Final Fantasy II Anniversary
Mittwoch, 05. März 2008
14:23 Uhr - Nachdem wir euch vor einigen Tagen das Remake von Final Fantasy für die PSP vorstellten, haben wir die letzten Tage genutzt, auch die Reinkarnation des zweiten Teils für Sonys Handheld genauer unter die Lupe zu nehmen. Inwiefern sich die beiden Spiele voneinander unterscheiden, und warum Fortsetzungen nicht immer besser sind als Erstlingswerke erfahrt ihr in unserem Review.
Auf dem ersten Blick hat der zweite Teil der Rollenspielreihe viel mit seinem älteren Bruder gemein. Die Optik wurde modernisiert, und gefällt wieder mit seinen hoch aufgelösten Sprites und dem bunten, klaren Comiclook. Die Musik schmeichelt mit neu arrangierten Tracks erneut eure Ohrmuscheln und auch das bekannte Kampfsystem präsentiert sich, obwohl rundenbasierend, sehr kurzweilig. Also alles beim Alten könnte man glauben, wenn man sich nicht länger mit dem Titel beschäftigen würde.
Doch bereits nach den ersten Kämpfen erkennt das geübte Rollenspielauge markante Änderungen im Spielsystem. Konnten Charaktere im ersten Final Fantasy nur ihren allgemeinen Rollenspiellevel erhöhen, lassen sich nun einzelne Bereiche der Charakterentwicklung beeinflussen. Eigenschaften und Fähigkeiten eines Charakters verbessern sich parallel zum Einsatz der Fertigkeiten. Greift ihr grundsätzlich nur mit Schwertern an, kann der Charakter auch nur diese Angriffswerte verbessern, seine Fähigkeiten im Umgang mit Pfeil und Bogen oder großen Äxten steigt nicht. So lassen sich die Protagonisten deutlich besser und schneller in die gewünschte Richtung aufleveln.
Diese Art der Heldengenerierung hat aber auch seine deutlichen Schwächen. So steigen die Hitpoints eines Partiemitgliedes nur, wenn er von Gegnern angegriffen wird. Das macht bei Nahkämpfern durchaus Sinn, Heilmagier und Zauberer die eher aus der zweiten Reihe an den Schlachten teilnehmen, und deswegen natürlich nur selten körperlich angegriffen werden, haben hier einen deutlichen Nachteil. Um die Werte eurer Magiebegabten Kumpanen dann doch zu steigern, fühlt ihr euch im Verlauf des Spiels genötigt, die eigenen Gruppenmitglieder anzugreifen, damit deren Verteidigungswerte wenigstens gelegentlich steigen. Auch Zaubersprüche müssen immer mal wieder gewirkt werden, obwohl man sie eigentlich nicht benötigt, nur um ihren Level zu erhöhen.Erzählte das Erstlinswerk aus dem Hause Square noch eine biedere Gut gegen Böse-Geschichte präsentiert sich der Handlungsstrang des Nachfolgers deutlich ausgereifter und spannender. Eure vier Mann starke Partie unterstützt eine Rebellenarmee beim aussichtslosen Kampf gegen einen dunkeln Imperator und erlebt dabei so einige nette dramatische Abenteuer. Das klingt immer noch nicht nach großer Erzählkunst, präsentiert sich aber schon mal deutlich ausgereifter als der Erstling. Der Unterschied ist in etwa so groß wie die Titelstory der Bild Zeitung zu Bohlens letztem Penisuch verglichen mit pulitzerprämierter Weltliteratur. Kenner der Serie treffen zudem erstmals auf wichtige Charaktere des Final Fantasy Universums, darunter Cid den Luftschiffkapitän und ein markantes Federvieh das auf den Namen Chocobo hört.
In Gesprächen mit den Bewohnern der Dörfer und Burgen kann der Spieler nach bestimmten Schlüsselbegriffen fragen, die euch wichtige Hinweise für euer Abenteuer geben. Während einer Unterhaltung werden wichtige Begriffe farblich markiert und können von euch via Befehlsleiste erlernt werden. Fragt ihr nun andere Einwohner gezielt nach diesen Worten erhaltet ihr meist wichtige Informationen. Zudem könnt ihr den Gesprächsteilnehmern Gegenstände aus eurem Inventar zeigen; der ein oder andere hat daraufhin Tipps und Tricks für euch parat.
