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Demon's Souls

Dienstag, 06. Juli 2010
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14:56 Uhr - Lange war Demon's Souls ein Import-Geheimtipp. Doch das Hoffen war nicht umsonst und nun ist es auch bei uns zu einer offiziellen Empfehlung geworden. Trotz über einjähriger Verspätung könnte das Timing dabei kaum besser sein. From Softwares gnadenloser Dungeon-Crawler leutet als letztes großes Spiel der ersten Jahreshälfte die Sommerpause ein und gibt Verfechtern des Kellerbräune-Looks ausreichend Berechtigung in den nächsten Wochen nicht das Haus zu verlassen. Was ist dran an der Faszination Demon's Souls?

Wenn ihr in den Nebel tretet, seid ihr verloren! Das gilt in Demon's Souls gleich dreifach. Unvorsichtige Weltenlenker haben das Uralte wiedererweckt, woraufhin sich die dicke Suppe über das Reich Boletaria legt, sich seelenfressende Dämonen breitmachen und mit ihnen das Chaos ausbricht. Schwache Aussichten auf Überleben oder gar Frieden bleibt für die Bewohner des verhärmten Landes, die noch nicht den Verstand verloren haben. Der Nebel dehnt sich weiter aus und droht die Welt zu verschlingen. Doch natürlich gibt es immer Helden, die sich dem Untergang entgegenstellen. Naive Helden wie ihr es sein werdet, die tatsächlich glauben das sie etwas ausrichten können. Und vielleicht könnt ihr das auch. Aber seid euch dessen gewahr: Ihr werdet sterben! Immer und immer wieder. Und erkennen das Demon's Souls für die Schwachen, die Gedankenlosen und die Tollkühnen kein Mitleid hat. Diejenigen die durchhalten bringen allerdings das größte Opfer von allen. Sie werden die Bessenheit erfahren dieses Monstrum niederschlagen zu wollen, sich nicht bezwingen zu lassen, den Ruhm zu ernten und dabei alles um sich herum zu vergessen und vergessen zu werden. Und sie werden leiden. Seid ihr erstmal gefangen, gibt es aus dem fesselnden Spielkonzept dieses Rollenspiel-Meisterwerks keine Wiederkehr.

Da wo die Sonne nie hinscheint.

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Anders als in den meisten anderen epischen RPGs erzählt Demon's Souls keine ausschweifende Geschichte oder lässt euch von unzähligen NPCs auf mehr oder weniger sinnvolle Quests schicken. Im recht peniblen Editor baut ihr euch einen halbwegs ansprechenden Avatar, der fortan nur eine Bestimmung hat: Dämonen töten! Dafür braucht er auch keine Stimme oder Persönlichkeit. Vergesst nicht: Ihr seid nichts besonderes. Nur einer von vielen. Besonders müsst ihr erst werden. Trotz weniger (gerenderter) Zwischensequenzen oder tiefgehenden Dialogen, schafft es das Spiel ein übergeordnetes Universum zu vermitteln und seine düstere Welt einnehmend darzustellen, sodass jeder noch so kleine Gesprächsfetzen umso bedeutungsvoller wird. Dennoch könnte die Spielwelt an einigen Stellen einen Tick lebendiger wirken. Ein paar Zivilisten zum Beispiel, die über ihr Leid klagen oder versuchen trotz allem ihrem Tagewerk nachzugehen hätten das Szenario noch glaubwürdiger machen können. In letzter Konsequenz ist Demon's Souls aber stets seinem Gameplay untergeben. In bester Dark Fantasy-Manier schlachtet ihr euch durch raue, erdige Mittelalter-Kullissen, wie eine wahrhaftige Burg, dunkle Minen oder einen noch dunkleren Sumpf. Lichte Momente sind ohnehin selten. Alles ist dreckig, verfallen, lebensfeindlich. Ein erfrischender Kontrast zum kunterbunten World of WarCraft-Standard, der den Großteil der Rollenspiele schmückt. Einige Abschnitte wirken etwas generisch und bestimmte Zierelemente wiederholen sich auffällig oft. Häufig habt ihr panoramenhafte Ausblicke auf leider unbelebte Szenerien, mit etwas abwechslungsarmen Texturen. Doch dank des brillant durchgezogenen Designs ist der Eindruck insgesamt überwältigend. Die unheilschwangere Ausleuchtung und der realistische Stil, der sich auch bei den Waffen und Rüstungen wiederfindet, die auf überlebensgroßen Comic-Tamtam verzichten, schaffen eine dichte, bedrohliche Atmosphäre. Authentische Kampf- und Umgebungseffekte, eine mitreißende englische Synchro und ein, nur vereinzelt auftretender, dann aber durchdringender Soundtrack bilden ein, sich perfekt anschmiegendes akkustisches Kleid. Auch die dämonischen Kreaturen sind fantasievoll ausgearbeitet, reichen vom klassischen Drachen oder der Riesenspinne, die nie bedrohlicher waren, bis zu fliegenden Mantarochen oder „Alien“-Reminiszenzen und fügen sich nahtlos ins Bild der Fantasy-Apocalypse. So schafft Demon's Souls einen pulsierenden Mix aus Tradition und Eigenkreation. Lediglich die Ragdoll-Leichen sorgen stellenweise für unfreiwillige Lacher und Stimmungs-Defizite, wenn ihr sie wie aufgerolltes Klopapier an euren Füßen hinterherschleift.


