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FIFA 06

Montag, 27. August 2007
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16:08 Uhr - Bereits ein Jahr ist es nun her, als FIFA 2005 erschien. Der in unserem Test mit 86% bewertete Titel von EA Sports überzeugte vor allem durch eine verbesserte Spielbarkeit, auch wenn der Abstand zur Konkurrenz mit dem Namen Pro Evolution Soccer nach wie vor deutlich war. Genug ist genug, sagte man sich in Kanada und bringt pünktlich wie die Maurer ein neues FIFA auf den Markt. Ob Prinz Poldi auf dem Cover ein gutes Spiel ausmacht, zeigt unser Review.

Mach mir den Uli

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Ein Plus der FIFA-Serie war stets die hervorragende Präsentation rund um König Fußball. Auch dieses Jahr sorgten die Designer von EA Sports für eine ausgezeichnete Menü-Atmosphäre, in der sich sowohl alte Hasen als auch FIFA-Frischlinge schnell zu Recht finden und ganz nebenbei wie bei einer Premiere-Statistik vorkommen werden. Unter dem Strich stimmt zumindest in diesem Bereich mal wieder alles. Unterstrichen wird dies durch ein wirklich unheimlich atmosphärisches Intro, in der mit ein paar Worten die durchaus emotionale Seite des Fußballs gezeigt wird. Für den Spielspaß mag dies zwar nicht wirklich relevant sein, man muss den Sport-Freaks von EA jedoch zu Gute halten, dass eine derartige Aufmachung des eigenen Produkts durchaus eine Menge Fußball-Flair versprüht.

Doch wie heißt es doch gleich so schön, vom schönen Teller allein isst man nicht. Und so verhält es sich auch mit FIFA 06, denn eine ansprechende Präsentation hält uns natürlich noch lange nicht davon ab, an der Oberfläche des spielerischen Inhalts zu kratzen. Einleitend zu diesem Thema lässt sich die primäre Problematik der Vergangenheit hervorragend durch ein kleines Bonus-Feature des Spiels erläutern. So bekommen Fußball-Fans mit dem neuesten FIFA nicht nur das übliche Spiel samt gewaltigem Lizenz-Package, sondern unter anderem auch ein Interview mit Prinz Poldi zu Köln und einen interessanten Rückblick auf alle bisherigen Fußball-Produkte aus dem Hause EA. Klingt interessant, ist es letztendlich auch. Während dem Käufer also nun in Kurzform jedes FIFA-Spiel der Vergangenheit mitsamt der jeweiligen Spiel-Philosophie näher geacht wird, fällt dem aufmerksamen Zuschauer spätestens nach dieser durchaus gelungenen Reise in die Vergangenheit sofort auf, dass die FIFA-Serie scheinbar seit Urzeiten mit schwächelndem Gameplay zu kämpfen hat - wie sonst ist es zu erklären, dass nahezu jeder Teil der Serie mit einer angeblich über alles erhabenen und zugleich neuartigen Gameplay-Philosophie daher kam?Auch das neue FIFA macht hierbei keine Ausnahme. Während früher also Dinge wie die Off the Ball-Control im Vordergrund standen, preisen die Entwickler nun das neue Gameplay für die Offensive an. Letztendlich interessieren die Versprechen der Programmierer nun wirklich niemanden mehr, was zählt ist die tatsächliche Spielbarkeit. Und in der Tat, der eh schon verbesserte Vorgänger wurde stellenweise erneut verfeinert. Das Spiel wirkt ruhiger, kontrollierter und besser durchdacht. Pro Evolution Soccer anyone? Von wegen, schön wär es gewesen. FIFA 06 mag sich zwar in der Tat wieder einmal als spielerisch verbessert bezeichnen lassen, an den Fußball-Gott von Konami kommt EA jedoch auch dieses Jahr nicht heran. Der Grund hierfür fällt schnell auf. Erneut ist die verkrampfte Spieldynamik das Problem. Nach einigen Spielen wiederholen sich die Offensiv-Züge eurer Mannschaft und der des Gegners immer und immer wieder. In der Defensive strauchelt ihr wie eh und je krampfhaft in jeden Zweikampf, kontrollierte Verteidigung schaut anders aus. Die Ballphysik mag auch in Zügen verbessert worden sein, das Gefühl wirklich auf dem Bolzplatz zu stehen sucht man hier jedoch wieder einmal vergeblich. Da ingen auch Feinheiten wie Tänzeln mit dem Ball nicht viel, dem Code aus Kanada fehlt es offensichtlich an der richtigen Mixtur aus ausgeklügelter Ballphysik und spannender Spieldynamik mit entsprechendem Aha-Effekt.Dies alles liest sich auf den ersten Blick sicherlich schlimm, spielerisch gibt es jedoch natürlich auch positives zu melden. So dürfen tapfere FIFA-Krieger getrost aufatmen, dank fehlendem Innovations-Rundumschlag in Sachen Gameplay erfreuen sich alte Hasen an der doch recht unkomplizierten Spielbarkeit des Titels, so dass auch Einsteiger gerne einmal ein paar Minuten gegen das virtuelle Leder treten wollen. Ohne Frage, auch im Jahre 2005 bzw. 2006 zeigt sich FIFA Rookie-freundlich wie eh und je und erlaubt es auch unerfahrenen Soccer-Anhängern, sich mit der Welt der Fußball-Umsetzungen vertraut zu machen. Nur allzu viel Tiefgang sollte man zu keiner Zeit erwarten.

