DS-Testrunde: Cop, Need for Speed Nitro, Battlefront
11:16 Uhr - In unserer neuen Testrunden-Rubrik präsentieren wir euch Kurztests von Spielen, die es nicht zu einem ausführlichen und epischen AreaGames Volltest gebracht haben. Was die drei Spiele unserer aktuellen DS-Testrunde verbindet, sind fahrbare Untersätze, grob aufgelöste Polygon-Grafik, gute Musik und ein mittelmäßiger Spaßfaktor. Dabei machen sich auch große Namen nicht unbedingt viel Ehre.
C.O.P. – The Recruit
Ein GTA-Klon, der das wagt, was sich selbst GTA nicht getraut hat: Auf dem Nintendo DS eine komplette Stadt in frei begehbarem 3D nachzubauen. Dieses ambitionierte Unterfangen gelang den Machern von C.O.P. – The Recruit erstaunlich gut. Schon beim Start des Actionspiels protzen die Entwickler mit ruckelfreien Kamerafahrten über eine wuselige Stadt. Hier und da poppen zwar Texturen und Objekte auf, aber alles in allem beachtlich. Auch im eigentlichen Spielgeschehen bleibt der Prunk erhalten: Realistisch eingerichtete Innenräume, viele zerstörbare Objekte auf den Straßen und nette, kleine Details, wie Rauch, der aus Gulliabdeckungen aufsteigt. Bei aller Pracht sind allerdings drei Dinge zu beachten. Erstens: 3D-Grafik auf dem DS kann noch so hübsch sein, sie bleibt hässlich. Zweitens: Was nützt mir eine frei zu erkundende Stadt, wenn sie völlig uninteressant ist, weil ich in ihr nichts anstellen kann und sie, trotz zahlreicher flanierender Passanten, leblos wirkt? Drittens: Das alte Lied. Eine schöne Verpackung bringt nichts, wenn das Gameplay keinen Spaß macht.
Erfrischenderweise dürft ihr, wie der Titel nahe legt, endlich auch mal in die Rolle des Gesetzeshüters schlüpfen, was ich persönlich begrüße, denn ich bin immer für die Guten. Der Held heißt in diesem Falle Dan Miles und war früher ein schlimmer Straßenrowdi. Das macht ihn prädestiniert für einen Job bei der Action-Polizei, wie man sie nennen müsste, wenn man das Bild, welches hier von den Verbrechensbekämpfern gezeichnet wird, für bare Münze nimmt – Dialoge, bei denen sich jeder anspruchsvolle Filmegucker arg auf die Zunge beißen müsste, inklusive. Doch auch ohne rotzig-coole Erst-schießen-dann-fragen-Attitüde, verdeutlichen das austauschbare Comic-Artwork, das sich nicht zwischen Anime und westlichem Stil entscheiden kann und die USK 12-Freigabe, dass man sich an männliche Kids richtet. Ob die allerdings mehr Freude daran haben? Im Groben teilt sich das Spiel in Fahr- und Ballermissionen, Haupt- und optionale Nebenaufträge. Letztere sind schon früh sehr schwer. Die Fahrabschnitte stellen meist Verfolgungsjagden mit erwünschtem Kaputtrammen des Fluchtfahrzeugs dar. Das Fahrverhalten der verschiedenen Karossen unterscheidet sich zwar recht deutlich, ist aber nicht gerade realistisch. Auf der Karte könnt ihr Punkte markieren, zu denen euch dann Pfeile auf dem Hauptbildschirm führen. Das macht die Orientierung aber eigentlich nur umständlicher, denn stattdessen hätte man die nächsten verfügbaren Ziele auch gleich anzeigen können. In den Shootouts steuert ihr Dan mit der üblichen Mischung aus Digikreuz und Stylus, die ich aufs äußerste verachte und verfeuert schon mal mehrere Magazine eurer Pistole, Uzi, Schrotflinte oder was ihr eben grad in Händen haltet, bis die Gegner regungslos blinkend verschwinden. Ob ihr trefft, lässt sich dabei erst ermitteln, wenn die Strolche bereits erledigt sind. Bis dahin haben sie euch aber wahrscheinlich schon ein paar Mal alle gemacht.
Man merkt dem Spiel, unter anderem auch an der gelungenen Musik (im Gegensatz zu den grausamen Motorengeräuschen) die Mühe der Entwickler an. Leider ist das Endergebnis trotzdem recht bescheiden. Es fehlt dem Titel deutlich an Dynamik, Spielbarkeit und talentierter künstlerischer Führung.
