Ferrari Challenge
Freitag, 26. September 2008
14:30 Uhr - Ihr habt keine Lust mit Schildkröten-Panzern um euch zu werfen oder Monster-Trucks per Nitro-Boost über verwegene Berg-und-Tal-Strecken zu schleudern? Ihr wollt endlich mal wieder in einem realistischen Rennspiel mit rasend schnellen Edel-Karossen über asphaltierte Rennbahnen heizen? Das gelungene Ferrari Challenge schafft Abhilfe.
Der Ferrari F430 Challenge fliegt mit einer Geschwindigkeit jenseits der 200 km/h auf eine scharfe Kurve zu. Wer bremst verliert, denken wir uns und gehen nur leicht vom Gas. Ein Fehler, denn das stark untersteuernde Geschoss lässt sich nun leider nicht mehr dazu überreden auf der Strecke zu bleiben und auf den Vollkontakt mit der nächsten Wand lieber zu verzichten. Ein lauter Knall, ein paar herumfliegende Metallsplitter und unfreiwillig abrupte Tempo-Reduzierung sind allerdings die einzigen Nachteile, die wir in Kauf nehmen müssen. Im schlimmsten Fall inklusive Positionsverlust. Also, weiter geht’s. Eine derartige Situation beschreibt ganz gut die Spielmechanik von Ferrari Challenge. Einerseits liefern die Entwickler eindeutig ein auf Realismus ausgerichtetes Rennerlebnis, bei dem nur richtig getimtes, gefühlvolles Gasgeben, Bremsen und Lenken zum Erfolg führen. Anderseits zeigt das oberflächliche Schadensmodell, welches keinerlei Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Autos hat, das die Entwickler es mit dem Realismus offensichtlich auch nicht übertreiben wollten. Somit eignet sich das Spiel gut für diejenigen, die bislang noch nicht so viele oder keine Erfahrungen mit Rennsimulationen haben, aber mal in das Genre reinschnuppern wollen. Ein echtes Schwergewicht a là DTM Race Driver oder Gran Turismo ist es also nicht geworden, aber auch weit davon entfernt anspruchslos zu sein. Schon für erste Erfolge werdet ihr einiges an Übung und Konzentration aufbringen müssen.
Nachdem ihr die obligatorische, nicht überspringbare Logo-Orgie am Anfang über euch ergehen lassen habt, landet ihr im, von dramatischen Chorgesängen eingeleiteten Hauptmenü von Ferrari Challenge. Hier wählt ihr aus den sechs Spielmodi Einführung, Schnelles Rennen, Arcade, Herausforderung, Trophäenmodus und Zeitrennen. Außerdem könnt ihr hier in der Garage neue Wagen kaufen und gestalten, Spieleinstellungen vornehmen, eure Erfolge einsehen, ein simples Autokartenspiel gegen den Computer zocken oder ein eigenes Team erstellen. Was euch in der Praxis vor die schwierige Aufgabe stellt eine Nationalität auszuwählen und einen Teamnamen einzutippen. Spärlich! Im Einführungsmodus dürft hinter dem Steuer des bereits oben erwähnten F430 Challenge Platz nehmen und den Umgang mit dem italienischen Superschlitten auf Ferraris hauseigener Teststrecke Fiorano üben, während euch der echte Rennfahrer Tiff Needell mit semi-hilfreichen Anweisungen bombardiert. Unpraktischerweise wurden dessen Ausführungen nicht deutsch synchronisiert, sodass Englischunkundige auf Untertitel zurückgreifen müssen, die zu lesen sich neben dem rasanten Spielgeschehen als wenig vorteilhaft erweist. Macht aber nichts, denn mehr als Offensichtlichkeiten, wie „Bremsen“ und „Gasgeben“ hat der Mann eh nicht zum Besten zu geben. Da ist die in allen Modi einblendbare, dynamische Ideallinie schon wesentlich nützlicher. Auf Wunsch zeigt diese euch die optimale Spur für die gesamte Strecke oder nur die Bremszonen an und ist besonders für Einsteiger eine unschätzbare Hilfe.
