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Final Fantasy - Crystal Chronicles

Donnerstag, 30. August 2007
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15:32 Uhr - Ein Final Fantasy Titel auf einer Nintendo Konsole? Das konnte sich in der jüngsten Vergangenheit niemand mehr so richtig vorstellen. Grund war der Streit zwischen Nintendo und Square nur kurz vor dem Start des N64. Die Konsequenz war, dass Square fortan für Sony und die PlayStation entwickelte. Das auch noch mit großartigem Erfolg. Nintendo hatte es sich also gründlich verdorben mit Square. Doch ein Wunder trat ein und es kam der Tag an dem die neu benannte Entwicklerfirma Square-Enix die Entwicklung eines Final Fantasy Titels für den GameCube bekannt gibt. So ist alles glücklich und freut sich auf einen Rollenspielhit wie es die Sony-Spieler schon seit Jahren genießen. Doch Pustekuchen, es gibt kein Final Fantasy Rollenspieltitel für den GameCube. So mogelt sich Final Fantasy Crystal Chronicles als RPG-Adventure in die entsprechende Kategorie.

Es gibt keine Rundenbasierten Kämpfe und keine übertriebenen Charakterarbeiten im Spiel. Wie komplex der Titel scheint und wie komplex und schön er einfach beim spielen ist, zeigt unser großer Test. Weiter erwarten euch in unserem Special Videos, Screenshots und Tests zu weiteren Produkten.

Technisch Blitzsauber mit einer (Speicher)-Macke

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Entwickelt hat das erste GameCube-Spiel der Serie ein Tochterunternehmen von Square-Enix, weswegen uns u.a. auch beim Einschalten das Logo The Game Designer’s Studios entgegenflimmert. Die Frage nach einem 60-Hertz-Modus stellen wir uns auch in den ersten Spielminuten. Die Entwickler haben sich die Frage zumindest nicht gestellt. Es gibt nämlich keinen 60-Hertz-Modus. Doch etwas anspruchsvoller zeigt sich das Spiel in Sachen Speicherbedarf. Mit satten 22 Blöcken bekommen Besitzer der kleinen 59er Speicherkarte von Nintendo schon erste Probleme. Wer einen fehlenden 60 Hertz-Modus und einen leicht erhöhten Speicherbedarf gut wegsteckt, ist nun bereit für ein wirklich umfangreiches und intensives Abenteuer in einer wunderschönen Fantasiewelt.

Wer das Geld hat, hat den Spaß

Bevor wir wie üblich bei Rollenspielen zur berühmten Charaktererstellung kommen entscheiden wir uns bereits zu Beginn zwischen Singleplayer oder Multiplayer. Multiplayer deshalb, weil dieser ein kooperatives Spielen mit bis zu drei Freunden einfach unterhaltsamer und spannender macht. Wirklich großer Haken: Für ein vierköpfiges Multiplayer Abenteuer aucht ihr 4 GBA oder GBA SP sowie 4 GCN/GBA Kabel. Das sind im Grunde schon einmal 500 Euro nur für 4 GBA und 4 Kabel. Echter, schneller und einsteigerfreundlicher Multiplayerspaß sieht ganz klar anders aus. So ein kooperativer Final Fantasy Modus über Xbox Live…! Das sind verbotene Gedanken aber Spaß machen würde das sicher. Aber das Thema Online ist in den Köpfen der Nintendo Chefs wohl immer noch ein Fremdwort. Trotzdem hatten wir die Gelegenheit den Multiplayer ausreichend zu testen. Wer also alleine zu Hause sitzt macht es sich bequem und stürzt sich in die Charakterwahl.Ihr habt die Wahl zwischen vier Völkern, vier verschiedenen optischen Varianten und schlussendlich dem Geschlecht. Wer es sich nicht schon längst denken kann, dass die Charakterwahl sehr wichtig ist dem sei gesagt das sich die verschiedenen Völker in Offensive, Defensive, Magie und Lernfähigkeit unterscheiden. Die menschenähnlichen Clavats sind gute Kämpfer und Magier, verstehen es aber besonders ihre hohe Widerstandskraft anzuwenden. Die einzelnen Frisuren zu analysieren würde nun wirklich den Rahmen dieses Tests sprengen. Das zweite Volk sind die Liltys. Wer gerne ohne große Worte sagt was Sache ist sollte sich diese Geschöpfe genauer angucken. Offensive ist das Motto und der Umgang mit Speeren aller Art ein Kinderspiel. Wer es dann doch etwas magischer liebt, entscheidet sich für die Yukes. Die kennen sich damit gut aus und sind in der Anwendung von Zaubern auch noch eine Ecke schneller als die Konkurrenz. Das letzte Volk, die Selkies zeichnen sich durch besonders gute Agilität aus. Spezialangriffe sind ebenso Fachgebiet wie eine hohe Reichweite bei Attacken. Am Ende muss jeder selber wissen welche Fähigkeiten man selber gerne spielt und demnach auch die Charakterklasse wählen.Zum Schluss habt ihr noch die Wahl zwischen 8 verschiedenen Berufen für eure Eltern. Diese haben beim Aufsuchen eures Dorfes und Empfangen von Briefen ein großes Gewicht. Die Wahl besteht zwischen Schmied, Schneider, Bauer, Viehzüchter, Müller, Fischer, Händler und Alchemist.

