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Der ultimative AreaGames Jahresrückblick 2007

Sonntag, 30. Dezember 2007
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18:33 Uhr - Nur wenige Stunden trennen uns nun noch vor dem Jahr 2008, ein perfekter Zeitpunkt also, um die Zeit für unseren ganz speziellen Jahresrückblick zu nutzen. Wie immer picken sich alle AreaGames-Redakteure ihre ganz persönlichen Highlights aus dem Jahr 2007 heraus um sie mit euch, also unseren ca. zehn Trillionen Lesern (nach eigener Server-Statistik) zu teilen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und Mitdiskutieren und natürlich vor allem einen guten Rutsch ins Jahr 2008!

Struwelpeter des Jahres

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Auch 2007 wurde die hitzige Debatte um die Gefährlichkeit von gewaltverherrlichenden Videospielen weitergeführt, allerdings ohne einen nennenswerten Konsens zu erzielen. Die Spieler fühlen sich immer noch in die Amokläufer-Ecke gedrängt und bevormundet, während die Politik weiterhin mit der undifferenzierten Verbotskeule drohte, aber letztlich auch nicht viel mehr zustande achte. Die Fronten blieben also auch 2007 verhärtet, nur in einem Falle herrschte wohlige Eintracht und herzliches Einvernehmen auf allen Seiten: Die Meuchelmördersimulation Manhunt 2 ging deutlich zu weit und durfte so nicht in den Handel kommen. Nachdem die Konsolenhersteller nicht zur Veröffentlichung zustimmten, musste Entwickler Rockstar das schmuddeligste seiner grausamen Kinder nochmal komplett überarbeiten und den weltweiten Release deutlich verschieben. Für eine Veröffentlichung in Deutschland reichte das freilich noch nicht, wohl aber für viele weitere anregende Diskussion, über fragwürdige Inhalte in Videospielen. Manhunt bewies sich in der Hinsicht als ein Extrem, das die ethischen Grenzen auszuloten vermag. Selbst vielen hartgesottenen Spielern fällt es angesichts derartiger Darstellungen schwer, diese Form der Gewalt als ironisch, überzeichnet oder stillistisch distanziert zu verteidigen. Abgesehen davon, dass wohl innerhalb dieser Diskussion nur die Wenigsten das Spiel überhaupt gespielt hatten, so zeichnet sich hier doch bereits ein Trend für das nächste Jahr ab: Auch die Videospielfans scheinen sich nun langsam moralisch zu sensibilisieren und hinterfragen vermehrt, was ihnen da auf dem Fernsehbildschirm vorgesetzt wird. Bleibt lediglich zu hoffen, dass auch die Politik in der Hinsicht ein wenig mehr Beweglichkeit beweist, um am Ende Entscheidungen zu treffen, die für alle Einvernehmlich sind.

Der spektakulärste Preissturz

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Wenn Preise stürzen, tun sie sich nur selten weh. Meistens landen sie sanft in exorbitant gestiegenen Verkaufszahlen, besonders dann, wenn sie im Multimediabereich fallen, dessen Vermarktungsmaschinerie bereits kleinste Stolperpreise mit hysterischen Schlagzeilen begleitet. Anders muss das im Sommer gelaufen sein, als es die sündhaft teure Playstation3 plötzlich im verführerischen Bundle gab. Konsole + 2 Controller + Motorstorm + Resistance für nur 599 Euro = steigende Verkaufszahlen? Nö! Dieser Preissturz verfehlte die präzise Punktlandung im inflationsgeplagten Portemonnaie des chronisch klammen Konsolenspielers. Man zog die Notemse! Bereits acht Wochen später kostete das gleiche Bundle schon 100 Euro weniger und die Konsole selbst erlebte eine technisch abgespeckte Wiedergeburt, die nun sogar für 399 Euro über den Ladentisch geht. Mission complete? Es scheint so, die Verkaufszahlen der Playstation3 sind dadurch auf jedenfall gestiegen. Nur die wenigen Spieler, die dem Sommerangebot nicht widerstehen konnten, dürfte dieser Preissturz in zwei Etappen das dumpfe Gefühl beschert haben, Eselsohren und Pappnase ausgesetzt bekommen zu haben. Denn eine angemessene Entschädigung, wie sie die Launchkäufer der guten alten Xbox nach deren drastischen Preisanpassung bekamen, die hatte Sony leider nicht vorgesehen. Und was lernen wir daraus? Ein Produkt ist immer nur so viel wert, wie die Masse der potentiellen Käufer dafür auszugeben bereit sind. Wer sich dabei von halbherzigen Preisstürzen verleiten lässt, der verspielt mitunter die Möglichkeit nachher ehrlich von sich behaupten zu können, er wäre doch nicht blöd. Tja, das Leben ist halt nicht fair und voll von Pleiten, Pech und Pannen.

