Dragon Ball Origins
16:20 Uhr - Dragon Ball die Einemillardste: Das zeitlose Anime-Abenteuer hat schon so einige Versoftungen erfahren. Von liebloser Lizenzmelkung via Rollenspiel bis zum ordentlichen Beat’em up-Spektakel war schon so ziemlich alles dabei. Dragon Ball Origins versucht sich als deutlich Zelda-inspiriertes Action-Adventure das man definitiv nicht als lieblos bezeichnen kann. Lest im Test, warum das Spiel dennoch scheitert.
Man mag es angesichts der schier unglaublichen Flut von Animes und Mangas (Wobei sich letztere mittlerweile leider größtenteils an eine weibliche Leserschaft wenden.) auf dem hiesigen Markt kaum glauben, aber vor ca. acht bis zehn Jahren passte das gesamte deutschsprachige Angebot in einen briefumschlaggroßen, zwei Millimeter dicken Katalog. Alte Hasen wissen vermutlich wovon ich spreche. Und eine der wenigen und bekanntesten Manga-Reihen war seinerzeit hierzulande Dragon Ball von Akira Toriyama, die ein siebzehnjähriger Jo wie im Rausch verschlungen hat, was sich zum Teil mit meinem Faible für Martial-Arts-Geschichten und dem wirklich spärlichen Angebot entschuldigen lässt, denn um Band 20 herum werden die an den Haaren herbeigezogenen Story-Wendungen und immer stärkeren Kämpfer geradezu lächerlich. Nichtsdestotrotz, Dragon Ball ist Kult und gerade die anfängliche Geschichte um Son-Goku und Bulma, die auf ihrer Suche nach den sieben sagenumwobenen Dragon Balls irrwitzige Abenteuer bestehen und dabei die Bekanntschaft von allerhand skurrilen Gestalten machen, hat nach wie vor nichts von ihrem Witz und ihrer Spannung eingebüßt. Und genau auf diese Geschichte bezieht sich auch Dragon Ball Origins, was die größte Stärke des Spiels ist.
Die ganze erschreckende Wahrheit: ...
Erfindertochter Bulma trifft in einem Wald auf den einsiedlerisch lebenden Waisenjungen Son-Goku, der mit einem Affenschwanz, unglaublichen Kräften und einem der wertvollen Drachenkugeln ausgestattet ist, auf die es die junge Frau abgesehen hat. Da das Kind seinen Schatz nicht rausrücken will und sich seine Fähigkeiten als überaus nützlich erweisen, machen sich die beiden fortan gemeinsam auf die Reise, an deren Ende der Drache Shenlong erscheinen soll, um demjenigen, der die sieben Zauberkugeln zusammengeführt hat, einen Wunsch zu erfüllen. Die Geschichte inszeniert das Spiel in vielen langen Zwischensequenzen in Spielgrafik, die den Szenen aus der Anime-Serie nachempfunden sind, welche sich wiederum eng an die Manga-Vorlage hält. Origins kann sich auf die Kappe schreiben, die bisher originalgetreueste Nacherzählung des Stoffes in einem Videospiel zu bieten. Neulinge werden so umfassend in den "Dragon Ball"-Kosmos eingeführt und Fans treffen viele alte Bekannte, wie Oolong, Yamchu und den notgeilen Muten Roshi wieder. „Notgeil“ ist dabei das richtige Stichwort, denn leider hat man für die Cutscenes oft die schlüpfrigsten Sequenzen aus der Serie gewählt, welche alle Spieler über zwölf ob ihrer peinlichen Albernheiten wohl nur ungläubig den Kopf schütteln lassen. Einfach mit Humor nehmen!
Wahrscheinlich sind diese Szenen auch der Grund, warum das Spiel eine ab 16-Freigabe erhalten hat. Das ist dann allerdings auch wieder albern. Gewalttechnisch ist der Titel eher harmlos. Während der Filmchen kommt die wirklich hübsche Grafik besonders zur Geltung. Detaillierte Texturen, stimmungsvolle Farbgebung und die hervorragenden Animationen bringen eine insgesamt optisch mehr als würdige Umsetzung der Vorlage auf den Schirm. Die gut gelaunten Melodien und vor allem das japanische Intro-Lied sorgen zusätzlich für authentisches "Dragon Ball"-Feeling. Leider gibt es ansonsten nur sehr wenig Sprachsaugabe und innerhalb der Levels herrscht mitunter Detailmangel und wenig visuelle Abwechslung. Die einzigen Mängel in der grandiosen Präsentation von Origins.
