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Crisis Core: Final Fantasy VII

Dienstag, 29. April 2008
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15:52 Uhr - Die Final Fantasy Reihe von Squaresoft war eigentlich dafür bekannt, in jedem neuen Titel eine völlig eigene Story zu erzählen. Vor einiger Zeit allerdings hat man schon mit dieser Tradition gebrochen, nicht immer zum Besten, kamen doch so umstrittene Werke wie Dirge of Cerberus, Advent Children und Final Fantasy X-2 dabei heraus. Verdient das PSP exklusive Crisis Core: Final Fantasy VII den Namen, den es trägt oder fantasiert es nur? Wir finden es heraus.

Rechts! Nein, links!

Welches Final Fantasy ist denn nun das beste? Selbst unter Fans ist dies stark umstritten, schlussendlich aber ist die Frage nach dem besten Final Fantasy in etwa so, als käme eine junge Pamela Anderson oben ohne in unser Redaktionsgebäude mit der Frage, welche ihrer Brüste uns besser gefiele. Doch zumindest hat sich der revolutionäre siebte Teil als einer der beliebtesten herausgestellt, dessen Name auch über elf Jahre nach dem Release die Kassen klingeln lässt. Obwohl Final Fantasy X bisher als einziges Final Fantasy ein echtes Sequel erhalten hat, beließen es die Macher nicht bei Final Fantasy VII als Einzelspiel. Es folgten SpinOffs wie Dirge of Cerberus, in dem Vincent Valentine die Hauptrolle übernahm, ein Charakter, den man im Original FF VII sogar übersehen konnte ohne dass dies der Story geschadet hätte.

Damals, vor langer, langer Zeit

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Erinnert ihr euch noch an die Geschichte aus FF VII? Wenn nicht, hier eine kurze Auffrischung. Wer FF VII noch nicht gespielt hat, sieht sich jetzt einem massiven Spoiler ausgesetzt, andererseits, wenn ihr zu dieser Gruppe gehört, dann bleibt jetzt bitte ruhig sitzen! Ein AreaGames Redakteur ist bereits auf dem Weg zu eurem Haus um eure Konsolen zu beschlagnahmen, denn wer so ignorant ist, ist unseres Hobbies unwürdig. In FF VII habt ihr die Lebensgeschichte des stachelköpfigen, blonden Cloud Strife erlebt. Cloud stellte sich als ehemaliges Mitglied der Spezialeinheit SOLDAT vor und erzählte immer wieder gern die Geschichte, wie er als solches an der Seite des Halbgottes Sephiroth allerlei Abenteuer erlebt hat. Allerdings stellte sich im letzten Drittel der Geschichte heraus, dass diese Erinnerungen gar nicht Clouds waren, er es vielmehr niemals tatsächlich zu SOLDAT geschafft hat. Die Erinnerungen waren die eines gewissen Zack Fair und eben jener Zack ist der Protagonist im Prequel Crisis Core. Kenner des Originals können sich daher auf ein Treffen mit einer Vielzahl Charaktere aus FF VII freuen, teils nur als Gastauftritte, teils als fester Bestandteil der Hauptstory. Viele Rückblicke aus FF VII erlebt ihr hier aus erster Hand. Auf Details wollen wir nicht eingehen, um nicht zu spoilern, allerdings ist bereits die Packung des Spiels ein massiver Spoiler, wenn man mal genau hinsieht. Erzählt wird die Story anhand von Videosequenzen inklusive Sprachausgabe und ingame Dialogen im üblichen Textkastenformat. Zwar hat die Geschichte nicht immer die Epik des Originals, nimmt aber gegen Ende richtig Fahrt auf und wird Kenner des Originals mit einer Gänsehaut nach dem langen Abspann zurück lassen. Natürlich werden nicht alle Konflikte und Ereignisse zu einem perfekten Ende geacht. Viele Fragen bleiben offen, aber das kann natürlich bei einem Prequel nicht anders sein. Die Brücke zu FF VII ist jedenfalls fantastisch geschlagen und macht sofort Lust, das Original wieder einzulegen, welches hoffentlich noch gut gepflegt in eurer Sammlung auf seinen Einsatz wartet.