Die größten Aufschneider

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Deutschland ist ein friedliches Land. Und damit das so bleibt, darf Gewalt vor allem virtuell hierzulande keine Chance haben. Importhändler konnten sich auch 2007 wieder über die Angst der Publisher vor Indizierungen und hohen Altersfreigaben freuen und österreichische Händler verkauften nahezu jedem Einwohner ihres Landes zwei Exemplare pro Spiel. Von The Darkness blieb kaum mehr als ein Torso eines ursprünglichen Games über, aber wenigstens konnten sich die Käufer der deutschen Version über ein Bild des blutigen Herzverschlingens auf der Packung freuen, eine Aktion, die im Spiel nicht mehr möglich war. Bioshock verlor einiges seines „shocks“ durch die Zensuren und Conan der Barbar lernte Manieren für Deutschland und verzichtete auf seine etwas gewalttätigeren Aktionen. Als offizieller Nachfolger zu einem Film, der in seiner 16er Fassung um ca. 25 % gegenüber dem Original gekürzt wurde, konnte auch Stranglehold nicht in der Urfassung erscheinen und so rauchen die Gegner anstatt zu bluten. Ob das der EU gefällt? Call of Duty 4 war zu lang für die Germanen und so fiel der Arcademodus der Schere zum Opfer während Time Shift wieder ohne Blut auskommen musste. Sogar die Orange Box musste für den deutschen Markt verbessert werden. Dass man keine Green Box aus dem Ganzen machte ist schon bald wieder ein Grund dankbar zu sein. Man kann über andere Länder ja nun sagen, was man will und sicher hat jedes Land seine eigenen Probleme. Und sicherlich kann man es in dieser Welt wesentlich schlimmer treffen als in Deutschland zu wohnen. Aber als Gamer einfach mal beim Release eines neuen Titels ohne Sorgen in den nächsten Elektrogroßmarkt gehen und blind ins Regal greifen zu können ohne sich Wochen im Vorfeld über die fehlenden Inhalte Gedanken machen zu müssen… das wär schon ein Traum. Leider wird es wohl auch 2008 nur ein ebensolcher sein.

Tutorial des Jahres

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Der letzte große Schwanengesang der PS2 hätte nicht besser anfangen können: Wer die Eröffnungssequenz von God of War 2 nicht gespielt hat, verpasst schlichtweg einen der monumentalsten Momente der Videospiel-Geschichte. Schon der erste Teil begann mit einem hervorragenden Big Bang (war aber nicht immer ganz rund), doch die lang ersehnte Fortsetzung startete das neue Abenteuer von Kratos mit einem gigantischen Zweikampf - nicht etwa gegen Zyklopen, Minotauren oder ähnliche monströsen Kreaturen der griechischen Mythologie, sondern gegen einen zum Leben erwachten Koloss von Rhodos. Das grafisch nach wie vor sehr ansprechende Epos ingt im Tutorial erfahrenen wie auch neuen Spielern neben den altbekannten kontext-sensitiven Momenten (Quicktime Events) auch den den Rest der Steuerung wunderbar intuitiv und vor allem spielerisch extrem unterhaltsam bei. Auch wenn 2007 erstaunlich viele gute Spiele erschienen sind, keines davon hatte einen monumentaleren Spieleinstieg oder war in Sachen Art Design opulenter. Hoffen wir mal, dass wir nicht wieder fast 3 Jahre auf die Fortsetzung warten müssen.

Die gehyptesten Hypes

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Wie gern belächelt der Gamer die kreischenden kleinen Mädchen auf den Konzerten ihrer Idole. Mögen die Namen auch wechseln, das Bild bleibt stets das Gleiche. Erstaunlich, denn bei Lichte betrachtet benimmt sich der durchschnittliche Gamer doch genauso. Und zwar jedes Mal dann, wenn ein neuer, lang angekündigter Titel endlich erscheint. Teilweise Jahre im Voraus angepriesen mit nie gesehenen Features, bahnechender Technik und dem Versprechen, das Gaming an sich zu revolutionieren machen diese Spiele selbst aus besonnenen Erwachsenen ungeduldige kleine Kinder, die im Forum nach der schnellsten Bezugsquelle fragen und durchaus bereit sind, Kilometer zu fahren und tief in die Tasche zu greifen, nur um das Zauberprodukt einige Stunden vor allen anderen spielen zu können. Umso größer ist dann die Ernüchterung, wenn sich die vermeintlich Industrie-revolutionierenden Spiele als teils nur gute, teils gar langweilige Alltagsware entpuppen. So konnten auch die vielen, dynamischen Auftritte von Jade Raymond nichts daran ändern, dass Assassins Creed trotz sehr guter Ansätze nicht ganz das Erlebnis bieten konnte, dass vom Entwickler versprochen wurde. So gut ein Bioshock tatsächlich auch geworden ist, aber als FirstPersonShooter mit leichten RPG Elementen konnte es kein neues Genre erfinden. Ein Mass Effect ist Meilen von einem Flop entfernt, aber anstatt des überirdischen Allheilmittels ist dann doch nur ein sehr gutes Rollenspiel draus geworden. Als mittleren Flop haben sich dagegen die Simpsons in ihrem ultimativen Spiel erwiesen, das trotz seines witzigen Ansatzes spielerisch so daneben war wie jedes Simpsons Spiel zuvor. Eines haben all diese Titel gemeinsam. Über Monate hinweg beherrschten sie die Internetforen und Newsseiten, aber nur zwei Wochen nach Veröffentlichung krähte kaum mehr ein Hahn nach ihnen. Was lernen wir daraus für 2008: Viele Enttäuschungen lassen sich vermeiden, wenn man sich klar macht, dass sich nichts so gut spielt wie es auf dem ersten Trailer aussieht.

Most Missing 2007

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Im letzten Jahr ging dieser unbeliebte Titel an Wario Ware:Twisted für Nintendos GBA. Der bewegungssensitive Höhepunkt dieser Spieleserie ist bis heute nicht in Europa erschienen und mittlerweile rechnet wohl auch keiner mehr damit. Ebenfalls schon letztes Jahr hier an dieser Stelle erwähnt und weiterhin auf der Area-Vermisstenliste, das ominöse Alan Wake und das sehnsüchtig erwartete Resident Evil 5. Von beiden fehlt fast jede Spur und man darf gespannt sein, ob einer der beiden vielleicht nächstes Jahr an die Spitze unserer am meisten vermissten Spiele klettert.