Im Arcade-Modus bestreitet ihr typische Rennen um die Erst-, Zweit- oder Drittplatzierung auf vier Schwierigkeitsgraden à vier Strecken. Am anspruchsvollen Fahrverhalten ändert sich aber nichts. Wer also erwartet hat auch mal ein paar unkompliziert actionlastigere Runden einlegen zu können, wird wohl auf andere Alternativen zurückgreifen müssen. Herzstück des Spiels ist der Herausforderungsmodus. Hier bestreitet ihr je fünf bis sechs Rennwochenenden – optional mit Qualifikationsrunde – in drei offiziellen Ferrari Challenge-Saisons in Italien, ganz Europa und Amerika. In der Herausforderung wird ausschließlich mit dem F430 Challenge gefahren. Es ist auch der einzige Modus in dem vor den Rennen noch Einstellungen an dem Wagen vorgenommen werden können. In fünf Kategorien, wie Bodenfreiheit, Stabilisatoren oder Ausrichtung könnt ihr die Beschaffenheit eures Gefährts in groben Abstufungen konfigurieren. Die Möglichkeiten sind wesentlich eingeschränkter, als bei vergleichbaren Genre-Konkurrenten, doch immerhin sind die Auswirkungen der jeweiligen Änderungen deutlich spürbar. Blieben noch Zeitrennen, dessen Inhalt klar sein sollte und der Trophäenmodus, in dem ihr mit einem frei wählbaren Ferrari-Boliden eine, für jeden Wagen individuell festgelegte Gruppe von drei Strecken aus allen Saisons, in jeweils zehn Minuten dauernden Rennen abfahrt. Zu gewinnen gibt’s – Überraschung – eine Trophäe.
Neben prestigeträchtigen Pokalen spielt ihr mit fortschreitenden Erfolgen neue Strecken, Credits, Spielkarten und weitere Wagen frei. Letztere entstammen, wie es der Titel des Spiels schon vermuten lässt alle der Werkstatt des italienischen Edel-Fahrzeug-Herstellers, decken dafür aber fast die gesamte Zeitleiste vom schmucken Oldtimer bis zur hochgezüchteten Rennmaschine ab. Ein Traum für jeden echten Ferrari-Fan. Allerdings warten die Schlitten nach dem Freischalten nicht sofort in eurer Garage auf ihre benzinvernichtende Bestimmung, sondern wollen erst noch für die hart erarbeiteten Credits teuer erkauft werden. Dann lässt sich die neue Protzkarre auch noch mit einer alternativen Lackierung und einem großen Fundus an Vinyl-Aufkleber nach dem eigenen Geschmack umgestalten. So schier unerschöpflich, wie zum Beispiel in der Need for Speed Underground-Serie sind die Variationen hier aber auch nicht. Zumal sie sich wirklich nur auf die Gestaltung der Oberfläche beschränken.
