DS-Testrunde: Spongebob, Planet 51 und Cars
14:21 Uhr - Und auf zur nächsten Testrunde, in der wir die Nintendo DS Spiele "Spongebob - Eiskalt erwischt", "Planet 51" und "Cars Race-O-Rama". Wie gewohnt hagelt es Bestwertungen und Platin-Awards. Moment mal, seit wann haben wir denn Awards?
Spongebob Schwammkopf – Eiskalt entwischt
Wenn wir in unserer Testrunde nur kindgerechte Lizenzsoftware abgrasen, darf auch das Standard-Jump’n run nicht fehlen. Und Spongebob Schwammkopf – Eiskalt entwischt ist Durchschnittsware aus der Videospiel-Retorte, wie sie austauschbarer kaum sein könnte. Man kann dem Spiel aber auch seine Qualitäten zugute halten. Wo vergleichbare Titel es häufig nicht einmal schaffen, sich mit der eigenen Marke zu identifizieren, steckt hier eindeutig der dauerfröhliche Meeresschwamm in der kleinen Cartridge. Der abseitige Humor der Vorlage zeigt sich schon bei der Story: Spongebob soll das Geheimrezept der Krossen Krabbe an einem sicheren Ort verstecken. Nach erledigter Arbeit hat er allerdings prompt vergessen, wo sich dieser Ort befindet. Da ihn das ganz traurig macht, kann er sich erst recht nicht dran erinnern. Um sein Gedächtnis aufzufrischen, versuchen er und seine Freunde gemeinsam ihn wieder aufzumuntern. Unterstützt werden sie durch den verdorbenen, heuchlerischen Plankton. Sein Plan: Geschrumpft reist er ins Gehirn des kleiner Quadrathosenträgers, um mit ihm Glücksmomente wachzurufen, wodurch er schlussendlich selbst an die heißbegehrte Formel zu gelangen gedenkt.
Hierzu steuert ihr Spongebob von links nach rechts und auch begrenzt in die Tiefe, überwindet Hindernisse, macht mit Schlag-, Wirbel- und Schussattacke die immer gleichen Gegner platt oder legt Schalter um und sammelt Glücksdinger ein. Letztere füllen einerseits eine Leiste, die euch gefüllt in Muskelbob verwandelt, was euch stärker macht, aber ... nicht klüger!!! Außerdem könnt ihr damit zum Beispiel Galeriebilder, Minispiele oder Musikstücke kaufen. Von den gutgelaunten Kompositionen gibt es über 100 (Einhunderteins, um genau zu sein.), verrät das Soundmenü. Im Spiel klingen die aber alle gleich. Dafür wissen die hübsche und beeindruckend flüssige 3D-Engine und Spongebobs witzige Animationen zu gefallen, wenngleich es keine Höhepunkte und auch nicht gerade eine große Umgebungsvielfalt gibt. Ist wohl dem Unterwasserszenario geschuldet. Das Flair der Serie kommt aber rüber.
Die Designer haben sich um den abwechselnden Einsatz eurer (beschränkten) Fähigkeiten und sämtlicher DS-Möglichkeiten bemüht. So müsst ihr etwa ins Mikro pusten, um Spongebob in einer Wasserblase in die Höhe zu befördern oder ein Linie über den Touchscreen ziehen, um ihn per Kaugummiband über einen Abgrund zu schleudern. (Das man unter Wasser in Flüsse fallen kann, will sich mit meinem Verständnis von Logik aber noch nicht so ganz vereinbaren. Ist wohl Teil der seltsamen Komik.) Leider verlangt das den ständigen Wechsel zwischen Touchpen- und Buttonsteuerung. Denn auch wenn euch bei einigen Aktionen die Wahl gelassen wird, könnt ihr das Spiel nie mit nur einer der beiden Varianten kontrollieren. Ansonsten ist die Bedienung aber intuitiv und sehr genau. Leider wiederholen sich die Gameplay-Elemente andauernd, wenn auch in anderer Reihenfolge. Da das Spiel obendrein ein absoluter Spaziergang ist, wird’s für erfahrene Zocker nach circa einer Stunde ziemlich langweilig und man wünscht sich, die Level wären kürzer. Spongebob Schwammkopf ist ein sorgfältig programmiertes Stück Software und ansprechend präsentiert. Jüngere (und damit meine ich „jüngste“) Fans der Zeichentrickserie werden mit dem Titel sicher ihren Spaß haben. Wie bereits erwähnt, bietet das Spiel aber nichts, was alle anderen dazu verleiten könnte, es in den DS-Slot zu packen oder ihm zumindest längere Zeit dort Unterkunft zu gewähren.
