Go! Go! Cosmo Cops!
11:51 Uhr - Ein Spiel mit einem so grandiosen Titel wie Go! Go! Cosmo Cops! Können wir euch einfach nicht vorenthalten, auch wenn die Packung nicht gerade auf ein Meisterwerk, fernab kunterbunter DS-Massenware schließen. Obwohl „Tippen, Schnipsen und wildes Toben!“ wirklich verlockend klingt.
Ihr kennt das ja, wenn außerirdische Polizisten vor eurer Haustür abstürzen und euch – nach fürsorglicher Pflege – bitten einer intergalaktischen Plage den Garaus zu machen, die gerade euren Planeten überfällt, weil die zuständige All-Exekutive sich (ganz offensichtlich) bei der Bruchlandung etwas zu doll den Kopf gestoßen hat. Da jeder diese Erfahrung wohl schon mal gemacht hat, ersparen wir euch jetzt mal die infantile Story, die mit drei Minuten Vorspann ohnehin zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Schauen wir lieber was hinter der austauschbaren Kiddy-Anime-Verpackung steckt.
Go! Go! Gummibande!
Siehe da, ein halbwegs originelles und motivierendes Geschicklichkeitsspiel. Die Babools, so der Name der erdfremden Plagegeister bauen überall auf der Welt riesige Türme. Zu welchem Zweck? Interessiert doch keinen. Wer nicht um Erlaubnis fragt, kriegt den Hintern versohlt. Wahlweise in der Rolle der Cinder-Cosmo-Cops (?) Leo oder Jenny wagt ihr in sechs Leveln mit je ca. fünf Ebenen den Aufstieg bis zum Endboss. Dazu zieht ihr euch mit einer Art cyper-ultra-super-spektakulum-Gummibändern an kleinen Greifpunkten empor, weicht Hindernissen aus und sammelt Edelsteine ein. Die Steuerung erfolgt ausschließlich über den Touchscreen, wobei ihr den DS wahlweise normal oder wie ein Buch halten und auch zwischen Links- und Rechtshänder umschalten dürft. Es gibt erstaunlich viele Aktionsmöglichkeiten, die sich trotzdem intuitiv ausführen lassen. Blöcke greift ihr, indem ihr Linien in die entsprechende Richtung zieht. Spannt ihr euch zwischen zwei Angelpunkte, könnt ihr den Charakter wie bei einer Steinschleuder beliebig durch die Gegend katapultieren und so Feinde und Blöcke aus dem Weg räumen. Erhascht ihr ein entsprechendes Power-Up, lässt sich das Alien-Pack auch durch bloßes Antippen wegschießen. Mit einer Rubbelbewegung können zum Beispiel Spinnennetze zerrissen oder Juwelen aus Lampen gerieben werden. Am Boden steht euch ein Rammattacke zur Verfügung. Die einzelnen Moves werden euch im Abenteuer-Modus spätestens vor jeder Mission, in der ihr sie das erste Mal benötigt in einem kleinen Tutorial beigebracht. Wie meistens bei Spielen die auf reine Stylus-Kontrolle setzen, gibt es Momente in denen die Steuerung nicht genau so reagiert wie man es eigentlich geplant hatte, ohne das man genau weiß ob’s am Versagen der Technik oder der eigenen Unfähigkeit gelegen hat. In 95% der Fälle funktioniert sie aber tadellos. Viele faire Rücksetzpunkte sorgen zusätzlich dafür, dass sich der Frust in Grenzen hält.
Go! Go! Geldgier!
Auf diesen Grundlagen bietet Go! Go! Cosmo Cops! ein klassisches, einfach zu erlernendes, aber schwer zu meisterndes Geschicklichkeitspielerlebnis, ganz so, wie es die heilige Schrift vorgibt. Die einzelnen Ebenen steigen kontinuierlich im Schwierigkeitsgrad an und warten mit immer neuen Variationen und Hindernissen auf. Allzu originelle Elemente jenseits beweglicher Plattformen, herabfallender Blöcke und simpler Schalterrätsel gibt es dabei zwar nicht, aber die Level fordern steten Gebrauch der verschiedenen Fähigkeiten der Charaktere. Das knappe Zeitlimit macht das Unterfangen zusätzlich knifflig und motivierend, denn wer ordentlich Punkte raffen will, muss wirklich flink und fingerfertig sein. Außerdem gibt es in jeder Ebene mehrere Goldplatten zu finden, mit denen sich unterschiedliche Bonusspiele freischalten lassen. Grafisch und musikalisch ist Go! Go! Cosmo Cops! nur zweckmäßig. Die Spielfiguren sind tatsächlich hässlich, ansonsten tut die kindgerechte Optik nicht in den Augen weh, ist jedoch weder gestalterisch noch technisch über Durchschnittsniveau, dafür aber übersichtlich. Die Musik plätschert so dahin und wird kaum (störend) wahrgenommen. Mit ca. 30 relativ kurzen Ebenen ist das Spiel im Solomodus zwar nicht sonderlich lang. Dafür punktet es mit einem unterhaltsamen, lokalen Mehrspieler-Modus für bis zu vier Teilnehmer, für den ihr lediglich eine Cartridge benötigt.
Pro und Contra
- + motivierendes Spielprinzip
- + sehr einsteigerfreundlich und trotzdem herausfordernd
- + durchdachte Touchpen-Bedienung ...
- + Mehrspieler-Modus mit einem Modul
- - wenig ansprechende Präsentation
- - kaum neue Leveldesign-Elemente
- - ... mit kleinen Aussetzern
Go! Go! Gar nicht mal schlecht!
Go! Go! Cosmo Cops! ist ein Spiel wie geschaffen für den Nintendo DS: Das Gameplay ist bestens auf die Funktionen des Touchscreen ausgelegt, es ist unkompliziert und ideal für eine Runde zwischendurch. Die Level sind abwechslungsreich und die Jagd nach Highscores und versteckten Extras reizt zur Perfektionierung beim Absolvieren der Parcours. Das die Präsentation nur das Videospieläquivalent zu billigen Super RTL-Zeichentrickserien darstellt ist schade, aber verschmerzbar. Für Kinder ist das Spiel ohnehin prima geeignet. Zwar könnte man auch für die verhältnismäßig günstigen 30 Euro immer noch etwas mehr Gegenwert erwarten. Dennoch ein netter Zeitvertreib.
Bewertung
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Kommentare (5)
Johannes Krohn
MaxSchmerz
pc_only_user_95
der test ist hervorragend geschrieben, johannes. ;)
obwohl ich mit dem spiel nicht wirklich etwas anfangen kann, vielleicht weil der name mir nicht besonders sympatisch rüberkommt [:P], machte es wirklich spaß zu lesen...
so, daniel und alex 1+2 und alle anderen auch, ihr dürft jetzt kommen und mich schlagen...^^
Daniel Pook
pc_only_user_95
na gut, das avatarbild würde vielleicht auf seine mutter zutreffen...aber näää...lass mal lieber... ;) :P
tja johannes, kann man nix machen...^^