Die GameCube-Dauerkarte

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Mehr Fußball geht nicht, sagen die findigen Manager vom Pay TV-Sender Premiere. Wenn die nur wüssten, denn wo EA drauf steht, ist auch EA drin. Im Klartext bedeutet dies, dass auch FIFA 06 die ultimative Lizenz-Dröhnung für alle Fußball-verrückten dieser Welt darstellt. Egal ob ihr es nun bevorzugt, mit Klinsis Versagern gegen die schwächsten Nationen der Welt zu verlieren oder aber doch lieber auf nationaler Ebene den ein oder anderen Meistertitel abstauben wollt, mit FIFA könnt ihr in die virtuelle Haut so ziemlich jeden bekannten Fußball-Clubs unseres Planeten schlüpfen. Über 10.000 lizensierte Spieler sowie 26 Ligen mit 350 Vereinen sprechen eine deutliche Sprache. Jedoch bewegt man sich bei EA Sports auf äußerst dünnem Eis, denn eine derartige Lizenz-Bombe ist zwar sicherlich interessant, mittlerweile aber durchaus als Standard für die Serie zu bezeichnen. In Zukunft sollte man also unbedingt das Hauptaugenmerk auf spielerische Verbesserungen legen.

Wer sich mit der Spielbarkeit des Titels anfreunden kann und eher auf unkompliziertes Gekicke der Marke FIFA steht, kann sich seiner Fußball-Lust in einer Menge Spielmodi widmen. Neben einem obligatorischen Freundschaftsspiel stellt der Manager-Modus den Modus mit der wohl größten Langzeit-Motivation dar. Im Vergleich zum Prequel erneut aufgestockt, bietet dieser Modus den auf den ersten Blick gesehen perfekten Mix aus einem klassischen FIFA sowie der ebenfalls seit einigen Jahren populären Fußball Manager-Reihe von EA Sports. Genau wie die FIFA-Serie jedoch Spielbarkeit auf Sparflamme bietet, sind findige Manager mit den exzellenten Spielen der Fußball Manager-Serie an sich natürlich besser bedient, da der Manager-Modus in FIFA 06 längst nicht alle, teils wichtigen und lieb gewonnenen Bestandteile dieser Spiele bietet. Was den Part des Managers betrifft, sind die Aufgaben auf den Umfang bezogen zwar durchaus akzeptabel, wirklich befriedigt werden die Assauer-Imitate dieser Welt damit aber sicherlich nicht.Abgesehen vom an sich gelungenen Manager-Modus kickt ihr in selbst erstellten oder aber auch vorgegebenen Turnieren in den zahlreichen, ebenfalls lizensierten Stadien des FIFA-Universums oder stellt euch dem Herausforderungs-Modus, welcher mit seinen insgesamt 10 Aufgaben durchaus Spaß bietet. Auffällig ist auch, dass FIFA 06 scheinbar großen Wert auf die Historie des Fußballs legt. Neben der besagten FIFA-History habt ihr zum Beispiel bereits zu Beginn des Spiels die Möglichkeit, gegen ein legendäres Classics-Team anzutreten, welches vor Göttern der Fußball-Geschichte nur so strotzt.

