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Civilization IV: Colonization

Freitag, 19. September 2008
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14:43 Uhr - Civilization IV: Colonization ist ein Stand Alone-Addon und Remake des Klassikers „Sid Meier’s Colonization“, welches auf der Technik des Hauptspiels basiert. Zwar hält sich Entwickler Firaxis größtenteils treu an die alten Tugenden, fügt aber trotzdem ein paar sinnvolle Neuerungen ein, die gerade alte Fans wieder vor den PC locken dürften. Vor allem das Diplomatie-System wurde erweitert und intensiviert somit das strategische Spielerlebnis.

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Alte Rundenstrategiehasen neigen zu träumerischer Nostalgie, wenn sie auf das Jahr 1994 zurückblicken. Damals konnte Sid Meier’s Colonization so manch hartgesottenen Civilization-Fan noch mehr begeistern, als es der spirituelle Vorgänger ohnehin schon tat. Ein Grund mehr für Entwickler Firaxis, nach dem erfolgreichen Civilization IV ein Remake des Klassikers mit neuer Technik zu veröffentlichen. Letztere basiert natürlich auf dem Hautspiel, wurde an einigen Ecken und Kanten jedoch noch einmal weiter verbessert. Vor allem die Wassertexturen und –effekte erstrahlen in einem völlig neuen Glanz. Im Großen und Ganzen hält Civilization IV: Colonization ansonsten alle Tugenden aufrecht, die das Original beliebt gemacht haben. Als eine von vier Nationen, Frankreich, England, Niederlande oder Spanien, die jeweils über zwei Oberhäupter mit unterschiedlichen Bonuswerten verfügen, macht ihr euch Anno 1492 auf in die Neue Welt (so nannte man früher Amerika). Dort angekommen ringt ihr mit den anderen Nationen um die Vorherrschaft auf dem frisch entdeckten Kontinent, baut Beziehungen zu den Ureinwohnern auf und arbeitet schließlich auf eure Unabhängigkeit gegenüber dem Mutterland hin. Doch bis es soweit ist, muss viel getan werden.

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Begonnen wird, nachdem unser kleiner Trupp von Kolonisten endlich Land gesichtet hat, mit dem Bau einer Stadt. Im Vergleich zu Civilization tragen Schlachten nicht gravierend zum Erfolg bei, stattdessen ist die wirtschaftliche Übermacht inklusive cleverer Verhandlungen der Schlüssel zum Sieg. Wenn uns aber ein Indianerstamm, der uns anfangs mit etwas Land Starthilfe gewährte und aus dessen Bündnis wir eigentlich wertvolle Vorteile ziehen, so allmählich mit immer höheren Forderungen auf den Senkel geht, kann man auch schon mal seine kleine Armee auspacken. Damit verstummen nicht nur horrende Erhebungen, gelegentlich findet sich auf dem frisch eroberten Terrain auch ein netter Schatz. Vorrangig wird das Geldkonto jedoch aufgestockt, in dem man mit dem Mutterland oder anderen Nationen, wie erwähnt, Handel treibt. Hier sollte man darauf achten, für welche Ware man die höchsten Erlöse, z.B. auch in Form von neuen Arbeitskräften, erhält. Auf letztere sollte man stets ein gutes Auge haben, denn jeder Einwohner ist für unsere gesamte Wirtschaftskraft wichtig. Ein hoch ausgebildeter Feldarbeiter ist nicht nur produktiver, sondern kann unter Umständen auch an der Regierung beteiligt werden, um die jeweiligen Bevölkerungsgruppen zu repräsentieren. Hier erwartet einen auch das komplexe Kunststück, die richtige Balance zwischen Arbeitsmut und Rebellionswut zu finden.

