Final Fantasy - Crystal Chronicles
15:32 Uhr - Ein Final Fantasy Titel auf einer Nintendo Konsole? Das konnte sich in der jüngsten Vergangenheit niemand mehr so richtig vorstellen. Grund war der Streit zwischen Nintendo und Square nur kurz vor dem Start des N64. Die Konsequenz war, dass Square fortan für Sony und die PlayStation entwickelte. Das auch noch mit großartigem Erfolg. Nintendo hatte es sich also gründlich verdorben mit Square. Doch ein Wunder trat ein und es kam der Tag an dem die neu benannte Entwicklerfirma Square-Enix die Entwicklung eines Final Fantasy Titels für den GameCube bekannt gibt. So ist alles glücklich und freut sich auf einen Rollenspielhit wie es die Sony-Spieler schon seit Jahren genießen. Doch Pustekuchen, es gibt kein Final Fantasy Rollenspieltitel für den GameCube. So mogelt sich Final Fantasy Crystal Chronicles als RPG-Adventure in die entsprechende Kategorie.
Technisch Blitzsauber mit einer (Speicher)-Macke
Wer das Geld hat, hat den Spaß
Bevor wir wie üblich bei Rollenspielen zur berühmten Charaktererstellung kommen entscheiden wir uns bereits zu Beginn zwischen Singleplayer oder Multiplayer. Multiplayer deshalb, weil dieser ein kooperatives Spielen mit bis zu drei Freunden einfach unterhaltsamer und spannender macht. Wirklich großer Haken: Für ein vierköpfiges Multiplayer Abenteuer aucht ihr 4 GBA oder GBA SP sowie 4 GCN/GBA Kabel. Das sind im Grunde schon einmal 500 Euro nur für 4 GBA und 4 Kabel. Echter, schneller und einsteigerfreundlicher Multiplayerspaß sieht ganz klar anders aus. So ein kooperativer Final Fantasy Modus über Xbox Live…! Das sind verbotene Gedanken aber Spaß machen würde das sicher. Aber das Thema Online ist in den Köpfen der Nintendo Chefs wohl immer noch ein Fremdwort. Trotzdem hatten wir die Gelegenheit den Multiplayer ausreichend zu testen. Wer also alleine zu Hause sitzt macht es sich bequem und stürzt sich in die Charakterwahl.Ihr habt die Wahl zwischen vier Völkern, vier verschiedenen optischen Varianten und schlussendlich dem Geschlecht. Wer es sich nicht schon längst denken kann, dass die Charakterwahl sehr wichtig ist dem sei gesagt das sich die verschiedenen Völker in Offensive, Defensive, Magie und Lernfähigkeit unterscheiden. Die menschenähnlichen Clavats sind gute Kämpfer und Magier, verstehen es aber besonders ihre hohe Widerstandskraft anzuwenden. Die einzelnen Frisuren zu analysieren würde nun wirklich den Rahmen dieses Tests sprengen. Das zweite Volk sind die Liltys. Wer gerne ohne große Worte sagt was Sache ist sollte sich diese Geschöpfe genauer angucken. Offensive ist das Motto und der Umgang mit Speeren aller Art ein Kinderspiel. Wer es dann doch etwas magischer liebt, entscheidet sich für die Yukes. Die kennen sich damit gut aus und sind in der Anwendung von Zaubern auch noch eine Ecke schneller als die Konkurrenz. Das letzte Volk, die Selkies zeichnen sich durch besonders gute Agilität aus. Spezialangriffe sind ebenso Fachgebiet wie eine hohe Reichweite bei Attacken. Am Ende muss jeder selber wissen welche Fähigkeiten man selber gerne spielt und demnach auch die Charakterklasse wählen.Zum Schluss habt ihr noch die Wahl zwischen 8 verschiedenen Berufen für eure Eltern. Diese haben beim Aufsuchen eures Dorfes und Empfangen von Briefen ein großes Gewicht. Die Wahl besteht zwischen Schmied, Schneider, Bauer, Viehzüchter, Müller, Fischer, Händler und Alchemist.Dunkle Zeiten stehen bevor, oder?