Final Fantasy 2 wurde also um einige neue Bereiche erweitert, besser macht es das Spiel in der Gesamtübersicht aber nicht. Die neue Charakterentwicklung ist unausgegoren, das an für sich nette Sprachsystem kommt zu selten zum Einsatz. Dazu lauern hinter jeder Ecke fiese Dead Ends aus der es kein Entrinnen mehr gibt, zudem kommt es nun deutlich häufiger vor das ihr Gebiete erreichen könnt, in denen sich viel zu starke Monster befinden, die euch in Grund und Boden stampfen. Der Frustlevel wird durch die Möglichkeit immer und überall speichern zu können zwar deutlich gemindert, nervig ist es trotzdem.Was auch auf die sehr langen Laufwege zutrifft, die ihr hin- und wieder gehen müsst. Sprecht ihr mit dem Anführer der Rebellentruppe, gibt er euch den Auftrag, euch quer durch den Kontinent zu metzeln, um am anderen Ende der Welt ein vermisstes Rebellenmitglied zu finden. Dieser gibt euch dann einen Hinweis, der euch erneut zum Anführer führt. Also müsst ihr erneut dem kompletten Kontinent umpflügen, um dann mit drei Sätzen abgespeist zu werden. Danach geht’s erneut zurück, weil euer Komplize euch nur die halbe Geschichte erzählt hat .... ihr seht Square versuchte schon damals durch lange Laufwege die Spielzeit zu strecken. Mit knapp fünfundzwanzig Stunden ist ihnen das auch gut gelungen.Im Allgemeinen lässt sich sagen, das sich der zweite Teil nicht mehr ganz so angenehm zocken lässt wie Final Fantasy 1. Das liegt zum einen am veränderten Auflevelsystem, das in seiner Gesamtheit aber einfach nicht homogen genug ist. Zum anderen nervt der Titel mit Einbahnstraßen, die euch in den sicheren Tod führen, fiesen Monstergruppierungen, die euch aus dem Nichts auslöschen und langen Laufwegen.Das neu eingeführte Sprachsystem ist ganz nett geworden kommt aber nur selten zum Einsatz, zudem kann es vorkommen das ihr mit der Story nicht vorankommt, wenn ihr nicht mit einer bestimmten Person über ein besonderes Schlüsselwort gesprochen habt. Zwar deutet die Geschichte meist gekonnt an, wie ihr denn weiter zu verfahren habt, gelegentlich steht man aber halt doch auf dem Schlauch, gerade wenn man mal ein paar Tage Pause eingelegt hat.Ansonsten konnte ich mich auch im zweiten Anlauf des Final Fantasy Abenteuers für die hübsche, klare 2D-Optik begeistern, auch der Sound schmeichelte wieder meinen Gehörgang. Doch auch hier fehlt das Zusatzmaterial in Form von Making Ofs und Interviews das zu einer Anniversary Edition einfach gehört, und gerade die Fans der Serie sicherlich ennend interessiert hätte.
