God of War: Chains of Olympus
12:13 Uhr - Spötter behaupten, Sony hätte die PSP nur auf den Markt gebracht, um mit schnellen Portierungen der beliebtesten PS2 Titel noch einmal ordentlich Kohle scheffeln zu können. Und wahrlich, schaut man sich die Releaselisten der letzten Jahre so an, könnte man tatsächlich auf die Idee kommen, der schmucke Handheld würde softwareseitig nur noch mit Umsetzungen gefüttert werden. Mit God of War: Chains of Olympus tritt nun auch einer der letzten Erfolgsgaranten des großen Konsolenbruders auf die 16:9 Bühne der PSP. Schneller Port oder doch eine gelungene Umsetzung? Ihr erfahrt es in unserem Review.
Gott der Macht. Diener des Jupiter
Das gilt auch für das Gameplay, wo Ready at Dawn sich an keine Experimente wagte, sondern die bewehrten Tugenden der Serie gekonnt auf die PSP versetze. Noch immer massakriert ihr euch durch zahlreiche Gegnerhorden, von denen sich einige Gegnertypen nur mit bestimmten Waffen und Techniken effektiv aus den Weg räumen lassen. Besonders große Brocken metzelt ihr mit Hilfe eingestreuter Quick-Time-Events gewohnt stylish aus den Latschen. Obermotzkämpfe kommen dagegen in God of War: Chains of Olympus ein wenig zu kurz, diese lassen sich zum einen an einer Hand abzählen und wurden lange nicht so bedrohlich in Szene gesetzt wie auf den Heimsystemen.Auch das Leveldesign musste einige Abstriche machen. Die griechischen Tempel und Unterwelten wirken meist ein wenig einfallslos - verwinkelte Gemäuer, kluge Rätsel und geschickter Einsatz der Kräfte Kratos ist nur selten gefragt, dafür langweilen gerade zum Ende hin die immer gleichen Raumstrukturen und endlose Gegnerwellen. Das ist schade, denn das Leveldesign gehörte bisher immer zu den Höhepunkten der Serie. Bei den Waffen und Zaubern unseres antiken Kriegsgottes bewies das Programmierteam ebenfalls nur wenig Einfallsreichtum - die Tötungsmaschinerie besteht zwar aus neuen Gerätschaften, diese ähneln in ihren Einsatzmöglichkeiten aber frappierend denen der Heimversionen..
Sohn des Pallas und der Styx
Technisch schwingt Ready at Dawn gewaltig mit der Grafikkeule. Wie schon auf den Heimsystemen sitzt der Kriegsgott auch auf der PSP auf dem Referenzthron und beeindruckt mit prachtvollen Kamerawinkeln, herrlichen Effekten, toll inszenierten Zwischensequenzen und verschwenderischen Polygonmodellen. Allerdings alles eine Nummer kleiner als auf der Playstation 2, die dem Spieler dann doch noch mehr zu bieten hat. Immerhin wurden die Slowdowns der Demoversion fast vollständig ausgemerzt, God of War:Chains of Olympus läuft fast immer ruckelfrei, nur bei besonders hohem Feindaufkommen zollt der kleine Handheld den darzustellenden Szenen Tribut.
Erbärmlich ist auch die Spieldauer der UMD, nach spätestens sechs Stunden habt ihr Kratos zu neuen Götterehren geführt, und so lange auchen wohl auch nur die ungeschicktesten Spieler die sich selbst in den linearsten Räumen noch verlaufen. Die Redaktion auchte exakt 4 Stunden und 52 Minuten um den Abspann zu sehen. Danach dürft ihr euch lediglich an einigen knackigen Challenges versuchen und ein paar Kostüme und Filmchen freischalten. Wenn man bedenkt das die Heimversionen der Reihe für 15 Stunden Spielspaß gut waren, kommt man sich als Käufer der gerade 40 Euro für den Titel auf den Tresen gelegt hat, dann doch ein wenig verarscht vor.Der Grad zwischen einem sehr guten und einem genialen Spiel ist schmal und God of War: Chains of Olympus hat den göttlichen Weg knapp verfehlt. Es fehlt dem Titel einfach am letzten Quäntchen, um ihn auf eine Stufe mit dem Heimversionen hieven zu können. Gerade das Leveldesign lässt auf der PSP einige Federn und ist lange nicht so ausgereift und gut ineinander verwoben wie man es von der Vorlage kennt. Auch fehlen dem Titel einfach die neuen Ideen, die den Spieler staunen lassen. Das Spiel wirkt wie ein schneller Ableger für Sonys Handheld, um die PS2 Engine noch mal zu schröpfen, bevor diese ihren Weg in die ewigen Jagdgründe antreten kann. Diese These wird durch den geringen Umfang des Spiels noch weiter unterstützt, knapp sechs Stunden sind dann doch einfach zu wenig für einen Vollpreistitel.
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