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Clive Barker's Jericho

Donnerstag, 01. November 2007
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11:01 Uhr - Wikipedia sagt: Clive Barker (* 5. Oktober 1952 in Liverpool, Großbritannien) ist ein bekannter Schriftsteller und Regisseur des Horrorgenres. Soviel dazu. Nunmehr tritt Mr. Barker in die Fußstapfen eines gewissen Tom Clancy und setzt seinen Namen über ein Videospiel. Herausgekommen ist ein TeambasedSurvivalHorrorFirstPersonTacticsShooter (kurz:TSHFPTS). Wir wollen sehen, ob uns ein schaurig schönes Spiel erwartet oder nur der blanke Horror.

Darf ich vorstellen: Jericho

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Der Namensgeber Jericho ist eine Spezialeinheit des US Militärs, bestehend aus sieben Mitgliedern, die über paranormale Fähigkeiten verfügen. Cpt. Devin Ross verfügt genau wie der Priester Paul Rawlings über Heilkräfte, Frank Delgado hat einen Feuerdämon im rechten Arm wohnen, Simone Cole kann die Realität hacken (Noch mal, weil es so schön ist: Sie hackt die Realität!!!), Xavier Jones kann seinen Geist vom Körper trennen, Abigail Black verfügt über telekinetische Fähigkeiten und Wilhelmina Church ist Blutmagierin. Die meisten Fähigkeiten erklären sich von selbst. Cole kann mit ihrer Hackerei eine Art BulletTime aktivieren, Frank kann seinen Dämon wie eine Zielsuchrakete auf die Gegner hetzen und der Prediger kann die Gegner mit Flüchen belegen. Zusätzlich tragen alle Charaktere unterschiedliche Waffen. Unser Pfaffe ist mit zwei starken Handfeuerwaffen ausgestattet, Church besitzt eine Art Katana, Black ist Scharfschützin, Frank trägt eine Gatlinggun, die anderen tragen meist eine Art Sturmgewehr. Früh im Spiel lernt ihr die Fähigkeit, jederzeit zwischen all diesen Charakteren durch zu wechseln und die einzelnen Fähigkeiten aktiv zu nutzen, wann immer ihr wollt bzw. wann immer die eine oder andere Spezialfähigkeit benötigt wird. Letztere werden von den Bumpern bzw. L1/R1 ausgelöst. Die Trigger sind für Primär- und Sekundärwaffe zuständig, während die Sticks in gewohnter Verteilung Kamera und Charaktere steuern.