Düstere Zeiten

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Habt ihr euch für eine der zehn Klassen entschieden, zum Beispiel Soldat, Jäger, Templer, Priester, Räuber oder Adliger, geht’s ans Eingemachte. Und zwar zwar an eures. Ein Tutorial-Level macht euch mit der grundlegenden Kampfmechanik vertraut und eurem ständigen Begleiter. Denn am Ende der Einführung lauert der Tod. Grantiert! Das Kampfsystem von Demon's Souls ist ohne Übertreibung das beste, welches ich bislang erlebt hab'. Als Action-Rollenspiel versteht es sich von selbst, dass Knochen in Echtzeit zerhackt werden. Auf den beiden linken und rechten Schultertasten sind jeweils Aktionen für die linke und rechte Hand eures Charakters zugeordnet. Tragt ihr also rechts ein Schwert und links ein Schild, könnt ihr intuitiv zwischen Abwehr und Angriff wechseln. Per Knopfdruck lässt sich schnell zur Alternativwaffe oder in den Zweihandmodus wechseln. Stärkere Attacken, Paraden, Sprints oder Ausweichrollen sind ebenfalls kein Problem. Am wichtigsten ist es dabei jedoch immer schön euren, sich fix wieder aufladenden Ausdauerbalken im Blick zu haben. Denn jede Aktion kostet euch Kraft. So kann es schnell passieren das ihr nach einem Konter erstmal nicht in der Lage seid nachzusetzen. Dass die Steuerung so geschmeidig von der Hand geht ist auch bitter nötig, denn die Feinde schenken euch nichts ... außer Gegenstände ... aber unfreiwillig ... nach ihrem Tod. Und den herbeizuführen setzt meist einen harten Kampf voraus, bei dem Konzentration alles ist. Eure Gegner können ihrerseits parieren, haben wuchtige Angriffe auf Lager, die euch zurückwerfen oder gleich eure Rüstung durchbohren, greifen gerne auch aus der Distanz, mit harten Kombos oder in der Gruppe an. Auch kleines Fußvolk sollte nicht unterschätzt werden, denn auch wenn das Pack schnell erledigt ist, gehört Erfahrung und Fingerfertigkeit dazu eine Auseinandersetzung ohne Verletzung zu überstehen. Außerdem sind verschiedene Feinde gegen unterschiedliche Waffen empfindlicher oder resistenter und ihr solltet eure Umgebung im Auge behalten. Denn in einem engen Korridor prallen Schläge mit langen Schwertern schon mal eher an die Wand als auf das Haupt des Gegners, was ihr natürlich auch zu eurem Vorteil nutzen könnt. Trefft ihr auf einen Boss stehen die Chancen bestens, dass ihr die erste Begegnung mit ihm nicht überlebt. Bis ihr seine Angrifssmuster durchschaut und vor allem die geeigneten Gegenmaßnahmen rausgefunden habt segnet ihr sicher mehfach das Zeitliche. Und dann heißt es den ganzen Weg bis dorthin nochmal zurücklegen, mit allen Feinden, die stets den gleichen Prozess der Wiedergeburt durchmachen wie ihr.