Zu einem späteren Punkt des Spiels, wenn man statt einer einzigen Stadt ein ganzes Land verwaltet, kommt es nämlich, entsprechende Erfolge vorausgesetzt, zur Unabhängigkeitserklärung. Mit dieser ist man zwar von nervigen Steuererhebungen und anderen Forderungen durch das Mutterland befreit, dafür steht irgendwann eine grimmige Armee vor eurer Haustür. All diese Vorgänge laufen über das Diplomatie-System ab, das im Gegensatz zum Original nicht nur zwischen gut und böse unterscheidet, sondern nun viel ausgereifter und variantenreicher daherkommt. Hier ist dann endlich auch mal "Action" angesagt, ein paar Kriegsschiffe und Soldaten solltet ihr also spätestens jetzt ausgebildet haben. Gewinnt ihr den Krieg gegen eure ehemalige Heimat, ist das Spiel gewonnen. Und dann? Dann heißt es: Nächste Runde starten. Soziale Kontakte möglichst vermeiden. Amerika erobern. Immer und immer wieder.

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Wobei es noch mehr zu erobern gibt, als „nur“ das Festland des Kontinents, welches zu Beginn einer Partie in seiner Größe übrigens skalierbar ist. Daneben warten nämlich auch die Karibikinseln auf eine frische Verwaltung durch Menschenhand. Hier gestaltet sich der Spielablauf noch einmal ein Stück komplizierter, da die einzelnen Flächen natürlich viel kleiner ausfallen. Mit dem Stichwort „kompliziert“ wären wir dann auch beim wohl größten Manko von Civilization IV: Colonization. Für Debütkolonisten oder gar Genreeinsteiger ist der Titel, nett gesagt, unschaffbar. Zwar prahlt der Klappentext mit einem detaillierten Tutorial, welches selbst Neulinge an die Hand nimmt, während des Spielens merkt man davon aber reichlich wenig. Sobald das Schiff Land gesichtet hat und die Kolonisten festen Boden betreten, ist für besagte Spielerfraktion meist Schluss, da es außer ein paar trockenen Erklärung in Textform wenig Unterstützung gibt. Zwar kann man sich dann noch in die relativ dicke Anleitung die ausufernde „Zivilopädie“ hineinfuchsen, ob man seine Nation mit dem kurz angelesenen Wissen dann wirklich zum Sieg führen kann, bleibt aber weiterhin fraglich. Schon kleinste Fehler innerhalb der ersten Runden reichen nämlich aus, um für den Rest der Partie hinterherzuhinken.

Natürlich geht es auch im Mehrspieler wieder höchst strategisch zur Sache. Hier warten viele Optionen für Colonization-Fans, um gegeneinander anzutreten. Zunächst steht die Entscheidung an, ob man simultan oder rundenbasiert spielen möchte. Hocken mehrere Spieler in einem Raum, empfiehlt sich vor allem der Hotseat-Modus. Hier geht es der Reihe nach, der gerade aktive Kolonist setzt sich an den PC. Alternativ können die Partien auch im Netzwerk ausgetragen werden. Anders als im Original geht es natürlich auch online zur Sache, hier wählt man zwischen normalem Internetspiel oder dem eMail-Modus, wo ein Spielstand immer hin und her geschickt wird. Auch im Multiplayer sorgt Civilization IV: Colonization für ordentlich Laune und kann für lange Nächte sorgen.Insgesamt ist das große Problem des Sid Meier-Titels, dass er sich wirklich nur an die Hardcore-Fans des ersten Teils und lernwillige, frustresistente sowie mit Zeit gesegnete Rundenstrategen richtet. Für diese beiden Gruppen ist Civilization IV: Colonization ein mehr als gelungenes Remake geworden. Dafür sorgen nicht nur Neuerungen wie die hübschere Grafik, die intuitivere Bedienung sowie das erweiterte Diplomatiesystem. Es sind vor allem die alten Tugenden, die Colonization immer noch groß machen. Gerade der hohe Wiederspielwert und das süchtig machende Spielprinzip können auch nach 14 Jahren noch genauso begeistern wie damals. Danke dafür, lieber Sid!

Bewertung

Civilization IV: Colonization pc

8/10
 

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