Immer diese Einzelkinder

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Hauptgegner des Spiels ist das Erstgeborene, ein Wesen, das Gott noch vor Adam und Eva erschaffen hat. Unzufrieden mit seiner Arbeit verbannt er das Wesen (jeder andere hätte dafür Gefängnis bekommen) und damit ist die Sache für ihn erstmal erledigt. Das Erstgeborene versucht mehrfach, zurück zu kehren, wird aber jedes Mal in die Verbannung zurück geschickt. Bei jeder Abschiebung nimmt er allerdings ein Stück der Welt mit und vergrößert so sein Reich. Dadurch verschieben sich die Ebenen seines Reiches mit der Wirklichkeit und es entsteht ein Ort jenseits von Zeit und Raum. Als Ergebnis ist die Stadt Al Kahli nun ein Gebilde mit mehreren zeitlichen Schichten. Im Inneren befindet sich der Zeitpunkt, zu dem das Erstgeborene geschaffen wurde. Aufgabe unserer sieben Freaks starken Truppe ist also, der missratenen Frühgeburt einen Besuch abzustatten und klar zu machen, dass es so etwas wie ein Recht auf Leben nicht gibt. Gleich zu Beginn fällt auf, dass man sehr lange warten muss bis zur Action. Zunächst mal darf man sich zwei Trailer ansehen. Im Anschluss kommt die Introsequenz und es wird geladen. Im Schreibmaschinenstil wird vor jedem neuen Abschnitt ein kurzer Text eingeblendet, der euch auf dem Laufenden hält. Eins aber ist klar, mit dem Tempo würde man in keinem Büro dieser Welt eingestellt. Ein Buchstabe alle 10 Sekunden klingt wie Zehn-Finger-Such-System einer rheumakranken, blinden 95jährigen. Dazu sind die Texte zumeist sehr banal, um nicht zu sagen, schnarchlangweilig. Also werden sie übersprungen, sowie es geht. Erste Chance zur Atmosphäre mal glatt vertan. Der Spieler ist gelangweilt. Schlechter Start. Weitestgehend wird auf Cutszenes oder Videos verzichtet, vielmehr präsentiert sich die Story durch Ingame Dialoge, bei denen ihr zwar grundsätzlich die Kontrolle über euren Charakter behaltet, aber in eurer Bewegung eingeschränkt seid. Das Prinzip kennt man aus „Gears of War“. Wenn dann aber endlich, endlich die Action ins Spiel kommt, sehnt man sich zu den ruhigen Zeiten zurück. „Jericho“ ist alles andere als leicht. Zuerst muss man einsehen, dass ein Run’n’Gun nicht funktioniert. Das ist noch ok. Es wird halt mehr Wert auf Taktik und Deckung gelegt. Weniger in Ordnung ist, dass die Gegner unendlich viele Kugeln einstecken können, bevor sie den Löffel reichen. Vor allen Dingen gibt es wieder nur zwei Stadien. Tot oder nicht tot. Es gibt kein verletzt, kein verwundet, kein geschwächt. 99 Kugeln schluckt euer Gegner ohne sich zu beschweren, aber nach der 100. fällt er wie ein Baum. Im Gegenzug vertragen eure Superhelden nicht das Geringste. Zwei Sekunden an der frischen Luft und eure Trooper gehen ein wie die Superstars, die Dieter Bohlen produziert. Das mag realistisch sein, aber ist das TSHFPTS wirklich das Genre, in dem man Realismus sucht?

Eines der größten Probleme ist hierbei das Wechseln der Charaktere. Erstmal findet die Wahl in Echtzeit statt, das Game wird nicht unterochen. Im Kugelhagel ist das leider recht hektisch. Schlimmer aber ist der Effekt, der beim Wechsel eintritt. Er erinnert an eine Mischung aus „Tanz der Teufel“ und „Battlefield“. Euer „Geist“ wabert über den Bildschirm mit einem starken Verwischeffekt, sodass man kaum mitverfolgen kann, wo man gerade ist. Damit einhergehend und in Kombination mit der Tatsache, dass eure Kollegen sich auch wild auf dem Schlachtfeld bewegen ist eine gewisse Orientierungslosigkeit. Nachdem ihr im Körper des nächsten Soldaten seid, müsst ihr erstmal sehen, wo ihr euch befindet und euch anschließend in Richtung des Feindes oder besser noch Richtung Deckung orientieren. Dazu fehlt nicht allzu selten einfach die Zeit. Bevor ihr wisst, was Sache ist, ist auch das nächste Mitglied eurer Truppe hops. Einen Großteil des Games werdet ihr damit zuingen, eure Truppen zu reanimieren. Das gilt üigens alles für den Schwierigkeitsgrad easy. Das Wort sollten die Entwickler noch mal nachschlagen. Es hilft keineswegs, dass im Spiel die Nachnamen der Mitglieder eingeblendet sind, die Leute sich aber teilweise mit Vornamen anreden. So wird manchmal nach Billie verlangt. Da muss man erstmal hinter kommen, dass Billie der Spitzname von Miss Church ist. Das Game wird auch nicht leichter dadurch, dass die Gegner grundsätzlich aus dem Nichts materialisieren. Und zwar können sie dies aus allen erdenklichen Himmelsrichtungen. Ihr seid also nie sicher, ob ihr nicht jeden Moment einen Schlag in den Rücken bekommt. Weiteres Gameplayproblem stellt Kollege Jones dar. Das ist derjenige, der seinen Geist in die Körper der Feinde transferieren kann. Sowohl Kamera wie auch Steuerung in diesen Szenen sind nahe an der Unspielbarkeit. Es dauert sehr lange, bis man damit zurecht kommt. Das Schlimme ist, dass euer Körper gleichzeitig unter Beschuss ist und eure Freunde einen hundsmiserablen Job machen, euch zu schützen.