Gemeinsam einsam

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Ja, Demon's Souls ist hart und erbarmungslos. Doch was bei anderen Spielen ein harscher Kritikpunkt wäre, ist hier ein unerlässlicher Teil des Gesamtkonzept. Demon's Souls ist nichts ohne seinen Schwierigkeitsgrad. Um die Methodik dahinter zu verstehen, ist es praktisch unabdingbar das ihr mit aktiver Verbindung zum Playstation Network spielt. Die innovative Mehspielerkomponente des Rollenspiels macht einen Großteil seines Reizes aus. Prinzipiell bleibt es das selbe Spiel wie im Solo-Modus. Seid ihr online seht ihr aber nur immer wieder weiße Schemen von anderen Krieger durch die Welt laufen. Das sind aktive menschliche Spieler, die zur gleichen Zeit in ihrer „Parallelwelt“ auf Dämonenjagd gehen. Die Seelenegestalten sind immer nur kurzzeitig zu sehen, können aber so schon auf einen eventuellen Geheimgang oder einen Abgrund hinweisen. Nun findet ihr auch immer wieder Blutlachen auf dem Boden, die, wenn ihr sie aktiviert, die letzten Sekunden eines anderen Spielers zeigen und so ebenfalls auf starke Gegner oder Hinterhalte deuten. Direkteste Methode ist allerdings das Hinterlassen von Nachrichten aus einem vorgegebenen, aber umfangreichen Set, die als leuchtende Runen in der Spielwelt erscheinen. Spieler können sich auf diese weise vor falschen Wegen, starken Kontrahenten, Fallen und dergleichen warnen, taktische Tipps oder Informationen über versteckte Schätze geben oder fieserweise auch ins Unglück locken. Ein Rating-System bewahrt das Spiel vor allzu vielen Spam-Runen. Haltet ihr eine Nachricht für sinnvoll, dürft ihr sie positiv bewerten, was dem Urheber einen kleinen Teil Lebensenergie zurückgibt und die Halbwertszeit des Textes erhöht. Gehaltlose Kommentare verschwinden hingegen wieder schnell von der Bildfläche. From Software haben die Gegner, Gefahren und Geheinisse so geschickt in das Leveldesign eingewoben, dass es genug Stoff für regen Kontakt unter den Mitspielern gibt und ihr jede Hilfe dankbar entgegennehmt. Ihr werdet dennoch eure eigenen Erfahrungen machen und machen müssen. Wenn vor einer beachtlichen Erhöhung aus der Blick auf einen Gegenstand lockt, kann da noch so überzeugend stehen, dass man einen Schritt nach vorne machen soll. Nur wenige werden es ausprobiert und danach eine wohlwollende Bewertung abgegeben haben, sofern der Sturz ohne schädliche Konsequenzen vonstatten ging. Zumal immer noch die Gefahr besteht, dass Verunglückte euch aus Gehässigkeit mit ins Verderben reißen wollen. Doch solche Fälle bleiben die extrem seltene Ausnahme. Es entsteht vielmehr ein stilles, bedingungsloses Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Spielern, im Angesicht der unmenschlichen Herausforderung vor der jeder einzelne von ihnen steht.


