Mittwoch, 05. März 2008
Castlevania (Lament of Innocence)
Veröffentlichung: 2003 für die Playstation 2
Story: 1094: Als seine Verlobte entführt wird, verrät sein schwerkranker Freund, der Stratege Mathias Cronquist, dem angesehenen Ritter Leon Belmont, dass sie von einem Vampir namens Walter Bernhardt in einen Wald namens Eternal Night verschleppt wurde. Da ihm die Kirche ihre Hilfe verweigert (Aha!) und er obendrein eigentlich mit Kreuzzüglerei beauftragt ist, von der er nicht aücken darf, schmeißt Leon Schwert und Titel hin und macht sich männlich hart allein auf die Suche nach seiner Angebeteten. Schon Bald kreuzt ein alter Mann, mit Namen Rinaldo Gandolfi (GANDOLFI! Nicht der Zauberer aus „Der Herr der Ringe“!) seinen Weg und übergibt dem tapferen Belmont eine mystische, mit alchemistischen Kräften gesegnete Peitsche. Man ahnt es, die Legende der Familie Belmont und ihres ewigen Kampfes gegen den unsterblichen Schreckensfürsten, Graf Dracula Vlad Tepes, findet ihren unheilvollen Anfang! Buuaaahhhh …
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Info: Die beiden ersten 3D-Castlevanias wurden mit gemischten Gefühlen aufgenommen, während die zweidimensionalen GBA-Teile einstimmiges Kritikerlob kassierten. Doch ein kleiner Rückschlag sollte nicht die absolute Aufgabe zur Folge haben und so startete Konami mit der „Wehklage der Unschuld“ den zweiten Versuch, die Serie in gewohnter Qualität in die nächste Dimension zu hieven. Lament of Innocence, das bei uns üigens schlicht als Castlevania auf den Markt kam, ging seinen eigenen Weg und orientierte sich weder an den N64-Episoden, noch an den letzten drei Teilen. Mit seinem, auf dynamische Kämpfe in abgegrenzten Räumen ausgelegten Spielprinzip, erinnerte es auf den ersten Blick eher an Capcoms Dämonen-Schlächter-Reihe Devil May Cry. Das durchdachte Kampfsystem, in Verbindung mit der aus Harmony of Dissonance entlehnten Zweit-Waffen-Magie-Kombinierung, machten die zahlreichen Duelle mit den grausigen Schlossbewohnern zum größten Spaßfaktor des Spiels. Größter Unspaßfaktor war hingegen das extrem eintönige Level-Design. Sich dauernd wiederholende Gänge und zermürbendes Backtracking ließen die Erkundungstouren zum echten Schlafmittel werden. Vielen Fans zum Unverständnis, hatte man außerdem die erprobten und für beliebt befundenen Rollenspielelemente nicht ins PS2-Castlevania übernommen. Dank feiner Grafik und sehr guter Spielbarkeit konnte Lament of Innocence, als erste und bis heute einzige gelungene 3D-Episode bezeichnet werden. Dies lag nicht zuletzt wieder mal an der umwerfenden Musik von Michiru Yamane, die eine wundervoll zeitgenössische und schaurige Atmosphäre verströmte. Letztlich wurde Castlevania aber von der übermächtigen Genre-Konkurrenz a là God of War oder eben Devil May Cry etwas ins Abseits gedrängt.
Castlevania – Dawn of Sorrow
Veröffentlichung: 2005 für den Nintendo DS
Story: 2036: Das in der Story-Chronologie bislang letzte Castlevania erzählt von einem fiesen Kult unter der Führung von Celia Fortner, der den Vampir-Chef Dracula wiederbeleben will (Gähn!) und ihm zu diesem Zweck schon mal sein Schloss nachgebaut hat, damit er sich dann auch wie zu hause fühlen kann. Soma Cruz und seine neuen Kumpels aus Aria of Sorrow sind wieder vor Ort, um die Castlevania-Kopie ultimativ auf ihre Originaltreue zu testen.
