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Disaster - Day of Crisis

Dienstag, 04. November 2008 Johannes Krohn 
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Regen, Wind und Kälte lassen dieser Tage das Stimmungsbarometer nicht gerade nach oben schnellen. Doch das sind alles Kinkerlitzchen gegen die Naturgewalten mit denen es die (US-amerikanische) Menschheit in Nintendos Action-Adventure-Shooter-Rennspiel-Überlebenssimulations-Hybriden Disaster: Day of Crisis zu tun bekommt. Ein Sturm feuriger Unterhaltung oder eine Woge nasskalter Durchschnittskost? Genug der schlechten Wortspiele, unser ausführlicher Test gibt die Antwort.

„Heute ist wirklich ein beschissener Tag!“ heißt es schon im rasant geschnittenen Render-Intro des Spiels, welches euch bereits vor dem Start mit dramatischen Bildern aus der Handlung anfüttert. Und wahrlich, wenn ihr dachtet 24-Held Jack Bauer hätte innerhalb von 24 Stunden viel durchzustehen, vergesst ihn! Die Probleme die auf den Katastrophen-Retter Raymond Bryce an diesem einen „Day of Crisis“ im wahrsten Sinne einregnen, degradieren Mister Bauer zum weinerlichen Terror-Hypochonder: Erdbeben, Tsunamis, Großbrände, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen und ein Hurrikane sind hier die endgültigen „Wer jetzt noch lacht, kriegt eine auf’s Maul!“-Beiträge von Mutter Natur. Das ein derartiger Super-GAU nicht logisch in eine realistische Geschichte einzubinden ist, sollte wohl jedem in den Sinn kommen. Wie als Antwort auf derartige Überlegungen scheren sich die Entwickler auch einen Dreck um Logik, sondern setzen einfach noch einen drauf: Eine abtrünnige „Besser als alle anderen“-Marine-Spezialeinheit namens SURGE (!) hat zu allem Überfluss (Für jedes Wortspiel gibt es ab jetzt übrigens einen Punkt. Wer am Ende die meisten Punkte hat, hat die meisten Punkte.) mehrere Atom-Bomben gestohlen und erpresst die amerikanische Regierung nebenbei um 200 Millionen Dollar. Schlechtes Timing, möchte man meinen. Doch dahinter steckt natürlich Methode, denn die Unwetter-Rambos haben einen Erdbeben-Forscher und (Nutzloserweise) dessen hübsche Assistentin entführt, waren dank seiner Prognose vor der Katastrophe gewarnt und nutzen den Druck unter dem die politische Obrigkeit nun ohnehin schon steht, um ihre Forderungen durchzusetzen. Das einzige was jetzt noch fehlt ist die Invasion durch Außerirdische.

