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Driver 76

Montag, 21. Mai 2007
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16:11 Uhr - Ok, Quizfrage: Was verbindet man mit den glorreichen 70er Jahren und Amerika? Klar, da war die unglaublich coole Musik, Haare, mit denen man sich heute nicht mehr auf die Straße trauen würde, und natürlich lässige Klamotten mit Schlag. Aber das Entscheidende der 70er Jahre, und es gibt genug Fernsehserien die dies bestätigen, waren die coolen Autos. Die wahren Helden der 70er eben.

Bei Driver 76 handelt es sich um den ersten Ableger der Driver-Serie aus dem Hause Ubi Soft, nachdem die Firma aus Frankreich die Driver-Franchise samt Entwickler Reflections Interactive 2006 für 19 Million Euro von Atari übernommen hatte. Und somit versucht nun auch Ubi Soft ein Stück vom "Grand Theft Auto"-Kuchen abzubekommen. Ganz im Stile seines beinahe übermächtigen Vorbilds und der eher mäßigen Vorgänger (AreaXbox-Wertung für Driv3r: 65%) präsentiert Driver 76 die gleichen Züge. So übernehmt ihr die Rolle des jungen Ray, der in einer großen amerikanischen Metropole dem organisierten Verechen angehört.Nach dem interaktiven Intro, in dem ihr in typischer Driver-Manier bei einem Straßenrennen von Cops verfolgt werdet, trefft ihr euch mit eurem Kumpel Slink in einem Club. Kaum dort angekommen, erfahrt ihr in einer coolen Comiczwischensequenz den eigentlichen Hintergrund des Spiels. So seid ihr neu in der Stadt und habt euch prompt in eine unnahbare Schönheit verguckt. Und unnahbar trifft es ganz gut. Immerhin handelt es sich bei ihr um die Tochter des örtlichen Triadenbosses, der wiederum nur sehr wenig von Möchtegerngangstern wie Ray hält und strengstens darüber wacht, wer mit seiner hübschen Tochter ausgehen darf. Ermutigt durch euren Kumpel Slink, macht ihr euch gleich daran, diesen Zustand zu ändern und stürzt euch auf die ersten Aufgaben, die das Spiel für euch parat hat.

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In den Mission müsst ihr überwiegend euer fahrerisches Können an den Tag legen und möglichst wenig mit dem Gesetzt in Konflikt geraten. Da fortgeschrittene Spieler schon nach wenigen Stunden das Ende des Hauptplots erreicht haben, könnt ihr euch in dem New York der 70er Jahre frei bewegen und Ausschau nach weiteren Aufgaben halten. So sammelt ihr 125 versteckte Items und nehmt neben dem eigentlichen Plot allerlei Miniaufgaben an, um durch die Prämien euren Kontostand zu erhöhen. Da wären zum Beispiel die obligatorischen Autorennen oder Transporte von A nach B, aber auch kleinere Mission stehen für euch bereit. So gilt es in einer der Missionen, eine Person zu finden um diese dann anschließend in einer Verfolgungsjagd zu erledigen. Beinahe alle Aufgaben rufen die Polizei auf den Plan. Und diese gilt es dann wie gehabt mehr oder weniger sauber abzuschütteln.

Das in den Missionen und Minispielen erhaltene Geld investiert ihr in neue Waffen oder steckt es in eure Fahrzeuge. Letztere modifiziert ihr mir neuen Motoren, neuer Bereifung und weiterem Spielzeug für euer bestes Stück. Insgesamt könnt ihr eure virtuelle Garage mit 57 Fahrzeugen füllen. Da die Welt von Driver 76 die New Yorker Stadtteile Brooklyn, Bronx, Queens, Manhattan und Harlem beinhaltet, seid ihr unweigerlich auf die Karte angewiesen. Dort habt ihr wie in GTA ständig einen Überblick darüber, wo es die nächsten Missionen für euch gibt.

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Obwohl ihr überwiegend motorisiert unterwegs seid, erkundet ihr New York hier und da auch mal per pedes. Allerdings lässt genau dann die ansonsten rundum gelungene Steuerung etwas zu wünschen üig. Meistens beschränken sich die „zu-Fuß-Aufgaben“ allerdings schon darauf, sich schnellstmöglich ein neues Auto zu organisieren oder bei einem Schusswechsel ein paar Gegner auszuschalten. Größtes Problem der Fußmärsche ist allerdings die Einschränkung, dass ihr beim Laufen weder springen noch euch ducken könnt. Also könnt ihr euch bei einer Schießerei nicht hinter Autos verstecken oder mal eben über eine Motorhaube hechten.

