Captain America - The First Avenger
Nachdem ich bereits in der Videospiel-Umsetzung als Captain America in einem bayerischen Bergdorf für Ruhe gesorgt habe, steht nun der Film auf dem Prüfstand. Captain America - The First Avenger ist die neueste Verfilmung einer Marvel Vorlage und als Feindbild müssen zur Abwechslung mal wieder die bösen Nazis herhalten.
Nächstes Jahr kommen die Rächer ins Kino. Diese bestehen unter anderem aus Captain America, Iron Man, Thor und Hulk. Da jeder von ihnen in einem separatem Film vorgestellt wird, dreht sich das neueste Machwerk um den amerikanischen Superhelden Captain America.
Verfilmt von Joe Johnston und mit Chris Evans in der Hauptrolle, reisen wir in die Vergangenheit zurück, direkt in das Jahr 1942. Es tobt der zweite Weltkrieg und viele junge Männer melden sich freiwillig bei der Armee um ihem Land zu dienen. Solch ein junger Mann ist Steve Rogers (Chris Evans). Doch leider ist Steve alles andere als der typische Soldat. Klein und schmächtig wird er bei jeder Gelegenheit verprügelt und ist der klassische Außenseiter. Leider wird er von der Armee ausgemustert und als untauglich eingestuft. Zum Glück wird Dr. Erskine (Stanley Tucci) auf ihn aufmerksam. Dieser arbeitet an einem geheimen Projekt, um Supersoldaten zu erschaffen. Er hat ein Serum entwickelt, welches nicht nur Muskelmasse verstärkt, sondern auch persönliche Attribute eines Menschen hervorhebt. Er sieht in Steve Rogers einen guten Menschen, der für das Richtige eintritt, ohne vorrangig Nazis töten zu wollen. Colonel Chester Phillips (Tommy Lee Jones) ist von der Idee wenig überzeugt und begeistert. Er sieht in Rogers nur den Schwächling und hätte viel lieber einen richtigen Soldaten für das Experiment. Doch das Leben ist kein Wunschkonzert und so fällt die Wahl natürlich doch auf Steve Rogers.
Das Experiment gelingt und so wird aus dem kleinen Rogers der gestählte Captain America. Er bleibt auch der einzige Supersoldat, denn unmittelbar nach Gelingen des Experiments sabotiert ein Fiesling die Anlage und klaut wichtiges Serum, welches für die Verwandlung normaler Menschen in Supersoldaten unverzichtbar ist. Johann Schmidt / Red Skull (Hugo Weaving) ist der böse Anführer einer Spezialeinheit der Nazis, die Hydra. Schmidt plant mittels des kosmischen Würfels (ein Artefakt aus Odins Schatzkammer) selber Waffen herzustellen, mit denen er eine neue Weltordnung erschaffen kann.
Doch bevor Uncle Sam den frisch gebackenen Superhelden Captain America losschickt, um die Welt vor dem drohenden Untergang zu retten, muss er sich zunächst um die Rekrutierung neuer Soldaten kümmern. So tritt er unter anderem in einem patriotischen Theaterstück auf um die Werbetrommel zu rühren. Erst als ein Freund und Kamerad von Captain America mit anderen Soldaten in Gefangenschaft gerät, tritt der Supersoldat auf den Plan. Er wird losgeschickt um die Gefangenen zu befreien.