Selbst ist der Mann

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Womit wir beim nächsten Kritikpunkt sind. In einem TSHFPTS ist das erste T (für Team) besonders wichtig. Wenn man mit bis zu sechs Kollegen unterwegs ist, ist es unerlässlich, dass deren Intelligenz den Anforderungen gewachsen ist. Leider erweist sich auch „Jericho“ als Beleg für das Sprichwort „Wenn etwas richtig gemacht werden soll…“. Wie oft muss man in einen explodierenden Gegner rennen, bis man merkt, dass das tödlich endet? Warum rennt man dann nicht weg? Sucht Deckung? Hält Abstand? Aber nein, da bleibt man an Ort und Stelle hocken, weil es so gemütlich ist. Verdammt noch mal! Und wieso stürmen die Kerle eigentlich wie eine Horde Affen nach vorne, wenn ich doch den Befehl erteilt habe, zu warten? Leider lässt auch die Effektivität etwas zu wünschen üig. Ihr habt Feuerdämonen im Arm und könnt die Zeit stoppen. Ihr habt die Erlaubnis, das jederzeit zu tun. Keine falsche Bescheidenheit. Leider nutzen die Kollegen ihre Möglichkeit bei weitem nicht aus.

Wie war das gerade, explodierende Gegner? Ja, die Viecher sind nervig, keine Frage. In vielen Spielen gibt es diese Biester und man ist immer froh, wenn man die endlich los ist. Nur, in „Jericho“ werdet ihr sie nicht los. Sie sind der zweite Gegnertyp, den ihr trefft und sie bestreiten fast jeden Kampf gegen euch bis zum Ende. Eine Explosion nimmt jedes Mitglied im Umkreis mit in den Tod. Dann materialisiert wie schon erwähnt einer direkt vor euch und der andere gleich mal im Rücken. Viel Spaß! So viel wegrennen kann man gar nicht. Nein, man kann es wirklich nicht, weil die Level viel zu eng, viel zu schlauchförmig sind, als dass man vernünftig ausweichen könnte. Bereits nach zwei Spielstunden bekommt man krisenähnliche Zustände, wenn man die Viecher auf einen zuhumpeln sieht. Überhaupt gestalten sich die Gegner schnell recht einfallslos. Einfallslos nicht vom Design her, da sind schon einige hübsch-hässliche Gestalten drunter. Einfallslos in ihrer Verwendung. Nach unendlich vielen Kämpfen mit Selbstmordattentätern kommt endlich ein schön großes Viech, das nur durch gezielte Schüsse in die Schwachstellen neben dem Mund getötet werden kann und anstatt den Kampf zu einem Bosskampf zu machen, wird dieser Gegner verheizt und kommt gleich dreimal in Folge und wird auch im späteren Verlauf immer wieder geacht. Das Prinzip ist dabei immer das Gleiche und am Ende wird immer die gleiche QuickTimeSequenz ausgelöst.Gegnerische Intelligenz ist bei solchen Feinden im Grunde schon überflüssig. Wozu aucht ein Sprengstoffattentäter Intelligenz? Auf den Gegner zurennen ist alles, was er können muss, noch dazu, wenn er Gewehrkugeln gleich magazinweise verträgt. Seine Kollegen sind da nicht besser, auf Grund ihrer waffenmäßigen Überlegenheit auchen sie ja auch keine Deckung zu suchen. Jeder Schuss ein Treffer, jeder Treffer ein Toter. Und selbst wenn einer mal drauf geht, da kommen doch gleich mal drei Kollegen aus dem Boden, die identisch aussehen, also warum sich Sorgen machen? Man muss allerdings anmerken, dass der Schwierigkeitsgrad zwar von Null auf Hundert innerhalb des ersten Abschnittes fährt, dann aber konstant bleibt. Wer also den zweiten Abschnitt erfolgreich meistert, kann das Spiel durchspielen. Schwerer wird es nicht mehr.Den größten Horror des Spiels liefern weder die Gegner noch die Kollegen. Dieser präsentiert sich in Form von SchnellZeitEreignissen. Es gibt kaum noch ein Spiel, das nicht von diesem (Entschuldigung) Mist geplagt wird, selbst in göttlichen Titeln wie „God of War“ oder „Heavenly Sword“ muss man sich zähneknirschend durch diese Fingerübungen quälen. Selbst die besten QuickTimeEvents sind nur langweilig und anspruchslos, wenn sie dann auch noch so versaut werden wie in „Jericho“ kann man als Spieler regelrechte Wutausüche kriegen. Zum einen ist die Reaktionszeit viel zu kurz. Sie ist so kurz, dass man manches Mal nicht einmal die auf dem Schirm eingeblendete Taste erkennt, geschweige denn reagieren und sie drücken kann. Dass die Tasten nicht zentral, sondern verschoben und außerdem sehr klein dargestellt sind, hilft nicht. Das Gute am Schlechten ist, dass die Tastenkombinationen immer identisch sind und man die Events so oft hintereinander versuchen kann wie man Nerven hat. Das reicht aber gerade mal, um die Disc vor einem Ende als Wurfgeschoss zu bewahren.