Party im kleinen Kreis

Crisis Core ist ein Action-RPG mit Tiefgang. Ihr steuert keine Party, sondern nur Zack aus der Perspektive der dritten Person. Eine Weltkarte gibt es nicht, vielmehr ist das Spiel missionsbasiert und setzt euch in recht engen Leveln ab. Als eine Art Hauptquartier dient das Shinra SOLDAT Hauptgebäude. Dort erhaltet ihr die Aufträge und unterhaltet euch mit Kollegen. Insgesamt elf recht lange Missionen bietet das Spiel bis zum Ende der Story, die euch unter anderem in die Slums unter Midgards Platte und in die Militärstadt Junon schicken. Eingekauft wird im Menü. Dazu gibt es eine Unzahl kleiner Missionen, von denen einige kaum eine Minute lang sind. Wer nur mal zwischendurch eine Runde spielen oder Zack etwas aufleveln will, der ist hier richtig aufgehoben. Außerdem gibt es eine Reihe Boni zu gewinnen.Die Kamera, Hauptproblem vieler PSP Spiele, hängt sich meistens gut hinter Zack, wer will, kann sie mit den Schultertasten noch etwas justieren. In den meisten Fällen aber hat man den Überblick. Eine gute Karte hilft ebenfalls bei der Übersicht. Wie in FF VII spielt die Materia (im deutschen FF VII als Substanz bekannt) eine große Rolle. Diese magischen Steinen ermöglichen den Einsatz diverser Zauber und Fähigkeiten. Setzt sie geschickt ein, um Zacks Status zu stärken oder ihm neue Angriffe im Kampf zu ermöglichen. Durch die Materia Fusion können experimentierfreudige Spieler Materia zusammenführen, um eine neue stärkere Materia zu erschaffen. Einige verbessern dabei sogar Zacks Attribute, sodass seine Angriffskraft oder Verteidigung ansteigt. Ausrüstungsgegenstände können zum gleichen Zweck angelegt werden, neue Waffen oder Rüstungen hingegen gibt es nicht.

Realtime. Faketime. Downtime. Time out.

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Auf Videos sieht Crisis Core aus wie ein Actionspiel mit Kämpfen in Echtzeit. Das stimmt nicht ganz. Ihr bewegt euch zwar frei in einem Areal mit den Gegner, wählt aber wie in einem rundenbasierten Kampf Befehle aus einem Menü aus, die Zack dann ausführt. Dabei könnt ihr die Gegner in der Bewegung stoppen ebenso wie umgekehrt. Zack kann blocken und ausweichen, benötigt hierfür aber Actionpoints. Schafft es, hinter euren Gegner zu gelangen und ihr könnt eure Angriffskraft verdoppeln. Die Mischung aus Echtzeit und rundenbasiert funktioniert durchaus, allerdings nicht bei allen Gegner. Der sonst in jedem FF gefürchtete Marlboro (die Qualle mit dem giftigen Atem) ist hier ein PushOver, da er so langsam ist, dass man ihm so lange man will in den Rücken prügeln kann. Zum Angriff kommt er nie.