Ein Mann für gewisse Tage

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Tausende Opfer, ein überforderter Präsident, eine holde Maid in Gefangenschaft – wer kann da noch helfen? Niemand! Nicht das Militär, nicht die Airforce, nicht der Rettungsdienst, nicht das Rote Kreuz, nicht die Wissenschaft und nicht der gemeinsame Wille aller. Also wirklich niemand? ... Aber natürlich doch! Es gibt immer diesen einen Helden, ohne den die Welt verloren wäre. Unser Mann heißt Raymond Bryce und ist ein passionierter Lebensretter, mit blöder Frisur, langweiligem Tattoo, aber coolem Bart, der aussieht als wäre er gerade frisch aus dem Knast gekommen. Und wie jeder echte Held hat auch der gute Ray eine Militär-Vergangenheit und ein traumatisches Ereignis in seiner Vita zu stehen. Vor einem Jahr konnte Ray seinen besten Freund Steve nämlich nicht davor bewahren bei einem Vulkanausbruch in einen tödlichen Lavastrom zu stürzen. Seitdem macht er sich natürlich riesige Vorwürfe, glaubt niemanden mehr retten zu und hat seinen Job an der frischen Luft gegen trockene Büroarbeit eingetauscht. Bevor Steve starb, gab’ er Ray noch seinen Glücksbringer (Tja, selbst schuld!), einen Kompass, den er einst von seiner jüngeren Schwester Lisa geschenkt bekommen hat, damit Ray ihn – für den Fall das Steve es nicht schafft (Er hatte wohl schon so `ne Ahnung. Man möchte meinen, die zwei wären in all den Jahren nie in lebensgefährlichen Situationen gewesen.) – ihn seiner Schwester zurückbringt und sich um die junge Dame kümmert (Hähä!), die niemanden mehr hat außer ihrem Bruder. Jetzt, ein Jahr später, scheint die Zeit für Rays Wiederauferstehung gekommen zu sein, denn zwischen einstürzenden Hochhäusern und überschwemmten Straßen gibt es genug Leute zu retten, um sein Ego ordentlich aufzupäppeln. Und damit alles in einem Abwasch erledigt werden kann, ist die verschleppte Wissenschaftlergehilfin keine geringere als Lisa, die unseren tapferen Samariter für den Tod ihres Bruders verantwortlich macht. Die Geschichte mit dem Kompass wird also nach einem Jahr ständigen Aufschiebens auch endlich mal in Angriff genommen. Jeder andere hätte wahrscheinlich von vorneherein das Handtuch geschmissen, doch Ray ist ohne Übertreibung (fast) der härteste Hund den die Welt je gesehen hat. Er zertrümmert Metall-Tonnen mit der bloßen Faust, rettet Hunde vor meterhohen Flutwellen, erledigt eine ganze Armee im Alleingang, schwimmt ohne Sauerstoffgerät durch reißende Strömungen, löscht Feuer mit den Händen, surft mit dem Auto auf einem Tsunami, packt sich eine Vier-Meter-Leiter in die Hosentasche, mit dem Spruch „Zeit für echte Männer!“ und für ihn ist einfach immer T-Shirt-Wetter. Nur AreaGames-Redakteure könnten bei all dem noch Ukulele spielen, während sie Tango-tanzend den Erlenkönig aufsagen und nebenbei ein Baby entbinden. Mit Hut auf, versteht sich! Ihr merkt es schon, die Geschichte von Disaster: Day of Crisis platzt vor Logikfehlern aus allen Nähten und die Charaktere triefen vor Klischees. Wer bis jetzt sein Hirn nicht vorübergehend ins Kühlfach gepackt hat, wird an dem Titel wohl keinen Spaß haben. Die Formulierung „So schlecht das es schon wieder gut ist.“ passt hier wirklich, wie die Faust aufs Auge. Alles ist so dermaßen überzogen, dass man irgendwann einfach nur noch lachen muss und sich auf die nächste Absurdität freut. Ein herrlicher Spaß!

Leben geben ...

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Auch nach dem aufreibenden Vorspann lässt Disaster nichts anbrennen. (Zur Erinnerung: Es gibt Punkte!) Das Spiel beginnt mit den erwähnten tragischen Geschehnissen vor einem Jahr am Vulkan Aguilas, die gleichzeitig als Tutorial dienen. Einen Großteil der Spielzeit steuert ihr Ray Action-Adventure typisch in der Third-Person-Perspektive mit dem Analog-Stick. Er kann rennen, springen und an Vorsprüngen hochkraxeln. Damit ist die grundlegende Aktionsvielfalt etwas eingeschränkt und die Jump’n run- und Kletterpassagen gestalten sich recht simpel. Wenn er sich bewegt, verliert Ray mit der Zeit Ausdauer. Ist diese aufgebraucht geht’s an die Energieleiste. Glücklicherweise finden sich in Papierkörben, Tonnen, Kisten oder Steinen (!), die Ray durch Schütteln (!!) der Wiimote zerschlägt (!!!), lebensnotwendige Items, wie Verbandskästen, Munition und Nahrungsmittel in Form von überdimensional großen Crackern, Burgern oder Cola-Dosen. Auch ein Indiz dafür das die Entwickler das ganze Szenario nicht allzu ernst nehmen. Die Fressalien füllen eure Ausdauerleiste wieder teilweise auf und müssen manchmal auch an schwächelnde Mitbürger gegeben werden. Überall in den Levels sind nämlich Katastrophenopfer zu finden, denen unser muskelbepackter Philanthrop selbstverständlich zu Hilfe eilt. Die Rettungsmanöver sind vielseitig und machen häufig Gebrauch von der Bewegungserkennung. Da wollen Wunden ausgespült und anschließend verbunden, schwere Trümmerteile beiseite gehievt, Herzdruckmassagen gut getimt, Verletzte zum nächsten Zufluchtsort getragen oder unfreiwillige Badegäste an Land gezogen werden. Überhaupt nutzt Disaster exzessiv die Möglichkeiten der Motion-Control: Türen werden durch Drehen der Fernbedienung geöffnet. An anderer Stelle richtet ihr den Pointer auf den Bildschirm und löscht so per Feuerwehrschlauch Brände. Wenn Ray vor einen Flutwelle flüchtet, müsst wie bekloppt Wiimote und Nunchuk schütteln. Letztere Aktion hat mich in einer Szene übrigens jede Menge Nerven und einiges an Realwelt-Ausdauer gekostet, da man hier echt Übermenschliches leisten musste. Zwischendurch nehmt ihr auch hinter dem Steuer eines Wagens Platz, um etwa die Entführer zu verfolgen oder vor einer Pyroklastischen Wolke zu flüchten. Selbstredend wird dabei mit waagerecht gehaltener Wiimote gelenkt, was Aufgrund der übersensiblen Abfrage mitunter in unkontrolliertes Herumschlenkern ausartet, mit etwas Disziplin aber durchaus machbar ist. Allgemein spricht die Bewegungserkennung meist recht zuverlässig an. Gelegentliche Aussetzer fallen nicht weiter ins Gewicht. Ansonsten gestaltet sich die Steuerung häufig kontext-sensitiv, wenn es zum Beispiel gilt durch tiefes Einatmen die Lunge zu befreien, wenn Ray mit Rauch in Kontakt gekommen ist, nach Opfern zu rufen oder Objekte zu verwenden. Lediglich die Kamera schmälert den Eindruck der durchdachten und intuitiven Bedienung etwas. Sie schafft es selten den Spielablauf in den richtigen Winkel zu setzen und zeigt lieber den Fußboden, anstatt Desaster-Panoramen, kann aber manuell justiert werden. Da das Tempo eher gediegen ist, stört aber auch dieser Punkt nicht weiter.