Dieses Jahr geht die umstrittene Trophäe nämlich einstimmig an einen schwergewichtigen Neueinsteiger, der sich im letzten Moment aus der Affäre zog und sich so vor seiner verkaufsträchtigen Verantwortung drückte. Die Rede ist natürlich vom vierten Teil des politisch unkorrekten Massenphänomens Grand Theft Auto, das die globale Fangemeinde eiskalt auf das Frühjahr 2008 verströstete. Tränen der Wut und Enttäuschung kullerten über die pausbackigen Gesichter der Fanboys. Ein Sündenbock war auch schnell gefunden: Na klar, die angeblich so schwer zu programmierende Playstation3 musste Schuld an dieser unseligen Verzögerung sein, wer denn sonst? Wir dagegen tragen es mit Fassung. Ein geniales Stück Software verdient genau die Zeit zur Fertigstellung, die nun mal benötigt wird. Spiele unter Termindruck, die vorzeitig auf den Markt geacht werden müssen und die dann notdürftig gepatcht werden, gibt's bereits genug. Freuen wir uns deshalb auf ein hoffentlich perfektes GTA-Erlebnis, ganz nach dem Motto: Was lange währt, wird am Ende richtig, richtig gut!

PR-Fettnäpfchen des Jahres

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Es dürfte den meisten noch gut in Erinnerung sein. Jeff Gerstmann, langjähriger, zwar umstrittener, aber wichtiger Mitarbeiter der amerikanischen Gamingseite gamespot, verlor seinen Job. Die Umstände lagen lange nicht so klar, wie so mancher aufgeachter Fan dies gern gesehen hätte, aber die Fakten waren ungünstig genug, um ganze vier Firmen verdammt schlecht aussehen zu lassen. Fakt Nr. 1: Jeff Gerstmann und gamespot.com trennten sich. Fakt Nr. 2: Jeffs jüngstes Videoreview zu Kane & Lynch, in dem er dieses Spiel doch arg kritisch bewertet, wurde von der Seite genommen. Fakt Nr. 3: Die umfangreiche Werbung zu Kane & Lynch, die bis zu diesem Zeitpunkt das Design von gamespot nahezu komplett beherrscht hatte, wurde entfernt. Daraufhin kamen sofort die Gerüchte auf, dass Jeff von gamespot auf Druck der Entwickler und Publisher von Kane & Lynch „geopfert“ werden musste. Fakt Nr. 4: Gamespot dementierte nichts. Ob dies alles nun wahr ist oder nicht, steht noch in den Sternen, es scheint bei der Sache aber ausschließlich Verlierer zu geben. Ganz vorne natürlich Jeff selbst, der seinen Job verloren hat. Gamespot, nun dem Vorwurf der Käuflichkeit und Abhängigkeit ausgesetzt, hat massiv an Glaubwürdigkeit und Kredit eingebüßt, ebenso wie der Chefkonzern CNet. Publisher Eidos sieht sich dieser Tage nahezu ohne Sympathien in der Rolle des Bösewichts während die Entwickler von Kane & Lynch , IO Interactive, ihr Spiel nach einigen ohnehin schon härteren Kritiken plötzlich als Sündenbock dastehen sehen, an dem die User ihre Wut auslassen. Diese wiederum sind verunsichert und wissen nicht mehr, ob sie gamespot oder einer anderen Seite mit Werbebannern noch trauen dürfen. Man sagt zwar, es gäbe keine schlechte Publicity, aber das Gute an diesem Fall muss sich dann erst noch zeigen.

Das bezaubernste Weltbild

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Videospiele sind immer dann besonders gut, wenn sie den Spieler in fremde Welten entführen. Und doch, für viele leidenschaftliche Zocker wird die Suche nach neuen, unberührten Spielewelten immer schwerer. Alles hat man irgendwo schon einmal gesehen, viele einst gute Ideen werden so lange kommerziell ausgeschlachtet, bis sie jede Faszination verloren haben. Ein frisches Setting ist etwas sehr wertvolles und in Videospielen mittlerweile fast so selten wie Framerateeinüche in einem Nintendospiel. Aber es gibt sie noch, die Spielwelten die bislang noch kein tränendes Zockerauge erblickte und mit denen die Entwickler versuchten, sich vom trüben Allerweltsszenario abzuheben. Ein wundervolles Beispiel für die schöpferische Kraft, die kreative Grafikdesigner entfesseln können, wenn man sie denn lässt, zeigt das mythologische Action-Adventure Okami für die Playstation2. In dem japanophilen Szenario betritt der Spieler eine im wahrsten Sinne des Wortes malerische Welt aus schwarzer Tinte und zarten Pastelltönen. Winde wehen darin sichtbar anmutig am Himmel und eine surreale Sonne erstrahlt dort in oranger Wasserfarbe, die auf Pergamentpapier gepinselt wurde. Ein einfaches Feuerwerk wird in Okami zu einem kunstvoll-poetischen Lichtspiel am tiefschwarzem Nachthimmel, an dem man sich nicht sattsehen kann. Als wolfgewordene Göttin Amaterasu bereist der Spieler eine Welt, die sich spielerisch an Zelda orientiert, doch das was sich ihm dabei an grafischen Stilmitteln offenbart, das ist einmalig in der Welt der Videospiele.

Belohnt wurde soviel Liebe zum kunstvollen Design allerdings nicht. Zwar war Okami kein richtiger Ladenhüter, aber der verdiente Erfolg blieb leider trotzdem aus. Nächstes Jahr bekommen Wii-Spieler die Gelegenheit, als pinselschwingende Wolfsgöttin durch das alte Nippon zu ziehen. Hoffentlich wissen sie diese Perle des japanischen Action-Adventures mit hohen Verkaufszahlen zu würdigen.