Den Überblick über eure Welt behaltet ihr auf der Weltkarte. Dort seht ihr die Dörfer und Bereiche. Die sind jeweils in verschiedene Abschnitte unterteilt. Ihr kommt immer erst zum nächsten wenn ihr den Endgegner des jeweiligen großen Dungeons besiegt habt. Doch bevor ihr noch zum ersten großen Kampf aufechen könnt schließt sich euch ein kleiner Mogry an, der fortan im Singleplayer für euch den Kelch trägt, damit ihr beide Hände zum kämpfen und aufheben frei habt. Im Multiplayer übernimmt ein Freund das Tragen des Kelches was wieder viel Konzentration in Bosskämpfen und diversen Aufgaben erfordert.
Scheinbar undurchschaubare Steuerungswelten
Die ganze Geschichte rund um die wunderschöne Welt und das Geheimnis des Miasma wird in tollen Zwischensequenzen erzählt. So erfahrt ihr langsam aber sicher immer mehr über diese Dinge und das Spiel fesselt euch von Spielstunde zu Spielstunde immer mehr. Schade ist, dass man dem Titel keine deutsche Sprachausgabe verpasst hat. Beim Betreten eines neuen Riesenlevels erzählt eine freundliche und nette Stimme, worum es geht und wo ihr euch befindet. Einem deutschen Spieler wird das leider nur mit gut übersetzten Untertexten erzählt. Grafisch ist der Titel einfach nur ein schön. Zwar hat Final Fantasy: Crystal Chronicles nicht die Highend-Grafik eines Final Fantasy auf der PlayStation 2, dafür scheinen die Texturen alle sehr scharf und sind wirklich gut gelungen. Hintergrundtexturen und das gesamte Leveldesign überzeugen wirklich auf ganzer Linie. Ein Riesenlob geht an das Design für die verschiedenen Charaktere. Selten sind uns so schöne individuelle Figuren in einem Spiel begegnet. Auch die Charaktere die ihr auswählen könnt, sind wirklich schön in Szene gesetzt. Der fehlende 60-Hertz-Modus macht sich glücklicherweise nicht bemerkbar. Ruckler oder eben grafisch schwache Stellen sucht man vergebens. Der Sound ist im Prinzip auch gelungen. Allerdings sollte man vorher mal eine Hörprobe machen. Wer nicht auf japanische Klänge steht oder damit nichts anfangen kann kommt vielleicht nicht in den kompletten Spielgenuss und muss Abstriche machen. Etwas schade finden wir, dass eine deutsche Sprachausgabe fehlt. Das mindert aber die Wertung oder auch den Spielspaß nicht.Wer mit Final Fantasy Crystal Chronicles ein waschechtes Rollenspiel erwartet, liegt komplett falsch. Dieses Final Fantasy Spiel ist eher eine Mischung zwischen einem Hack’n’Slay und eben einem RPG-Adventure. Ein bisschen Hack’n’Slay, ein bisschen Rollenspiel und ein wenig Abenteuer, fertig ist ein neues Spiel. Das ist auf keinen Fall nachteilig. Nur sollte man als Käufer eben schon vorher klären was man erwartet und wissen was man dann kauft. Final Fantasy: Crystal Chronicles macht unglaublich süchtig und fesselt einen guten Spieler für ca. 18-20 Stunden an den GameCube. Technisch ist der Titel einwandfrei und ohne große Kritikpunkte. Der Erstauslieferungsmenge des Spiels liegt sogar das GCN/GBA Kabel ohne Aufpreis bei. Wer also schnell noch Geld zusammenkratzt sollte noch so ein Schnäppchen erwischen.
GCN/GBA Funktion / Multiplayer
Ich muss ehrlich zugeben das ich bisher noch keinen Final Fantasy Titel gespielt habe. Mein erster Titel war also direkt der Titel der nicht 100 % Rollenspiel war. Mir hat das Spiel trotzdem sehr gut gefallen. Technisch wirklich sauber gemacht und mit einem richtigen Suchtfaktor. Die Wertung von 82 % muss man aber auch richtig deuten. Das Spiel ist nicht der Oberkracher. Kein Spiel, was einen von der ersten Minute an fesselt oder voll vom Hocker reißt. Nett, gut und spaßig. Mehr nicht. Mir hat es gefallen und ich habe während der langen und umfangreichen Testzeit viel Spaß gehabt. Die Wertung in meinem Kopf ist höher als die hier auf dem Papier. Aber was zählt ist der Gesamteindruck für die eite Zockermasse.
Bewertung
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