Info: Castlevania und kein Ende mehr. Mit der Handheldmachtübernahme durch den Nintendo DS überraschte Konami konsequenterweise mit einer direkten Fortsetzung des, wie schon erwähnt, besten GBA-Teils Aria of Sorrow. Neben erwartungsgemäß stark verbesserten Grafik, hatte man die Features des neuen Systems sinnvoll genutzt: Auf dem oberen Bildschirm war jetzt permanent die Karte eingeblendet und bei einigen Rätseln und Boss-Kämpfen kam der Stylus zum Einsatz. Dawn of Sorrow krankte an demselben „Alles irgendwie schon mal gesehen“-Syndrom, wie seine mobilen Vorgänger. Doch Dank der fetten Präsentation (inklusive echtem Anime-Intro) und genügend neuen Arealen, Feinden und Gegenständen, sowie hier und da etwas Feinschliff und ein paar kleinen, aber feinen Ideen, zwang auch dieses Castlevania wieder zum Durchspielen, und trumpfte danach sogar nochmal auf. Nach erfolgreich beendetem Hauptspiel durfte man nämlich mit einem alternativen Charakter durch die verwinkelten Gänge wüten. Das war zwar auch schon bei Harmony of Dissonance und Aria of Sorrow möglich, hier hatte der gute Julius aber tatsächlich eine eigene (nicht ganz so ausführliche) Storyline und musste teils andere Zwischenbosse niederknüppeln, was den Wiederspielwert enorm erhöhte. Im Zusammenhang der Serie muss man sagen das Dawn of Sorrow wirklich sehr viele Elemente wiederholt hat. Für sich allein betrachtet ist es aber sicher eines der besten Castlevanias überhaupt.
Castlevania – Curse of Darkness
Veröffentlichung: 2005 für die Playstation 2 und die Xbox
Story: 1479: Einst ein Untergebener Draculas, zog sich der Devil Forgemaster Hector nach dessen Niederlage vor drei Jahren zurück, um den ganzen Stress hinter sich zu lassen und in Ruhe zu leben – nur er und seine Frau. Doch dieser Traum wird jäh zerstört. Hectors alter Freund Isaac ist verärgert über die Treulosigkeit seines früheren Kumpels, klagt seine Frau der Hexerei an und lässt sie verennen. Darauf gibt es für echte Helden – und gerade für solche, die vorher für das pure Böse gearbeitet haben – natürlich nur eine gerechtfertigte Reaktion: Gnadenlose, rücksichtslose, infernalische RACHE! Bei seinem Feldzug durch Transsilvanien versucht Hector auch gleich noch, den noch immer das Land verderbenden Fluch Graf Draculas zu echen. Unterwegs trifft er auf Trevor Belmont, der dasselbe Ziel hat. Ohne die Rache!
Info: Wirklich beeindruckend an Curse of Darkness war vor allem, dass die Entwickler es geschafft haben, die Kritik an den langweiligen Levels in Lament of Innocence einfach komplett zu ignorieren. Zwar gab es diesmal auch zahlreiche Außengebiete, wie eine Stadt, dass änderte aber nichts daran, dass man ständig nur durch dieselben eintönigen, endlosen und verwirrend gleichförmigen Landschaftsschläuche lief. Ermüdend! Hectors Vendetta führte ein paar mehr oder weniger ausgereifte Veränderungen ein. So metzelte sich der Recke wieder mit Schwert, Speer und Konsorten durch die Feindesreihen und bekam dabei Unterstützung von kleinen Innocent Devils. Diese hatten jeweils spezielle Fähigkeiten, wie Heilung oder Angriffszauber, konnten von Hector simple Befehle erhalten (z.B. einen bestimmten Gegner anzugreifen) und stiegen im Kampf, wie er selbst auch, im Level auf. Außerdem konnte der geläuterte Schmiedemeister der Hölle mit verschiedenen Rohstoffen eigene Waffen kreieren, was allerdings ein etwas komplizierter Prozess war. Durch den offensichtlichen Unwillen der Entwickler, um Koji Igarashi, die Fehler des Vorgängers auszumerzen und weil sich die Präsentation auch auf annähernd dem selben (guten) Niveau befand, wie der Vorgänger, hinterließ Curse of Darkness letztlich den Eindruck stehengeblieben zu sein und sämtliche Fortschritte des Genres zu missachten. Kein wirklich schlechtes Spiel, aber eine teils sehr zähe Angelegenheit.
Castlevania – Portrait of Ruin
Veröffentlichung: 2006 für den Nintendo DS
Story: 1944: Der zweite Weltkrieg fordert immer noch seine Opfer. Graf Brauner will, wie einst die Gräfin Bartley, die Gelegenheit beim Schopfe packen, um mit den Seelen der Verstorbenen den Schreckensfürsten (mal)wiederzubeleben. John Morris‘ Sohn Jonathan Morris und dessen Gefährtin Charlotte Aulin werden ihn aufhalten.