Dunkle Zeiten stehen bevor, oder?

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Nun könnt ihr endlich in die Geschichte von Final Fantasy: Crystal Chronicles eintauchen. Eure Welt wurde von Miasma überzogen. Wer sich frei und ohne Schutz in der Außenwelt aufhält wird über kurz oder lang sterben. Die Bewohner finden eine Zwischenlösung die diese Welt vorerst sichert. Lebensbäume mit Myrrhetau in den bewohnten Dörfern schützen die Bewohner in einem gewissen Umkreis vor Schäden. Allerdings hält der Schutz nicht ewig. Nach einem Jahr muss eine Kristallkarawane los, um wieder neues Tau für den eigenen Lebensbaum zu holen. Dieses Jahr gehört nun ihr zur Karawane und zieht für euer Dorf Tipa (Name kann auch geändert werden) los um wieder für ein Jahr Schutz zu sichern. Damit ihr unterwegs in der gefährlichen weiten Welt nicht durch das Miasma umkommt, habt ihr im Single- wie im Multiplayer einen Kelch dabei, der ein bisschen Myrrhetau enthält und euch somit schützt. Bevor ihr euer Dorf verlasst, huscht ihr noch schnell durchs Hauptmenü. Dort habt ihr die Optionen Speichern, Tagebuch, Freunde einladen, Aufechen und Optionen. Im Tagebuch werden eure Fortschritte festgehalten. Wer Freunde mit FF: CC Spielständen hat, kann diese als Freund in sein Spiel einladen. Die Optionen bieten die üblichen Möglichkeiten und mit Aufechen stürzen wir uns in Spiel.

Den Überblick über eure Welt behaltet ihr auf der Weltkarte. Dort seht ihr die Dörfer und Bereiche. Die sind jeweils in verschiedene Abschnitte unterteilt. Ihr kommt immer erst zum nächsten wenn ihr den Endgegner des jeweiligen großen Dungeons besiegt habt. Doch bevor ihr noch zum ersten großen Kampf aufechen könnt schließt sich euch ein kleiner Mogry an, der fortan im Singleplayer für euch den Kelch trägt, damit ihr beide Hände zum kämpfen und aufheben frei habt. Im Multiplayer übernimmt ein Freund das Tragen des Kelches was wieder viel Konzentration in Bosskämpfen und diversen Aufgaben erfordert.