Mehr Blut!!! Das ist…ach ihr wisst schon…

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„Jericho“ ist eines der Spiele, die für den deutschen Markt als zu hart erachtet wurden. Damit ist es in illustrer Gesellschaft, fallen einem doch auf Anhieb nur „Hitman:BloodMoney“, „Vampire Rain“ und „BulletWitch“ ein, die hierzulande als 18er Titel ungeschnitten oder überhaupt erschienen sind. Der Rest kam entweder gar nicht (Condemned, Gears of War, Dead Rising, Crackdown) oder nur gekürzt (FEAR, Saints Row, Stranglehold, Call of Duty 2/3, Bioshock, Darkness) und selbst dann sind sie vor Indizierungen (Stranglehold) oder gar Beschlagnahmungen (Dead Rising) nicht sicher. „Jericho“ kommt offiziell gar nicht. Dabei ist es lange nicht so blutig und grausam, wie es der Hersteller vielleicht selbst gern gesehen hätte. Zumindest das eigentliche Gameplay ist eher unspektakulär. Ja gut, da platzt der eine oder andere Kopf, aber das hat man seit dem guten alten „Resident Evil“ so gesehen. Das schockiert doch heute keinen mehr. Und die gelegentliche, verstümmelte lebende Leiche an der Wand hatten wir schon in „Blood Omen 2“. Nein, die Entwickler haben was anderes gemacht, um im Kampf um den utalsten Titel ein Wort mitreden zu können. Sie haben einfach die Level rot angemalt. Kurz vor Schluss ist beinahe der gesamte Boden und der Großteil der Wände mit roter Farbe beschmiert und in den Ecken liegt irgendein organischer Misch-Masch rum. Das Ganze wirkt so dermaßen übertrieben, dass es eher lächerlich als hart oder gar gruselig ist. Abgesehen davon, dass sich auch hier der unvermeidbare Gewöhnungseffekt einstellt. Nach drei, vier Minuten im blutgetränkten Gebäude nimmt man das Ganze schon nicht mehr richtig wahr. Grusel und Gore kann man auf zwei Arten einsetzen. Auf die verstörende Weise wie in „Silent Hill“ oder mit der Holzhammermethode wie hier. Sorry, für eine harte Atmosphäre ist es eben nicht damit getan, einfach mal die Umgebung komplett in rot zu tauchen. Um aber fair zu bleiben, ein 400 Kilo schwerer Gegner, der nackt an zwei Haken hängt und seinen Bauch öffnet, ist schon ein Anblick, bei dem man die Chips weglegen kann. Leider gibt es von dem Niveau zu wenig im Spiel.

