Entwarnung - Red Faction: Guerrilla kaum zensiert
12:48 Uhr - Als bekannt wurde, dass die Demo zu Red Faction: Guerrilla bei uns in Deutschland mit Verspätung auf dem Xbox LIVE Marktplatz erscheinen würde, kam vielen unserer Leser bereits das Grauen. Zeitgleich erfuhren wir zwar vom roten USK-Siegel für Volitions passender Weise auf dem Mars angesiedelter Zerstörungsorgie, hinter der Freigabe vermuteten viele jedoch erhebliche Zensur in der deutschen Version. Jetzt liegen uns alle Fakten vor und wir können euch beruhigen: Die Anpassungen sind marginal.
Die wichtigsten Erkenntnisse zuerst: Die BRD-Version des Spiels wird sowohl deutsche als auch englische Synchro auf der Disc haben und im Multiplayerpart international tadellos kompatibel zu allen anderen Regionalfassungen sein. Rein inhaltlich unterscheidet sich das Spiel bei uns an sich auch nicht wirklich vom Red Faction: Guerrilla, welches der Rest der Welt vorgesetzt bekommt. Missionsumfang, spielerische Möglichkeiten, grundlegender Gewaltgrad und alle erdenklichen anderen Bereiche blieben bis auf zwei kleine Änderungen gänzlich von der Zensurschere verschont. Zum einen werden die Scheibengeschosse der klangvoll "Zermalmer" genannten Waffe nicht mehr optisch sichtbar in Körpern stecken bleiben. Blut und Ragdoll-Effekt gibt es natürlich weiterhin, einzig die Projektile sind nach einem Treffer wie gesagt nicht mehr zu sehen. Zum anderen kann man die beim Abriss von Gebäuden so nützlichen Haftbomben nicht mehr an Menschen heften. Versucht man es trotzdem, prallen sie einfach ab, sind dann aber weiterhin genau so tödlich.
Wir haben Red Faction: Guerrilla vergangenen Monat in London angespielt und können von daher aus eigener Spielerfahrung heraus sagen, dass beide Punkte fürs Spielgefühl und auch die Gesamtästhetik des Games keinerlei Bedeutung haben. Wie bereits in unserer Vorschau beschrieben, sind die Gewalteffekte des Spiels ohnehin auf einem für Actionspiele eher milden Level. Von daher wundert es uns viel mehr, dass Publisher THQ überhaupt etwas daran ändern musste. Die Feinde mit denen man es als Befreiungskämpfer einer Untergrund-Rebellion zu tun bekommt, tragen in den meisten Fällen typische "Sci-Fi"-Kampfanzüge, die vom Look her eher an Roboter erinnern. Schuss- oder Schlagtreffer sorgen keinesfalls für literweise spritzende Blutfontainen und auch beim Ragdoll zelebriert das Spiel international in allen Versionen kein Fest der Brutalitätsdarstellung. Ein Abtrennen von Körperteilen etc. ist uns beim Preview-Event z.B. nicht möglich gewesen, die meisten Leichen verschwanden nach kurzer Zeit komplett aus der Spielwelt. Und das alles war auch gar nicht so schlimm, denn mit seinem Fokus auf bunten "Sci-Fi"-Look und Missionen die sich vor allem auf die Zerstörung von Gebäuden konzentrieren, wirkten die Design-Entscheidungen hinblicklich des Gore-Faktors gegen Menschen im Gesamtbild stimmig. Dass mögliche Anpassungen an den deutschen Markt, wenn überhaupt, eher kleineren Zugeständnissen an Grundsatzstatuten der USK gleichkommen würden, war angesichts dessen schon beim Event abzusehen.
Nicht anders ist übrigens auch folgende Änderung zu beschreiben, die sarkastisch gesprochen fast schon einer Erweiterung gleich kommt. Greift man Zivilisten an, passiert alles, was auch in der internationalen Version von Red Faction: Guerrilla geschehen würde. Auch in der BRD-Fassung kann man sie töten, woraufhin die Moral der eigenen Fraktion zur Strafe gesenkt wird. In "unserer" Version kommt allerdings noch eine Art Alarmanzeige hinzu, die eure Verbündeten ab dem roten Bereich gegen euch kämpfen lässt. Zumindest so lange, bis ihr euch wieder gezügelt und sich das Alarm-Meter abgekühlt hat. Das ganze Theater beginnt jedoch wirklich erst dann, wenn ihr in sehr kurzer Zeit sehr viele unschuldige NPCs umgebracht habt. Erwischt ihr mal im Eifer des Gefechts bzw. bei einem "Sprengunfall" den ein oder anderen Zivilisten, drückt die Red Faction auch in der deutschen Version großzügig beide Augen zu.
Wann immer möglich, werden wir euch zukünftig auch weiterhin unsere eigenen Einschätzungen bezüglich der USK-Einstufung und Modifizierungen bei deutschen Spielversionen liefern. Vorausgesetzt natürlich, wir konnten einen Titel bereits zu Genüge anzocken und uns liegen die genauen Informationen über die Änderungen vor. Im Falle von Red Faction: Guerrilla darf man guten Gewissens, trotz minimaler Anpassungen, zur eingedeutschten Version greifen, die optional wie gesagt auch die englische Sprachspur zu bieten haben wird. Neben diesem Fazit kann man aus dem Bericht übrigens auch ganz schön herauslesen, zu welch sinnlosen Änderungen die Publisher in Deutschland nicht selten gezwungen werden, um nicht um die Freigabe wichtiger Titel fürchten zu müssen.
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Kommentare (17)
Atlantas Finest
Und wie kan sich das der deutsche Spieler im Online Modus vorstellen, selber kann er beklebt werden, wenn ich aber wen anstöpseln möchte geht das nicht?! Dan bin ist man ja im Nachteil gegenüber anderen Spielern....
Daniel Pook
Tomek
Ich denke das es dabei nur um die optik geht und die Haftbombe trotzdem noch genauso wirkt.
Zum Glück sind die zeiten vorbei in denen Blut etwas ganz schlimmes war und Menschen gerne mal durch Roboter ersetzt wurden. Mit den gemachten Änderungen kann man denke ich ganz gut leben zumal man ja trotzdem gegen andere mit internationaler Version spielen kann.
Daniel Pook
DerPferd
Krebsverwertung
Toso
Daniel Pook
Wenn du das so radikal siehst, dann ist das ok. Aber im Vergleich zu so mancher Horror-Geschichte, die sich in Sachen Zensur bereits abgespielt hat, ist Red Faction doch eher ein positiveres Beispiel. So oder so hat der Bericht dich ja nun trotzdem darüber aufgeklärt, dass was geändert wurde und was genau es ist. :)
Krebsverwertung
LookMyBullet
Ich bin 28 und nehme mir einfach mal das recht raus haftbomben auch an npc´s kleben zu dürfen:D
@Krebs:
High Tension fand ich jetzt nich so prall:D
(Ende zu logiklos)aber das nur so am rande