Mehrspieler ist Trumpf

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Selbstverständlich bietet sich auch im neuesten FIFA die Möglichkeit, gemeinsam mit ein paar Kumpels die Pads zum Glühen zu ingen. So sollte mit bis zu 4 Personen auf dem heimische Sofa Platz nehmen und ausgedehnte Multiplayer-Abende ins Leben rufen, denn wie eh und je zeigt sich FIFA im Multiplayer von seiner besten Seite.

Grund hierfür ist in erster Linie vor allem die Tatsache, dass man sich bei einem Spiel mit geliebten Kumpels nicht so oft über die Fehler der CPU bzw. der eigenen Mitspieler ärgern muss. Zwar wurde die KI generell etwas verbessert, der ein oder andere Patzer hat sich dennoch erneut bei FIFA 06 eingeschlichen. Vor allem die Torhüter sorgen beizeiten für den ein oder anderen Lacher oder Heulkrampf. So manch ein Tor, dass euer letzter Mann durchlässt, hätte ein Oliver Kahn im wahren Leben vermutlich noch mit 60 Lenzen locker gehalten. Aber keine Angst, Einfluss auf den Spielspaß, wie es in der Vergangenheit ja durchaus schon das ein oder andere Mal der Fall war, haben die diversen Intelligenz-Ausfälle der eigenen bzw. gegnerischen Spieler kaum.Ein dickes Plus gibt es von uns darüber hinaus für die Steuerung von FIFA 06. Bereits zu Anfang werdet ihr mit der Frage konfrontiert, mit welcher Steuerung ihr zukünftig Vorlieb nehmen wollt. Mit einem Augenzwinkern entscheiden wir uns für die mittlerweile dreist bei Pro Evolution Soccer abgeschaute Steuerung, welche auch bei FIFA 06 durchaus glanzvoll ihren Dienst leistet. Fairerweise muss jedoch erwähnt werden, dass auch die klassische FIFA-Steuerung hervorragend von der Hand geht. Was die physische Kontrolle der Partien angeht, ist die FIFA-Welt also gänzlich in Ordnung.

Zitterpartie

Die Überschrift lässt es bereits erahnen: FIFA 06 ist technisch alles andere als sauber auf die DVD gepresst worden und verärgert den Käufer mit derben Ruckeleinlagen. Als wäre dies an sich nicht traurig genug, gibt es nichtmals eine gewisse Logik bei den Rucklern festzustellen. Egal, ob ihr nun alleine auf das gegnerische Tor stürmt oder viele Spieler gleichzeitig in einem Strafraum positioniert sind und entsprechend viel Action auf dem Feld angesagt ist, FIFA 06 ruckelt ohne guten Grund alle paar Sekunden auf heftigste Art und Weise. Klar ist, dass das Spiel an sich ein optischer Leckerbissen der Sonderklasse ist, aber was ingt dem Spieler eine hervorragende Grafik, wenn diese technisch unbefriedigend umgesetzt wird. Hier hat man sich bei EA Sports einen großen Fauxpas erlaubt, klassischer kann ein Eigentor kaum sein.

