Conduit 2
Vor ungefähr zwei Jahren versprachen High Voltage und SEGA den Wii-Besitzern mit The Conduit einen Shooter, der sich mit der Konkurrenz auf anderen Konsolen durchaus messen lassen sollte. Abgesehen davon, dass dabei letztendlich grafisch nicht mehr als Xbox-Niveau heraussprang, konnte der Titel spielerisch auch nicht wirklich überzeugen. Trotz allem veröffentlichte SEGA den zweiten Teil des Franchises, um zu demonstrieren, dass man aus den alten Fehlern gelernt hat. So viel sei schon mal gesagt: Conduit 2 zeigt sich tatsächlich von einer etwas schöneren Seite als sein Vorgänger.
Story-Dejavu...
Vielleicht ist es unfair gegenüber den ambitionierten Kerlen von High Voltage, dass auf der Wii ausgerechnet der grafische Aspekt so penibel kritisiert wird. Doch sprachen die Entwickler selbst bei Conduit 2 stets von konkurrenzfähiger Grafik. Durch die derzeit aktuellen grandios ausschauenden Spieletitel für die diversen anderen Konsolen hat es der Wii-Shooter gewiss nicht leicht.. Neben Crysis 2, das momentan wohl die Grafikreferenz schlechthin ist, sieht auch Portal 2 wunderhübsch aus. Doch letzteres kann neben den grafischen Eindrücken, aber auch mit einem andersartig beeindruckenden Gameplay, einer herausragenden Story und tiefgründigen Charakteren überzeugen. The Conduit 2 kann dagegen nur mit einer 08/15-Story aufwarten, die direkt an den Vorgänger anknüpft (dessen Story entsprang auch nicht gerade aus einem besonders kreativen Teil der Entwickler'schen Gehirn-Windungen.).
The Conduit endete mit dem eigentlichen Sieg über den Bösewicht John Adams, den Leiter der Syndikat Geheimorganisation. Doch wie es sich für den ersten Teil eines jeden Standard-Shooters gehört, wurde das obligatorische offenes Ende-Schema verwendet. Demnach floh Adam kurz vor seinem Ableben in ein Portal und der Protagonist Michael Ford sprang selbstverständlich gleich hinterher. Somit war die Basis für den zweiten Teil gegeben. Michael Ford ist im übrigen Ex-Geheimagent, weswegen man ihm seine halbwegs Superhelden-ähnlichen Fähigkeiten verzeihen sollte. Schließlich kann er in seiner eigenen Einmann-Armee zahlreichen Aliens den Gar ausmachen und die Welt vor ihrem Untergang bewahren. Nicht nur die gesamte Gegnerschar besteht aus Aliens, auch Bösewicht Adam ist selbst ein Außerirdischer, der durch die namensgebenden Conduits (Portale, Kanäle) seine Alien-Freunde in Washington verteilte, um unschuldige Menschen abzuschlachten. Letztendlich beginnt die Geschichte einfach am anderen Ende des durchlaufenen Portals. Auf einer Bohrinsel knüpft Conduit 2 somit nahtlos an seinen Vorgänger an. Begleitet wird der Spieler vom Allsehenden-Auge (kurz: ASA), das Tipps sowie Anweisungen gibt und als Sonderwerkzeug fungiert. Ebenso schnell wie Michael Ford auf der Bohrinsel landete, wird auch das Spielgeschehen begonnen. Erst einmal überrumpeln euch zahlreiche Gegnerhorden, die mit ihrer fragwürdigen K.I. die bereits ertönte lächerliche Synchronisation, ironischerweise in den Schatten stellt. Voreilige Schlüsse sollten jetzt bekanntlich aber noch nicht gezogen werden.
Steuerungs-K.O. und Waffenallerlei
Hat man sich mit dieser unvorhersehbaren Situation abgefunden bemerkt man schnell, dass das eigentliche Hauptaugenmerk eines bewegungsgesteuerten Shooters sich nicht gerade positiv hervorhebt. Eigentlich ist man doch der Meinung, dass die Wii (bekanntlich kurz vor dem Ende ihrer Ära stehend) mittlerweile mit herausragender Steuerung auftrumpfen sollte. Schließlich haben die Entwickler Erfahrung und konnten im ersten Teil mit der Umsetzung der Kontrolle durchaus überzeugen. Im direkten Vergleich jedoch, hat sich die Steuerung tatsächlich verschlechtert. Abgesehen von der mir nicht zusagenden Entscheidung, nur dann einen Rundumblick zu ermöglichen, wenn man den Cursor an den Rand des Bildschirms bugsiert, wirkt die gesamte Sicht auch noch äußerst unpräzise und zittrig. Und das stets zittrige, unsichere Gefühl liegt keinesfalls an der eigenen Talentlosigkeit. Schließlich ist dies vermutlich nicht der erste Shooter der im Laufwerk seine Runden dreht. Im Übrigen ändert auch Wii-Motionplus, dessen Unterstützung Conduit 2 bekommen hat, nichts an diesem ärgerlichen Zustand. Ja nicht einmal das Optionsmenü kann Abhilfe verschaffen. Durch diese Umstände lässt es sich vorerst schwer in das Spiel einfinden. Nach dem Ableben lässt sich aber nach belieben der Schwierigkeitsgrad verändern, sodass man sich langsam herantasten kann. Kämpft man sich weiter durch die Bohrinsel wird schnell spürbar, dass das Waffengefühl keine wirkliche Durchschlagskraft vermitteln kann. Wirken doch alle Gegner wie einfache Sandpuppen, die nach dem Sieg blitzartig verschwinden und dann für leere Räume sorgen.
Natürlich darf nicht nur die etwas trist geratene Ölplattform durchforstet werden. Die Entwickler haben gelernt und bei Conduit 2 im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht fortwährend dieselben Texturen und Räumlichkeiten aneinander gereiht. Während der erste Teil hauptsächlich in Washington angesiedelt war und dessen Abschnitte nicht wirklich auffällig gestaltet waren sowie strikt linear verliefen, kann Conduit 2 mit etwas mehr Abwechslung aufwarten. Zwar darf auch dieses mal Washington nicht fehlen, jedoch wird Michael Ford unter anderem nach China und Sibirien reisen. Auch erwarten Special-Agent Ford dort keine langwelligen Level-Abschnitte, sondern etwas umfangreichere Umgebungen. Eine ähnlich gelungene Mischung aus linearem Verlauf und Freiheit wie in Crysis 2 sollte man aber nicht erwarten.
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Kommentare (8)
Ayato
Saibot
Gut geschrieben.
IM Carlos
IceOnly2
Hans von Hobel
Ich würde dem Spiel jedoch eher weniger geben...
Zocker 3000
PipBoy95
Yzerman