... und Leben nehmen.

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Da ein Ex-Soldat wie Ray auch was zum abballern braucht und man Wirbelstürme schlecht erschießen kann, kommen die Camouflage-Entführer-Erpresser dem Golfkriegs-Veteranen gerade recht. Die haben anfangs auch nichts besseres zu tun als Ray bis in die entlegensten Ecken der havarierten Blue Ridge City zu verfolgen. Überraschenderweise geht ihr bei Feindkontakt nicht mit gezückter Waffe in typischer Shooter-Manier ans Eingemachte. Stattdessen schaltet das Spiel in eine Ego-Ansicht und Ray bewegt sich nun komplett selbstständig durch den Abschnitt. Ihr müsst nur noch zielen, abdrücken und bei Bedarf in Deckung gehen und nachladen. „Arcadige“ Rail-Shooter-Action a là Ghost Squad (Oder „Ghost Dquad“, wie es nur unser erhabener Herr Chef-Redakteur auszusprechen vermag.) oder Resident Evil: Umbrella Chronicles ist also angesagt. Wem das nicht liegt, der darf sich ärgern. Anfangs war das auch mir etwas suspekt, doch die Schießereien sind erstaunlich dynamisch inszeniert, durchaus herausfordernd und werden hin und wieder durch kleine Quick-Time-Events aufgelockert. SURGE hat dabei anscheinend dermaßen viele Leute, dass am Ende von den 200 Millionen noch 20 Dollar für jedes Mitglied übrig bleiben dürften und der gute Ray ganz schon deprimiert sein wird, wenn ihm erst mal einleuchtet das er an diesem Tag ca. zehnmal mehr Menschen umgebracht, als gerettet hat. Ich konnte es zwar nicht ausprobieren, aber bei gedanklicher Rückkonstruierung gehe ich davon aus, dass man das ganze Spiel auch mit dem Zapper steuern kann. Das wird bei einigen Aktionen zwar zwangsläufig bescheuert aussehen, aber für authentischeren Ballerspaß in den zahlreichen Schusswechseln lohnt sich der Versuch allemal.

Was ihn nicht umbringt und so.