Download-Überraschung des Jahres

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Auch wenn Microsofts Programmierknechte noch immer mit der Abwärtskompatibilität der 360 via Software-Emulator kämpfen: das winterliche Dashboard-Update achte gleich mehrere Xbox-1-Klassiker zurück in die Gegenwart und das zu einem durchaus fairen Preis. Der einzige Haken an der Sache ist, neben den kleinen Bugs des Emulators, leider die voluminöse Größe der Spiele. Benötigen normale Arcadespiele oft nicht mehr als 50 MB so füllen Crimson Skies, Halo, Fable und Konsorten Eure 20 Gigabyte Festplatte schneller als Ihr "Masterchief" sagen könnt. Abhilfe schafft da nur die separat erhältliche 120 Gigabyte Hard Disk und natürlich eine Handvoll Live Points. Ist auch ein schöner Wunsch zum Fest.

Motto des Jahres: Zurück zum Spaß

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Das Jahr 2007 achte neben dutzenden düsteren Next Gen-Spielen vor allem eines: Die Rückkehr des reinen Spaßes. Super Mario Galaxy's Spielwitz deklassiert nahezu alle anderen Konkurrenzspiele, Half Life 2: Team Fortress wirkt wie ein überdrehter Gewalt-Comic, Guitar Hero rettet nach wie vor jede Party, Sega Rally ingt knallige Farben zurück ins Rennspiel-Genre und Command & Conquer zeleiert chargierte Zwischensequenzen als wenn es die Krise der FMV-Games nie gegeben hätte. Zudem erobern einige erstklassige humorvolle Retro-Downloads wie Super Mario 3, Worms oder Bomberman Live die Herzen der Konsolen-Besitzer. Aber auch PC-Freunde haben Grund zum Jubeln: Die erste Staffel von Sam & Max wurde erstklassig ins Deutsche übersetzt und mit Jack Keane ist ein ernsthafter Rivale von Guyush Threepwood am Horizont erschienen.

Zudem beweisen ironische Videoshows wie AreaVision oder Screwattack.com, dass das Wichtigste am Spielen noch immer ein augenzwinkernder Spaß ist und man sein liebstes Hobby nicht allzu ernst nehmen soll.Fehlt nur noch einer: Der Runnig Gag des Jahres. Uwe Bolls Videospiel-Verfilmungen mögen etwas besser werden (Postal oder Dungeon Siege auf keinen Fall aber Bloodrayne 2), doch seine Ansichten gleichen denen eines uneinsichtigen Trotzkopfes. Und dafür lieben wir Boll und freuen uns auf weitere schonungslose Audio-Kommentare und offene Interviews. Weiß eigentlich jemand, was Tara Reid gerade macht?

Peripheriegerät des Jahres

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Wii Controller, Kabel-Guitarren, Trommeln, Mikrofone, Kameras, Tanzmatten, Lenkräder, HD-DVD Player, Memory Units, Aku Charge Kits oder Festplatten - alles Schnee von gestern. Auch 2007 wird in der Redaktion am liebsten wieder gerockt und zwar endlich auch kabellos. Der neue Guitar Hero 3 Controller gibt dem Spieler die langersehnte Freiheit zwanglos eine Les Paul-Nachbildung so einzusetzen, wie es sich für angehende Rockgötter gehört - wilde Akrobatik und irrwitzige Zimmerwechsel inklusive. Wir sind zudem extrem gespannt, wie sich EAs Komplettpaket Rockband im nächsten Jahr in Europa schlagen wird.

Das kürzeste Vergnügen

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Es gab eine Zeit, in der Spiele noch ohne Speicheroption auskommen mussten. So gab es gar keine andere Möglichkeit, als sie in einem Rutsch durch zu spielen. Spiele wie Metroid, die ein umfangreiches Passwortsystem anboten oder Zelda, das gar mit Batterie für Speicherstände aufwartete, waren die absolute Ausnahme. Damals haben wir bereitwillig bis zu 150 DM für läppische zwei Stunden Spielspaß ausgegeben. Und damals war noch keine Rede von Onlinemultiplayer und Leaderboards. Sieht man sie sich die Liste einiger Erscheinungen dieses Jahr an, so kommt man nicht umhin zu denken, dass die Entwickler sich wieder an diese goldenen Zeiten zurück tasten wollen. Es mag damit zu tun zu haben, dass sich Spiele immer mehr den Filmen annähern. Präsentation und Story auf Filmniveau werden zwar gerne genommen, in Ablehnung des Rosinenprinzips aber muss der Spieler scheinbar auch die Länge des durchschnittlichen Films mit der Präsentation nehmen. PS3 exklusive Hits wie Heavenly Sword und Uncharted sind zwar filmreif präsentiert, leider in wenigen Stunden bereits durch gespielt. Storylastige Titel wie The Darkness beschäftigen kaum mehr als ein Wochenende und wenn Spiele schon als offizielle Nachfolger zu Filmen vermarktet werden wie im Falle Stranglehold, dann verwundert auch hier die geringe Spieldauer nicht mehr. Neue Könige in dieser Disziplin sind aber Kane & Lynch, die sich den Titel mit Soldier of Fortune: Payback und Call of Duty 4: Modern Warfare teilen müssen. Kaum mehr als einen guten Nachmittag können diese Titel den Spieler noch am Bildschirm halten. Selbst Rollenspiele, einst für nahezu unendlich langen Spielspaß bekannt, werden ob der technischen Brillianz in Sachen Umfang beschnitten. Mass Effect mag den durchschnittlichen Shooter um Längen schlagen, für ein echtes RPG sind 15 Stunden für den Hauptplot aber eher knapp bemessen. Für 2008 wollen wir mal gierig werden und das Rosinenprinzip anwenden. Wir wollen Spiele in filmreifer Präsentation in anständiger Länge. Aber wenn die Tendenz von 2007 sich fortsetzt, kommen die Konsolen alsbald gänzlich ohne Festplatte aus. Back to the roots…