Scheinbar undurchschaubare Steuerungswelten

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Bei diesem Mogry lernt ihr die Steuerung kennen, die einem absoluten Anfänger zunächst sehr kompliziert erscheint. Wer aber 1-2 Stunden in intensives Spielen steckt wird schnell merken, dass die Steuerung gut durchdacht und sehr simpel ist. Mit dem Control-Stick bewegt ihr euren Charakter im Spiel und auch die Karawane auf der Weltkarte. Dann sollte man zunächst auf die Kommandoliste eingehen, die ihr mit Y öffnet. Dort könnt ihr Angreifen und Verteidigen festlegen und im Laufe des Spiels immer mehr freie Plätze mit Zaubern füllen. So habt ihr im oberen linken Bildschirmrand immer einen dieser Plätze ausgewählt. Mit A könnt ihr diesen sofort anwenden. Mit R und L werden diese durchgeschaltet. Größeren Schaden richten Attacken an die ihr erst aufladet und dann mit einer Zielfunktion per Control-Stick auf den Gegner richtet. Wer im Singleplayer keine Lust hat, den Kelch selber zu tragen, gibt seinem Mogry mit X den Auftrag das Ding zu tragen. Dieser läuft euch mit dem Kelch hinterher und ermöglicht euch in einem gewissen Umkreis das gesundheitlich risikofreie Agieren. Knackige Rätsel gibt es im ganzen Spiel nicht. Zwar werden diese im Verlauf des Spiels immer anspruchsvoller, stellen aber zu keiner Zeit den berühmten Frustfaktor her. Nun trefft ihr nach etlichen Kämpfen gegen normale Levelgegner auf den Endboss. Tote Gegner hinterlassen immer irgendwelche Zauber, die entweder helfen eure eigene Gesundheit zu heilen, oder eben mit verschiedenen Elementen wie Wasser, Feuer, Eis oder anderen Elementen den zukünftigen Gegnern einzuheizen. Wer also den Endgegner genauer unter die Lupe nimmt wird schnell eine bestimmte Attacke finden um etwas effektiver (Pokémon lässt grüßen) gegen euren Gegenüber vorgehen zu können. Kombiniert ihr z.B. Feuer und Wasser oder z.B. Wasser und Wasser erhaltet ihr stärkere Attacken die in Kombination noch schneller eurem Gegner alle Lebenslichter ausschalten. Nach jedem Bosskampf bekommt ihr einen Tropfen des wertvollen Myrrhetau. Nach einem gewonnenen Kampf habt ihr nun die Möglichkeit euren Charakter doch etwas auszubauen. Artefakte verbessern euren Charakter in den Eigenschaften Stärke, Magie, und Abwehr.Gefundene bzw. Erlernte Zauber müsst ihr nach Verlassen des Levels erstmal wieder abgeben und neu finden. Wer seine Lieblingszauber richtig lernen möchte, spielt ein bisschen weiter und wird noch rechtzeitig Gelegenheit dazu kriegen. Habt ihr drei Tropfen gesammelt ist ein Jahr vorbei und ihr kommt zurück nach Hause um den Tropfen abzugeben. Dann zieht ihr erneut los und versucht euch auf die Suche nach neuem Myrrhetau und dem Geheimnis rund um Miasma zu machen.

