Guitar Hero: Metallica
19:52 Uhr - Was Rock Band dem Konkurrenten in Sachen regelmäßiger DLCs voraus hat, macht Guitar Hero dafür auf dem Gebiet der Spezialausgaben wieder wett. Nachdem das ordentliche aber nicht sonderlich spektakuläre Aerosmith Paket von EA/MTV mit einem standalone AC/DC Album gekontert wurde, ließ ActiBlizz über einen in World Tour integrierten Trailer die schon lange laut schnurrende Metallica Katze aus dem Sack. Die legendäre Band rund um Gitarrist James Hetfield und Schlagzeuger Lars Ulrich kriegt ihr eigenes Guitar Hero Game und wir liefern euch hier alle verfügbaren Infos zum Crossover der Giganten.
Gitarrenhelden treffen Metalgötter
Schon vor Bekanntgabe des Games war die Union zwischen Activision Blizzard und der 1981 gegründeten Band demonstrativ besiegelt worden, denn das gefeierte jüngste Album Death Magnetic wurde pünktlich zum regulären Verkaufsstart komplett für Guitar Hero: III zum Download bereitgestellt. Zudem gab es vorher bereits die Tracks „Trapped Under Ice“ und „One“ als Einzelauftritte der Truppe in den lezten beiden Hauptspielen des Franchises. Neben der Tatsache, dass die Kinder Ulrichs und Hetfields begeisterte Guitar Hero Spieler sind, wollten Metallica übrigens immer schon an einem eigenen Videospiel mitwirken. Bei Vivendi Universal war seinerzeit sogar mal ein Actionracer mit Metallica Theme in Entwicklung, das jedoch schon vor der Activision Fusion gecancelt wurde. Was auf Seiten von Neversoft besonders am Projekt gereizt haben soll, ist nicht nur die brutal starke Fanbase der aus dem Untergrund heraus zu wahren Ikonen gewordenen Kulttruppe. Metallicas Songs sollen sich, Fans werden jetzt nicht besonders überrascht sein, schlicht besser für Musikspiele dieser Art eignen als die der meisten anderen bekannten Bands. Diese Aussage gründet sich den Entwicklern zufolge vor allem darauf, dass innerhalb der meisten Metallica Lieder kaum Riffs und Beats ständig wiederholt werden. Dies soll sich beim Zocken in einem stärkeren Gefühl äußern, man würde die Tracks wirklich selbst spielen und nicht bloß ein paar Grundmelodien abarbeiten.
Von allen bisher in einem Guitar Hero aufgetretenen Bands sollen Metallica am intensivsten in die Umsetzung der eigenen Versoftung involviert gewesen sein. Abgesehen vom Standardprogramm mit Motion Capture Sessions und der Beisteuerung der zur Umsetzung nötigen Mastertapes soll dies auch die Ausarbeitung der Story, aller zugehörigen Cutscenes sowie die Zusammenstellung des restlichen Musikprogramms beinhaltet haben. Und das war laut Neversoft nicht immer ganz einfach. Ulrich steuerte dem Projekt beispielsweise gleich zu Anfang eine handgeschriebene Liste von 500 Titeln bei, die er als Kompendium der 30 Jahre umspannenden Karriere und ihrer Inspirationsquellen unbedingt im Game haben wollte. Man kann sich vorstellen was es für die Entwickler für ein Akt war, Hetfield und ihm dieses Biest auszureden und sich gemeinsam auf eine realistischere Tracklist zu einigen. Dass Metallica die Songs anderer Bands im Spiel genau so gewissenhaft ausgewählt haben wie ihre eigenen, zeigt wie verbunden selbst sie als Stars sich zu ihren Idolen fühlen. Gerade jüngeren Fans soll durch Guitar Hero: Metallica vermittelt werden, wie sehr die Truppe von verschiedenen Legenden geprägt wurde. Kirk Hammetts Lieblingsgitarrist Michael Schenker zum Beispiel gehört zu den Musikern, deren Bedeutung für die Band man kennen sollte, wenn man sich eingängiger mit ihren Songs und deren Inspiration beschäftigen möchte.