Skurrilste Trailer-Kampagne des Jahres

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Haben letztes Jahr noch Raymans verrückte Bunnies den Preis für die lustigsten Viral-Spots abgestaubt, so gewinnt dieses Jahr ein alter Bekannter. Ja, wir wissen, dass World of Warcraft seit 3 Jahren auf dem Markt ist und auch wenn Testimonials in der Branche nichts Neues sind, ist die Idee, populäre Kultschauspieler für äußerst unterhaltsame TV Spots zu verpflichten, immer wieder amüsant. Wer hätte den je geglaubt, dass einmal William Shatner (Captain Kirk), Mr. T (B.A. aus dem A-Team) oder Jean-Claude Van Damme dermaßen ihr eigenes Image auf die Schippe nehmen und solche selbstironische Spots für ein PC-Rollenspiel drehen? Dafür gibt's ein kräftiges "Loktar!" und beide Daumen nach oben.

Das höhste Lehrgeld

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Der einfache Konsument weiss es schon lange und ingt es mit der Binsenweisheit "Wer billig kauft, kauft zweimal" zum Ausdruck. Auf industrielle Maßstäbe hochgerechnet, könnte daraus die Milchmädchenrechnung "Wer billig baut, muss draufzahlen" werden. Microsoft hat diese bittere Erfahrung mit der 360 machen müssen, einem Produkt, das vom Scheitel bis zur Sohle auf Konkurrenz getrimmt wurde. Highend-Leistung zum Dumpingpreis war die Devise, doch da wo es um jeden Preis billig sein muss, leidet grundsätzlich auch die Qualität. Im Falle der Xbox360 kann nur spekuliert werden, was genau, seit dem Launch, massenhaft Konsolen den berühmt-berüchtigen Ring of Death (Rod) bescherte. Lange Zeit beharrte Microsoft darauf, es handle sich um eine Ausfallquote im üblichen Bereich, doch irgendwann passte diese Erklärung einfach nicht mehr mit den massiv steigenden Defektmeldungen im Internet zusammen. Alles nur selektive Wahrnnehmung? Im Juni richtete sich Microsoft dann endlich an die Weltöffentlichkeit und das schlug solche Wellen, dass sogar die BILD darüber berichtete. Rekordverdächtige 1,15 Mrd. US-Doller muss Microsoft für Reperaturkosten zurückstellen, hiess es da und plötzlich war von einer "unannehmbaren Zahl an Reparaturen" die Rede. Das Problem an sich wurde nicht weiter erläutert, es handle sich aber um einen Fehler, der sich bereits in der Entwicklung der Konsole eingeschlichen hat, so Robbie Bach. Immerhin wurde die Garantiezeit auf 3 Jahre erhöht und gleichzeitig versprochen, den Fehler in neuen Versionen der Konsole auszumerzen.

Playboys des Jahres

Einer der Gründe, warum wir spielen ist der, dass wir mal in die Rollen anderer Charaktere schlüpfen können statt immer nur unsere eigene langweilige Identität durchleben zu müssen. Je interessanter ein Hauptcharakter ist, desto interessanter in aller Regel das Spiel. Wollen wir mal sehen, wer uns 2007 allein durch Persönlichkeit überzeugen konnte.Kandidat Nr. 1 Jackie Estecado/The DarknessDa wäre zum einen Mr. Jackie Estecado. Aufgewachsen im Waisenhaus hat er in frühester Kindheit seine große Liebe gefunden, arbeitet nun im aufregenden Gewerbe der Auftragskiller und verzieht keine Augenaue, als ein Dämon von ihm Besitz ergreift. Mit den neuen Kräften und zwei Schlangenköpfen auf den Schultern dezimiert er die Mafiosi in New York und hat noch genug Zeit, zu erzählen, wer ihm seinen ersten Kuss verkauft hat. Außerdem ist seine Frisur klasse. Ein heißer Kandidat.Kandidat Nr. 2 Altair/Assassins CreedJa, er spricht ein wenig zu amerikanisch um authentisch zu sein. Und vielleicht wäre eine etwas dezentere Kleidung durchaus angeacht. Aber Altair hat einiges für sich sprechen. Er aucht keine Wege oder Türen. Hindernisse werden einfach hochgekraxelt, selbst wenn sie hundert Meter hoch sind. In schwindelerregenden Höhen springt er selten elegant von Gebäude zu Gebäude und pirscht sich an seine Opfer heran. Außerdem klingt sein Name sexy, wenn man ihn richtig ausspricht. Das Beste aber: Er schneidet sich einen Finger ab, um ein Messer zu verstecken, damit er effektiver töten kann. Das ist die ultimative Hingabe. Jede Figur, die sich selbst verstümmelt um ein besserer Mörder zu werden, verdient eine Kandidatur.Kandidat Nr. 3 Mario/Super Mario GalaxyJa, er ist nur Klempner und hat nicht mal Abitur. Aber er hat dafür Bauch und Bart und ist darüber hinaus recht schweigsam, ganze drei Tribute, die einen echten Kerl ausmachen sollten. Darüber hinaus weiss er wie man kulleräugige Prinzessinnen schwach macht und beherrscht verwegene Sprungtechniken, die wiederum den härtesten Killerspieler ein euphorisches "Iiiiitsäääämiiiii---Maariooo" entlocken können. Ja, man sieht's ihm auf den ersten Blick nicht an, aber der gute, alte Mario hat es immer noch faustdick hinter den Ohren und ist deswegen unser dritter Kandidat.Kandidat Nr.4 John alias Spartan 117 aka Master Chief/Halo 3Gerade war es noch das Must-Have Game 2007, schon gerät es langsam aber sicher wieder in Vergessenheit - Halo 3. Auf ewig unvergessen, wird aber der Held des Spiels bleiben, der in diesem Jahr endlich die schon viel zu lange andauernde Schlacht um das Überleben der Menschheit bestreiten durfte. Der Spartaner mit der Kennnummer 117 hat trotz seines Japano-Mech ähnlichen Äußeren, wie hoffentlich jedem bekannt sein sollte, einen menschlichen Kern. Er ist ein beinharter Supersoldat, gedrillt seit seinen frühesten Jahren und traurigerweise auch der letzte seiner SPARTAN-II betitelten Einheit. Bereits zum dritten Mal machte er sich in diesem Jahr auf, der Allianz den Hintern zu versohlen und nebenbei möglichst auch die allumfassende Floodbedrohung zu beseitigen. Als ein Mann, dessen Handeln mehr sagt als alles, was er jemals formuliert bekommen würde, gehört auch er zu unseren Lieblingsplayboys des Jahres.Und der Sieger ist:Altair/Assassins CreedOkay, in Sachen Coolness kann er wohl nicht mit den anderen Charakteren mithalten und auch seine generelle Persönlichkeit lässt zu wünschen üig. Aber er ist der einzige unserer Helden, der sich wirklich durch nichts aufhalten lässt. Selbst ein Jackie Estecado weigert sich in der U-Bahn Menschen zu töten, weil sein innerer Dämon nicht mitspielen möchte. Altair hingegen geht wohin er will und tötet wen er will. Und senkt anschließend den Kopf und läuft so an den völlig überforderten Wachen vorbei. Das ist kaltschnäuzig, das macht Spaß, das ist unser Sieger.