Zahlreiche Missionen folgen, welche in kurzen Szenen gezeigt werden. Eine schnelle Abfolge diverser Actionszenen ohne Zusammenhang zeigen den Helden, wie er an der Front Soldaten zur Seite steht und die Nazis sukzessive zurückgeschlagen werden. Hier beginnt der Film zu schwächeln. Nach einem toll erzählten Anfang über die Entstehungsgeschichte Captain Americas, folgen nur noch belanglose und willkürliche Actionsequenzen. Diese sind beliebig austauschbar und stehen in keinem Bezug zur Handlung. Wie in einem Musikclip sieht man die Erfolge an der Front. Natürlich dürfen zahlreiche Uncle Sam Einblendungen und Fahnen nicht fehlen. Ist ja immerhin der Captain, der im Krieg die Oberhand behält. Wenigstens das Geschehen sieht wirklich prächtig aus. Visuell weiß der Film zu begeistern. Die Effekte sind ein Augenschmaus. Nur hinterfragen darf man das Gezeigte in keinster Weise. Das Vibranium-Schild des Captains ist nämlich ein wahres Wunderwerk. So lässt sich damit sogar Raketenbeschuss abwehren. Selbst wenn das Schild auf einem Motorrad-Lenker montiert ist und bei voller Fahrt beschossen wird, fährt der Captain weiter als ob nichts gewesen wäre. Ebenfalls unerklärlich ist, wieso das Schild einmal geworfen, immer wieder wie ein Bumerang zurückkehrt. Falls in der Comic-Vorlage Gründe dafür existieren, finde ich es schade, dass diese nicht in irgendeiner Form im Film genannt werden.
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Kommentare (20)
tslarusso
Habe den Film vor 2 Wochen in Las Vegas geschaut. Hatte bei 42° nichts besseres zu tun:)
Leider musste ich ihn in 3D sehen was mir schon mal die hälfte des Films kaputt gemacht hat, da ich den 3D Effekt einfach nicht mag. Ansonsten war der Film nichts besonderes. Man kann ihn sich ansehen aber das war es auch. Auf den Rückflug nach Deutschland habe ich im Flieger Thor gesehen. Dieser war jedenfalls besser. Iron Man 2 fand ich auch schon blöd, deshalb habe ich keine große Hoffnung auf the Avengers.
Johannes Krohn
Schön das ihr das Bild gewählt habt, wo die Szene zu sehen ist, in der ich für Chris Evans als Körperdouble einspringe.
Reanor
Mir fällt auf, das der Verfasser dieses Berichtes keinerlei Erfahrung mit den Captain America Comics hat, die Entstehungsgeschichte von Captain America aus den Comics ist, soweit mir bekannt ist, tatsächlich recht genau in den Film übernommen worden.
Es ist an und für sich ja kein Problem wenn man einen neutralen Beobachter hat, im Gegenteil. Aber viele Erläuterungen sind nicht ganz richtig, z.B. Cap rekrutiert nicht zum Spaß neue Soldaten, sondern sein Colonel will ihn nicht einsetzen weil er eine ganze Einheit Supersoldaten haben wollte, auch wird er nicht auf die Rettungsmission geschickt, sondern geht ohne das Wissen der Army um seinen Freund zu suchen, auch die Aneinanderreihung von Actionszenen hat andere Gründe, das sind gezielte Angriffe auf Hydra-Werke und nicht etwa heroische Kriegseinsätze gegen Nazis. Die alle in ausführlicher Form zu zeigen würde den Film 'ne Stunde länger machen, daher nur Schnipsel um zu zeigen das Cap 'ne Führungsperson ist, bzw. wird.
Vieles ist natürlich auch Vorgeschichte für den Avengers-Film (wie stand's in der TV Spielfilm, ein 2 Stunden Trailer für THE AVENGERS) und auch die Liebesgeschichte ist etwas platt (liegt vielleicht auch an der Comic-Vorlage). Aber im Großen und Ganzen trifft der Film die Story ganz gut und selbst der Humor kommt nicht zu kurz. Auch darf man nicht vergessen, es ist irgendwo immernoch 'n Fantasy-Film (daher auch etwas schwieriger mit den neuen Batman-Filmen zu vergleichen), da kann man davon ausgehen, das so ein Superheld einfach schon mal weiß wie er den Schild werfen muss, damit dieser wieder zu ihm zurückkommt. ;-)
Mein Fazit: Ich persönlich sehe den Film etwa auf Augenhöhe mit Iron Man 1+2 und vor Thor und den Hulk-Filmen. Übrigens, der letzte X-Men (First Class) ist auch im Bereich Iron Man.
P.S.
