Hitman Absolution
Agent 47 kehrt zurück. Eilig hatte er es damit allerdings nicht: Knapp fünf Jahre liegen schon seit seinem letzten Einsatz in „Blood Money“ zurück. Square Enix präsentierte uns den Titel in Hamburg und wir kamen ausgesprochen beeindruckt zurück. Der aktuelle Hitman leiht sich zwar einige Elemente von Batman Arkham City und der Musik von Hans Zimmer, mischt daraus aber einen schicken neuen Stealth-Coktail.
Wenn die faulen Penner von AreaGames nicht zur E3 fahren, weil der Redaktionsjet schon für einen Ausflug in die Budapester Gellert-Therme blockiert war, muss die E3 eben zu uns kommen. Und so geschah es, dass Square Enix sein eindrucksvolles Messe LineUp auch in seinen Hamburger Räumen präsentierte. Den Anfang machte Hitman Absolution, der nunmehr fünfte Teil der beliebten Hitman-Reihe, mit dem Entwickler IO Interactive in Kopenhagen ziemlich einsam die Fahne der dänischen Spieleentwicklung hoch hält. Wenn die Jungs nicht gerade an einem Spiel über Profikiller 47 brüten, schicken sie die beiden Rauf- und Suffbolde „Kane & Lynch“ in den Ring, an dessen spielerische Qualitäten sich aber meist die Geister scheiden.
Mit Absolution kehren sie aber wieder zu ihrem beliebtesten Franchise zurück und scheinen damit auf dem besten Weg: Im vorgestellten Demo-Level muss unser Barcode-Assassine zuerst aus einer Bücherei flüchten die von dutzenden Polizisten gefüllt ist, die mit Taschenlampen nach dem Killer suchen. Hier fällt vor allem die schicke und detailverliebte Grafik ins Auge: Überall liegen Bücher verstreut, während schicke Lichteffekte der Taschenlampen und anderer kleinen Lichtquellen die Räumen illuminieren. Die umhersuchenden Wachen sind keine geklonten Polizisten mit immer gleichen Bewegungsabläufen, sondern unterschiedlich gestimmte Vollzugsbeamte, die sich auch untereinander in diverse Unterhaltungen stürzen. Da 47 in diesem Abschnitt unbewaffnet ist, muss er vor allem leise und unauffällig vorgehen, wobei ihm der neue „Instinct“-Modus gute Dienste leistet. Ist dieser aktiv, kann dann der Spieler alle patrouillierenden Wachen durch die Wände hindurch sehen und bekommt auch ihre Laufwege angezeigt. Das erinnert natürlich ungemein an den „Detective-Modus“ von Batman: Arkham City, macht aber trotzdem spielerisch sehr viel Sinn, da nun geplanter gemeuchelt werden kann. Gutes Stichwort. Natürlich dauert es nicht lange, bis uns in der Demo gezeigt wird, dass der Hitman nicht nur schleichen muss. Mittels Telefonkabel erdrosselt er den ersten Polizisten, zwei weitere werden in ein Loch der baureifen Bücherei gezogen. Wie immer ist dieser brutale Weg natürlich optional. Sehr gut gefällt allerdings, wie die übrigen Polizisten auf das Verschwinden ihrer Kollegen reagieren. Die einzelnen Dialoge wirken weitaus natürlicher als die zwei-drei Standardsätze, die wir in Arkham City zu hören bekamen.
Ist man aus der Bücherei entkommen geht es auf das Dach, wo die Geißel jedes modernen Videospielheldens auf uns wartet: Der Helikopter. Allerdings weichen wir hier vor allem den Suchscheinwerfer aus, springen über einige Dächer und schnappen uns von einem weiteren armen Polizisten die Uniform. Nachdem wir ihn, äh, schlafen gelegt haben. Als Polizist getarnt steigen wir durch eine liebevoll ausgestattete Kiffer-Höhle, deren völlig zu gedröhnte Einwohner hektisch das Gras ins Klo schütten, nach dem sie vom Krach des Polizeihubschraubers aus ihren Tagträumen gerissen werden. Detaillierte ausgearbeitete Ereignisse wie dieses lassen die Spielwelt unheimlich detailliert machen. Zum Schluss spaziert Agent 47 in Uniform sogar noch durch ein Polizeirevier und zieht passend die Mütze ins Gesicht, wenn ihn ein Beamter zu genau mustern möchte. Nachdem er das Revier verlassen hat, kann er in einer riesigen Menschenmenge am nächsten Bahnhof untertauchen und die Demo findet ihr Ende.
