Eternal Sonata
12:14 Uhr - Normalerweise guckt man Die Sendung mit der Maus, wenn man sich über bestimmte Themen fortbilden will. Wenn man größer wird, schaut man sonntags Anne Will oder Big Brother. Je nach Geschmack. Dass man sich aber auch durch ein Xbox 360-Spiel fortbilden kann, beweist Eternal Sonata, welches als klassisches Rollenspiel das Leben des berühmten Frédéric Chopin behandelt. Wir garantieren, dass ihr nach diesem Spiel sämtliche Begriffe der Musik auswendig wisst. Ob sich diese Lehrstunde aber auch spielerisch lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.
Willkommen zum Musikkurs für Anfänger
Denn jetzt kümmern wir uns erst einmal um Allegretto und seinen kleinen Begleiter Beat (man achte auf die Namen, die der Welt der Musikbegriffe entliehen wurden), die ebenfalls zu den spielbaren Charakteren gehören. Die befinden sich nämlich in der Nahrungskette einer Stadt ganz unten, und müssen ihren Lebensunterhalt mit dem Stehlen von Lebensmitteln verdienen. Des weiteren haben wir natürlich Frédéric Chopin, der, Musikkenner wissen das bestimmt, gerade auf dem Totenbett liegt, da der Komponist auch in Wirklichkeit in jungen Jahren verstorben ist. Da so ein Totenbett nicht unbedingt der mobilste Ort ist, steuert ihr Chopin in einer Art Traumwelt, und genau diese Welt ist es, in denen Polka, Allegretto und Beat leben, und in der das gesamte Spiel stattfinden wird.Die Story in Eternal Sonata ist eher zweckorientierter Natur. Ihr habt den bösen König Walzer, der regiert ein Land, will aber nicht, dass es seinen Untertanen gut geht, denn er hat andere Pläne. Wäre ja auch ein langweiliges Spiel, wenn man durch die perfekte Welt spazieren würde oder? Die Steuern, die er auf sämtliche Güter erhebt sind exorbitant. Nur das merkwürdige Mineralpulver ist steuerfrei, und das obwohl es ein Allheilmittel ist. Meint es Walzer also doch nur gut mit seinem Volk? Määähhhppp… natürlich nicht. Was haben wir eben gesagt? Genau, das Spiel wäre langweilig, wenn man durch eine perfekte Welt laufen würde. Das Mineralpulver hat nämlich den kleinen, aber feinen Nebeneffekt, dass es seine Benutzer Magie verwenden lassen kann. Wunderbar, der Herr Walzer meint es doch wirklich gut? Der andere Nebeneffekt ist, dass es eine tödliche Krankheit auslöst. Na, wer is jetzt hier der Nette? Nachdem wir endlich die Postionen im Spiel geklärt haben, könne wir uns dem Gameplay von Eternal Sonata zuwenden.
Nur noch 5 Sekunden
Nun, wie lässt sich die Art des Kampfes beschreiben? Am besten als eine Mischung aus rundenbasiertem Kampf mit Echtzeitelementen. Das sieht dann folgendermaßen aus: der Kampf beginnt, einer eurer Kollegen macht erst wieder seinen blöden Spruch und beginnt meistens auch. Alle bleiben auf ihren Plätzen, und erst wenn ihr die Figur, die gerade am Zug ist bewegt, habt ihr genau 5 Sekunden Zeit zum Gegner zu laufen und den Angriff auszuführen. Diese Bewegungen laufen also in Echtzeit ab. Wenn die Zeit rum ist, ist die nächste Figur dran usw. Eines könne wir euch versichern, ihr werdet nach ein paar Stunden Eternal Sonata noch nie ein so gutes Zeitgefühl über 5 Sekunden haben. Jede Figur hat im Kampf zwei Angriffsarten. Der Standardangriff, den ihr mit der A-Taste ausführt und ein Spezialangriff, der auf der Y-Taste liegt. Durch das Verwenden von Standardangriffen, füllt ihr eine Kombo-Leiste am rechten Bildschirmrand auf, die dann zum Tragen kommt, wenn ihr einen Spezialangriff ausführt. Je höher der Kombo-Zähler ist, desto mächtiger wird dann der Angriff. Dafür erhält er im Kampfgeschehen sogar eine eigene Animation, die jedoch relativ unspektakulär ausfällt.