Die wahrscheinlich wichtigsten Punkte für ein Rennspiel sind Steuerung und Fahrverhalten. Ferrari Challenge bietet drei vorgegebene Möglichkeiten der Kontrolle an: Mit Wiimote und Nunchuck, wobei mit dem Analog-Stick gelenkt wird oder nur über die Wiimote, wobei ihr entweder durch Kippbewegungen der Fernbedienung oder mit dem Digi-Kreuz steuert. Alle drei Arten funktionieren (teils mit Eingewöhnung) gut, keine ist optimal. Wiimote und Nunchuck bieten das beste Gesamtergebnis, die manuelle Schaltung ist aber in jedem Fall für die Katz. Nutz ihr lediglich die Wiimote werden die Gänge durch Auf- und Abbewegungen gewechselt. So geht zumindest die Legende. Im Test hat das nicht mal ansatzweise funktioniert (!), egal wie wir die Fuchteleinheit auch gehalten haben. In Kombination mit dem Nunchuck schaltet ihr über die Buttons eins und zwei, was wohl nur Leute mit ohnehin schon gebrochenen Fingern schaffen und deshalb ebenso nutzlos ist. In der Menüführung hat man die Möglichkeiten der Bewegungserkennung schließlich wieder ganz vergessen: Buchstaben für die Namenseingabe oder die Position der Vinyls umständlich durchzuschalten, anstatt mit der Fernbedienung einfach auf den Bildschirm zu zeigen, zeugt nicht gerade von einem Höchstmaß an Durchdachtheit. Egal, die Rennen fahren sich trotzdem sehr sauber und Fahrphysik und Geschwindigkeitsgefühl stimmen. Gespart hat man abermals bei der grafischen Umsetzung. Zeigen Packungsrückseite und Anleitung noch hochaufgelöste Autos auf detaillierten Strecken, die ganz offensichtlich aus der Xbox 360/PS3-Version stammen, so sieht die Wiialität mal wieder nicht ganz so rosig aus: Aufploppende Objekte, starkes Kantenflimmern und eine insgesamt etwas triste Darstellung hätten nicht mal den GameCube Kraft abverlangt. Das Spiel ist aber auch entfernt davon unerträglich hässlich zu sein und läuft immerhin schön flüssig. Beim Sound gibt’s hingegen nicht viel zu kriteln. Die authentischen Motorengeräusche und die eingängige Musik sorgen für eine passende, akustische Kulisse.
Anfangs hatte ich so meine Bedenken. Realistische Rennspiele sind eher weniger mein Ding. Dem ziehe ich ein simples Burnout in jedem Fall vor. Und dann auch noch mit nur einer einzigen Automarke. Das roch stark nach Werbeschnellschuss. Das die Bilder auf der Verpackung lügen war auch von vorneherein klar. (Gibt es eigentlich kein Gesetz dagegen?) Doch die Skepsis wich launigem Rundendrehen bei mörderischen Geschwindigkeiten. Ferrari Challenge macht zwar absolut gar nichts neu oder auch besser als die aktuelle Genre-Könige, muss sich aber auf der Wii auch nicht gerade hochklassiger Konkurrenz stellen. Die Grafik ist mittelprächtig und die KI-Gegner fahren wie auf Schienen. Doch dank des ansprechend realistischen Fahrgefühls, des hohen Tempos und nicht zuletzt des ordentlichen Umfangs bleibt das Spiel lange motivierend und spaßig. Wii-Fahrer, auch ohne Ferrari-Affinität sollten auf jeden Fall mal probespielen.
Im Arcade-Modus bestreitet ihr typische Rennen um die Erst-, Zweit- oder Drittplatzierung auf vier Schwierigkeitsgraden à vier Strecken. Am anspruchsvollen Fahrverhalten ändert sich aber nichts. Wer also erwartet hat auch mal ein paar unkompliziert actionlastigere Runden einlegen zu können, wird wohl auf andere Alternativen zurückgreifen müssen. Herzstück des Spiels ist der Herausforderungsmodus. Hier bestreitet ihr je fünf bis sechs Rennwochenenden – optional mit Qualifikationsrunde – in drei offiziellen Ferrari Challenge-Saisons in Italien, ganz Europa und Amerika. In der Herausforderung wird ausschließlich mit dem F430 Challenge gefahren. Es ist auch der einzige Modus in dem vor den Rennen noch Einstellungen an dem Wagen vorgenommen werden können. In fünf Kategorien, wie Bodenfreiheit, Stabilisatoren oder Ausrichtung könnt ihr die Beschaffenheit eures Gefährts in groben Abstufungen konfigurieren. Die Möglichkeiten sind wesentlich eingeschränkter, als bei vergleichbaren Genre-Konkurrenten, doch immerhin sind die Auswirkungen der jeweiligen Änderungen deutlich spürbar. Blieben noch Zeitrennen, dessen Inhalt klar sein sollte und der Trophäenmodus, in dem ihr mit einem frei wählbaren Ferrari-Boliden eine, für jeden Wagen individuell festgelegte Gruppe von drei Strecken aus allen Saisons, in jeweils zehn Minuten dauernden Rennen abfahrt. Zu gewinnen gibt’s – Überraschung – eine Trophäe.
