Dragon Quest VI: Wandler zwischen den Welten
Obwohl das Dragon Quest-Franchise in Japan schon seit geraumer Zeit Square Enix zweitgrößtes Zugpferd (direkt nach Final Fantasy) darstellt, scheint der Boom um die Rollenspiel-Serie hierzulande noch nicht allzu lange ausgebrochen zu sein. Grund dafür war nicht nur die Entscheidung die Serien-interne Trilogie von Teil Vier bis Sechs zu remaken und somit erstmalig außerhalb Japans zu veröffentlichen, sondern der wirklich gelungene neunte Teil der Serie. Wem das jetzt zu viele Zahlen waren, sollte unseren Test lesen, um zu erfahren ob es sich lohnt sich das Remake des SNES-Klassikers auf dem DS anzuschaffen
Auch wenn Dragon Quest VI: Wandler zwischen den Welten den Abschluss der mit Dragon Quest IV begonnenen sogenannte Zenithia-Trilogie darstellt, kann man auch ohne Vorkenntnisse problemlos in das Spiel einsteigen. Der sechste Teil erzählt eine völlig eigenständige Geschichte, die mit einem gelebten Albtraum beginnt. In jenem findet man sich mit zwei Begleitern in einem finsteren Schloss wieder und steht nach dem Durchschreiten eines Tores dem dämonischen Mordar gegenüber. Nachdem der Bösewicht die Mitglieder unserer kleinen Gruppe an drei unterschiedliche Orte gezaubert hat, erwacht man kurzerhand in seinem eigenen Schlafzimmer. Sodann beginnt das eigentliche Abenteuer, in dem erst mal geklärt wird, ob es sich beim Kampf gegen Mordar tatsächlich nur um einen Traum handelte. Auf der Suche nach seiner Identität stellt man außerdem fest, dass es zwei Welten gibt in denen sich bewegt werden darf: eine Traumwelt und eine reale Welt. Dabei haben alle Ereignisse Auswirkungen auf die jeweils andere. Anfangs kann nur durch Brunnen und bestimmte Orte in die beiden identischen Umgebungen gewechselt werden, später benutzt man Warps um Weltensprünge zu vollführen. Auf der Oberfläche selbst bewegt man sich zuerst per pedes, später dann mit altbewährten Fortbewegungsmitteln wie Schiffen und Kutschen.
Der erste Auftrag, dessen Inhalt sich um das Beschaffen einer Krone für das alljährlich stattfindende Fest im Heimatdörfchen dreht, offenbart direkt worauf Dragon Quest VI hinauslaufen wird. Begibt man sich nämlich an die Oberfläche und wandert durch die unterschiedlichen Umgebungen und Dungeons reihen sich Zufallskämpfe schier unendlich aneinander. Da man die Gegner im Umland im vornherein nicht sehen kann, können diese Kämpfe auch nicht umgangen werden, sodass sich Verächter der plötzlich auftauchenden Kampfbildschirme förmlich durch das Geschehen quälen müssen. Liebhaber des japanischen Kampfsystems hingegen könnten sich bei diesem Spiel-Element vor Freude möglicherweise vollsaugen wie ein Glückshormonschwamm. Viel ändern wird sich am Spielverlauf übrigens nichts mehr. Das gesamte Prinzip basiert darauf, aufzuleveln und somit stärker und mächtiger zu werden und die unzähligen Gegner zu bewältigen, um in der Story voranzuschreiten. Man kann seinen Partie-Kumpanen zwar unterschiedliche Laufbahnen, wie Magier oder Dieb zuordnen, wodurch die Kämpfe durch taktisches Umdenken an Attraktivität gewinnen, dennoch kann diese Möglichkeit das im Gesamten extrem triste Gameplay nicht kaschieren. Sich durch das Spiel zu zwingen, nur um die eigentlich interessante Story weiter verfolgen zu können, lohnt sich leider auch nicht wegen der gelungenen grafischen Aufpolierung. Die Charaktere versprühen hierbei nach wie vor ihren ursprünglichen 16-Bit-Charme, während die Umgebungen in 3D-umgesetzt wurden und atmosphärisch jede Stimmung einzufangen wissen. Die Sounduntermalung dudelt in sauberen Klängen durch die Lautsprecher (oder Kopfhörer) und verhält sich ansonsten eher unauffällig.
Gesteuert wird das Ganze ohne Touchscreen-Einbindung. Lediglich ein neu hinzugekommenes Minispiel nutzt die Berührungs-Steuerung. Dabei wird ein glibbriger Schleim, die man übrigens auch in Kämpfen einsetzen darf, ähnlich wie im Eisstockschießen über ein Eisfeld geschlittert, das man vorher via Touchpen rutschig gerubbelt hat. Weitere Nebenbeschäftigungen zeigen sich in Form von Pokerspielen oder Modewettbewerben. Trotz all der offensichtlichen spielerischen Mängel, kann immerhin die Übersetzung punkten. Man hat sich beachtliche Mühe gegeben, den eigenartigen Humor von Dragon Quest, mit all seinen sprachlichen Eigenheiten, ins deutsche zu übertragen und hat das tatsächlich auch noch grandios hinbekommen. Schlussendlich bekommt man mit Dragon Quest VI: Wandler zwischen den Welten dasselbe, was man auch schon mit dem Vierten und Fünften Teil bekommen hat: Mäßige Oldschool-Kost in neuem Gewand, mit wenigen bis gar keinen spielerischen Verbesserungen. Das DS-Remake des 1995 erstmals in Japan erschienenen SNES-Klassikers, kann spielerisch ganz und gar nicht mit dem wesentlich besseren und vor allem moderneren Dragon Quest IX: Hüter des Himmels mithalten.
Bewertung
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Kommentare (5)
zig
also ich fand dragon quest 9 das schlechjteste von allen teilen bisher. ich freu mich auf einen älteren teil... :)
Rhys
Wie wäre es mit den Dragon Quest XII für Ps3.
Der 12. gehört doch zu den besseren Teilen oder?
Rhys
ohh ich meine Dragon Quest VIII (von 2006 Ps2) Natürlich ^^
KING_BAZONG
Habe die Teile 4, 5,7 und 8 gespielt und davon ist der 7er mit Abstand der Beste.
Sollte davon noch eine DS-Umsetzung kommen, bin ich wieder dabei. Den 6er habe ich seit etlichen Wochen hier (US-Version), komme aber nicht dazu, das Ding zu spielen.
Der 9er juckt mich nicht, da er auch bei vielen "Veteranen" der Reihe nicht gut wegkommt.
Creed Diskens
also dragon quest chronik der erkorenen war für mich eines der beste jrpgs die ich je gespielt hab, (hab die ds version gespielt). den 5er habe ich auch noch angefangen aber leider nicht zu ende gespielt, hat mir aber auch sehr gut gefallen.