Natürlich fehlten in der Präsentation einige Spielelemente. So konnten wir noch kein einziges Mal sehen, wie der Hitman eine Waffe abfeuert, was in den Vorgängern oft eine schwammige Angelegenheit war. Überhaupt war vom Waffenarsenal und den Gadgets noch nicht viel zu sehen, einzige Waffe der Demo war ein Telefonkabel. Optisch und akustisch war allerdings schon in dieser Fassung alles bestens. Auch der Soundtrack erinnert mit seinem kraftvollem Horn-Einsatz dezent an Hans Zimmers „Inception“ Soundtrack. Aber welcher Soundtrack tut das heutzutage nicht?
Als Fan der Reihe hat mich die Hitman Absolution Demo sehr beeindruckt. Vor allem die grafische Präsentation und die Detailverliebtheit der Entwickler konnte begeistern. Hier ist Agent 47 auf Augenhöhe mit den besten Titeln, die die Wettbewerber zu bieten haben. Nur der hohe Actionanteil im Demo-Level sorgte für einige Bedenken, die aber schnell von den Entwicklern zerstreut wurden: Das fertige Spiel wird sich an den Tugenden der Vorgängern orientieren und wieder die klassische Missionsstruktur bieten, die man aus den Vorgängern kennt: Sprich, ein bis zwei Zielpersonen, die man möglichst elegant ins Jenseits befördert, idealerweise ohne Zeugen und ziviler Verluste. Nur dass dies jetzt alles viel schicker, atmosphärischer und dynamischer aussieht als in dem bereits etwas sterilen und angestaubten „Blood Money“. Damit ist mein Hype-Ticket für Absolution bereits gebucht. Darum meine Bitte an IO Interactive: Gebt mir einfach alle zwei Jahre einen Hitman dieser Güte und lasst die beiden Struwelpeter Kane & Lynch endlich in Ruhe sterben. Darum kann sich ja 47 kümmern…
Hitman Absolution - E3 Trailer
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Kommentare (8)
blueeye
Das man den Detective Modus aus Batman geklaut hat, würde ich nur teilweise zustimmen. Denn mal im Ernst, wer hat nicht in den bisherigen Hitman Teile stets auf die Kartenfunktion zugegriffen um in Echtzeit die Laufwege der NPC mitzuverfolgen?
Dieses Feature ist einfach nur ein Zugeständniss zum Komfort der heutigen Spiele. So spart man sich ein paar zusätzliche Tastenklicks für die gleiche Funktion, die es bisher schon immer gab.
Danke für Vorschau Alex, wobei ich das meiste schon aus dem Podcast kenne.
Eine Frage hätte ich aber noch. Kommt das Spiel wirklich noch dieses Jahr?
Alexander Voigt
@ blueeye: Was aber neu im "Instict"-Modus ist, das auch die Laufwege auch in die Zukunft projeziert werden. Man sieht also auch, wohin die Wachen laufen werden. Das ist schon deutlich komfortabler als in den Vorgängern, wo man ja nur sehen konnte, wo sie gerade lang laufen.
Release ist natürlich erst 2012, passe das schnell noch in der Datenbank an.
Jiders (mach doch!)
"...und lasst die beiden Struwelpeter Kane & Lynch endlich in Ruhe sterben. Darum kann sich ja 47 kümmern…"
So wahr! Alex, du scheinst Blood Money ähnlich klasse zu finden wie ich. Glaubst du wirklich, dass diese Vielfalt und Kreativität erhalten bleibt und nicht einfach nur noch auf dem Papier besteht. Ich mein in Conviction kann man ja immerhin auch "stealthy" vorgehen... auf dem Papier.
Ich drück auf jeden Fall die Daumen!
Luke
Hey Alex, ich habe mal eine Frage zu der E3 Demo kann man sich irgendwo die GANZE Demo ansehen?? ^^
KING_BAZONG
"...wobei ihm der neue „Instinct“-Modus gute Dienste leistet. Ist dieser aktiv, kann dann der Spieler alle patrouillierenden Wachen durch die Wände hindurch sehen und bekommt auch ihre Laufwege angezeigt. "
So ein Schwachsinn *kopfschüttel*
Wer braucht sowas ?
Ich glaube, auch diese traditionsreiche Reihe wird versemmelt werden. Schade. Dabei wollte ich nur einen klassischen HITMAN haben, was wohl nicht zuviel verlangt ist.
Jacuzzi
chillje
Ich würde vermuten, das der „Instinct“-Modus eine Art schickes gimmik ist.
Ich zocke gerade wieder Hitman Blood Money und spiele es erst mal auf Normal durch. In dem Mode kann ich alle Menschen in der "L1" Karte sehen, und die Laufwege kenne ich mehr oder weniger auswendig.
Aber wenn ich es danach wieder in Profi durch zocke, sehe ich wenns hoch kommt noch die Passanten. Aber das wars dann auch ;)
So denke ich, wirds auch im „Instinct“-Modus ablaufen.
schönen gruß
*edit:
Es gibt in letzter Zeit häufig SQL Warnings nach dem Posting. Das solltet ihr mal kontrolieren ;)
2happy