Technisch ist das Game eine kleine Enttäuschung. Die Grafik ist extrem trostlos und farbarm. Eintönig wäre geschmeichelt. In Innenleveln fehlt es an Details. Und was sollen die komischen Rauchschwaden überall? Zugegeben, das mag alles beabsichtig sein, um ein (post)apokalyptisches Szenario zu erschaffen, andererseits hat das „Gears of War“ auch geschafft und gleichzeitig eine deutlich bessere Grafik geboten. Überhaupt scheint „Gears of War“ sehr gut vergleichbar mit „Jericho“. In beiden Spielen habt ihr nur lineare, schlauchförmige Level zur Verfügung, die kaum Raum zur Erkundung zulassen und den Spieler streng auf actionreichem Kurs halten. Wo aber „Gears of War“ praktisch ohne Ladezeiten auskam, wird in „Jericho“ geladen, was das Laufwerk hergibt. Obwohl die Abschnitte kaum größer sind als in „Gears of War“, eher im Gegenteil, dauert es ewig lange, bis der nächste Abschnitt endlich geladen ist. Die unsäglichen Schreibmaschinentexte lassen die Ladezeiten gleich noch mal so lang wirken. Wenigstens sind die Charaktere und Feinde nett designt und auch recht detailliert dargestellt. Auch die Waffen sehen recht nett aus. Der Sound hat einige atmosphärische Klänge und die Waffen klingen hart, wenngleich hier das LastGen Spiel „Black“ nach wie vor die Referenz stellt. Das Klicken beim Nachladen ist höchst befriedigend. Bei der Synchronisation hat man leider Gottes zu sehr auf den „TaffGei-Militär“ Typus gesetzt. Leicht übertrieben, aber wenigstens kann man recht schnell alle Truppenmitglieder an der Stimme erkennen. Leader Ross klingt ein wenig wie Solid Snake, ein Blick ins Handbuch belegt allerdings, dass David Hayter nicht unter den Sprechern aufgeführt ist. Das Spiel ist wahlweise auf englisch oder auch komplett auf deutsch spielbar. Die deutsche Synchro ist minimal schlechter als die englische, da die englischen Stimmen etwas härter und militärischer klingen. Da diese aber wie gesagt ohnehin etwas übertrieben sind, kann das im Zweifel auch zum Vorteil werden. Die Sprecher an sich machen einen guten Job. In Sachen Lokalisierung sicher eines der besseren Spiele.Enttäuschend ist auch der mangelnde Umfang. Wie für das Genre üblich, schafft man den Singleplayer in sechs bis acht Stunden. Einen Mehrspielermodus gibt es gleich mal gar nicht. Wozu auch? In einem Spiel, in dem man zu 99% der Zeit im Team unterwegs ist, kann man sich auch keine sinnvolle Einbindung eines Mehrspielermodus vorstellen. So nett die Story an sich auch ist, der völlige Verzicht auf eine Endsequenz jeglicher Art ist nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht des Spielers, der sich durch diesen Horror gearbeitet hat. Denn wer bis hierhin gekommen ist, hat durchaus was dafür getan. Da hätte man genauso gut ein simples „Thank you for playing“ hinknallen können. Statt Xboxlive hat man sich was anderes ausgedacht. Unter Bonuscodes findet ihr einen Zugangscode. Ruft ihr nun (gegen Gebühr) eine Hotline an und gebt diesen Code ein, könnt ihr Cheatcodes freischalten. Während die Franzosen 34 Cent pro Minute zahlen, sind es in Deutschland schon 1,24. Nur die armen Iren zahlen noch einen Cent mehr. Vorausgesetzt, sie wären so blöd, da tatsächlich anzurufen, was schwer vorstellbar ist. Für eine solche Dreistigkeit gibt es gleich noch mal einen Punkt Abzug.

