Final Fantasy Crystal Chronicles - Echoes of Time
15:04 Uhr - „Hello again, ist es schön dich mal wieder zu sehen. Ein Jahr lang war ich ohne dich, ich brauchte diese Zeit für mich. Hello again, ich sag einfach Hello again, du ich möchte dich heut´noch sehen“. Und bevor Howard Carpendale uns mit einer Unterlassungsklage droht, hören wir besser auf mit unserer Dichterei und verraten euch lieber, dass mal wieder ein neuer Final Fantasy Teil erschienen ist. Dieses mal aus dem Crystal Chronicles Universum, ein waschechtes Action-Rollenspiel wartet also mal wieder auf euch. Soll man sich darüber freuen? Die bisherigen Episoden waren ja eher ein wenig .... „sperrig“ und nur was für Mehrspielerabende. Ob Final Fantasy – Crytal Chronicles: Echoes of Time für Nintendo DS und Wii der Serie zu neuem Glanz verhelfen kann, lest ihr in unserem Review.
Kristalle suchen schwer gemacht
Bevor ihr euch in das große Abenteuer stürzt entscheidet ihr euch aber erst mal für eine von vier Charakterklassen. Clavats sind ausgezeichnete Schwertkämpfer, Yukes lösen alles mit Magie, Selkies sind naturverbundene Krieger die gerne durch die Gegend hüpfen, die Liltys sind Zwerge die vor allen Dingen im Umgang mit Hämmern und Speeren bewandet sind. Das Aussehen eures Kämpfers könnt ihr leider nicht selber bestimmen, immerhin das Geschlecht und den Namen könnt ihr vergeben. Die Optik eures Helden richtet sich nach dessen Gepäck. Tragt ihr später bestimmte Rüstungen oder Waffen, verändert sich auch das Aussehen des Charakters. Eure Hauptaufgabe im Spiel ist natürlich das Vertrimmen von Gegnern um euren Level zu steigern und Gegenstände sowie Gold zu ergattern. In bester Diablo Manier wandert ihr von Raum zu Raum und haut alles zu Brei was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Gelegentlich müsst ihr kleinere Schalterrätsel lösen oder eure Magie einsetzen um Türen zu öffnen. Eine Oberwelt gibt es nur in Form einer Karte auf der ihr frei herumwandert. Dungeons könnt ihr nur betreten, wenn ihr die Quest dafür freischaltet. Dafür redet ihr in Städten oder Dörfern mit den Leuten, kauft euch eine bessere Ausrüstung oder heuert Helden an die mit euch um die Häuser ziehen.
Magie Doppel Whopper
Das Kampfsystem beruht natürlich vor allen Dingen auf den geschickten Umgang mit eurem Schwert, welches ihr auf Knopfdruck auf den Gegner einprasseln lasst. Wer besonders hart zuschlagen möchte, lässt den Angriffsbutton einfach länger gedrückt. Komplizierter fällt da schon das Magiesystem aus, das sich in sechs Kategorien aufteilt. Drei Angriffszauber Feuer, Eis und Blitz sowie die drei Heilkräfte Vita, Engel und Sanitas, hinter den letztgenannten stecken Wiederbelebungs- und Zustandsveränderungszauber, der Rest erklärt sich für versierte Rollenspieler von selbst. Um Zauber auszuführen drückt ihr die X Taste, die einen Zielring erscheinen lässt, den ihr nun per Steuerkreuz auf das Ziel zusteuern müsst. Lasst ihr den Knopf los, wird der Spruch gewirkt. Kompliziert wird es wenn ihr Zauber stapeln wollt. Hier lassen sich kräftigere Zauber aussprechen in dem ihr mehrere Zielringe aufeinanderstapelt. Habt ihr einen Gegner ausgewählt, könnt ihr den Zauber per Druck auf die L-Taste arretieren und nun auf die selbe Weise weitere Sprüche auf einen Gegner abfeuern. Je nach dem aus welchen Elementen euer Stapel besteht wirkt ihr andere Zaubersprüche. Zwei Feuerzauber lassen einen mächtigen Hitzeschwall auf den Gegner niederprasseln, Feuer und Sanitas dagegen wirken eine Barrriere die die eigenen Abwehr verbessert. Klingt gut, funktioniert in der Praxis aber nur ungenügend weil ihr alle Sprüche in Echtzeit aussprechen müsst. Während ihr ewig braucht die Zielringe auf dem Gegner zu platzieren greift euch dieser in aller Ruhe an. Meist beschränkt ihr euch auf einfache Zauberangriffe, um unbeschadet durch die Level zu wandern.