.. Ich bin ...
Spielerisch kann das Abenteuer leider nicht mithalten. Ihr betrachtet Son-Goku grundsätzlich aus der Draufsicht über beide Screens und steuert ihn, wie in Zelda – Phantom Hourglass ausschließlich mit dem Stylus. Das bringt folgende Probleme mit sich: Das Geschehen auf beiden Bildschirmen gleichzeitig darzustellen halte ich allgemein für unpraktisch, mag aber auch Geschmackssache sein. Ich persönlich verspüre jedenfalls keine Lust, den Nintendo DS soweit wegzuhalten, dass ich beide Screens im Blick habe, mich aber auch mit dem dicken Balken in der Mitte abfinden muss. Zumal es hier auch nicht bedeutend die Übersicht erhöht. Ich habe die meiste Zeit nur auf den unteren Schirm geschaut und trotzdem keine Beeinträchtigungen gehabt. Eine Dauerhaft eingeblendete Karte oder der Statusschirm wären sinnvoller gewesen.
Problem Numero zwo ist die Bedienung. Zwar ist die Steuerung nur mit dem Touchpen sehr einfach zu erlernen, aber wie schon bei Prince of Persia – The Fallen King reagiert sie oft nicht richtig oder gar nicht. Wenn ich einen Block verschieben oder einen Stein aufheben will, tippe ich häufig wie wild umher bis ich endlich die richtige Stelle erwischt habe, damit der kleine Affenjunge endlich zur Tat schreitet. Hin und wieder scheint auch pure Willkür angesagt zu sein, denn manchmal kann ich mit einem Stein einen anderen kaputt werfen und manchmal nicht. Beim Laufen macht Son-Goku einfach eine Rolle, wenn ihm danach ist und wenn Bulma mir in die Bewegung rennt, löse ich ungewollt ihre Spezialattacke aus, welche ich dann wohlmöglich, wenn es drauf ankommt, nicht einsetzen kann, bis sich der entsprechende Balken wieder gefüllt hat. Spätestens in den Bosskämpfen macht sich die Beschränkung auf den Stylus negativ bemerkbar, denn um auszuweichen und notwendigerweise schnell anzugreifen dauern viele Bewegungen einfach zu lange und machen die Fights zu einem echten Krampf. Fairerweise sei erwähnt das sich unser Martial-Arts-Kind auch mit dem Digi-Kreuz lenken lässt. Sämtliche (Spezial-)Attacken müsst ihr aber immer noch mit dem Stift ausführen, denn die Buttons werden – absolut überflüssig – dazu verwendet, die Kamera zu verschieben. Ich hatte ja früher bereits erwähnt, wie ich das finde, den DS mit einer Hand zu halten und mit selbiger dann auch noch Knöpfchen drücken zu müssen: Ich finde das nicht gut! Und ich prangere das an! Dafür ist mir meine Hand zu schade. Wer diese Sehnen-malträtierende Technik aber beherrscht, dem empfehle ich auf die Mischung aus Touchpen und Digi-Kreuz zurückzugreifen. Damit erhöht ihr die Spielbarkeit noch mal deutlich.
... der wahre Jackie Chun!