Wertung: 5 von 10
Need for Speed Nitro
Ach, Need for Speed, unser kleines Sorgenkind: Während Xbox 360, PS3 und PC endlich mal wieder einen hochklassigen Serien-Vertreter bekommen, wurden viele Fans dennoch nicht befriedigt, da sich dieser inzwischen zu sehr von der eigentlichen Spaßraser-Formel entfernt hat. Wii- und DS-Besitzer dürfen hingegen in einer weitaus arcadigeren, kurz „Nitro“ getauften Episode Gas geben. Zumindest auf letzterem System ist das aber nur ein zweifelhafter Spaß geworden.
Im Karrieremodus nehmt ihr an verschiedenen Events in aller Herren Länder teil und erspielt euch durch Siege, weitere Veranstaltungen, neue Autos und Schmuckelemente für selbige und erobert so nach und nach die ganze Welt. Dazu tretet ihr in typischen Rundkurs-, Sprint-, Knock-Out- oder Checkpoint-Rennen gegen bis zu drei Computergegner an oder müsst etwa in einer Arena innerhalb eines Zeitlimits mehrere Hindernisse zerdeppern. Originell ist anders! Doch die ein oder andere Idee hat es doch noch ins Spiel geschafft: So gewinnt nämlich grundsätzlich der Fahrer mit der höchsten Punktzahl und nicht zwangsläufig der Erstplatzierte. Um den Zähler in die Höhe zu treiben, vollführt ihr Drifts, weite Sprünge, pinselt Streckenabschnitte in eurer Farbe ein, indem ihr spezielle Ringe durchfahrt oder zeigt „Heldenhaftes Fahren“. Dahinter stecken bestimmte Aktionen, die ihr im rechten Moment per X-Knopf auslöst und die euch bei Gelingen mit einem kurzzeitigen Nitro-Schub belohnen. So könnt ihr etwa eine Polizeibarriere durchbrechen oder einfach über vor euch fahrende Kontrahenten springen, wenn ihr euch lange genug in ihren Windschatten gehangen habt. Durch das Punktesammeln bleiben die Rennen reizvoll, da die Motivation entsteht, die Kurse weiter auszuloten und immer noch ein paar Extra-Credits rauszuholen. Die abwechslungsreiche, wenn auch völlig unrealistische Gestaltung der Kurse (die euch schon Mal auf eine Achterbahn schickt), mit ihren Alternativrouten und Abkürzungen, sowie die, durchaus fordernden KI-Gegner, welche sich allerdings nur allzu gerne in der Gemeinschaft fortbewegen, sorgen zusätzlich dafür, dass der eigentliche Rennablauf eure Aufmerksamkeit erhält. Gegen den Spielspaß kämpfen allerdings die pixelige 3D-Grafik, die mit teils äußerst geschmackloser Farbgebung verschreckt und selbst bei gezündetem Turbo kein berauschendes Geschwindigkeitsgefühl vermittelt und die fade Inszenierung, die keinerlei Atmosphäre aufkommen lässt. Der lizenzierte Soundtrack und das unrealistische „Schienen“-Fahrgefühl sind Ansichtssache, gehen aber – trotz überempfindlichen Driftverhaltens – in Ordnung. Insgesamt bietet Need for Speed Nitro jedoch immer noch zu viel uninspirierte Standardkost, um irgendwie zu begeistern. Zum kleinen Preis könnt ihr aber durchaus einen Blick riskieren. Viel Auswahl gibt’s auf dem DS ja nicht.
Wertung: 6 von 10
Star Wars Battlefront: Elite Squadron
Letzter Titel im Roundup-Bunde ist die erste Umsetzung von Lucas Arts Multiplayer-fokussierter Krieg der Sterne-Action Battlefront, für Nintendos Dualscreen-Handheld. Wie schon die beiden oberen Kandidaten, setzt auch Elite Squadron auf pixelig-klobige Polygon-Optik, die dafür aber recht detailliert und variantenreich daherkommt und die erwünschte Star Wars-Atmosphäre halbwegs befriedigend vermittelt. Den weit größeren Beitrag dafür leisten aber die orchestrale Musik und die typischen Soundeffekte, welche in guter Qualität aus dem Lautsprecher tönen. Da dürft ihr ruhig mal wieder die Kopfhörer rauskramen.