In der Haut von Europäern
Der Karrieremodus von Guitar Hero: Metallica wird sich inszenierungstechnisch von dem aus „Aerosmith“ unterscheiden, denn man folgt dabei keiner Pseudo-Dokumentation mehr. Weil Ulrich & Co. das Gefühl hatten, über ihre bisherige Geschichte sei schon viel zu oft erzählt worden, schlüpft man im Spiel in die Haut einer jungen europäischen Truppe, die Metallica hinterherreist um ihren Traum zu erfüllen, ins Vorprogramm ihrer Helden zu kommen. Während man dieser auf wahren Begebenheiten basierenden Handlung folgt, besucht man zahlreiche reale Stages aus der Vergangenheit der eigentlichen Hauptdarsteller, darunter das L.A. Forum und den Tushina Flughafen in Russland, wo Metallica einst mit AC/DC zusammen unter fliegenden Militärhelikoptern vor mehr als 50 000 Zuschauern spielten. Wer nun befürchtet, er dürfe erst ganz zum Schluss des Einzelspielermodus auf die Mannen um Mr. Hammett zurückgreifen, darf seine metalerprobte Blutpumpe wieder beruhigen. Den Ablauf der Kampagne hat Guitar Hero: Metallica dann doch wieder mit dem Aerosmith Spiel gemein, ihr tretet im Wechsel als besagte Anfängertruppe und das originale Metallica auf.
Bühnenrodeo
Wer Metallica mal live erleben durfte, wird um den ganz eigenen Stil derer Shows wissen. Als Premiere für das Guitar Hero Franchise treten die Stars des Spiels so z.B. bevorzugt inmitten eines rund um sie herum gekreisten Publikums auf. Dass sie sich auf dieser Art von Stage beim Performen zu allen möglichen Seiten bewegen und ständig die Blickrichtung wechseln, hat für den Motion Capture Prozess sowie die ingame Inszenierung durch Neversoft viele Änderungen erforderlich gemacht. Zur Ästhetik Metallicas gehört dabei auch, dass die eigentlich in Guitar Hero standardmäßig vorhandenen Riesenkulissen und prall gefüllten Bühnenshows ausbleiben werden. Licht und Feuerwerkseffekte sind die einzig wahren visuellen Begleiter der Band, dafür wird Guitar Hero: Metallica damit auch deutlich verschwenderischer und ausdrucksstärker umgehen als gewohnt. Obwohl der typische Optikstil des Franchises mit leicht comichaften Zügen ansonsten auch im neusten Ableger wieder zum Einsatz kommt, versprechen die Entwickler, Figuren und Bühnen einen Tick authentischer wirken zu lassen, als man es sonst von der Musikserie kennt. Das soll in erster Linie authentischere Texturen und einen echteren Look der Materialien im Spiel bedeuten. Menüs und sonstige Präsentationselemente werden außerdem mit bekannten CD Covers, Artworks und Logos gespickt sein. Das Gesamtpaket wird laut Neversoft das ultimative Metallica Fanerlebnis darstellen. Dazu gehören Extras wie Fotos, Fanvideos, Setlisten und seltene Originalaufnahmen der Band, zudem auch die Metallifacts. Hier genießt man virtuelle Auftritte der verschiedenen im Spiel enthaltenen Tracks, während sich passend dazu kleine Fensterchen mit Hintergrundinfos einblenden.
Ist euch das noch nicht genug der spezifischen Extras des eigenständigen Vollpreisspiels? Dann freut euch außerdem noch auf den kompletten GHTunes Studiomodus aus World Tour, inklusive neuer Gitarren- und Basssounds direkt mit Hetfields ESP Truckster und der ESP von Slayers Tom Araya (guter Freund Metallicas) aufgenommen. Wer's gerne etwas leichter hat, trommelt im Drum Fill Modus ohne Farbvorgabe zu jedem Song frei vor sich hin, während die Originalgeräusche von Ulrichs Schlagzeug dabei ertönen. Oder ist euch selbst „Profi“ bei Guitar Hero nicht schwer genug? Dann stürzt euch doch einfach auf „Profi Plus“, den neuen höchsten Schwierigkeitsgrad für Trommler. Hierzu müsst ihr ein zweites Pedal ans Drumm Set anschließen, dürft dafür dann aber auch tatsächlich exakt die gleichen Töne wie Lars Ulrich in der Realität anschlagen. Das alles dürfte jedoch nichts als Schnickschnack sein, falls die Tracklist des finalen Games nicht passen. Die ersten veröffentlichten der späteren über 45 Songs (60% davon Metallica, 40% andere Bands) stimmen zum Glück zuversichtlich:
Bestätigte Songs anderer Bands:
- Alice In Chains: No Excuses
- Bob Seger: Turn The Page
- Judas Priest: Hell Bent For Leather
- Kyuss: Demon Cleaner