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Entwickler Monolith Software hatte offensichtlich tatsächlich vor jedes einzelne Genre in dem Spiel zu verwursten: Nach jedem absolvierten Level, jedem geretteten Opfer, jeder Shooter-Sequenz und unter manchen zerstörten Objekten erhaltet ihr Helden- und Kampfpunkte, mit denen ihr Rays Fähigkeiten, wie in einem Rollenspiel aufwerten und neue Waffen kaufen und aufrüsten könnt. (Der Preis für besonderen Realismus geht also an ... LEGO Batman! Es war ein schlechtes Jahr für die Realität.) Zu den körperlichen Verbesserungen zählen unter anderem gesteigerte Tragkraft, um mehr Items transportieren zu können, effektiverer Stoffwechsel, für höhere Ausdauerausbeute bei der Nahrungsaufnahme oder gesteigerte Konzentration, welche kurzzeitig genaueres Zielen ermöglicht. Das Waffenarsenal bleibt übersichtlich, aber vielseitig und kann auf die vier Richtungen des Steuerkreuzes verteilt werden. Von der einfachen Pistole über Schrotflinte und Maschinengewehr bis zur Armbrust oder gar einer Pulskanone haben alle Argumentationsverstärker ihre Vor- und Nachteile. Lediglich die Wurfgeschosse haben sich im Test als ziemlich sinnfrei herausgestellt. Das Kauf-Menü folgt einer Hierarchie, bestimmte Knarren könnt ihr erst kaufen, wenn ihr vorher bereits andere Waffen aus der Reihe in eurem Besitz und die entsprechende Schießstand-Übung gemeistert habt. Die Tickets hierfür erhaltet ihr einem skurrilen Typen mit Gehstock, der in einigen Levels mal mehr, mal weniger gut versteckt ist. Bereits erworbene Schießprügel dürfen ebenfalls in mehreren Kategorien, wie Magazin-Größe, Nachladegeschwindigkeit oder Feuerkraft stufenweise verbessert werden. Eine Über-Knarre könnt ihr so aber trotzdem nicht erstellen. Für alle Investitionen gilt: Je besser das Resultat, desto mehr von euren Punkten müsst ihr blechen. Es heißt also durchaus überlegt vorgehen, denn beim ersten Durchspielen werdet ihr kaum genügend Kohle zusammenkriegen, um alle Waffen zu kaufen und sämtliche Fähigkeiten aufs Maximum zu treiben. Zusätzliche Motivation für einen zweiten Durchgang schaffen auch die, nach jedem Level eingeblendeten Statistiken, die euch detailliert eure Kampfzeit, Zielgenauigkeit, durchgeführte Rettungen, „Beinahe tot“-Situationen und dergleichen aufzählen und euch zweifelhafte Auszeichnungen verleihen, wie „Raupe“ (Im Level nicht einmal gesprungen.) oder „Sonntagsfahrer“ („Insgesamt war dein Fahrstil einfach grausam.“). Nebenher gibt es noch kleine Extras zu finden: Zum Beispiel neue Kleidung, die euch bei nochmaligem Durchspielen mit besonderen Qualitäten, wie einem härteren Faustschlag ausstattet oder eine schattenhafte Gestalt, die es blitzschnell zu erledigen gilt, wenn sie in einigen der Rail-Sequenzen durchs Bild huscht oder besagten älteren Kauz, der euch die Karten für die abwechslungsreichen und teils ziemlich anspruchsvollen Schießstände überreicht.

Die Schönheit der Zerstörung

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Bei all dem Leid und Elend das Naturkatastrophen über viele Menschen bringen, möchte man – auch wenn’s zynisch klingt – doch eins zugeben: Der optische und akustische Eindruck eines solchen urgewaltigen Schauspiels ist stets ehrfurchterregend und überwältigend. Wie zeigt sich also Disaster: Day of Crisis, als Videospieläquivalent derartiger Unglücke von seiner audiovisuellen Seite? (Geschickte Überleitung oder was!?) Die Antwort: Glücklich, wenn auch nicht ehrfurchterregend und überwältigend. Ein Großteil der Gebiete wurde sehr detailliert und abwechslungsreich gestaltet, ein paar wenige sind trister ausgefallen. Vor allem die Wagen-Modelle während der Fahr-Einlagen sind hässlich. Demgegenüber stehen realistische Charaktere, die sich aber Resident Evil 4 geschlagen geben müssen, mit soliden Animationen, welche jedoch immer noch vom persischen Prinzen in den Schatten gestellt werden. Generell herrscht eine gewisse Farbarmut, grau, braun und blau bleiben die dominierenden Töne. Dafür sind einige Kulissen wirklich eindrucksvoll geworden. Am besten hat mir der Abschnitt nach dem zweiten Vulkanausbruch im Spiel gefallen, wo Ray durch einen bergigen Wald läuft, während Asche, wie schwarzer Schnee vom Himmel regnet. Ein schauderhaft apokalyptisches Szenario, bei dem Mann nur beim Zuschauen schon das Atmen einstellen will, um seine Lunge nicht zu vergiften. Überhaupt lässt Disaster bei der Katastrophen-Darstellung die Elemente in Form von Sturm, Regen oder Feuertornados geradezu physisch spürbar werden und hält insgesamt die Grafik-Flagge für die Wii hoch. Zumal es – bis auf ein paar Clipping-Fehler – auch technisch nichts zu beanstanden gibt. Die pompöse Hintergrundmusik und die gute englische Sprachausgabe (Ja richtig, ihr dürft wieder Untertitel lesen.) sorgen stimmungsunterstützend für den dramatischen Hollywood-Faktor. Auch wenn es ein paar Kompositionen mehr hätten sein dürfen.