Gemeinsam fein, alleine lass sein
Diese präsentieren sich vom Design her leider ein wenig einfallslos. Meist wandert ihr ohne große Probleme durch die Gänge, selten müsst ihr wirklich anspruchsvolle Rätsel lösen um Türen zu öffnen. Am Ende wartet dann meist ein starker Bosskampf auf euch, die allerdings langweilig in Szene gesetzt wurden. Das Missionsdesign beschränkt sich meist darauf, den Ausgang oder einen bestimmten Gegenstand im Dungeon zu finden. Das macht nicht wirklich Spaß, vor allen Dingen im Singleplayermodus ist das Echo der Zeit eine ziemlich lahme Veranstaltung. Der Mehrspielermodus für bis zu vier Abenteurer ist da schon wesentlich witziger. Klar Level- und Missionsdesign werden dadurch auch nicht besser, aber immerhin das Stapeln von Magie wird so deutlich angenehmer. Das Spiel erscheint zeitgleich für Nintendo DS und den Wii, wer mag darf sogar Systemübergreifend miteinander spielen. Das funktioniert per DS-Datenübertragung und Nintendo Wi-Fi erstaunlich gut, wenn ihr denn die Freundescodes eurer Mitspieler parat habt. Wer möchte, darf aber auch über das Internet anonyme Spieler aus aller Welt zu einer Dungeonbesuch einladen. Um euch mit den Mitspielern verständigen zu können, die nicht neben euch sitzen greift ihr auf rudimentäre Sprüche zurück, die ihr per Schaltfläche einblenden könnt. Mehr als ein „Weiter“, „Macht nichts!“ oder „Alles geben!“ ist so zwar nicht drin, eigene Sätze lassen sich per Stylus aber auch eingeben.
Wii auf den Nintendo DS
Das in diesem Test auf die Hintergrundgeschichte bisher nicht eingegangen wurde, liegt daran, dass sie absolut uninteressant und unerheblich für den eigentlichen Spielablauf ist. Kristalle spielen natürlich eine Rolle, das ist im Crystal Chronicles Universum wohl einfach so, einen Oberbösewicht gibt es natürlich auch, aber im Grunde bietet die Geschichte nicht genügend Tiefe und Eigenständigkeit um euch wirklich zu fesseln. Ihr spielt den Titel einfach, weil ihr euren Charakter aufleveln oder weil ihr bestimmte Quest lösen wollt, und nicht, weil euch das Schicksal eures Helden interessiert. Technisch gibt sich der Titel auf dem NDS keine Blöße, auch wenn man immer darüber streiten kann, ob die kantige 3D Optik wirklich schön anzusehen ist. Mehr ist auf dem kleinen Handheld aber nun mal nicht drin. Eine echte Enttäuschung ist dagegen die Wii-Fassung, die 1:1 von Nintendos Kleinstem übernommen wurde. Es schaut aus wie auf dem Handheld, der Doppelschirm wird auf dem Fernseher einfach in zwei separate Fenster aufgeteilt, die nur geschätzte 70% des Bildschirms ausnutzen. Der Rest ist ein schmuckloser Rahmen. In unseren Augen eine echte Frechheit. Zumal sich das ganze auf dem Wii nicht besser steuert als auf dem DS. Durch den genaueren Analogstick befehligt sich das Ganze immerhin ein wenig präziser.
Pro und Contra
- + Für bis zu vier Spieler
- + Wii – NDS Connectivity
- + Nette Optik (DS)
- - Einzelspielermodus lahm
- - Durchschnittliches Leveldesign
- - Magiesystem undurchdacht
- - Uninteressante Story
- - Technisch ein Desaster (Wii)
- - Billiger NDS Port (Wii)
Auf dem NDS ganz nett, auf der Wii nicht so fett
Wer gerne mit Freunden durch dunkle Gassen wandelt und in bester Diablo Manier Monster zu Strecke bringt, bekommt mit Echoes of Time einen netten Zeitvertreib vor die Flinte. In Sachen Level- und Missionsdesign gibt es zwar deutlich wertigere Spiele, Spaß macht die Hatz durch die Dungeons trotzdem. Zockt ihr lieber alleine ist der Titel allerdings keine gute Wahl, hier kommt die Öde der Story und des Spielablaufs einfach schwerer zum Tragen, die komplizierte Steuerung der Magiestapel gibt dem Ganzen dann den Rest. Man braucht mehr Arme als eine Krake um die Befehle zügig ausführen zu können. Das Problem hätte leicht umgangen werden können, wenn die Entwickler das Wirken der Zauber im Singleplayermodus per Pausenfunktion entschärft hätten.
Die Wii-Fassung ist in meinen Augen eine echte Frechheit, weil dahinter einfach ein billiger Port der Handheldversion steckt. Die Grafikengine, die billig rüberkopiert wurde, wirkt auf einem großen Schirm einfach nicht mehr Zeitgemäß. Die verwaschene und grobpixelige Optik stört auf dem kleinen Schirm des NDS keinen, auf dem Fernseher wirkt der Farbbrei dagegen arg trostlos. Wenn sich das ganze dann auch noch auf knapp 70% des Bildschirms abspielt, und es sich nicht mal besser steuert als auf dem kleinen System führt das zu einem echten Wertungseinbruch.
Bewertung
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