Playgirls des Jahres

Wenn die Mädchen schon nicht mit uns spielen wollen, dann wollen wir wenigstens mit Mädchen spielen. Hier unsere Playgirls des Jahres.Kandidatin Nr. 1 Lara Croft/Tomb RaiderDie Liste beginnt mit der Oma der Videospielheldinnen. Nein, nicht Samus Aran. Wer die ganze Zeit im Panzer unterwegs ist, kann nicht gewinnen. Die Rede ist von Ms. Lara Croft, die mit Tomb Raider Anniversary noch einmal allen klar machte, warum das Original Tomb Raider damals so ein Hit war. Ok, das Gameplay war ganz in Ordnung, die Level groß und abwechslungsreich, aber wann hatte man schon Gelegenheit, eine solch heiße Braut springen, rennen und schwimmen zu sehen, ohne als Spanner beschimpft zu werden?Kandidatin Nr. 2 Nariko/Heavenly SwordEigentlich sollte Nariko laut Prophezeiung ein Kerl werden. Zum Glück ist daraus nichts geworden. Nariko ist knapp bekleidet, trägt ein magisches Schwert und hat den Mumm, ihren eigenen Vater ins Verderben zu schicken. Wenn das nicht sexy ist.Kandidatin Nr. 3 Elena Fisher/Uncharted: Drake's FortuneVon Beruf Journalistin erfüllt sie zwar alle Voraussetzungen zur Nervensäge, schafft es aber trotzdem, die Sympathien der Spieler auf sich zu ziehen. Als NonPlayableCharakter in Uncharted ist Elena Fisher weit mehr als nur das LoveInterest des Helden Drake oder das EyeCandy für die Spieler (Anglizismus lässt grüßen). Eine Frau, die die Bedienung einer Kamera mit der einer Pistole gleich setzt, muss man einfach gern haben.Und unsere Königin ist:Elena Fisher/Uncharted: Drake's FortuneNariko und Fräulein Croft sind schon toll, aber ernsthaft, will man so eine Frau im Haus haben? Die eine schneidet dich in Stücke, die andere schießt dich in Grund und Boden. Nur Elena verbindet die Qualitäten einer Actionheldin mit denen einer guten Freundin. Bodenständig, aber abenteuerlustig, mutig, aber nicht tollkühn, schlagfertig, aber nicht männermordend. Ruf mich an, Elena...