Überraschungs-Hit ist das Prädikat das ich Disaster: Day of Crisis nun unwillkürlich verleihen möchte. Wer hätte gedacht, dass das Katastrophen-Abenteuer doch noch so gut wird. Ich liebe es, wenn ein Spiel mich immer wieder mit Abwechslung und witzigen Einfällen beglückt und ich den Enthusiasmus der Entwickler in jedem Moment spüre. Und das habe ich hier. Ständig komme ich in neue ungewöhnliche Situationen, muss ich andere Aktionen in Angriff nehmen. Von den Shoot-Outs, über die Steuerung bis zu den übersichtlichen Menüs und den fairen Speicherpunkten merkt man dem Spiel seine Durchdachtheit stets an. Alle Elemente sind zwar klar abgekoppelt, harmonieren in ihrer Abfolge aber erstaunlich gut. Zusätzlich gibt es auch was zu grinsen und das nicht nur aufgrund der herrlich übertriebenen Edel-Trash-Geschichte. Besonderes Lob verdient aber das unverbrauchte Szenario. Es macht einfach Spaß durch die verschiedenen Unglücks-Gebiete zu laufen, weil ich derartige Kulissen noch in kaum ein Videospiel erleben durfte. Für ein wirklich intensiv erschütterndes Katastrophen-Feeling sind die Level zwar etwas zu unbelebt und still, aber das kann ich erst mal verschmerzen. Mitunter verlangt Disaster allerdings etwas zuviel Latscherei und zu wenig Interaktion. Zum Ende schienen den Machern auch etwas die Ideen ausgegangen zu sein. Einige Rettungsmanöver wiederholen sich dann doch merklich. Außerdem ist das Spiel schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad zu leicht. Gerade der letzte Boss-Fight ist eher langwierig, denn anspruchsvoll und die Quick-Time-Sequenzen hätte man ruhig etwas gehaltvoller gestalten können, als alle halbe Minute mal die Wiimote nach links oder rechts zu schwingen. Dennoch habe ich mich mit Disaster: Day of Crisis in den ca. elf Stunden Spielzeit nicht eine Sekunde lang gelangweilt, sondern bin immer noch von einer gewissen Begeisterung erfüllt. Für eine Fortsetzung wünsche ich jetzt alles nur noch mal in größer, schöner, abwechslungsreicher und besser und mit Motion-Plus-Unterstützung. Und da alle immer diskutieren „Hardcore oder Casual?“: Tja, Disaster ist irgendwie beides. Also, kaufen!

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Bewertung

Disaster: Day of Crisiswii

8/10

 

Kommentare (3)

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04.11.2008 12:17 - Oha, das hätte ich nach den ersten Videos echt nicht für möglich gehalten!
Klingt aber wirklich nicht schlecht!
Zum Voten bitte einloggen! 3 von 3 Lesern stimmen diesem Kommentar zu.
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04.11.2008 12:23 - Das erste halbwegs interessante Spiel für die Wii für mich. Jetzt müssen nur noch 5-6 andere folgen und der Preis von 250,- EUR lohnt sich fast ...
Zum Voten bitte einloggen! 3 von 6 Lesern stimmen diesem Kommentar zu.
 Liebling der Massen 50
04.11.2008 20:40 - Die Wii bleibt für mich nach wie vor uninteressant, auch wenn dieser Titel ein wenig mehr verspricht.
Zum Voten bitte einloggen! 1 von 1 Lesern stimmen diesem Kommentar zu.

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