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Selten habe ich ein Spiel erlebt, dass sich so sehr selbst im Weg ist. Die Story mutet schon mal ganz stark an und die Idee, mit einem sieben Mann starken Team unterwegs zu sein, sollte Raum für jede Menge taktische Möglichkeiten bieten. Dazu kommen einige ganz nette Bossfights und die magischen Fähigkeiten. Dann aber häufen sich die Probleme. Technisch ist das Game nicht sonderlich beeindruckend, was zwar eine beabsichtige Stilentscheidung sein kann, aber wie man an „Gears of War“ gesehen unnötig ist, wenn man eine Endzeitatmosphäre kreieren will. Blut und Gore wird zu plump eingesetzt, die Charakter-wechsel-dich-Spielchen sind verwirrend und nicht immer hilfreich, der Schwierigkeitsgrad ist hart bis unfair und die Nehmerqualitäten eurer Gegner sind lächerlich. Das Game zwingt euch hin und wieder willkürlich bestimmte Charaktere auf und dann haben wir noch die vielleicht nervigsten QuickTimeEvents überhaupt. QTE noch nerviger zu machen, ist so als wollte man Wasser feuchter machen, aber die Entwickler haben es geschafft. Dazu ist das Game kurz, endet unbefriedigend und bietet null Anreiz für einen weiteren Anlauf. Elendige Ladezeiten blockieren den Spielfluss genauso wie die ständigen Restarts. Egal, ob man jetzt Endzeitatmosphäre (Gears of War, Resistance), Shooter (Darkness, Halo 3, Half-Live 2), Horror/Suspense (FEAR) oder Teamtaktik (Ghost Recon, Rainbow Six) möchte, es gibt in jeder Kategorie weit bessere Titel auf dem Markt.

Bewertung

Clive Barker's Jericho xbox360

5/10

 

Kommentare (40)

01.11.2007 12:10 - Ich muss Dir in allen Punkten vollkommen Zustimmen, die Story finde ich, bis auf die emotionalen AUsbrüche, hervorragend.
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01.11.2007 12:30 - Es scheint so, als wäre das ganze Brimborium um das Spiel im Vorfeld wohl irgendwie als Marketing Trick eingesetzt worden - um es interessant zu machen und von den eigentlichen Schwächen abzulenken. Der Test list sich ja recht vernichtend, aber gut so - ist ja auch gut begründet. Weiter so.
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01.11.2007 13:25 - Komisch, ich fand die Demo besser als ich es zuvor erwartet hatte. Echt so schlecht?
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01.11.2007 13:52 - @Erzengel Es ist einfach unfair, was für mich immer ein ausschlagebender Punkt ist. Wenn Du alleine ballerst, dann mag es gehen, aber die KI der Mitstreiter reißt so gar nix raus. Die Rennen immer ins Feuer und treffen so gut wie nix. Dann die Explosivtypen mit den Eiterbeulen. Die tauchen dann mal von hinten auf und obwohl jemand hinten steht sieht der den nicht. Stehen alle dann etwas mehr zusammen, dann sind auch alle gleich platt.
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01.11.2007 14:18 - Also 55% ist doch etwas sehr übertrieben, eine 78% Wertung ist eher gerechtfertigt.
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01.11.2007 14:43 - jetzt geht das Feilschen wieder los. ^^
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01.11.2007 15:01 - 78? 78 heißt: Sehr gutes Spiel mit leichten Macken. Das kann ich Jericho so nicht unterstellen.
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01.11.2007 15:30 - Ich glaube 50 % Bereich bedeutet dann bestimmt: mittelmäßiges Spiel mit größeren Schwächen nur für Fans zu empfehlen. @ewoy: eine gewisse Erfahrung und Kompetenz, sollte man den Testern gerade bei Areagames schon zugestehen. Ich finde Areagames von den Tests echt "seriös", hier wird so gut es geht versucht objektiv zu bleiben und ein Spiel für das man viel Geld ausgibt nicht schön zu reden sondern eben sachlich zu bewerten. @Areagames: macht doch mal eine Definition Eurer Bewertungsskala, damit nicht immer erklärt werden muss, ob was nur für beinharte Fans ist, oder ob "Alle" es gut finden. ;-)
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01.11.2007 15:32 - Und nach soner vernichtenden Rezension ist die Werbung von Jericho immer noch vor AreaGames geschoben? ;) Wer weiss vll haette Jericho auch nur 35% verdient aber das Geld von Mr. Barker hats nochmal 20% hochgerissen :D
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01.11.2007 15:34 - Nachtrag: ich finde den Test echt gut geschrieben, alle Mankos, die in die Bewertung einfließen werden auch begründet und erklärt und die Wertung scheint mir somit wenigstens nachvollziehbar. Wird Zeit hier mal Userrevies einzuführen - kann dann jeder "SEIN" Spiel feiern ;-)
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