Chessmaster 11: Die Kunst des Lernens
15:31 Uhr - Oder aber die Kunst ein Schachspiel für die PlayStation Portable zu programmieren. Dieser Aufgabe hat sich Ubisoft gewidmet und bietet in ihrer Spiele für Mich-Serie allen Besitzern des Sony-Handhelds die Möglichkeit das aus meiner Sicht von Taktik an meisten geprägte Brettspiel der Welt zu erlernen. Da ich selbst, darf man eigentlich niemanden erzählen, früher viel Schach gespielt und meine Fähigkeiten als passabel einstufen würde, sollte bzw. kein anderer einen Test über diesen Titel schreiben.
Aber schwierig muss der Ubisoft-Titel ja nicht sein, immerhin wird ja die Kunst zu Lernen beworben. Anfänger dürften sich also geborgen fühlen. In einem sehr ausführlichen Tutorial bekommen sie alle Regeln erklärt, so dass man auf der nächsten Intelektuellen-Party durchaus mit Begriffen wie „en passant“ und Sprüchen wie „Springer am Rand ist ne Schand“ aufwarten kann. Leider werden weitergehende Taktiken wie Eröffnungen (sizilianisch oder französisch – die Klassiker eben) nicht näher gebracht. Profis dürften diesen Punkt also gleich überspringen, genau wie die anspruchslosen Minispielchen. Ob man nun Früchte über „Gabelangriffe“ vom Brett räumt oder Könige in einem Zug matt setzen soll, wirklich fordernd ist das nicht. Warum haben sich die Entwickler nicht mal dazu hinreißen lassen, berühmte Partien z.B. Laskers Defensiv-Leistung im Springer gegen Turm und Bauer-Endspiel zu simulieren oder zumindest über mehrere Züge den Gegner Matt zu setzen, statt nur über einen. Jedes Schachrätsel auf der Rückseite einer Tageszeitung bietet da mehr.
Wenn man es also gleich richtig angehen möchte, sucht man sich einen von mehreren Gegnern, die sich von der Spielart „Opferbereit“, „Agressiv“ und der Elo-Zahl unterscheiden. Die Kunst des Lernens berechnet anhand eurer Partien auch eure Elo-Zahl, so dass man seinen kometenhaften Aufstieg zum Super-Großmeister mit 2700 Punkten verfolgen kann. Nun, das werdet ihr bei der Schwäche der Gegner leider nicht. Dafür werdet ihr mit schlechten Animationen von Waitzkin am Bildschirmrand belohnt, der jedes geschaffte Minispiel mit einem infernalischen Jubel begleitet. Ich hoffe die Entwickler nehmen es mir nicht übel, aber der gute Joshua sieht durch diese schlechte Implemtierung eher wie ein unrasierter Penner der Affenbewegungen macht, als wie ein ernst zu nehmender Schachlehrer aus. Auch die Comic-Portraits der Gegner sind von keiner besseren Qualität. Vielleicht ist die PSP mit dem berechnen der Spielzüge schon so ausgelastet, dass sich grafisch nur etwas so Maues auf dem Bildschirm tut. Denn auch das Schachbrett wirkt sehr lieblos. Klar, so ein Brett ist nun mal Schwar-Weiß, dass weiß ich auch. Dennoch hätte man ein paar nettere Animationen oder unterschiedliche Themen einbauen können. Das hätte der grafischen Präsentation zumindest gut getan.
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