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Info: Es gab nicht viel dran rumzudiskutieren, das auch dieses Castlevania wieder die fertige Symphony-Backmischung, mit denselben Ingredienzien verwendete, wie schon seine Vorläufer. Mehr noch aber, als Dawn of Sorrow, fügte Portrait of Ruin dem Teig viele neue Gameplay-Zutaten hinzu und garnierte den Action-Adventure-Kuchen mit vielen schönen Details. (Wenn das jetzt mal keine feine Metapher war!) Ähnlich Castlevania III steuerte der Spieler wieder zwei Charaktere gleichzeitig, zwischen denen er bei Bedarf wechseln konnte: Den Peitschen und andere Waffen schwingenden Jonathan und die zierliche Zauberin Charlotte, die aus verschiedenen magischen Büchern vorlass, um dem Dämonen-Pack einzuheizen. An einigen (Zu wenigen!) Stellen mussten auch Rätsel durch den richtigen Einsatz der beiden Vampir-Jäger gelöst werden. Der DS-Stylus blieb allerdings über die gesamte Spielzeit stecken. Die Helden durchkämmten diesmal nicht nur das gewaltige Schloss, sondern auch eine Reihe von mysteriösen Bildern, die sie in entlegene Gegenden, wie die Wüste oder das vernebelte London teleportierten. Dadurch bot Ruin die mit Abstand größte Spielwelt aller Teile der Serie. Im Boss-Rush-Modus – und leider nur da – durften die Krieger üigens auch kooperativ von zwei Spielern gesteuert werden. Grafisch hatte sich seit dem ohnehin beeindruckenden Vorgänger nicht viel getan. Die Optik war etwas farbenfroher und der Humor wurde noch etwas vertieft. Leider hat man, wie schon bei Dawn of Sorrow, das überragende Artwork von Ayami Kojima durch einen Anime-typischen, „familienfreundlicheren“ Stil ersetzt, der bei vielen Fans auf wenig Gegenliebe stieß. Dafür gehört die Musik zur absoluten Speerspitze der Reihe, entstand sie doch in Zusammenarbeit der Castlevania-erprobten Michiru Yamane, mit dem legendären Videospielkomponisten Yuzo Koshiro (Streets of Rage, Revenge of Shinobi). Schelte gab’s einmal mehr für das etwas fade Level-Design, mit den vielen altbekannten Lokalitäten. Doch alle kleinen, liebevollen Ideen und Belohnungen aufzuzählen, mit denen Portrait of Ruin diesen Umstand wieder wett machte, wäre an dieser Stelle zu viel des Guten. Lässt man überdies mal den unantastbaren Debut-Status von Symphony of the Night und die Existenz seiner Nachahmer außen vor, ist dieser Teil für sich betrachtet vielleicht das beste Castlevania aller Zeiten! Aber für diese Behauptung mögen uns die Fans bitte nicht köpfen!
Castlevania – The Dracula X Chronicles
Veröffentlichung: 2007 für die Playstation Portable
Story: Die Geschichte ist dieselbe, wie in Dracula X: Rondo of Blood.
Info: Mit Dracula X Chronicles hat es endlich eine grafisch aufgebohrte Version des legendären Rondo of Blood zu uns geschafft. Und diesmal ist es kein Pseudo-Remake a là Vampire’s Kiss. Einen ausführlichen Test zu dem PSP-Spiel könnt ihr morgen auf AreaGames lesen. Auf diesen Titel dürft ihr euch definitiv freuen, so viel sei schon mal verraten.
Das war’s mit unserem Ausflug in die düstere, mythenreiche Welt von Castlevania. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Konami auch an einem Teil für die Dreamcast, mit dem Namen Castlevania Resurrection, gearbeitet hat, in dem Sonia und Victor Belmont 1666 (Das Jahr des Großen Brandes von London) jagt auf die Kreaturen der Hölle gemacht hätten. Aufgrund des ausbleibenden Erfolges für Segas glücklosen 128 Bit-Vorreiter hat man die Produktion aber eingestellt. Außerdem gibt es mit Castlevania – Order of Shadows auch einen Ableger für Mobiltelefone, der leider grottenschlecht ist. Vermutlich auch ganz gut so, sonst müssten wir noch ernsthaft Handy-Spiele zocken.Wir hoffen ihr hattet Spaß mit unserer History und wir konnten euch vielleicht ein bisschen mit der Castlemania anstecken. Wir werden uns jetzt jedenfalls erstmal mit einer Dracola vor die Konsole setzten, ein paar Zombies, Skeletten und Fledermaus-Grafen richtiges Benehmen beiingen, nebenbei über weitere schlechte Wortspiele üten und enden mit den Worten:
"This overwhelming power … Death!""Indeed!"Hier geht's zurück zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3 der Castlevania-History.
Kommentare (5)
Seo
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