Bad Guys 2007

Ein Held ohne Bösewicht ist nichts wert, denn… wen soll er sonst bekämpfen? Was wäre Lord of the Rings ohne Sauron, was wäre Star Wars ohne den Imperator und Darth Vader? In beiden Fällen eine Handvoll Zwerge, die in ihren Domizilen vor sich hin vegetieren. Zum Glück gab es an Unsympathen 2007 keinen Mangel.Kandidat Nr. 1: König Bohan/Heavenly SwordZugegeben, der allerhübscheste ist er nicht und Vater des Jahres wird er vermutlich auch nicht werden. Aber cool ist er dann doch. Zielstrebig terrorisiert er ein ganzes Land, um ein Schwert zu bekommen, das ihm die Macht verleiht, noch mehr Länder zu terrorisieren. In seiner Freizeit lässt er in einer Arena Mutanten auf Gefangene los oder beschmeißt seinen Sohn mit Krügen. Und bei all dem vergisst er die Liebe nicht und macht sich ungeniert an die gefangene Heldin ran, deren Vater er beinahe auf dem Gewissen gehabt hätte. Ein Lebemann durch und durch.Kandidat Nr. 2 Sovereign/Mass EffectEin bisschen elitär und arrogant ist er ja schon. Und ein gewisser Rassismus ist ihm auch nicht abzusprechen. Aber allein sein Aussehen und seine Stimme machen das wieder wett. Weit mehr als nur ein Schlachtschiff ist er Vorbote einer ganzen Rasse unsterblicher Maschinenwesen, die keinem Verschleiß oder Computerviren unterliegen, sondern Jahrhunderte lang seelenruhig darauf warten, ihren rechtmäßigen Platz an der Spitze des Universums einzunehmen. Man muss ihn einfach mögen. Wirklich, man hat keine Wahl, da er sich sofort den Verstand seiner Gefolgsleute einverleibt. Heil dir, Sovereign.Kandidat Nr. 3 The Darkness/The DarknessKein Bösewicht ist härter als einer, der sich in deinem Körper einquartiert und dir beim Töten hilft, nur um dich im entscheidenden Moment zum Sklaven zu degradieren. Ein solcher Feind ist nicht nur permanent anwesend und erinnert an seine Boshaftigkeit, er ist auch relativ schwer zu besiegen. Was will man tun, wenn man sich nicht grad selbst mit umingen will? Wobei sich The Darkness ja selbst hiervon unbeeindruckt zeigt. Außerdem ist es ungemein demotivierend, wenn man ständig von Stimmen in seinem Kopf beschimpft und bedroht wird. Der innere Schweinehund ist ein Witz dagegen.Kandidat Nr. 4 Bowser/Super Mario GalaxyVielleicht mag dem ein oder anderen beim Anblick dieses Namens ein dickes Fragezeichen über dem Kopf aufblinken. Mit einem Bösewicht ingt man doch sonst finstere und grausame Gesellen in Verbindung. Jedoch sollte auch der Koopa-Herrscher entsprechend gewürdigt werden, nachdem er in diesem Jahr sein ruhmreiches Comeback feiern durfte. Seit nunmehr zweiundzwanzig Jahren macht sich der chronisch gelangweilte Schildkrötenverschnitt auf um interessante Locations aufzusuchen, irrwitze Fallen und allerlei anderer Konstruktionen zu aufzustellen, Sterne zu verteilen, und nicht zuletzt auch, um wie so oft Marios Herzensdame Peach zu entführen. Zudem kann er ja ab und an auch wirklich böse schauen und die fiesen Stacheln auf seinem Rücken, werden vielen hier ebenfalls schon einmal das Leben schwer gemacht haben. In diesem Jahr verschleppte er sogar neben der Prinzessin auch ihren kompletten Wohnsitz ins Zentrum des Universums. Wir gratulieren zur vielleicht längsten Karriere im Business der Videospielfieslinge und möchten unserem Lieblings-Knuddelmonster auf diesem Wege unseren uneingeschränkten Respekt zollen. Weiter so!Und Bösewicht des Jahres wird:Sovereign/Mass EffectHeil dir, Sovereign. Dein Wille geschehe. Deine Feinde mögen sterben. Das AreagamesTeam ist dein. Heil dir, Sovereign.

Abrissunternehmen des Jahres

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2007 - das Jahr der großen Next Gen-Spiele aus dem Actionbereich. Call of Duty 4, Halo 3, The Orange Box, Crysis oder BioShock. Sie alle haben das mittlerweile in Ehren ergraute Shooter-Genre einen spürbaren Schritt nach vorn geacht - aber in einem Punkt müssen sie sich von einen "kleinen" Film-Lizenzspiel geschlagen geben. Vorhang auf für "John Woo presents Stranglehold".

In allen anfangs genannten Titeln gibt es bereits zu einem bestimmten Grad destruktive bzw. interaktive Umgebungen, doch erst Stranglehold tritt in die virtuellen Fußspuren von Red Faction oder Black und zeigt verdammt großartige Ansätze wie man ein Level so richtig in Schutt und Asche legen kann. Midways lang ersehnte Fortsetzung von Hard Boiled mit Chow Yun Fat in der Hauptrolle zeleiert geradezu den exzessiven Einsatz einer nie zuvor gesehen interaktiven Zerstörungswut - der Unreal 3-Engine und der Massive D™-Technologie sei Dank. Fortan wollen wir auf jeden Fall in allen zukünftigen Actionspielen unseren "Appetite for Destruction" so austoben dürfen wie in Stranglehold. Wir schauen daher sehnsüchtig ins nächste Jahr und hoffen nach wie vor auf die Rückkehr eines sprücheklopfenden Blondschopfes mit einem Faible für Babes und große Wummen.

Die nervigsten Zielgruppen

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In der letzten Konsolengeneration war die Welt noch in Ordnung. Es gab uns, die Hardcorespieler und es gab den singstar- und eyetoyspielenden Mainstream, der vor allem bei Sony für klingende Kassen sorgte. Doch kaum wurden die Karten neu gemischt, schien es so, als wären alle Hersteller plötzlich von der fixen Idee besessen, ganz neue Kundenschichten erreichen zu müssen, um den Markt damit in neue Absatzdimensionen zu pushen. Allen voran geht dabei Nintendo, eine Traditionsfirma, die ihre konsolistischen Welteroberungspläne ohnehin schon immer an die strategische Bedingung knüpfte, gleich komplette Familien in die Abhängigkeit ihrer Daddelkisten zu führen. In den letzten 10 Jahren hatten sich die Japaner von dieser Utopie immer weiter entfernt, bis ihnen mit Wii und DS in der Hinsicht gleich zwei Geniestreiche gelangen, mit denen sie mittlerweile immer mehr Frauen (53% auf dem DS) und ältere Spieler für sich begeistern können. So etwas erweckt natürlich Neid bei der Konkurrenz und das wiederum erzeugt die merkwürdigsten Produktblüten. Oder wer hätte jemals gedacht, dass Microsoft - noch vor jeder anderen Farbe - ein rosafarbenes Gamepad für die Xbox360 herausingt? Aber vielleicht ist das auch nur ein Hinweis darauf, dass die Xbox360 besonders beliebt in der Gay-Community ist, noch so eine Zielgruppe, die bisher möglicherweise vollkommen unterschätzt wurde.

