Dead Space 2
Fortsetzungen können ein riskantes Geschäft sein, vor allem wenn das erste Spiel bereits in vielen Punkten nahezu perfekt war. Im vergangenen Jahr zeigten sowohl Mafia 2, als auch Bioshock 2, dass ein Nachfolger nicht immer zwangsläufig besser als das Original sein muss. Gelingt es Dead Space 2, aus dem Schatten des zwei Jahren alten Erstlingswerks zu treten oder zeigt der zweite Aufguss bereits Ermüdungserscheinungen?
Wie aus Daniel Düsentrieb John Rambo wurde
Isaac Clarke hat sich seinen Job vermutlich auch anders ausgemalt, als er sein Studium zum Weltall-Ingenieur an einer schicken Sci-Fi Uni begonnen hatte. Vor drei Jahren verschlug es den guten Handwerker auf das Bergbau-Raumschiff Ishimura, das zufälligerweise auch letzter Arbeitsplatz seiner Freundin Nicole Brennan war. Was wie eine Routine-Wartungsmission begann entwickelte sich jedoch schnell zu einem gnadenlosen Überlebenskampf gegen eine noch unbekannte Alien-Rasse, die später als Necromorphs bekannt wurde und vor allem die Körper der verstorbenen Besatzung infizierte und sie in furchterregenden Kreaturen verwandelte. Isaac schaffte es als einziger, der ehemals vierköpfigen Rettungscrew lebendig von der Ishimura zu entkommen und zerstörte bei dieser Gelegenheit auch gleich den Planeten Aegis VII, von dessen Oberfläche die Necromorphs auf das Schiff gelangt waren. Leider stellte sich ebenfalls heraus, dass seine Freundin Nicole sich vor seiner Ankunft das Leben genommen hatte und ihm nur noch als Vision durch den Kopf spuckte, die von einem geheimnisvollen Artefakt namens „Marker“ gesteuert wurde.
Drei Jahre später erwacht Isaac auf der Krankenstation der Stadt Sprawl, die sich im künstlichen Orbit um den Saturn befindet. Von Erholung allerdings keine Spur. Es vergehen keine zwei Minuten und Isaac findet sich erneut in einem tödlichen Alptraum wieder, als die Necromrophs ganz Sprawl überrennen. Nach einer kleinen, waffenlosen Flucht, die als obligatorisches Tutorial dient, findet sich der Spieler in der altbekannten Rolle wieder: Bewaffnet mit Plasma-Cutter und geschützt durch eine Arbeiterrüstung nehmen wir den Kampf auf. Erneut.
Wie aus einem Raumschiff eine Stadt wurde
Auch wenn man im Vorgänger Dead Space nach einer gewissen Zeit die Ishimura verlassen konnte, verbrachte man doch die meiste Zeit des Spiels in einem Bergbau-Schiff, was natürlich nicht gerade ein Garant für abwechslungsreiche Schauplätze war. Mit Dead Space 2 vergrößert sich die Spielwelt, denn Schauplatz ist nun eine ganze künstliche Stadt mit den typischen Wohnbezirken, einer Kirche, Einkaufszentren und, Visceral Studio kann es einfach nicht lassen, einem Schul- und Kindergartenbezirk. Ähnlich wie die Unterwasserstadt Rapture aus Bioshock bietet auch Sprawl viele Gebiete, die sich deutlich in Form und Funktion unterscheiden. Der Wechsel der einzelnen Schauplätze findet nun allerdings nahtlos statt. Meistens lädt das Spiel unauffällig im Hintergrund nach, während sich Isaac, auch das ist eine Neuheit, durch enge Lüftungsschächte quetscht. Das ganze läuft derart unsichtbar ab, dass der Spieler gar nicht mitbekommt, wenn ein neues Kapitel des insgesamt 15 Kapitel umfassenden Spiels beginnt. Auch hier gilt das Motto: Mehr ist mehr, denn die Spielzeit liegt dank der gestiegenen Kapitelanzahl jetzt bei knapp 10-12 Stunden und damit knapp 3 Stunden über dem Vorgänger. Kein Wunder, dass die Xbox 360 Version des Spiels gleich auf zwei DVDs ausgeliefert wird.
Keine Frage, auch der Vorgänger war bereits grafisch ein Hingucker. Mit Dead Space 2 übertrifft sich Visceral allerdings selbst. Die Menge an Details erschlägt den Spieler geradezu: Jeder Raum ist vollgestopft mit dutzenden von fein gestalteten Objekten, überall blinken Computer-Terminals und bunte Werbetafeln, dazu gibt es an jeder Ecke schicke Licht- und Nebeleffekte. Das ganze gepaart mit einer stets stabilen Framerate trotz massiven Gegneraufkommens, und man kann nicht anders, als den Hut vor der technischen Leistung der Dead Space Engine zu ziehen. Dabei ist die Umgebung nicht nur hübscher, sondern auch interaktiver geworden: So finden sich immer wieder provisorische Notfenster, die bei Beschuss zersplittern und so die Luft nach außen saugen. Erkennt man so ein Fenster, sollte man aus eigenen Interesse mit seinen Waffen eher sorgfältig zielen. Besonders fies ist es, wenn sich Exploder (die Necromorphs mit dem leuchtenden Beutel) in der Nähe dieser Fenster aufhalten.
Lest auf Seite 2 wie Isaac Clarke das Sprechen gelernt hat...
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Kommentare (58)
Alexander Laschewski-Voigt
IceOnly2
IceOnly2
Fresh
Gut gemacht!
jurista
Tharind
jurista
Jace
DREJ
Horror in seiner reinsten Form.
EINFACH NUR SPITZE!!!
T1M2K9