Und heute beim Glücksrad… nichts

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Gesprochen werden muss definitiv über das Digital Mind Wave oder DMW. Es handelt sich um eine Art Slotmaschine, die kontinuierlich rotiert, solange ihr genug Punkte dafür habt. Mit letzteren werdet ihr aber erschlagen, also läuft die Maschine tatsächlich immer. Je nachdem welche Bilder oder Zahlen erscheinen, levelt ihr Materia oder gar Zack selber auf oder aber setzt zu einer Spezialattacke an. Je mehr Charaktere Zack getroffen hat, desto mehr Funktionen stehen ihm zur Verfügung. Drei mal Cissnei ingt Zack Glück und jeder Treffer ist nun ein kritischer während drei mal Tseng einen Luftangriff startet. Drei mal die sieben levelt Zack auf. Das Kuriose an dem System ist, dass der Spieler keinerlei Einfluss darauf hat. Ob es tatsächlich reine Willkür oder Zufall ist darf bezweifelt werden, aber Erfahrungspunkte gibt es ebenso wenig wie eine LimitBreakLeiste. Kollegen schrieben hierzu, dass es ein seltsames System sei, an das man sich aber gewöhne. Dem letzten Part muss widersprochen werden. Es kann nicht richtig sein, dass man stundenlang kämpft ohne Erfolg nur um dann zwei Level in einem Kampf aufzusteigen. Dass sowohl Beschwörungen wie LimitBreaks hiermit ausgeführt werden führt zu allerlei kuriosen Situationen. Ihr habt zehn kleine Gegner vor euch, aber das DMW sucht einen extrem starken Angriff aus, der nur einen einzigen Gegner anvisiert. So zieht ihr einem Gegner 10.000 HP ab (obwohl der nur 2000 hat) und der Rest steht nach wie vor da. Ihr habt einen starken Gegner und Tsengs Luftangriff der Stufe 1 zieht ihm 1000 HP ab. Mit einem einfachen Schlag hättet ihr ihm 2000 abziehen können. Ihr trefft auf eine kleine Maus, aber Bahamut erklärt die zur Chefsache. Ihr erhaltet eine Spezialheilung, aber eure HP standen noch bei 9999. Nicht allzu selten passiert es auch, dass ihr mitten Kampf seid, plötzlich das Rad dreht, ihr auf das Ergebnis wartet und weder Gesichter noch Ziffern übereinstimmen. Dann hätten wir zwar wieder 20 Sekunden rumgekriegt, aber geacht hat es nichts. In manchen Kämpfen übernimmt das Spiel selber und verdammt den Spieler zum Zuschauer, andere Fights untericht es nur dauernd, oft genug verschwendet es die besten Manöver, aber wenn man in Not ist, kommt minutenlang rein gar nichts. Die besten, spektakulärsten und wirksamsten Manöver sind euch völlig aus der Hand genommen. Vom scheinbar willkürlichen Aufleveln mal ganz zu schweigen. Das System ist neuartig und frisch, keine Frage, aber die guten alten EXP waren dann doch die bessere Methode.

Überraschung! Kampf!

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Eine Plage, die bisher noch jedes FF hatte, waren auch die Zufallskämpfe. Gut, so kam man wenigstens nicht in Versuchung, die 100 % als Wertung zu ziehen, über die man ansonsten bei VII hätte grübeln können, aber in Verbindung mit dem halbfreien Kampf nerven die Zufallsbegegnungen noch mehr als sonst. Ihr wollt Richtung Norden, werdet aber attackiert. Nun warten die Gegner aber im Süden, sodass ihr dort wieder hin müsst. Sicher sind das nur wenige Schritte, aber nachdem der Kampf vorbei ist, seit ihr diese paar Schritte weiter von eurem eigentlichen Ziel weg als vorher. Und bewegt ihr euch nun wieder Richtung Norden kommt sofort der nächste Zufallskampf. Es kann durchaus passieren, dass ihr minutenlang keinen Meter vorwärts kommt. Wer dann noch ein klein wenig forschen will, dem vergeht schnell die Lust. In einigen Gegenden ist das eine rechte Katastrophe. Die zusätzlichen Sekunden, die vor und nach den Kämpfen Zacks Vorbereitung beziehungsweise seine Siegerpose zeigen, summieren sich ebenfalls. Da hilft es nicht, dass bis kurz vor Schluss alle Gegner weit unter Zacks Niveau sind. Oft reicht das ständige Drücke der X-Taste, um zu gewinnen, was viele Kämpfe eher als Störung denn als Herausforderung erscheinen lässt. Selbst Endgegner sind im Normalmodus erstaunlich harmlos, gerade im Vergleich zum Original. Wahre Herausforderungen finden sich eher in den Neben-Missionen.