Die wahrscheinlich wichtigsten Punkte für ein Rennspiel sind Steuerung und Fahrverhalten. Ferrari Challenge bietet drei vorgegebene Möglichkeiten der Kontrolle an: Mit Wiimote und Nunchuck, wobei mit dem Analog-Stick gelenkt wird oder nur über die Wiimote, wobei ihr entweder durch Kippbewegungen der Fernbedienung oder mit dem Digi-Kreuz steuert. Alle drei Arten funktionieren (teils mit Eingewöhnung) gut, keine ist optimal. Wiimote und Nunchuck bieten das beste Gesamtergebnis, die manuelle Schaltung ist aber in jedem Fall für die Katz. Nutz ihr lediglich die Wiimote werden die Gänge durch Auf- und Abbewegungen gewechselt. So geht zumindest die Legende. Im Test hat das nicht mal ansatzweise funktioniert (!), egal wie wir die Fuchteleinheit auch gehalten haben. In Kombination mit dem Nunchuck schaltet ihr über die Buttons eins und zwei, was wohl nur Leute mit ohnehin schon gebrochenen Fingern schaffen und deshalb ebenso nutzlos ist. In der Menüführung hat man die Möglichkeiten der Bewegungserkennung schließlich wieder ganz vergessen: Buchstaben für die Namenseingabe oder die Position der Vinyls umständlich durchzuschalten, anstatt mit der Fernbedienung einfach auf den Bildschirm zu zeigen, zeugt nicht gerade von einem Höchstmaß an Durchdachtheit. Egal, die Rennen fahren sich trotzdem sehr sauber und Fahrphysik und Geschwindigkeitsgefühl stimmen. Gespart hat man abermals bei der grafischen Umsetzung. Zeigen Packungsrückseite und Anleitung noch hochaufgelöste Autos auf detaillierten Strecken, die ganz offensichtlich aus der Xbox 360/PS3-Version stammen, so sieht die Wiialität mal wieder nicht ganz so rosig aus: Aufploppende Objekte, starkes Kantenflimmern und eine insgesamt etwas triste Darstellung hätten nicht mal den GameCube Kraft abverlangt. Das Spiel ist aber auch entfernt davon unerträglich hässlich zu sein und läuft immerhin schön flüssig. Beim Sound gibt’s hingegen nicht viel zu kriteln. Die authentischen Motorengeräusche und die eingängige Musik sorgen für eine passende, akustische Kulisse.
Bewertung
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Kommentare (4)
Grimnirsson
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RaPe
27.09.2008 17:28 - Alex Du hast geschrieben, "die ganz offensichtlich aus der Xbox 360/PS3-Version stammen". Kommt also noch eine 360ig-Version? Bis jetzt gibt es ja keine.
1 von 1 Lesern stimmen diesem Kommentar zu.
Johannes Krohn
29.09.2008 19:04 - Mein Fehler. Ich dachte ich hätte gesehen das amazon eine 360-Version führt. Wenn das tatsächlich der Fall war oder mir meine drogenumnachteten Augen nicht wieder einen Streich gespielt haben, ist es jetzt auf jeden Fall nicht mehr so. Also das mit der 360 Version, nicht das mit den Drogen.P.S.:*erhobenenzeigefingerzeig* Drogen machen dumm! Und natürlich nimmt kein AreaGames-Redakteur irgendwelche bewusstseinerweiternde Stoffe zu sich! Außer Drogen!
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