Entwickler: "Bessere Bedingungen für Entwickler bei Sony? Lachhaft!"
Anfang des Monats ließ sich Sonys SVP of Public Relations, Rob Dyer, über die Publishing-Kultur von Microsoft aus und sprach dabei von minderwertiger Technik aus dem Hause Microsoft und die schlechten Bedingungen für kleine und Indie-Entwickler. Gegenüber Industrygamer.com meldete sich nun anonym ein ehemaliger Mitarbeiter von Entwickler Vivendi zur Wort und als so viel rosiger beschreibt er die Bedingungen bei Sony nicht.
Rob Dyers Aussagen findet ihr hier.
Vor etwas mehr als drei Jahren arbeitete die anonyme Quelle, laut eigener Aussage, in der Qualitätssicherung bei Vivendi und machte folgende Aussagen:
- "Ich würde sagen, jeder Kommentar von Sony, dass sie eine bessere Beziehung zu den Entwickler haben oder weniger wahnsinnige Hürden, ist lachhaft. Die TRC/TCR [Technical Requirements Checklist - Technical Certification Requirements] für die PS2 und die PS3 waren so viel schlimmer, als alles was für die Xbox 360 gebraucht wurde - die Sachen waren verwirrend geschrieben, aber der endgülte Beweis dafür war, dass es keine Konsistenz zwischen [den TRC/TCR von] Sony of Japan, Sony of Europa und Sony of America gab."
- "Man konnte durch viele Checks fallen, wegen dem Abstand (oder dem fehlenden Abstand) zwischen dem Text 'PlayStation 2 Memory Card' und '(8MB)'. SoE und SoA hatten da unterschiedliche Anforderungen (einer wollte, dass da ein Abstand ist, der andere, dass dort kein Abstand zwischen ist) und bei jedem musste es perfekt sein."
- "Nebenbei habe ich eine Menge Horrorgeschichten über die PS3-Dev-Tools gehört. Und unsere Launch-Titel-Entwickler haben absolut keinen Support von Sony bekommen, wenn sie ihn brauchten - das ging soweit, dass Sony einen unserer Entwickler als Lügner bezeichnete, als wir ihnen sagten, dass ihr Netzwerkcode nicht mit unserem Spiel funktioniert und es war ein Problem mit ihrem System (Notiz: ohne Änderungen auf unserer Seite funktionierte es plötzlich großartig nach einem ihrer Pre-Launch-Updates - auch wenn sie bis jetzt nicht anerkennen, dass es immer ihre Schuld gewesen ist)."
- "Im Kontrast dazu, die Xbox Tools und der Support waren immer exzellent und die TCRs und die ergänzenden FTCs [Functional Test Cases] waren viel einfacher zu lesen, zu verstehen, zu implementieren und zu testen. Sie waren auch viel nachsichtiger bei vielen Checks oder haben eine Ausnahme gemacht, wenn es sinnvoll war. Ich habe gehört, dass Sony den Tool-Support für die Entwicklung und das Testen stark verbessert hat, auch wenn ich glaube, dass sie immer noch hinterherhinken, was die Xbox 360 schon zum Start bereitstellte."
- "Ich erinnere mich nicht daran, dass PS Dev Kits billig wären (unsere Testgeräte kosteten irgendetwas um 10000$ je Stück und die aktuellen Entwickler-Kits kosten bedeutend mehr) oder irgendetwas wie das Developer Net, das an XBLA/XNA gebunden ist, irgendjemanden erlauben würde mit geringen Kosten einfach in die Entwicklung einzusteigen."
Gegen Ende schränkt er seine Aussagen dann doch wieder etwas ein.
- "Noch mal, die Dinge mögen sich verändert haben, aber es hört sich immer noch sehr lustig für mich an, dass sie [Sony] sich womöglich als die immer bessere Chance für kleine Entwickler bezeichnen oder als eine Art sicherer Hafen für Indies..."
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Kommentare (6)
DeliverersBestFriend
ich habe zwar das meiste nicht verstanden, aber das großkonzerne sklavetreiber sind war mir schon immer klar.
user
Ich bin entrüstet! Ein Skandal der seines gleichen sucht!
Danzel
Ab mit dem Kopf!
Wombat77
Ich arbeite mittlerweile auch in einem Großkonzern, das sind sicher keine Sklaventreiber. Aber die sind sehr unflexibel, wenn man mal etwas anders machen möchte, als bisher.
Sony ist da kaum anders, die sind mit der PS1 + 2 sehr erfolgreich gewesen und konnten sich ein hartes Regelwerk für Publisher erlauben. Wer Erfolg haben und Spiele für die PS veröffentlichen wollte, musste sich halt dran halten. Das wird irgendwann so selbstverständlich, dass intern gar kein Bedarf mehr gesehen wird, das zu ändern, weil es ja immer gut war.
Es ist ja auch nachvollziehbar, wenn ich mit einer Strategie der Marktführer werde, dann bleibe ich dabei, ich bin ja damit erfolgreich, fahre Gewinne ein und haben was in der Branche zu sagen / zu bestimmen.
Die Zeiten ändern sich aber, nur kann man in Großkonzernen sehr langsam darauf reagieren, weil zuviele Personen / Gruppen da mitzureden haben - Direktoren, Aufsichtsräte, Abteilungsleiter, Marketingabteilung, Aktionäre und jeder sieht das Problem woanders (ganz so wie bei unserer Regierung... ).
Bei Nintendo war es ähnlich, unangefochten in den seeligen 8 und 16bit Zeiten auf Platz eins. Die haben auch ihr festes Regelwerk für Publisher gehabt. Dann kam Sony als Konkurent, ironischerweise ja auch wg. Nintendos Firmenpolitik, haben viele Dinge anders / neu gemacht. Nintendo ging mit dem N64 baden, der GC war auch nicht mehr so sehr erfolgreich - Sony war Marktführer. Die gleiche Geschichte ( möglicherweise ), wenn auch nicht so dramatisch, jetzt zwischen Sony und MS.
Um wieder zur News zurückzukehren: Die angesprochenen Punkte mögen zwar nicht besonders fein sein, schlußendlich sind aber auch sie eine treibende Kraft für neue Ideen. Als Beispiel, vor zehn Jahren hätten wir noch mindestens 6 Monate auf Gears of War 3 warten müssen, da gab es noch kein weltweiten simultanen Release.
richard50
Wombat77
Sehr schön zusammengefasst, es ändert allerdings nichts daran, das sich einige Firmen das recht herausnehmen anderen Anbietern das Leben schwer zu machen!
Apple muss ja die ärgste Plage sein, was das betrifft!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Wombat77
Die nehmen sich das Recht raus, ja, aber mir würde jetzt kein Beispiel einfallen, bei dem das dauerhaft gut gegangen wäre.
Und Apple... nun ja, ich glaube nicht, dass die in 10 Jahren noch diesen Hype haben. Schon heute keimt dort an vielen Fronten Kritik auf, sei es z.B. die stringente App-Store Politik.