Technisch zeigt Crisis Core hingegen eindrucksvoll, was für eine Power wir heute in der Hosentasche tragen können. Die vielen Videosequenzen sind klasse choreographiert und sehen illiant aus, aber auch ingame erfreuen weiche Animationen, detaillierte Hintergründe und fantasievoll gestaltete Gegner die Augen. Lediglich in einigen Innenleveln sinkt der Detailgrad. Dafür bleibt aber die Spielgeschwindigkeit immer konstant, auch wenn sich mehrere Feinde auf dem Schirm tummeln. Die Kämpfe und Spezialmanöver sehen spektakulär aus und generell geizt das Spiel nicht mit Effekten. Noch um einiges stärker aber ist der fast schon legendäre FF VII Soundtrack. Neue Versionen klassischer Themen, die dem Fan das Herz aufgehen lassen, mischen sich mit neuen Stücken und ergeben insgesamt eine Begleitmusik, die immer passt und das Spielvergnügen immer richtig unterstützt und verstärkt. Nicht so stark sind leider die englischen Synchronsprecher. Die Frauen (Cissnei und Aerith) machen dabei einen deutlich besseren Job als die Männer. Zusammen mit den melodramatischen Texten haben manche Dialoge das Potential, ins unfreiwillig Komische über zu gehen. Zum Test lag die amerikanische Version vor, die nur eine englische Sprachausgabe anbot. Wie die deutsche Version aussehen wird, ist zur Zeit noch nicht bekannt. Schade auch, dass die Ladezeiten manchmal richtig lang sind und auch viele Räume einzeln kurz nachgeladen werden müssen. Es ruiniert nicht den Spaß am Spiel, aber kann bei längeren Sitzungen schon zum Ärgernis werden.Der Umfang ist ein gutes Stück hinter dem Original, aber solide 15 Stunden bietet alleine der Hauptplot. Wer dann noch ein paar Nebenmissionen macht und optionale Aufgaben übernimmt oder sich einfach etwas mehr Zeit lässt, kann noch mal die gleiche Zeit rausholen. Insgesamt also ist der Umfang nicht nur, aber natürlich besonders für ein portables Spiel sehr zufrieden stellend.

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Der Name Final Fantasy VII ist ein Zugpferd, aber auch eine Bürde. Muss doch das entsprechende Werk sich an der Qualität des grandiosen Rollenspiels von 1997 messen lassen. Crisis Core zumindest zericht nicht daran. Die Geschichte ist schön erzählt und als Prequel nah am Original mit vielen alten Bekannten. Aber auch das actionreiche Gameplay kann gefallen und mit 15 Stunden Plot plus hunderten von schnell anwählbaren Missionen für zwischendurch bietet das Spiel mehr als genug für das Geld. Die technische Brillianz schadet keineswegs. Lediglich zwei Designpatzer ziehen die Wertung runter. Das DMW nimmt dem Spieler die wichtigsten und besten Elemente eines Rollenspiels aus der Hand und übergibt sie dem Zufall. Heraus kommt ein System, das ebenso undurchsichtig wie willkürlich ist. Außerdem können die Zufallskämpfe einige Abschnitte im Spiel zum Krampf verkommen lassen. Dennoch: Insgesamt ist Crisis Core sicherlich eines der stärksten Spiele für die PSP. An das Original kommt es nicht ganz ran, aber es darf schon den Namen tragen.

Bewertung

Crisis Core: Final Fantasy VII psp

8/10

 

Kommentare (1)

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30.04.2008 08:56 - also mit dem DMW-system hatte ich auch schon seltsame erlebnisse, das zB mega-flare gegen einen schon fast erledigten käfer aufgerufen wurde. ich finde aber, es haelt sich noch in grenzen. was aber tatsächlich dämlich ist, dass man nicht gezielt aufleveln kann. zacks stufe steigt ja irgendwann, wenn ich aber eine materia auf master bringen will, ist das glücks- und geduldssache. schon blöd. AP (ability-points?) braucht man irgendwie gar nicht, es sei denn man betreibt materia-fusion.. die gelben skills (zB stehlen) benutzt man fast gar nicht. was cool ist und wieder typisch final fantasy, dass es wieder richtig viele "geheimnisse" gibt. dazu muss man zwar nur die nebenmissionen machen, kann zack dadurch aber zum über-killer skillen (mehr slots für equip und materia, neue summons etc), man ist dann schon gefesselt, weil man immer bessere sachen erreichen will. dass die missionen dann irgendwann nur noch als "hard" oder "very hard" eingestuft werden, macht eigentlich nicht viel aus. den ganzen random encounters kann man entgehen, wenn man sich am rand fortbewegt und die mitte der wege meidet. ich muss sagen, dass ich dem test größtenteils zustimme, hätte aber 89 gegeben. wenns ein zehnersystem gäbe, wären es 9/10 ;)
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