Das Zielen erfolgt mit dem D-Pad und bietet ein automatisches Anvisieren der Gegner. Dies ist auch bitter nötig, da sich das Zielen ohne automatisches Anwählen eurer Gegner als etwas heikel entpuppt. Wer GTA für die PSP gespielt hat, kennt das Problem mit den kurzen Wegen des Analogsticks. Unterstrichen wird die gut ausbalancierte Steuerung der Fahrzeuge durch eine gelungene Fahrphysik. Des Weiteren könnt ihr mit Druck auf die Oben-Taste des Digipads auf die so genannte „Thrill Cam“ schalten. Dann betrachtet ihr das verlangsamte Geschehen von der Seite und fühlt euch an alte Hollywoodfilme erinnert. Weiteren Sinn bietet diese Funktion allerdings nicht.Und wie schon bei Driver: Parallel Lines ist auch dieses Mal die Grafik ein zweischneidiges Schwert. So scheint es den Jungs von Ubi Soft auf den ersten Blick wunderbar geglückt zu sein, New York auf einen 4-Zoll-Bildschirm zu schrumpfen. Aber kurz nachdem die erste Euphorie über die wirklich hübschen Straßenzüge von New York verflogen ist, fallen hier und da immer mehr unschönere Texturen auf. Dem gegenüber stehen allerdings die wiederum ungewohnt gut aussehenden Fahrzeugmodelle. Und auf der Habenseite sei an dieser Stelle noch vermerkt, dass der Titel weitestgehend flüssig läuft und nur selten Slowdowns aufweist. Leider gibt es ab und zu auch unschöne Clippingfehler. So sieht es vereinzelt aus, als würde Ray ein Fahrzeug durch die geschlossene Hintertür betreten, obwohl die Fahrertür zuvor aufgerissen wurde.Das größte Manko, mit dem Driver 76 zu kämpfen hat, sind allerdings die Ladezeiten. So wird der überwiegend flüssige Spielablauf durch einen knapp 70 Sekunden (!) langen Ladebildschirm zu Beginn erkauft. Auch der Wechsel zwischen den einzelnen Arealen oder das Einsteigen in ein Fahrzeug ingen hier und da immer wieder unangenehme Sekunden Ladezeit mit sich.

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Dafür ist die Musik über jeden Zweifel erhaben. So klingen aus den Lautsprechern der PSP lässige 70er-Grooves und erinnern an Serien wie Starsky & Hutch oder Shaft. Wer den Soundtrack zu Driver: Parallel Lines kennt, kennt auch den Soundtrack zu Driver 76. Mit dabei sind Songs wie “Low Rider” von WAR, “Trouble Man“ von Marvin Gaye und "One Way or Another" von Blondie. Auch soundmäßig weiß das Spiel zu gefallen. So kommen die meisten Fahrzeuge mit einem aussagekräftigen Sound daher, der nur durch den schwachen Lautsprecher der PSP geemst wird. Und auch die Sprachausgabe weiß bis auf wenige Ausnahmen zu gefallen.

Mehrspielerpart

Über WiFi könnt ihr zu zweit in einem Ad-Hoc-Multiplayer-Modus gegeneinander antreten. Dabei könnt ihr aus vier verschiedenen Spieltypen wie Massaker, Kopf-an-Kopf-Rennen, Straßenrennen und Rennstrecke wählen. Bei ersterem müsst ihr ähnlich wie in Destruction Derby die Fahrzeuge eurer Gegner zerstören. Bei den anderen handelt es sich mehr oder weniger um normale Rennarten. Um den Multiplayer noch etwas spannender zu gestalten, könnt ihr auch um eure eigenen Fahrzeuge spielen. Der Gewinner des „Um den Wagen“-Rennens erhält wie zu erwarten das Fahrzeug seines Kontrahenten.Wow, wer hätte gedacht, dass es nach dem desaströsen Driver Parallel Lines noch einmal Spaß macht, ein Driver-Spiel zu testen? Aber Ubi Soft hat es doch tatsächlich geschafft, eine eher maue Lizenz wieder zu neuen Tugenden zu führen. Spielerisch und technisch kann sich Driver 76 ohne weiteres sehen lassen. Wenn da nicht die ewigen Ladezeiten wären. Hier hatte Ubi Soft gut daran getan, noch etwas mehr Zeit zu investieren. Parallel dazu hätte man die Zeit auch noch nutzen können, um etwas mehr aus der Story des Titels zu machen.Was mich beim Spielen wirklich begeistert hat, war die durch und durch gelungene Fahrphysik und der stimmige Soundtrack. Einige der Lieder sind immerhin direkt auf meinen iPod gewandert. Im Gegenzug zu GTA tut es auch endlich mal wieder gut in einer nichtfiktiven Stadt unterwegs zu sein. So erkennen Ortskundige immer wieder die vertrauten Orte des Big Apple, wie den Times Square, den Financial District oder eben Chinatown. Wer die guten alten Driver-Teile mochte und eine PSP besitzt, sollte dem Titel seine verdiente Chance geben. Allen, die bisher noch kein GTA auf der PSP gespielt haben, sollten aber erst einmal Liberty- oder Vice City einen Besuch abstatten.

Bewertung

Driver 76 psp

0/10

 

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