Die ganze Geschichte rund um die wunderschöne Welt und das Geheimnis des Miasma wird in tollen Zwischensequenzen erzählt. So erfahrt ihr langsam aber sicher immer mehr über diese Dinge und das Spiel fesselt euch von Spielstunde zu Spielstunde immer mehr. Schade ist, dass man dem Titel keine deutsche Sprachausgabe verpasst hat. Beim Betreten eines neuen Riesenlevels erzählt eine freundliche und nette Stimme, worum es geht und wo ihr euch befindet. Einem deutschen Spieler wird das leider nur mit gut übersetzten Untertexten erzählt. Grafisch ist der Titel einfach nur ein schön. Zwar hat Final Fantasy: Crystal Chronicles nicht die Highend-Grafik eines Final Fantasy auf der PlayStation 2, dafür scheinen die Texturen alle sehr scharf und sind wirklich gut gelungen. Hintergrundtexturen und das gesamte Leveldesign überzeugen wirklich auf ganzer Linie. Ein Riesenlob geht an das Design für die verschiedenen Charaktere. Selten sind uns so schöne individuelle Figuren in einem Spiel begegnet. Auch die Charaktere die ihr auswählen könnt, sind wirklich schön in Szene gesetzt. Der fehlende 60-Hertz-Modus macht sich glücklicherweise nicht bemerkbar. Ruckler oder eben grafisch schwache Stellen sucht man vergebens. Der Sound ist im Prinzip auch gelungen. Allerdings sollte man vorher mal eine Hörprobe machen. Wer nicht auf japanische Klänge steht oder damit nichts anfangen kann kommt vielleicht nicht in den kompletten Spielgenuss und muss Abstriche machen. Etwas schade finden wir, dass eine deutsche Sprachausgabe fehlt. Das mindert aber die Wertung oder auch den Spielspaß nicht.Wer mit Final Fantasy Crystal Chronicles ein waschechtes Rollenspiel erwartet, liegt komplett falsch. Dieses Final Fantasy Spiel ist eher eine Mischung zwischen einem Hack’n’Slay und eben einem RPG-Adventure. Ein bisschen Hack’n’Slay, ein bisschen Rollenspiel und ein wenig Abenteuer, fertig ist ein neues Spiel. Das ist auf keinen Fall nachteilig. Nur sollte man als Käufer eben schon vorher klären was man erwartet und wissen was man dann kauft. Final Fantasy: Crystal Chronicles macht unglaublich süchtig und fesselt einen guten Spieler für ca. 18-20 Stunden an den GameCube. Technisch ist der Titel einwandfrei und ohne große Kritikpunkte. Der Erstauslieferungsmenge des Spiels liegt sogar das GCN/GBA Kabel ohne Aufpreis bei. Wer also schnell noch Geld zusammenkratzt sollte noch so ein Schnäppchen erwischen.

GCN/GBA Funktion / Multiplayer

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Wir haben vor längerer Zeit versprochen, uns bei vorhandener Möglichkeit näher um die GCN/GBA Funktion bzw. bei FF: CC näher um den Multiplayer zu kümmern. Wie sinnvoll und aufwendig die Möglichkeit ist mit 4 GBA vor dem TV zu sitzen, ist viel diskutiert worden. Fakt ist, dass wenn man die Möglichkeit hat, sie auf jeden Fall auch nutzen sollte. Zu viert die gesamte Geschichte durchzuspielen macht einfach einen Riesenspaß und bleibt fürs erste unvergesslich. Ihr habt u.a eine Karte des Levels oder die Gegner auf einem Radar und helft euch so gegeneinseitig im Spiel. Einer trägt den Kelch mit Myrrhetau und die anderen versuchen eben so gut es geht die Gegner zu vernichten. Nach jedem Level gibt es eine Übersicht und das Spiel bewertet wie ihr euch im Team verhalten habt. Im Singleplayer habt ihr die Möglichkeit auf einer Karte zu sehen wo ihr euch befindet. Uns hat die ganze GCN/GBA Funktion bei diesem Spiel sehr gut gefallen. Wer die Funktion hat, sollte sie auf jeden Fall nutzen.

Ich muss ehrlich zugeben das ich bisher noch keinen Final Fantasy Titel gespielt habe. Mein erster Titel war also direkt der Titel der nicht 100 % Rollenspiel war. Mir hat das Spiel trotzdem sehr gut gefallen. Technisch wirklich sauber gemacht und mit einem richtigen Suchtfaktor. Die Wertung von 82 % muss man aber auch richtig deuten. Das Spiel ist nicht der Oberkracher. Kein Spiel, was einen von der ersten Minute an fesselt oder voll vom Hocker reißt. Nett, gut und spaßig. Mehr nicht. Mir hat es gefallen und ich habe während der langen und umfangreichen Testzeit viel Spaß gehabt. Die Wertung in meinem Kopf ist höher als die hier auf dem Papier. Aber was zählt ist der Gesamteindruck für die eite Zockermasse.

Bewertung

Final Fantasy - Crystal Chronicles gcn

0/10

 

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