Ghost Trick: Phantom-Detektiv
So langsam neigt sich das Zeitalter des Nintendo DS dem Ende zu. In nur wenigen Wochen springt sein Nachfolger 3DS auf den Markt und wird zweifelos alle Blicke aus sich lenken. Das bedeutet aber noch lange nicht, das der Nachschub an kreativen Spielideen auf dem DS bereits versiegt: Mit Ghost Trick zeigt Capcom, dass das Phoenix Wright Team noch für einige Überraschungen gut ist.
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Ghost – Nachricht von Sissel
Der Spielfigur, der man in Ghost Trick unter die Arme greift, geht es nicht so gut. Genauer geagt: Sie ist tot. Man könnte fast meinen, das Spiel fängt da an, wo andere Spiele mit „Game Over“ ihr Ende finden. Aber der Reihe nach: In einer Mülldeponie liegt eine Leiche. Der Spieler schlüpft in die ruhelose Seele des Verstorbenen mit den Namen Sissel und erfährt von einem hilfreichen Geist in Lampengestalt, dass er noch einiges zu erledigen hat, bevor er sich beim nächsten Sonnenaufgang in die ewige Nichtexistenz aufmacht. So verbleiben Sissel einige wenige Stunden, um herauszufinden, was zu seinem eigenen Ableben geführt hat. Schließlich leidet der jüngst Verstorbene unter einem kompletten Gedächtnisverlust. Und bevor er die Reise ins Nirvana antreten möchte, will er noch Gewissheit, wer ihn da eigentlich aus dem Leben katapultiert hat.
Ähnlich wie bei Patrick Swayze aus „Ghost: Nachricht von Sam“ kann der körperlose Sissel mit leblosen Gegenständen interagieren, sofern sie sich in unmittelbarer Nähe seiner Seele befinden. Diese Kraft nutzt er von nun an nicht mehr nur, um das Mysterium seines eigenen Todes aufzuklären, sondern auch, um das Leben von anderen Menschen zu retten. Schließlich hat ihm die sprechende Schreibtischlampe eröffnet, dass diese letzte Nacht für Sissel nicht nur Antworten auf all seine offenen Fragen bietet, sondern gleichzeitig auch die Gelegenheit bietet, eine große Katastrophe zu verhindern. Das alles kommt euch etwas bizarr vor? Kein Wunder, denn Ghost Trick bietet wieder eine recht japanische Herangehensweise an die Hintergrundgeschichte, die nicht jedem westlichen Spieler gefallen dürfte. Wer sich jedoch auf die absurden Charaktere und Spielelemente einlässt, wird mit einer spannenden Geschichte belohnt, der man dank sorgfältiger deutscher Übersetzung auch problemlos folgen kann.
Neues Rätsel-Genre: „Die and Error“
Die Spielwelt von Ghost Trick spaltet sich in zwei Teile. Da ist zum einen die Realität, in der Sissels Seele vor allem zum Zuschauen verdammt ist. Dann gibt es noch die Geisterwelt, in der die Zeit stehenbleibt und sich die Seele des Spielers von einem Objekt zum anderen bewegen kann. Voraussetzung ist dabei, das sich das entsprechende Objekt in unmittelbarer Nähe befindet. Nur dann kann die Seele von einem Gegenstand zum anderen „hüpfen“. Hat man in der Geisterwelt von einem Gegenstand Besitz ergriffen, kann man diesen in der realen Welt mittels des titelgebenden „Ghost Tricks“ manipulieren. Kennen wir doch alle aus „Poltergeist“. Kleines Beispiel gefällig? Schon in der ersten Szene müssen wir einen weiteren Mord unseres Killers verhindern. Dazu hangelt sich unsere Seele über mehrere Gegenstände auf der Mülldeponie nach oben zu einer Abrissbirne, um diese im richtigen Moment auf den Killer fallen zu lassen. Hat man dies geschafft, ist das junge Mädchen vorerst gerettet, das ohne das eigene Eingreifen ebenfalls dem Killer zum Opfer gefallen wäre. Woher wir das wissen? Nun, unsere Seele reist immer vier Minuten in die Vergangenheit eines jüngst Verstorbenen und kann auf diese Art den Ablauf der Ereignisse ändern. Aber warum mischt sich der Spieler überhaupt in die Überlebensfragen von anderen Menschen ein, wo er selber doch kurz vor der Nichtexistenz steht? Die Antwort ist simpel: Die Überlebenden versorgen Sissel mit weiteren Infos zu seinem eigenen Schicksal.
Während andere Adventures dem Spieler meist alle Zeit der Welt geben, herrscht in Ghost Trick oft eine gewisse Hektik. Schließlich haben wir immer nur vier Minuten, um das Leben eines anderen Menschen zu retten. Dieser Umstand sollte den Spieler aber nicht in Panik versetzen. Wir können die Zeit jederzeit wieder zurückdrehen und somit die Szene neu beginnen. Das lässt viel Spielraum für das Testen eines Lösungsweges, und da man viele zeitkritische Aktionen beim ersten Mal ohnehin nicht hinbekommt, gibt das dem Spieler erfreulich viel Atemluft. Die meisten Rätsel sind durch die bloße Beobachtung des Geschehens und des Verstehens von Ursache / Wirkungs Zusammenhängen leicht zu lösen. Einige Rätsel sind nur durch das Wechseln der Schauplätze zu lösen, was Sissel mit Hilfe von Telefonleitungen schafft.
Optisch können in den recht grobkörnig gezeichneten Bildschirmen vor allem die Animationen der Spielfiguren überzeugen, die in ihrer Geschmeidigkeit an die Eleganz von Klassikern wie Another World erinnern. Die restliche Präsentation des Spiels, das sich fast ausschließlich im unteren Bildschirm des Nintendo DS abspielt, erinnert vor allem in den Dialogsequenzen an die Phoenix Wright Spiele aus dem selben Entwicklerhaus.
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Kommentare (18)
Fenix Fontaine
camora
MuddaTui
So richtig fasziniert hat`s mich damals nicht, aber wenn`s mal für 20 Euro zu haben ist, würde ich es mir schon zulegen. 8/10 Wertung daher völlig ok! Mir ging vorallem die überlange Plauderei auf den Geist...
Alexander Laschewski-Voigt
Zocker 3000
Warum habt ihr das mit den Tests geändert könntet ihr das vielleicht mal im Podcast oder hier ausführlich erklären? Verstanden habe ich diesen Schritt nicht wirklich.
Alexander Laschewski-Voigt
MuddaTui
RoOhZilla
So könnten sich nämlich die einen Leser welche einfach nur die Eindrücke des Redakeurs auf sich wirken lassen wollen ohne ihre Freude auf den Titel an einer Abstrakten Note zu stören das hiermit tun. Und andererseits würden die Lesefaulen unter uns welche vielleicht einfach nur ein Fazit interessiert, sich schnell dorthin durchklicken (Der Button sollte dann aber auch so angeordnet sein dass er einem ins Auge Hüpft). Nichtsdestotrotz sollte die Kongruenz des Tests mit dem Fazit gewahrt bleiben (Man sollte herauslesen können wo die Reise hingeht), sodass man die Eindrücke des Redakteurs auch zu deuten weiß und nacher nicht überrascht ist dass das Spiel nicht den Erwartungen entspricht.
Damit diese Rechnung Aufgeht müsste man jedoch auch den ganzen Weg gehen und die Wertung auf der Rechten Leiste erst gemeinsam mit dem Fazit auf Seite 2 präsentieren.
RoOhZilla
Knöllchen