Die Neue Endgültigkeit

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Ein Leben ist in Demon's Souls ohnehin viel zu kostbar, um es für nutzlose Scherze zu verschwenden. Sterbt ihr in eurer menschlichen Gestalt, ersteht ihr als Phantom wieder auf, mit dauerhaft halbierter Energie. Im Normalfall seid ihr also als Seelenwanderer unterwegs. Erst wenn ihr den nächsten Boss besiegt, erhaltet ihr euer menschliches Antlitz zurück. Das zu bewahren hat, neben erhöhter Energie noch einen weiteren Vorteil: Phantome können im Spiel Zeichen hinterlassen, die es Kriegern mit fleischlichem Körper ermöglicht, sie in ihre Welt zu rufen und ihm beim Feldzug gegen den Endgegner zu unterstützen. Maximal zwei Begleiter dürft ihr mitnehmen. Als Lohn werden alle ergatterten Seelen geteilt und die Mitstreiter erhalten in ihrer Welt ihre Körper zurück. Zu zweit oder zu dritt ist das Fortkommen wesentlich einfacher. Übermütig solltet ihr trotzdem nicht werden. Leider ist es nicht möglich direkt Freunde in eine Party einzuladen und die Ingame-Kommunikation beschränkt sich auf ein paar Gesten. Wie ihr die anwenden könnt müsst ihr allerdings erstmal rausfinden. Viele Sachen verrät euch das Spiel nämlich nicht. In diesem Fall verrate ich es gleich hier: Ihr müsst eine Weile den X-Knopf gedrückt halten, damit das Gesten-Menü erscheint.) Es kann auch gar nicht oft genug betont werden, wie gnadenlos und endgültig Demon's Souls seine Schiene fährt. Abgesehen von den Standardgegnern und zerstörbaren Kisten und dergleichen bleibt alles was ihr in der Spielwelt verändert auf ewig so bestehen, im Guten wie im Schlechten. Habt ihr ein Tor geöffnet oder einen Aufzug aktiviert, die euch Abkürzungen verschaffen, werden sie auch nach eurem Ableben so verbleiben. Habt ihr einen wichtigen NPC, etwa einen Händler getötet, wird er nicht mehr zurückkehren. Das wertvollste Gut für eure Mission sind die Seelen, die ihr von jedem getöteten Dämon erhaltet. Mit ihnen bezahlt ihr Waffen und Ausrüstung und auch die Attributverbesserungen. Anders als gewohnt, steigt ihr hier nämlich nicht einfach im Level auf, wenn ihr nur genügend Monster plättet. Ihr müsst euch euren Fortschritt immer wieder hart erkämpfen. Springt ihr in Seelengestalt über die Klinge, verliert ihr alle bis dahin gesammelten Seelen. Sie warten bei eurer Blutlache auf euch. Also müsst ihr euch den ganzen Weg bis dahin wieder voranarbeiten. Nun ist jedoch doppelte Vorsicht geboten, denn wenn euer Held jetzt unterwegs das Zeitliche segnet, sind die Seelen endgültig dahin.


Der Eine (zuviel)

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Trotz der originellen „Zusammen gegen das Böse“-Ausrichtung hat Demon's Souls auch ein Herz für Leute mit sozialunverträglicher moralischer Gesinnung. Um euren menschlichen Körper zurückzuerlangen könnt ihr als vierte Möglichkeit (Nummer 3 ist ein seltener Stein, welcher die Verwandlung herbeiführt.) nämlich auch in die Welt von anderen Spieler eindringen und sie als schwarzes Phantom verfolgen. Kommt es zum Duell und ihr unterliegt, werdet ihr lediglich in eure Welt zurückgeschickt. Verendet ihr in der anderen Dimension allerdings an der Umgebung oder den Dämonen, verliert ihr gleich eine ganze Seelenstufe. Dringt ein Schwarzes Phantom in eure Welt ein, wird euch das anhand eines akkustischen Signals deutlich gemacht. Dieses Jäger-und-Gejagter-Versteckspiel und die meist verbissen ausgefochtenen Zweikämpfe in die es mündet, gehören zum spannendsten und intensivsten was die Videospielwelt derzeit zu bieten hat. Der Schreck geht durch Mark und Bein, wenn ihr plötzlich eurer Nemesis gegenübersteht. Der Triumph und die Erleichterung ist umso größer, wenn ihr sie bezwungen habt. Dieses erhabene Sieggefühl ist die Ursache für die unglaubliche Motivation von Demon's Souls. Jede noch so kleine Aufwertung, jede neue Waffe bringt euch eurem Ziel ein Stück näher. Jeder niedergeschlagene Dämon ist ein weiterer Hoffnungsschimmer. Was das Spiel dabei von vielen anderen Action-Rollenspielen abhebt, ist die Tatsache, dass es Sieg und Niederlage so extrem von eurem eigenen Vorgehen, eurer Konzentration und eurem Willen zu lernen abhängig macht. So entwickelt sich nicht nur euer Alter Ego auf dem Bildschirm, sondern auch eure eigenen Fähigkeiten, euer eigenes Wissen und euer eigener Status in der Welt von Demon's Souls.