- Lynyrd Skynyrd: Tuesdays Gone
- Mastodon: Blood and Thunder
- Michael Schenker Group: Armed and Ready
- Samhain: Mother of Mercy
- The Sword: Black River
Weitere bestätigte Künstler:
- Foo Fighters
- Queen
- Slayer
Bestätigte Metallica Tracks:
- Enter Sandman
- For Whom The Bell Tolls
- Fuel
- Hit The Lights
- King Nothing
- Master of Puppets
- No Leaf Clover
- Nothing Else Matters
- Sad But True
- The Unforgiven
- Where I May Roam
Nach allem was ich zuletzt (hauptsächlich in der aktuellen U.S. GameInformer) über Guitar Hero: Metallica gelesen habe, scheinen Neversoft und Activision Blizzard aus den „Fehlern“ der Aerosmith Version gelernt zu haben. Schon alleine die bekannten Sonderfeatures klingen alles andere als nach einer Lightvariante des eigentlichen Guitar Hero Franchises und den Jungs von Metallica nehme ich die passionierte Beteiligung an der Entwicklung des Titels sogar wirklich ab. Es gibt im Prinzip nur eines, was mir Sorgen macht: Der Schwierigkeitsgrad. Ich meine, wenn Lars Ulrich im Interview mit den Kollegen schon erklärt, man habe versucht eine wahre Herausforderung für Plastikinstrumentenveteranen zu schaffen und nennt diesen Aspekt des Konzeptes das „Dragonforce Element“... Wenn er sogar davon spricht, man solle sich als Spieler so fühlen, als müsse man eine ganz neue Stufe des Spiels meistern, hoffen wir er meint damit wirklich nur den neuen „Profi Plus“ Modus. Was Metallica am Guitar Hero Franchise vor allem fasziniert, ist, dass viele junge Leute übers Selberspielen an teils schon vergessene Klassiker der Musikgeschichte herangeführt werden. Entsprechend wollen sie die Chance nutzen, am Rande ihrer eigenen Werke auch ihre vielen persönlichen Lieblinge der Zeitgeschichte vorzustellen. Hierauf bin ich am meisten gespannt und ich bin mir sicher, auch die „Götter des Metal“ werden mit dem Softwareausflug viele neue Fans hinzugewinnen können. Immerhin gehören sie zu dieser Art universell geiler Bands, von deren Songs man sich selbst begeistern lassen kann, wenn man gar kein großer Fan ihrer Musikrichtung ist.
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Kommentare (15)
hmm, bin etwas zwiegespalten - ob der Kohlemache der Marke, denn die "World Tour" Edition ist ja durch das Equipment recht nett, mir haben hierbei aber die harten Songs gefehlt. Ich vermutete zunächst, dass die Entwickler dem Normalverbraucher die Fähigkeit absprechen, zu Metalsongs am Mikro korrekt mitzu"singen", aber nun ist die Schredderkatze ja doch aus dem Sack gelassen worden. Dass die Songauswahl den Schwerpunkt auf nur einer Band hat, finde ich hierbei nicht so dolle - eine "Allgemein-Knüppelmucke-Edition" von Guitar Hero würde mir hier mehr zusagen...
117Spartan
Ertronic
Die Songauswahl ist mit noch nicht so überzeugend, die "Balladen" raus und lieber was von dem völlig zu unrecht unterschätzen Album "Some Kind of Monster" rein.
117Spartan
Auch wenn ich wie oben beschrieben noch GH-Novize bin - könnte es nicht sein, dass "Some Kind of Monster" deshalb schwer zu implementieren ist, weil es hier so gut wie keine Gitarrensoli gibt?
Und ja, ich bin auch ein Fan von diesem Album, trotz der komisch klingenden Drum von Lars Ulrich.
Slipknot666
Zed01
Dass der Schwierigkeitsgrad nicht zu meistern ist, kann ich mir nicht vorstellen, schließlich war GH3 noch viel schwerer als GHWT, was die Ausrichtung der Serie aufzeigt. "One" und "Trapped Under Ice" waren imo sehr gut an die Schwierigkeitsgrade angepasst.
Btw: In der "Visions" war mal ein Artikel von Hammett abgedruckt, in dem er Hendrix als seinen Lieblingsgitarristen geoutet hat.
Daniel Pook
GeneralTessaij
Ab4ddon
Wird man das Spiel auch ohne Zubehör kaufen können um es mit der GH3-Gitarre zu zocken?
Oder ist das Ding klar für World Tour ausgelegt und man erlebt mit "nur" Gitarre zu wenig?
Reanor
So Sachen wie: The 4 Horsemen, Wiphlash, Fight Fire with Fire, Fade to Black, Battery, Disposable Heroes, And Justice for all, Shortest Straw, Dyer's Eve, Struggle Within dürfen, meiner Meinung nach, eigentlich nicht fehlen.
Obwohl, eigentlich müßten Metallica die ersten 5 Alben komplett draufpacken! \m/\m/