Auge um Auge, Zahn um Zahn
Diese Art der Heldengenerierung hat aber auch seine deutlichen Schwächen. So steigen die Hitpoints eines Partiemitgliedes nur, wenn er von Gegnern angegriffen wird. Das macht bei Nahkämpfern durchaus Sinn, Heilmagier und Zauberer die eher aus der zweiten Reihe an den Schlachten teilnehmen, und deswegen natürlich nur selten körperlich angegriffen werden, haben hier einen deutlichen Nachteil. Um die Werte eurer Magiebegabten Kumpanen dann doch zu steigern, fühlt ihr euch im Verlauf des Spiels genötigt, die eigenen Gruppenmitglieder anzugreifen, damit deren Verteidigungswerte wenigstens gelegentlich steigen. Auch Zaubersprüche müssen immer mal wieder gewirkt werden, obwohl man sie eigentlich nicht benötigt, nur um ihren Level zu erhöhen.Erzählte das Erstlinswerk aus dem Hause Square noch eine biedere Gut gegen Böse-Geschichte präsentiert sich der Handlungsstrang des Nachfolgers deutlich ausgereifter und spannender. Eure vier Mann starke Partie unterstützt eine Rebellenarmee beim aussichtslosen Kampf gegen einen dunkeln Imperator und erlebt dabei so einige nette dramatische Abenteuer. Das klingt immer noch nicht nach großer Erzählkunst, präsentiert sich aber schon mal deutlich ausgereifter als der Erstling. Der Unterschied ist in etwa so groß wie die Titelstory der Bild Zeitung zu Bohlens letztem Penisuch verglichen mit pulitzerprämierter Weltliteratur. Kenner der Serie treffen zudem erstmals auf wichtige Charaktere des Final Fantasy Universums, darunter Cid den Luftschiffkapitän und ein markantes Federvieh das auf den Namen Chocobo hört.
Es gibt viel zu erzählen
Final Fantasy 2 wurde also um einige neue Bereiche erweitert, besser macht es das Spiel in der Gesamtübersicht aber nicht. Die neue Charakterentwicklung ist unausgegoren, das an für sich nette Sprachsystem kommt zu selten zum Einsatz. Dazu lauern hinter jeder Ecke fiese Dead Ends aus der es kein Entrinnen mehr gibt, zudem kommt es nun deutlich häufiger vor das ihr Gebiete erreichen könnt, in denen sich viel zu starke Monster befinden, die euch in Grund und Boden stampfen. Der Frustlevel wird durch die Möglichkeit immer und überall speichern zu können zwar deutlich gemindert, nervig ist es trotzdem.Was auch auf die sehr langen Laufwege zutrifft, die ihr hin- und wieder gehen müsst. Sprecht ihr mit dem Anführer der Rebellentruppe, gibt er euch den Auftrag, euch quer durch den Kontinent zu metzeln, um am anderen Ende der Welt ein vermisstes Rebellenmitglied zu finden. Dieser gibt euch dann einen Hinweis, der euch erneut zum Anführer führt. Also müsst ihr erneut dem kompletten Kontinent umpflügen, um dann mit drei Sätzen abgespeist zu werden. Danach geht’s erneut zurück, weil euer Komplize euch nur die halbe Geschichte erzählt hat .... ihr seht Square versuchte schon damals durch lange Laufwege die Spielzeit zu strecken. Mit knapp fünfundzwanzig Stunden ist ihnen das auch gut gelungen.Im Allgemeinen lässt sich sagen, das sich der zweite Teil nicht mehr ganz so angenehm zocken lässt wie Final Fantasy 1. Das liegt zum einen am veränderten Auflevelsystem, das in seiner Gesamtheit aber einfach nicht homogen genug ist. Zum anderen nervt der Titel mit Einbahnstraßen, die euch in den sicheren Tod führen, fiesen Monstergruppierungen, die euch aus dem Nichts auslöschen und langen Laufwegen.Das neu eingeführte Sprachsystem ist ganz nett geworden kommt aber nur selten zum Einsatz, zudem kann es vorkommen das ihr mit der Story nicht vorankommt, wenn ihr nicht mit einer bestimmten Person über ein besonderes Schlüsselwort gesprochen habt. Zwar deutet die Geschichte meist gekonnt an, wie ihr denn weiter zu verfahren habt, gelegentlich steht man aber halt doch auf dem Schlauch, gerade wenn man mal ein paar Tage Pause eingelegt hat.Ansonsten konnte ich mich auch im zweiten Anlauf des Final Fantasy Abenteuers für die hübsche, klare 2D-Optik begeistern, auch der Sound schmeichelte wieder meinen Gehörgang. Doch auch hier fehlt das Zusatzmaterial in Form von Making Ofs und Interviews das zu einer Anniversary Edition einfach gehört, und gerade die Fans der Serie sicherlich ennend interessiert hätte.
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