Pro und Contra

  • + hervorragend ausgearbeitete Mittelalter-Fantasy-Welt ...
  • + brillantes Kampfsystem ...
  • + durchdachte, eingängige Steuerung ...
  • + eine unvergleichliche Spielerfahrung
  • + konsequent und sorgfältig auf seinen hohen Schwierigkeitsgrad konzipiert
  • + geniale Multiplayer-Integrierung
  • + schmetternder Orchester-Score
  • + clevere Nutzung der Havoc-Physikengine
  • + jedes Spielelement greift perfekt in das andere
  • + macht auf vielschichtige Art süchtig
  • - ... die etwas lebendiger hätte sein können
  • - ... mit manchmal eigensinniger Lock-On-Funktion
  • - ... im Gegenzug stellenweise unzugängliche Menüführung
  • - kleinere Clipping-Fehler und Slowdowns und zappelnde Leichen
  • - lässt Erklärungen einiger Features vermissen
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Seperates the men from the boys!

Wahrscheinlich können viele von euch schon nicht mehr hören wie sensationell schwer Demons Souls doch ist. Nun, sicher gibt es Titel die euren Reaktionen oder eurem Verstand mehr abverlangen. Es ist kein Contra mit Baldurs Gate-Umfang oder welchen Vergleich man auch immer anstellen will. Aber es gibt wohl wenige Spiele, die Unachtsamkeit und gedankenloses Vorpreschen so herzlos abstrafen wie From Softwares bisher größtes Meisterstück. In einem atmenden Echtzeit-Abenteuer verlangt das Spiel von euch das ihr jeden Schritt gut überlegt und nicht in typischer Videospiel-Manier durch die Gegend wütet. Und zwar in jeder Hinsicht. Beim Voranarbeiten in einer Höhle. Bei der Wahl der richtigen Waffe, der zu kaufenden Rüstung, nächsten Attacke oder Defensivaktion. Beim Aufwerten der Attribute. Und bei der Interaktion mit NPCs und echten Mitspielern. Ähnlich Heavy Rain, dass fernab wilder Schießereien oder unwirklicher Knobelaufgaben die Konventionen der Interaktivität neu sortiert, so ist auch Demons Souls auf seine Weise eine Reflektion über das eigene Genre und die festgefahrenen Herangehensweisen in einem Videospiel. Wer es als Provokation versteht und diese auf sich wirken lässt, dem steht ein einzigartig forderndes, aber auch befriedigendes Spielerlebnis bevor, dessen enormes Gefälle zwischen Leid und Lust derzeit ungemessen ist. Trotzdem oder gerade weil ihr andere Mitspieler auf dem selben Pfad seht, bleibt Demons Souls immer eine persönliche Angelegenheit. Kameradschaften währen nur bis zum nächsten Boss und auch bis dahin sind die schweigsamen Existenzen seltsam entrückt voneinander. Dieses Gefühl gemeinsam eine Herausforderrung zu bewältigen, bei der jeder doch alleine ist, das Böse gegen alle Widerstände zu besiegen, dieses Spiel in die Knie zu zwingen, ihm nicht den Triumph zu lassen euch unterworfen zu haben, das ist so faszinierend an Demons Souls und das macht es so einzigartig. Dabei haben die Entwickler nicht vergessen abseits seines „Survial of the Fittest“-Konzepts auch ein ansprechendes Action-RPG abzuliefern, welches nicht nur für audiovisuell anspruchslose Freaks geeignet ist, sondern dessen stimmungsvolle Welt man gerne erkundet, sei es aufgrund des bizarren Kreaturen-Designs, der epischen Landschaften, der abwechslungsreichen, geheimnisgespickten Dungeons oder der zwar nur spärlich erzählten, aber dennoch tiefgehenden Story. Nicht zuletzt greift natürlich auch die Genre-übliche Level- und Sammelsucht. Ich habe versucht das Gameplay und das Spielerlebnis von Demons Souls so gut es ging zu vermitteln. Wem das oben Geschriebene zusagt, der sollte in diesem Fall nicht zu lange überlegen, das Spiel kaufen und sich für die Ferien damit einschließen. Wer den Schwierigkeitsgrad und das erbarmungslose Konzept fürchtet, gibt dem Titel über die Videothek eine Chance. Ausprobiert haben sollte es jeder einmal. Für mich gehört Demoms Souls auf jeden Fall zu den besten Spielen dieser Konsolengeneration, um es nach unzähligen Zeilen endlich mal auf den Punkt zu bringen.

