Fast & Furious 5
Wenn schon der Titel eines Films die Ziffer 5 aufweist, mag man nicht mehr so recht an einen originellen oder gar überraschend guten Streifen glauben, schon gar nicht, wenn die Vorgänger beinahe im Jahrestakt mit spürbar sinkender Qualität auf das Publikum einprasselten. Trotzdem schafft Regisseur Justin Li mit seinem dritten „Fast & Furious“-Film die unerwartete Trendwende: Er lieferte einen richtig guten und vor allem unterhaltsamen Action-Streifen ab.
Worum geht’s?
Der Beginn von „Fast Five“ lässt sich am ehesten als „Oceans Eleven für Proleten“ beschreiben, und das ist durchaus als Kompliment zu verstehen: Nachdem das Liebespärchen Brian (Paul Walker) und Mia (Jordana Brewster) unseren Wheelman Dominic Toretto (Vin Diesel) aus der Haft befreit haben (zeitgemäß mittels der „Homefront“ erprobten Bus-Attacke), schmieden die drei in Rio de Janeiro einen großen Plan, der sie fürchterlich reich machen und den mächtigsten Drogenboss des Landes bettelarm machen soll. Ja, das aus zahlreichen Gangsterfilmen vertraute „letzte große Ding“ eben. Das ist natürlich grundsätzlich genauso unoriginell wie die Tatsache, dass Mia schwanger ist und sich somit die kleine Dreiecksfamilie aus ihr, Lover (Brian) und Bruder (Dominic) über Nachwuchs freuen kann und dabei ganz romantisch ein paar stolze Freudentränen kullern. Aber hey, all das ist nur der Background für eine spannende „Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert“-Geschichte, bei der Vin Diesel neben der gesamten Brasilianischen Drogenszene nur noch ein Mann im Weg steht: Dwayne „The Rock“ Johnson. Schließlich ist „The Rock“ Leiter einer ultra-harten Spezialeinheit, die darauf spezialisiert ist, vermeintlich böse Jungs wie Diesel wieder einzufangen und dabei auch noch cool auszusehen. Nun sind zwei Action-Stars noch lange kein Garant für ein neues „Expendables“, trotzdem schafft es Regisseur Lin, genau das auf der Leinwand zu liefern, was man als Actionfan erwartet, wenn man „DIESEL vs. ROCK“ auf dem Plakat liest.
Mehr Klitschko als Vettel
Obwohl Fast Five mit einer Lauflänge von 130 Minuten durchaus keine Kurzgeschichte ist, hält der Film ein überraschend störungsfreies Tempo mit zahlreichen spektakulären Actionszenen und witzigen Pauseneinlagen, in denen vor allem die bunt gemischte Truppe um Vin Diesel für zahlreiche witzige Dialoge verantwortlich ist. Die eigentliche Action ist dabei erstaunlich handgemacht und bietet nicht den unglaubwürdigen CGI-Look, mit dem der letzte Teil der Reihe noch zu kämpfen hatte. Stattdessen wirkt die Action in Fast Five erfrischend hausgemacht, erinnert in manchen Momenten sogar an Highlights aus Terminator 3 (Kranwagen) oder XXX (Brücken-Stunt mit Corvette). Auto-Fans könnten allerdings bemängeln, dass das eigentliche Streetracing viel zu kurz kommt: So wird das einzige echte Straßenrennen im Film nur eingeleitet, aber nicht tatsächlich gezeigt. Stattdessen bekommen wir immerhin noch ein paar kurze Viertelmeilen rennen präsentiert. Das rund zwanzigminütige Finale bietet dann allerdings eine Action-Orgie, deren Nonstop-Crashfaktor locker die leise schließende Tür übertönt, mit der sich die Logik, Physik und Glaubwürdigkeit endgültig verabschieden. In seiner kompromisslosen Zerstörungswut, in der halb Rio dem Erdboden gleich gemacht wird, erinnert der Film an Action-Spektakel wie Bad Boys 2, die sich auch verbissen an das Apotheker-Motto „Viel hilft viel“ gehalten haben. Action-Fans werden sich daher freuen, dass diese Art der Unterhaltung auch im Jahr 2011 noch seinen Platz im Kino hat. (Weiter auf Seite 2)
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Kommentare (37)
Ninonasan
pb2007
sturmflamme
Alexander Laschewski-Voigt
Dr4g0nfir3
Ich steh auf die Reihe und werd meinen Spaß auch hiermit haben. Mal sehen, ob ich für das Spektakel auch mal wieder ins Kino gehe.
SotY
Bis auf Tokio Drift hab ich die anderen Teile wenigstens auch geniessen können. Hatte nie hohe Ansprüche, deswegen waren sie auch recht unterhaltsam, und das will ich auch im Kino. Ich brauch nicht dauernd irgendwelche Filme, wo ich mir danach schlecht vorkomme oder mir mein Gehirn vernichten muss, da ich letzteres sowieso als Student machen muss. ;)
Wie gesagt, freu mich schon.
IceOnly2
Sensei Krom
Geht mir auch so, aber ich glaube beide sind "Pflichttermine" :-)
pb2007
Konsolero101170