Apropos Comic-Verfilmungen:
Die ersten 3 X-Men waren mir etwas zu weit von der Vorlage weg (bis auf die Darsteller Prof. X, Wolverine und Jean Grey usw, die haben alle ganz gut gepasst), ebenso fand ich, das in den 3 Spiderman-Filmen ausgerechnet Peter Parker (Tobey Maguire) und auch MJ Watson (Kirsten Dunst) komplett falsch besetzt waren.
Was DC-Comics angeht, setzen sich die neuen Batman-Filme von Nolan eben durch die sehr realistische Darstellung von anderen Comic Verfilmungen ab (auch von Superman und Green Lantern).
salasar
Um so was vernünftig bewerten zu wollen / können muss mann die entsprechende Liebe bzw. genügend respekt dem Material gegen über aufbringen. Weil sond ist das nur über etwas schwadronieren wovon mann überhaupt keine ahnung von hat!
Angucken und scheiße finden darf jeder. Mit einer gewissen einstellung / meinung ist Kino gehen sich dann aufregen und leuten SEINE meinung aufdrücken zu wollen ist dan aber scho wieder was anderes. Grafik, Gameplay usw. kann man schon bewerten. Setting, Story , Charaktere sind dann schon wieder absolute Geschmacksache.
Hinterwäldler
"Angefangen bei einer sinnlosen Aneinanderreihung von Action-Szenen bis hin zu einer aufgesetzt wirkenden Liebesgeschichte die nicht zündet." - das wäre auch eine extrem adäquate Beschreibung für Transformers3 ;)
Goblinhead
ICh will und werde nicht gegen eine Kritik wettern, schließlich auch nur eine Meinung. Da ich mich aber auf den Film freute und diese Kritik in mir Zweifel wachrief, freute ich mich sehr über die SPIEGEL (sic!) Kritik:
"[...]So ist "Captain America" ein selbstbewusstes und cleveres B-Movie, was hier absolut als Kompliment zu verstehen ist: Johnstons Film wird vom Willen zur Unterhaltung vorangetrieben, wirkt dabei frisch und unprätentiös und beleidigt nie die Intelligenz seines Publikums. Das richtige Verhältnis von Tempo, Witz und Pathos macht den Auftritt der hier angenehm menschlich handelnden Comic-Ikone zu einem Vergnügen, das auch ohne eine Ahnung von Marvels großem Masterplan mitreißt.[...]"
Das heißt für mich dann doch "Auf in's Kino." ...in der Hoffnung irgendwo 2D Vorstellungen hier in Dresden zu finden.
By the way: THE DARK KNIGHT ist vollkommen zu recht ein erfolgreicher und hochgelobter Film. Aber mitnichten ein guter COMICfilm. Ein, zwei Batmanhefte - oder Arkham Asylum, denn das ist (trotz des derben Looks) eine sehr Figuren- & Storytreue Umsetzung - reichen aus, um das zu erkennen.
salasar
Cinema hat auch eine Top wertung vergeben. Aber auch da, das ist absolut objektiv! Auserdem sehen Comic Fanboys solche Filme sowieso mit ganz anderen Augen. (obwohl die manchmal erbarmungsloser sind als eine "normale" Kritik je sein könnte)
Turkishflavor
der film so war SOOOOOOOO SCHROTT! einfach nur MÜLL! absoluter TRASH!
tslarusso
ich verstehe immer nciht das manche meinen erst ein Diplom abgelegt haben zu müssen bevor man zu einen Thema seine Meinung sagen darf. Ich persönlich liebe Comicverfilmungen. Dabei muss ich die Comics nicht mal kennen. Denn die meißten Filme werden wie bei Spieleverfilmungen nicht unbedingt für die Leser des Comics produziert. Aber das ist an sich auch egal. Mich hat der Film nicht besonders angesprochen. Wie nahe er dabei an der Vorlage war, ist mir dabei total egal. Watchman fand ich persönlich unglaublich schlecht. Aber meine Meinung und die des Authors der News und von allen die nicht mal das Comic gelesen haben zählt auf Grund dessen ja dann nicht.
salasar