Wertung: 5/10
Cars – Race-O-Rama
So etwas sieht man auch nicht alle Tage: Cars – Race-O-Rama – seines Zeichens ein Vertreter der allgemein verachteten Lizenzspiel-Gattung – übertrifft den Rennspiel-Veteranen Need for Speed, zumindest auf dem DS deutlich. Das macht das neueste Spiel zum Pixar-Hit nicht zu einem echten Knaller, da Need for Speed Nitro einfach relativ schwach geworden ist. Dennoch ist der Racer eine grundsolider und erstaunlich spielenswerter Titel geworden.
Im Story-Modus, der in gerenderten Standbildern erzählt wird, tretet ihr mit Filmheld Lightning McQueen im titelgebenden Race-O-Rama-Circuit an und bestreitet typische Rundkursrennen gegen drei Kontrahenten. Habt ihr genügend Punkte gesammelt, dürft ihr einen besondere Charakter herausfordern. Gewinnt ihr, werden weitere Strecken freigeschaltet. Einen Modus á la „Schnelles Rennen“ gibt es von Beginn an nicht. Nur wenn ihr es schafft im Hauptspiel auf den jeweiligen Kursen bestimmte Foto-Situationen zu erreichen, etwa wenn ihr einen besonders weiten Sprung macht und dabei das Kamerasymbol einsammelt, eröffnet ihr für diese Strecke Postkarten-Events. Hier könnt ihr dann auch mit anderen Wagen, verschiedene Herausforderungen, wie Zeitfahren oder Drift-Rennen angehen.
Die Stärken von Cars liegen in seinem angenehmen Spielgefühl und dem gelungenen Streckendesign. Sämtliche Kurse sind organisch und abwechslungsreich gestaltet und mit Abkürzungen und kleinen Geheimnissen gespickt. So solltet ihr während der Rennen Schraubenschlüssel einsammeln, die oft schwierig zu erreichen sind und mit denen ihr später aufblasbare Reifen oder eine Stoßstange kaufen könnt, die es euch ermöglichen, weitere Abzweigungen auf den Kursen zu erreichen. Auch der Rest des Spiels gibt sich keine Blöße: Die Steuerung und das Fahrverhalten sind tadellos, die ansehnliche Grafik läuft stets flüssig über den Bildschirm und auch die Musik und die Soundeffekte – selbst die sonst so problematischen Motorengeräusche – können überzeugen. Während der Rennen bekommt ihr sogar deutsche (!) Sprachausgabe zu hören. Zwar könnte es noch ein bisschen schneller sein und der normale Schwierigkeitsgrad ist etwas zu leicht. Doch auf dem, in dieser Hinsicht leider schmählich unterbesetzten DS, gehört Cars – Race-O-Rama sicher zu den besten Vertretern. Fragwürdig bleibt aber, wie ich es geschafft habe, diese Review ohne einen einzigen Magarine-Witz hinter mich zu bringen.