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Stilistisch lässt sich erkennen, dass FIFA auch in diesem Jahr versucht, die Bonbon-Optik vergangener Zeiten abzuschütteln und sich eher am, zumindest was die Proportionen der Spieler auf dem Feld betrifft, realistischeren PES orientiert. Gut so, denn verbunden mit der stets vorhandenen Detail-Verliebtheit der Coder von EA Sports, sieht FIFA 06 einer TV-Übertragung so ähnlich wie nie zuvor. Wären da doch nicht die verflixten Slowdowns, die selbst hartgesottene FIFA-Fans stark verärgern dürften.

Nur gut, dass man beim Sound nicht wirklich viel falsch machen kann. Doch auch hier hat man in Kanada scheinbar ein wenig die Zeit verschlafen. Im Gegensatz zum Familien-Angehörigen Madden NFL 06 lassen sich bei FIFA 06 keine eigenen Soundtracks einbinden. Dafür erwartet den Spieler ein umfangreicher Score, der kunterbunt wie eh und je eine beachtliche Genre-Vielfalt an Musik-Titeln bietet. Über Geschmack lässt sich bekanntlich hervorragend streiten, von daher werden letztendlich wohl die persönlichen Vorlieben darüber entscheiden, ob euch die gebotene Musik wirklich gefällt. Klasse ist, dass die bereits angesprochenen Sound-Schnippsel aus der Vergangenheit ebenfalls jederzeit abgespielt werden können. Im Stadion erwarten euch im Gegensatz zum Vorjahr leicht verbesserte Kommentatoren, wirklich auf der Höhe des Geschehens sind die Herren dann aber doch nicht. Dafür stimmt die Stimmung in den Hexenkesseln dieser Welt wie eh und je. Klasse abgemischter 5.1-Sound mit individuellen Fan-Gesängen für nahezu jede Mannschaft lassen das Herz eines jeden Fußball-Fans im Rechteck springen. Hier macht den Mannen aus Kanada dann eben doch niemand so leicht etwas vor.Der Prinz aus Kölle ist nicht umsonst auf dem Cover. Denn auch FIFA 06 ist sozusagen wieder einmal nur Prinz, nicht König. Der wird, zumindest im letzten Jahr, aus dem Hause Konami gestellt und dürfte dieses Jahr vermutlich erneut getoppt werden. Unabhängig vom direkten Vergleich der beiden beliebten Footie-Games bietet FIFA den Fußball-Fans das gleiche Paket wie jedes Jahr. Geniale Präsentation, klitzekleine Ver(schlimm)besserungen hier und da sowie eine auf den ersten Blick superbe Optik. Doch wir alle wissen, hat man sich an den interessanten Lizenzen und schön gestalteten Menüs satt gesehen, beginnt man an der Oberfläche zu kratzen. Und da schaut es im direkten Vergleich halt doch eher mau aus.Ganz abgesehen davon, dass die Spielbarkeit zwar weiter in Richtung Realismus gedrängt wurde, letztendlich aber immer noch so viel mit Fußball zu tun hat, wie Lothar Matthäus mit intelligenter Satzbildung, ist uns vor allem der technische Teil von FIFA 06 ein Dorn im Auge. Grafikpracht schön und gut, aber muss die Optik durch ein solches Geruckel erkauft werden? Sicherlich nicht. Alle paar Sekunden ruckelt das Spiel wie wild vor sich hin und erinnert an übelste PSone-Zeiten. Um ehrlich zu sein fällt mir auf die Schnelle kein einziger FIFA-Teil ein, der in der Vergangenheit so viel vor sich hin ruckelte. Im nächsten Jahr erhoffen wir uns also ein flüssiges Fußball-Spiel, dass auch spielerisch noch viel Luft nach oben hat. Bis dahin schauen Lizenz-Fanatiker nach wie vor gerne einmal kurz beim EA-Produkt vorbei, während Anhänger spielerischer Offenbarungen erneut auf Pro Evolution Soccer zurückgreifen sollten.

Bewertung

FIFA 06 gcn

0/10

 

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