Wie lästig diese neuen Mitglieder der Spieleszene sein können, weiss jeder, der mal in einem DS-Regal, unter den ganzen seelenlosen Ponyhof- und Tierpensionsimulationen, die wahren Zockerperlen versuchte herauszufischen. Mit einem halbherzigen Gedächtnistrainer lässt sich heute mitunter mehr Geld machen, als mit einem aufwendigen Action-Adventure, so wirkt die Botschaft auf die treuen Kunden, die diesen Trend natürlich mit Besorgnis registrieren. Wird es in Zukunft auch noch so schön blutige und aufwendig inszenierte Spiele für uns Hardcorespieler geben? Noch muss man sich deswegen keine Sorgen machen, denn trotz des Zielgruppenhypes, die neuen Spieler sind noch lange nicht in der Mehrheit. Aber wie heisst es so schön? Wehret den Anfängen! Deswegen kann im Jahre 2008 die Devise für jeden traditionsbewussten Videospielefan nur lauten: Überredet eure Verwandten und Bekannten nicht mehr zum Kauf von Videospielsystemen, sondern redet sie ihnen aus! Ansonsten reiten wir möglicherweise schon im Jahre 2010 in GTA VI auf liebevoll gepflegten Ponys oder schiessen in Halo 5 mit Toilettenklöppel auf kreischende Hasen und das nur, weil eure Mütter und Schwestern nun mitspielen wollen...

Der Big Bang des Jahres

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Es ist beinahe ein wenig wie im Film: Irgendwo tickt die Zeitbombe vor sich hin, bis in buchstäblich letzter Minute der strahlende Held die Bühne betritt und die meist unheilvolle Explosion verhindert. Je deutscher der Film, desto weniger steht am Ende noch auf der digitalen Uhr. Klimaschützer nennen das auch gerne „Fünf vor Zwölf“. Dieses Jahr war der strahlende Held Nintendo, der – wenn man es ganz nüchtern betrachtet – mit ordentlich Angstschweiß auf der Stirn die große Katastrophe verhindert hat. Vielleicht.

Für Wii-Besitzer war dieses Jahr kein leichtes, das kann man nicht schönreden. Klar, Resi 4 war immer noch ein Knaller, aber eben schon einmal da gewesen. Super Paper Mario konnte gefallen, wenn man denn gutmütig genug war, sich auf ein eher… schwankendes Spielerlebnis einzulassen. Die MySims? Sehr gut geklaut, aber eben nicht perfekt kopiert. Selbst als hartgesottenster Anhänger der halben Portion war man sich nicht mehr so sicher, ob man bei den anderen Konsolen nicht doch irgendwie besser aufgehoben gewesen wäre. Die haben zwar auch Minispiele – doch dort stimmt auch die Auswahl an Nicht-Minispielen.Kurz vor knapp war es dann also so weit – Miyamoto’s Super Mario Galaxy betrat die Bühne, um recht bald schon als einer der besten Spiele aller Zeit zu gelten und ganz nebenbei die Hasstiraden der leicht wütend gewordenen Anhänger in Jubelgesänge umzustimmen.So hat es Big N mit einem zwar großartigem doch, so ehrlich muss man sein, zum größten Teil überbewerteten Spiel geschafft, den großen Knall in allerletzter Sekunde zu verhindern. Bleibt zu hoffen, dass dieser Film nicht mehrere Höhepunkte der selben Art zu bieten hat.

 

Kommentare (11)

31.12.2007 12:13 - wenn area ein printmag wäre, hätte ich vielleicht bock den bestimmt tollen Text zu lesen :D aber is mir gerade zu lang für mittag
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31.12.2007 12:22 - Das schöne an dem Text ist, dass man ihn auch selektiv lesen kann. Einfach das interessanteste Bild aussuchen und den dazugehörigen Beitrag lesen. Wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
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31.12.2007 12:45 - Ich bin mir nicht sicher konnte jetzt auf die schnelle auch nicht alles durchlesen , aber falls es nicht dabei ist , würde ich als flop des jahres HALO3 vorschlagen
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31.12.2007 12:58 - @ An die Printfans :-): Mit ALT+R kann diese Seite ausgedruckt werden!!! Je nach Drucker sogar in Farbe! Nie wieder Langeweile auf dem Klo!
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31.12.2007 13:08 - bis du sicher, xxmicomxx? denn ich finde es rocktXX! menschen haben geschmecker. und hier ist es offenbar mal wieder der fall. glaube 50 millio. käufer hat es schon gemacht. das ist kein flopp.
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31.12.2007 13:59 - Dies sollte man jedoch machen bevor es hier 100 Kommentare gibt :)
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31.12.2007 14:03 - Habe den ganzen Text gelesen, muss aber auch zugeben, gerade bei den Absätzen mit Mario mit bemüht zu haben. Hierzu fehlt mir einfach das Interesse, um gespannt lesen zu können. Aber der Text ist schon sehr gut geschrieben. Da kommen Erinnerungen hoch, die gefühlte Jahre zurückliegen und hier wird einem beswusst, dass das alles doch noch in diesem Jahr war. Sehr lohnenswerter Artikel, der einen sogar ein kleines bisschen melancholisch werden lassen kann. ^^
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31.12.2007 14:37 - "Aber vielleicht ist das auch nur ein Hinweis darauf, dass die Xbox360 besonders beliebt in der Gay-Community ist, noch so eine Zielgruppe, die bisher möglicherweise vollkommen unterschätzt wurde" Political Correctness hin oder her, der Satz ist, wie der Rest des Textes auch, einfach verdammt lustig :)
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31.12.2007 15:19 - Unintressant!
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 Kommentar-Tippse 50
31.12.2007 16:19 - @sam.eos: Danke! Der Satz ist meiner! :-D
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