Wertung: 7/10
Planet 51
Wo Cars einen kleinen Achtungserfolg feiern kann, haut die Umsetzung des spanischen Animationsfilms, welcher dieser Tage in unseren Kinos anläuft, wieder sämtliche, für Lizenzversoftungen eingefahrenen Punkte in den Sand. Oder besser gesagt, in die Sandbox, denn Planet 51 präsentiert sich auch aufs Nintendos kleinstem als echtes Open-World-Spiel. So kurvt ihr, der Story des Films folgend, mit dem jugendlichen Außerirdischen Lem, durch dessen Heimatstadt, die in drei Gebiete aufgeteilt ist, welche sich, wie bei GTA, erst nach und nach erschließen. Auf den ersten Blick sieht dabei alles ganz okay aus: Die 3D-Stadt wirkt zwar nicht sonderlich lebendig, doch die technisch saubere Optik zeigt sich gefällig, wenngleich das Spiel auch keine echte Schönheit ist. Auch die Musik ist gelungen und vermutlich direkt aus dem Film entnommen, was ich ja nun leider noch nicht überprüfen kann. Zumindest klingt sie kinowürdig und hat mich in manchen Momenten an die Soundtracks meiner geliebten Donkey Kong Country-Reihe erinnert. Sogar für schlechte Spielbarkeit kann man den Titel nicht schelten. Von der überschaubaren Bedienung, bis zum Richtungspfeil, der den Spieler zu jeder Zeit zuverlässig den Weg weist, ist der Titel sehr auf Einsteigerfreundlichkeit getrimmt.
Was Planet 51 beinahe im Alleingang seine verhältnismäßig schlechte Wertung beschert, ist die Tatsache, dass es einfach furchtbar langweilig ist. Habt ihr jemals ein Spiel gesucht das komplett aus Backtracking besteht? Hier ist es! Ihr werdet pausenlos von einem Punkt zum nächsten, von da aus weiter, einmal im Kreis, rückwärts nach vorn und wieder zurück geschickt. Da ihr immer einen fahrbaren Untersatz steuert, entfällt zum Glück das Schreckenszenario, dass ihr die Strecken zu Fuß abklappern müsst. Die traurige Realität dagegen ist allerdings, dass sämtlich Vehikel, gerade in der Anfangszeit, selbst bei Höchstgeschwindigkeit so erbärmlich langsam fahren, dass man schreien möchte. Sicher bekommt ihr auch Aufgaben gestellt, wie Luftballons einsammeln, Zeitungen austeilen, gefühlte tausend Rennen fahren und Botengänge erledigen, aber die sind auch kaum schneller, spannender oder actionreicher.
Ich weiß gar nicht wirklich, wie ich das Spiel bewerten soll. Es ist recht gekonnt gemacht und vermittelt, durch Standbildsequenzen aus dem Film, eine ordentliche Atmosphäre. Andererseits ist es aber auch so dermaßen zäh und langatmig, dass ich mir ziemlich sicher bin, selbst jüngere Spieler werden sich nach kurzer Zeit angeödet abwenden.
Wertung: 5/10
Datenblatt - Spieletest - Trailer - Bilder - News ...
Bitte logge Dich ein, um Kommentare zu verfassen.
Coming Soon
Galerien
SpongeBob: Eiskalt Entwischt
Drei Bilder zum eiskalten SpongeBob-Abenteuer auf der Wii.Die Neuesten User-Tests
Call of Duty: Modern Warfare 3 XBOX360
"Krieg ensteht aus Täuschung" - das sind die ersten Worte in MW3. Ist es Weisheit, Weitsicht oder Zufall das die gesamte Gaming-Welt sich auf MW ...
The Elder Scrolls V: Skyrim XBOX360
Nach, verhältnismäßig bescheidenen, 50 Stunden Spielzeit und nach Beendigung von Hauperquest nebst zweier Gilden wage ich mich an mein...




















Kommentare (3)
MaxSchmerz
Leider wird der Humor der Serie nie auf die Games angewandt... Naja, da bleib ich bei meiner Spongebob Bettwäsche und T-Shirts (Kein Scherz ^^)
Jace