Lichtverhältnisse als taktisches Element
Wenn man den Adam Riese zu Rate zieht kommt man auf drei Angriffsarten pro Spielfigur. Das ist ehrlich gesagt etwas dürftig, denn wenn man einmal Tales of Symphonia, und damit lässt sich Eternal Sonata nun mal vergleichen, gespielt hat, weiß man, dass es durchaus möglich ist mehr als drei Angriffe pro Figur einzubauen. Damit eure Standardangriffe nicht nur zu Kombofüllern verkümmern, findet ihr jede Menge Ausrüstungsgegenstände, die sich zwar nicht optisch an den Charaktermodellen bemerkbar machen, aber im Kampfgeschehen den Schaden durchaus signifikant erhöhen. Desweiteren könnt ihr auch noch Items auf die X-Taste legen, so dass ihr euch bei Bedarf z.B. heilen könnt.Ist der Gegner an der Reihe, spielt sich genau dasselbe Spiel ab. Auch er hat 5 Sekunden Zeit seinen Angriff durchzuführen und auch seine Fähigkeiten variieren je nach Art der Lichtverhältnisse. Falls eine eurer Figuren angegriffen wird habt ihr die Möglichkeit durch das drücken der B-Taste im richtigen Augenblick zu Blocken, und so den Schaden zu minimieren. Das ist enorm wichtig, denn die Gegner können mächtig austeilen. Dabei ist uns aber aufgefallen, dass sie nicht besonders klug agieren. Es kommt schon mal vor, dass sie sich erst einmal dreimal im Kreis drehen und dann in eure Richtung laufen – doch dann ist die Zeit vorbei und ihr seid am Zug.Besonders knackig sind die Bossfights, denn die strotzen nur so von HP-fressenden Spezialfähigkeiten und die Blocktaste ist bei diesen Kämpfen euer bester Verbündeter. Meistens arten diese Kämpfe so aus, dass ihr zwei eurer Kämpfer zum heilen abstellt, während der dritte auf den Klops einschlägt. Denn ihr bekommt zwar im Spiel bis zu 9 Mitstreiter, kämpfen können jedoch nur drei Stück. Schade ist auch der Umstand, dass inaktive Mitglieder nicht parallel mitleveln, wie es z.B. in Tales of Symphonia der Fall ist. Falls ihr also ein schlagkräftiges Elite-Trio zusammengestellt habt, und die Story euch eine andere Truppe vorgibt, kann es zu, sagen wir, unglücklichen Situationen kommen.
Warum Gruppenlevel sch… sind
Wenn ihr gerade nicht am Kämpfen seid, dann befindet ihr euch höchstwahrscheinlich in Videosequenzen, denn die gibt es in diesem Spiel sehr oft. Das kann manchmal etwas störend wirken, denn wenn nach 5 Minuten Kampf, 10 Minuten Videosequenz kommen, dann kann man nicht unbedingt von einem Spielfluss reden, zumal die Sequenzen sehr langatmig gestaltet sind. Eine besondere Art von Cutszenen sind die Lernfilme, die weder in Ingamegrafik gehalten, noch gerendert sind. Sie sind nämlich „echte“ Filme, die etwas über das Leben Chopins erzählen und uns die Beweggründe mancher Klavierstücke des Komponisten naheingen. Eigentlich eine schöne Sache, trotzdem mutet es etwas merkwürdig an, gerade dann, wenn anschließend der Schnitt auf die Anime-Figuren mit deren typischen Übertreibungen gemacht wird. Außerdem findet ihr im Spiel Partituren, die eine Art Minispiel einläuten, in dem ihr mit euren Kameraden ein Stück aufführt.Grafisch kann Eternal Sonata überzeugen, wenn man es in Kontext mit der Geschichte ingt. Alles ist schön bunt, die Hasen hoppeln über die Felder und eure Figuren sehen so aus, als würden sie von einer Horde 6-Jähriger bekleidet worden sein, deren Quelle leider nur Barbie-Anziehsachen waren. Wenn man dieses Szenario akzeptiert hat, kommt einem die Welt wie aus einem Guss vor. Auch die Musik kann bzw. muss überzeugen, denn die Entwickler hatten es hier besonders leicht, schließlich konnte man sich an einem der größten Komponisten orientieren, sodass der japanische Komponist Motoi Sakuraba das Rad nicht neu erfinden musste. Wer also Musik abseits des typischen Rollenspiel-Gedudels genießen möchte, der kann die Anlage bei Eternal Sonata lauter stellen. Die Lokalisation für Deutschland ist nicht gerade aufwändig betrieben worden, denn einzig der deutsche Untertitel teilt Unwissenden mit, was in den langen Cutszenes auf English geabbelt wird. Da wir aber wissen, dass deutsche Synchronisationen nicht immer perfekt sind, wollen wir großmütig über diesen Mangel an Einsatz hinweg schauen.
Bewertung
Weitere News
Diese Artikel könnten dich auch interessieren:
Datenblatt - Spieletest - Trailer - Bilder - News ...
Bitte logge Dich ein, um Kommentare zu verfassen.
Coming Soon
Videos
Eternal Sonata (PS3)
Japanischer TV SpotEternal Sonata
Demo - RiessenschweinEternal Sonata
Trailer #1Galerien
Risen 2: Dark Waters - Schatzinsel DLC
Die ersten Bilder von der SchatzinselThe Last of Us
Bilder von den Entwicklungsarbeiten an Sonys Exklusiv-Spiel.I Am Alive
Bilder zum Überlebenskampf.Die Neuesten User-Tests
Call of Duty: Modern Warfare 3 XBOX360
"Krieg ensteht aus Täuschung" - das sind die ersten Worte in MW3. Ist es Weisheit, Weitsicht oder Zufall das die gesamte Gaming-Welt sich auf MW ...
The Elder Scrolls V: Skyrim XBOX360
Nach, verhältnismäßig bescheidenen, 50 Stunden Spielzeit und nach Beendigung von Hauperquest nebst zweier Gilden wage ich mich an mein...





















Kommentare (2)
Stalkingwolf
kadrim