ich die Previewversion noch größtenteils alleine erkundet hatte, entsprechend eine große Portion Langeweile meinen Ersteindruck trübte, konnte mich die Vollversion nun im Koopmodus weitaus mehr begeistern. Schon zu zweit kommt man schneller voran, hat mehr harte aber schaffbare Kämpfe gegen stärkere Feinde zu bewältigen und kann die, nach meinem Empfinden definitiv trotzdem noch vorhandenen, zäheren Momente von Borderlands alleine schon auf kommunikativem Wege mildern. Wer also gedenkt, sich den Titel als Solo-Vergnügen zuzulegen, sollte sich den Kauf lieber zwei mal überlegen. Wer ein packendes Rollenspielerlebnis mit Story und viel Erkundung oder gar einen Vollblutshooter erwartet, mache sogar einen größeren Bogen um Gearbox` neustes Werk. Braucht ihr dagegen mit eurer Zockertruppe die halbjährlich lebensnotwendige Dosis massig auf euch einprasselnder Loots und unzähliger abzuarbeitender Quests für auflevelbare Charaktere und seid die üblichen Fantasy-Isoperspektiven der ganzen Sacreds oder kühlen Dungeons der Too Humans da draußen leid, muss Borderlands dieser Tage praktisch eure erste Wahl sein. Ich kann es empfehlen, es macht unter den genannten Bedingungen auch sehr viel Spaß,... aber trotzdem habe ich von Spielstunde zu Spielstunde mehr das Gefühl, dass Gearbox damit auch viel Potenzial verschenkt haben. Übliche Schwächen von Spielen dieser Art sind in Borderlands zu spürbar ausgeprägt, während die typischen Stärken zwar größtenteils vorhanden sind, aber in keiner Hinsicht die nötige Genialität aufweisen, um alles Störende zu überschatten und mich im Folgeschluss komplett zu fesseln. Spiele ich trotz der genannten Designschwächen weiter? Ja, der Grundspielspaß und das Ambiente rufen mich gerade nach längeren Pausen an den Bildschirm zurück, selbst wenn ich nach ein paar Stunden oft wieder genug habe. Borderlands lässt mich vor allem mit dem guten Gefühl zurück, dass ein potenzieller Nachfolger absolut das Zeug dazu hätte, die Suchtwirkung der in dieser Hinsicht weiter ungeschlagenen Meilensteine World of WarCraft und Diablo II zu erreichen. Dann aber eben mit dem großen Trumpf, in einem hervorstechend individuellen Spielsetting stattzufinden.
DLC-Nachschub schon bald!
Am 16. Oktober präsentierte uns mit Gearbox mal wieder ein Entwicklerteam bereits einige Tage vor Release des eigentlichen Spiels erste Infos, den Preis und sogar Screenshots eines verdammt früh erscheinenden DLC-Pakets. Irgendwann nach dem 23. Oktober (da kam das Hauptspiel für Konsolen raus) und definitiv noch dieses Jahr erwartet uns die Downloadinsel The Zombie Island of Dr. Ned für Borderlands. Die unten auf drei Screenshots gezeigte Umgebung samt Zombiefeinden soll 800 MS Points bzw. $9,99 kosten. Weitere Details folgen gewiss bald auf AreaGames.de und natürlich auch im zugehörigen Forum, in dem ihr nach wie vor unser detailreiches Q&A über Borderlands findet!
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Kommentare (26)
Saibot
Trotzdem, guter Test! ;)
seVn fiRe
BullsEye1977
Dr4g0nfir3
Gabs sowas nicht auch schon in irgend einem Hitman? Ich erinnere mich da schwach an ein ähnliches Feature...
@Borderlands: Ein interessanter Titel. Vielleicht mal irgendwann als Schnäppchen, aber zur Zeit sind einfach zuviele hochkarätige Titel erschienen, oder noch im Anmarsch, um sich noch mit so etwas zusätzlich zu belasten.
Wahrscheinlich läufts aber darauf raus, dass wenn ich Zeit und Geld für Borderlands hätte, id's Rage in greifbarer Nähe ist und der Titel unter "Wollt ich schon immer mal spielen, bin aber nie dazu gekommen" eingeordnet wird, wie so viele andere Spiele in letzter Zeit.
farrellybrother
Ob das Gameplay letztlich mit der Optik mithalten kann, wird sich zeigen...
Brick
Die 7 kann man vertreten, wenn man den Coop außen vor lässt. Nimmt man ihn dazu (oder sieht das Spiel als reines Coop-Spiel), müsste man ne 8 draus machen!
Kurz noch zum "Auto-fahrn": Ich fahr gern durch die Landschaft und bleib eigentlich nicht oft irgendwo hängen. Außer ich versuch durch ein Gegener-Dorf zu fahrn... :)
Eisenfaust
Eisenfaust
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