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Lohn der Warterei: Die Black Phantom-Edition

Da sag' noch einer, kein Videospielhersteller liebt seine Kunden. Zwar haben wir lange Warten und beten müssen, dass es Demon's Souls doch noch in unsere Gefilde schafft, dafür kommt das Spiel zu Beginn standardmäßig in der limitierten (!) Black Phantom-Edition auf den Markt. In der Pappschachtel enthalten sind, neben dem Spiel in normaler PS3-Verpackung, welches im Übrigen ungeschnitten und ab 16 Jahren freigegeben ist, aber dennoch ausreichend blutig daherkommt, noch ein nettes, kleines Artbook, mit zahlreichen Malereien aus dem Spiel, sowie Skizzen und Konzeptzeichnungen zu Gegnern und Leveldesign, eine CD mit dem düsteren-epochalen, von einem echten Orchester eingespielten Soundtrack und ein dicker Strategy Guide. Letzterer bietet unzählige nützliche Informationen zu den Charakterklassen, Waffen und Endbossen, ist aber leider komplett auf Englisch. An dieser Stelle mal wieder Hut ab und großes Lob an Publisher Bandai Namco, die dieses Paket zum Vorzugspreis von ca. 60 Euro in den Laden stellen. Wer da nicht zuschlägt, der hat sie nicht mehr alle. Obwohl ich gerade gesehen hab', dass die Edition bei amazon wohl schon ausverkauft ist. Also rennt mal lieber schnell zum nächsten Spielehändler. Auf jeden Fall wohl ein gutes Zeichen für den verdienten Erfolg eines grandiosen Spiels.

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Bewertung

Demon's Souls ps3

9/10

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Kommentare (42)

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06.07.2010 15:18 - Hab mal gelesen, dass der Schwierigkeitsgrad sehr hoch sein soll. Find ich sehr gut. Endlich eine Herausforderung :D
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06.07.2010 15:19 - Guter Test und ich brauche das Spiel unbedingt noch. Ist aber anscheinend echt schon vielerorts vergriffen :-(
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 Liebling der Massen 500 Wishlist 20 Kommentarklicker 500 Now Playing 20 Jimmy Olsen Kommentar-Tippse 50 Liebling der Massen 50 Kommentarklicker 50
06.07.2010 15:20 - Jetzt bereue ich es doch ein wenig die normale Edition bereits importiert zu haben. Allen die das nicht getan haben kann ich nur empfehlen sich das Spiel zuzulegen.
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06.07.2010 15:23 - So schwer ist DS nun wirklich nicht. Fordernd aber absolut garnicht schwer.
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06.07.2010 15:23 - Ja die Black Phantom Edition sieht schon ziemlich nice aus!
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06.07.2010 15:28 - Endlich mal wieder ein Spiel was den Spieler fordert und zur Weißglut bringt :D
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 Mitdenker Fragefreund MyGames Liste 20 Liebling der Massen 500 Kommentarklicker 500 Wishlist 20 Kommentar-Tippse 50 Kommentarklicker 50
06.07.2010 15:32 - ich find schade bei dem spiel das ich eigentlich nur nachteile habe wenn ich nicht in der seelenform bin
in der seelenform hab ich zwar weniger hp und mp
aber als lebender werd in welt 4-1 fast immer vom so nem hyper aufgeleveltem bastard fertiggemacht
aber das ist wirklich hammer wenn man dann auch mal einen echten spieler erledigt
nach nem harten zweikampf
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06.07.2010 15:43 - Ein unheimlich brilliantes Spiel! Für mich im Moment das einzige, bei dem ich auf PS3-Besitzer neidisch werden kann!
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06.07.2010 15:53 - Habs mir vor 3 Monaten importiert und bin begeistert davon! Die 9/10 sind völlig berechtigt (9.5 für mich persönlich ;) )
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06.07.2010 16:08 - @chris 1993
Vorteile lebend zu sein:
Mehr Lebensenergie (Magie ändert sich nicht).
Du kannst blaue Phantome beschwören! (<- Die Lösung deines Problems?)

Vorteile Seelenform:
10% mehr Schaden ausrichten
Keine Invasionen von schwarzen Phantomen.
Du kannst beschworen werden.
Die Welten-Tendenz ändert sich nicht in richtung schwarz wenn man stirbt.

Und die, die dich angreifen, sind nicht hyper aufgelevelt, sondern haben nur etwa zehn (+ 10% deines) Seelenlevel mehr als du. (Bist du SL 50, kannst du nur von max. SL 65 Spielern angegriffen werden.)
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