Wenn ihr nicht gerade auf einem Speederbike, in einem Raumjäger oder hinter dem stationären Geschütz eines Schlachtkreuzers Platz nehmt, wird die Ballerei die meiste Zeit aus der Draufsicht gespielt, was ihr einen nostalgischen Spielhallen-Charme verleiht. Im Solo-Abenteuer wird die Geschichte der beiden aufstrebenden Klon-Zwillinge (!) X1 und X2 erzählt, die von ihrem Zerwürfnis über die Order 66, die unter anderem die Auslöschung der Jedi-Ritter zum Ziel hat, handelt und sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Ihr übernehmt die Rolle von X2 (dem Guten) und kämpft an der Seite von Größen wie Obi-Wan oder Luke Skywalker. Ihr schaltet nach und nach verschiedene Klassen für euren Helden frei, etwa Techniker oder Spion, die ihr an bestimmten Punkten wechseln könnt und die sich bei Bewaffnung und Spezialfähigkeiten unterscheiden. So trägt man als schwerer Schütze ein durchschlagskräftiges Gatling bei sich, während der Spion feindliche Geschütztürme für sich umprogrammieren kann und der Techniker gleich seine eigenen mitbringt. Die Unterschiede sind deutlich und das Ausprobieren der Klassen macht Laune, wenngleich einige doch merkbar vorteilhafter sind als andere. Eure Gegner nehmt ihr per Lock-On-Funktion auf’s Korn und schaltet per L-Button die Ziele durch. Ohne trefft ihr fast nichts! Dadurch ist das Spiel aber auch überaus leicht geworden. Meist müsst ihr nur ein bisschen umherlaufen, um nicht getroffen zu werden und ansonsten immer schön den Abzug gedrückt halten und die Probleme erledigen sich von allein. Gelegentliche Bosskämpfe sind da schon etwas fordernder. Zwar bemühte man sich um Vielseitigkeit, zum Beispiel durch die angesprochenen Fahrzeugsequenzen. Diese haben aber eher den Charakter von Minispielen. Ganz selten dürft ihr Entscheidungen treffen: Einen Umweg nehmen und ein paar kampfstarke Wookies aus den Zellen des Imperiums befreien oder gleich den leichteren Weg, direkt zum Einsatzziel gehen? Den verbündeten Truppen auf der Planetenoberfläche zu Hilfe eilen oder die feindliche Verstärkung aus dem All aufhalten? Das macht den Braten aber auch nicht fett und hat keine ernsthaften Auswirkungen auf den Spielverlauf. Ihr werdet grundsätzlich in extrem linearen, uninteressanten Leveln von A nach B geschickt – Schalterdrücken inklusive. Hier und da gibt’s aber nette Details, wie feuernde Geschützbatterien oder vorbeiziehende Gleiter zu sehen.
Leider kommt die Mehrspieler-Stärke der Serie auf dem DS überhaupt nicht rüber. Die Matches beschränken sich auf vier menschliche Teilnehmer oder chaotische Bots und unpräzises Dauergebolze. Das motiviert nicht über die dritte Runde hinaus. Dank der guten Story und Oldschool-Spielmechanik, kann die Einzelspieler-Kampagne aber gefallen. Mit cooler 2D-Grafik, spannenderem Leveldesign, etwas mehr Sorgfalt und ohne das unnötige Battlefront-Branding, hätte man aus dem Spiel eine echte Arcade-Koop-Granate machen können. Das wäre doch mal was!
Wertung: 6 von 10
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Kommentare (8)
Pumpenmann
jetzt hab mich geoutet ......... (podcast nr.19;))
bleach
Wobei mich bei NfS Nitro die Wii-Version etwas mehr interessieren würde (gerade wegen der Splitscreen-Geschichte).
methi
die Grafik ist wirklich Rottenschlecht, der einzige vorteil an dem Plastikshell ist das die Gute Mario games für machen....aber des wars dann auch
Jace
Dennoch, 3in1-Tests sind besser als gar keine Tests. Muss nämlich immer wieder feststellen, dass auch im 360-Bereich einige gute Spiele nicht getestet werden.
Saibot
Aber gute Idee mit dem 3-in-1 ;)
Johnson
RobeeDee
und wer kann der besorgt sich die psp-fassung von star wars battlefront!
ansonsten top!!
unbekannt
...Find es aber klasse das solche Test gemacht werden... besser als gar keine!! ;)