Wenn die Steuerung verhunzt wurde, ist ein Spiel bei mir eigentlich schon unten durch. Da hilft nur noch überzeugendes Gameplay. Hier bietet Origins ... Standard. Die Rätsel sind zu simpel, die Kämpfe wenig dynamisch, beides recht uninspiriert. Anders als bei Zelda wandert ihr nicht über eine frei begehbare Welt, sondern durch einzelne Level, die allesamt etwas unorganisch und mitunter auch ziemlich unübersichtlich gestaltet sind. Außerdem gibt es innerhalb der Abschnitte wenig Abwechslung und kaum etwas zu entdecken bzw. ihr müsst euch nicht den Kopf zerbrechen, um Schätze, wie Lebensenergie oder Ki-Erweiterungen für das Helden-Duo oder Sammlerfiguren zu finden. Es reicht meist einfach alle Wege abzuklappern. Zwischendurch werden weitere Level freigeschaltet, die ihr nicht besuchen müsst, um die Hauptstory zu beenden, in denen ihr aber weitere Extras, wie Nahrung, temporär statusverändernde Tränke oder die bereits erwähnten Items finden könnt. Auf einer Karte dürft ihr bereits abgeschlossene Gebiete erneut besuchen, um die letzten Geheimnisse zu lüften oder euch im Laden mit Hilfsgegenständen oder auch neuen Waffen für Bulma eindecken. Insgesamt ist der Umfang recht beachtlich. Zehn Stunden werdet ihr wohl mindestens bis zum Abspann brauchen. Der Schwierigkeitsgrad steigt – wie es sich gehört – mit zunehmender Spieldauer stetig an, ihr erhaltet regelmäßig neue Moves und das recht anspruchslose Spieldesign sorgt zumindest dafür, dass es ständig vorwärts geht und ihr schon bald mit einer neuen Zwischensequenz belohnt werdet. Somit kann man das Spiel unbehelligt durchzocken, wenngleich sich die Motivation dafür doch arg in Grenzen hält.
Schade schade, Dragon Ball Origins hatte wirklich gute Grundvoraussetzungen: Eine coole Lizenz, die immer noch nur so nach einer adäquaten Videospielumsetzung schreit, formidable Präsentation und die sinnvolle Entscheidung, das Szenario in ein Action-Adventure zu packen. Bis auf die frustrierende Steuerung ist eigentlich auch nichts richtig misslungen an dem Spiel, aber eben auch nichts irgendwie aufsehenerregend. Somit ist Origins einfach ein bisschen langweilig. Und das gerade für Dragon Ball-Fans, denn die sind mit der Geschichte nun mal höchstwahrscheinlich bestens vertraut und haben von den reichhaltigen Cutscenes eher wenig. Selbige könnten für Nicht-Kenner allerdings ein hoher Motivationsfaktor sein, denn die fantasievolle Geschichte ist nach wie vor verdammt unterhaltsam. Doch wo in der Serie zwischen der Handlung jede Menge originell inszenierte Action-Sequenzen lagen, habt ihr hier ein Durchschnitts-Adventure, bei dem die Action in Folge der Krampfbedienung eher als Spaßbremse daherkommt. Zum Schluss gibt’s diesmal wieder Jo’s besonderen Tipp: Für den Game Boy Advance ist vor einigen Jahren, von der Öffentlichkeit relativ unbeachtet, Dragonball Advanced Adventure erschienen. Ein rasantes, technisch einwandfreies und hervorragend spielbares Jump’n run-Gekloppe, welches die selbe Geschichte (allerdings weniger detailliert) erzählt. Das Teil läuft bekanntermaßen auch auf dem DS, ist heute noch vereinzelt bei ebay oder sonst wo erhältlich und stellt die bislang vielleicht beste Versoftung des Stoffes dar. Eine günstige (und bessere) Alternative zu Origins also.
Bewertung
Weitere News
Bitte logge Dich ein, um Kommentare zu verfassen.
Coming Soon
Videos
Kirby Mass Attack
Trailer zeigt Gameplay von Kirby Mass Attack und demonstriert euch den Plural de...Quantum Conundrum
Trailer zum neuen Spiel der Portal-Erfinderin namens Quantum Conundrum.Xenoblade Chronicles
Trailer zum Wii-Rollenspiel Xenoblade Chronicles führt in die Welt ein.Formel 1 2011
Die Highlights aus der Saison nachgestellt in Codemasters Formel 1 2011Galerien
Crimson Dragon
Drachenhafte Bilder mit echsigen Wesen.Lost Planet 3
Bilder zu Lost Planet 3.DmC
Weibliche Bilder zu DmC.Die Neuesten User-Tests
Kid Icarus: Uprising 3DS
Zur E3 2006 kündigte Nintendo mit einem kleinen Trailer einen neuen ''Smash Bros.'' Teil an. Die ganze Community war sehr erfreut und doch wunder...
Kid Icarus: Uprising 3DS
Pit ist wieder da. Beachtliche 21 Jahre liegt der letzte Auftritt des geflügelten Heldes zurück. Nun erwartet uns ein Reboot von \\\"Kid Ica...



















Kommentare (5)
FinalAuthority Pinta
Ja ich habs und es ist öde.
Saibot
Zed01
BLaZin
Fluegelflitzer