IW-Bosse wollten CoD-Ausschlachtung verhindern
14:12 Uhr - Vince Zampella und Jason West, die beiden am 01.03. überraschend gefeuerten Ex-"Infinity Ward"-Chefs, erheben in ihrer Anklageschrift schwere Vorwürfe gegen Activision Blizzard. Demzufolge haben sich die beiden gegen eine Ausschlachtung des "Call of Duty"-Franchises und einen Kontrollentzug über ihr Studio wehren wollen. Nach Release von Modern Warfare 2 soll ActiBlizz entsprechend gezielt versucht haben, Gründe zu finden, die "Infinity Ward"-Führung aus der Firma zu drängen.
Im Zuge der zu diesem Zwecke einberufenen Ermittlungen innerhalb der Firma sollen Zampella und West unter anderem mehr als sechs Stunden lang in einem fensterlosen Raum verhört und auch andere "Infinity Ward"-Mitarbeiter bei Befragungen mit aller Härte zu Tränen gebracht worden sein.
Wir übersetzen Auszüge aus den weiteren Anschuldigungen gegen Activision Blizzard:
- "West und Zampella waren nicht so angetan davon wie Activision, so schnell die Entwicklung von Modern Warfare 2 anzufangen. Ungeachtet der Zusicherung durch Activision, dass West und Zampella bei der Führung von Infinity Ward ihre komplette Freiheit als unabhängiges Studio behalten würden, hatte Activision damit begonnen, Infinity Wards Möglichkeiten zur Erschaffung von Qualitätsspielen zu unterwandern."
- "Activision hat Infinity Ward zum Beispiel dazu gezwungen, fortwährend in einem halsbrecherischen Tempo mit aggressiven Zeitplänen Spiele zu produzieren. West und Zampella waren besorgt darüber, dass Activision Quantität über Qualität stellen würde."
- "Nach Activisions Beharren darauf, dass Infinity Ward weiterhin seinen Fokus auf 'Call of Duty'-Sequels anstelle ganz neuer Franchises setzen solle, hatten West und Zampella die Sorge, dass Activision das Risiko in Kauf nehmen würde, die 'Infinity Ward'-Angestellten kreativ auszubrennen. Eine kreative Arbeitsumgebung war schon immer einer der Eckpfeiler von Infinity Wards Erfolg."
- "West und Zampella waren nicht motiviert dazu, ihre Arbeitsverhältnisse zu verlängern, da sie ihre Spiele zwar mit zahlreichen Auszeichnungen gefeiert sahen und sie Milliarden von Dollars für Activision einspielten, die Mitarbeiter von Infinity Ward allerdings mit keinem fairen Anteil daran beteiligt wurden."
Zampella und West fordern vor Gericht rund $36 Million Abfindung von Activision Blizzard. Zudem bestehen sie auf das Recht, die kreative Kontrolle über das "Modern Warfare"-Franchise zu behalten und ein Vetorecht auf alle "Call of Duty"-Games zu erhalten, die zeitlich in einem Setting nach dem Vietnamkrieg spielen. Activision Blizzard zeigt sich enttäuscht, zugleich aber auch unbeeindruckt von der Klage der beiden ehemaligen Mitarbeiter. Erst vor ein paar Tagen kündigte der Publisher umfangreiche Pläne für mehrere neue "Call of Duty"-Games an. Uns erinnert die ganze Situation übrigens an eine merkwürdige "Infinity Ward vs. Treyarch"-Fede aus der Pre-Release-Phase von World at War. Damals wunderte der scharfe Ton, welcher in der Öffentlichkeit zwischen den beiden Studios, die immerhin unter einem Publisher-Dach am selben Label arbeiten, zu herrschen schien. [via GamesIndustry]
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Kommentare (26)
Ayato
DonkeyWong
und wiede rgeht ne marke den bach runter... aber naja kennt man ja..
toul81
Rush
Im Grunde wäre das in der Tat etwas für Microsoft, denn man hört sehr oft das die in diesem Punkt ein sehr genügsamer Partner sind und die Entwicklung nicht auf Biegen und Brechen vorantreiben. Zuletzt war es Remedy und Epic die sowas von sich gaben.
Activision/Blizzard ist mir sowieso in letzter Zeit immer unsympathischer, denn die sind wie das frühere EA. Innovation und Qualität interessiert da nicht, es geht nur um Profit Profit und nochmal Profit.
Blackburn7
Boron 78
Es ist ja grundsätzlich nicht verkehrt ein Franchise zu nutzen um Geld zu verdienen, aber den beiden Herren geht es ja auch nicht um die Rettung von CoD, sondern um Knete!
Zed01
Regt sich denn keiner über diese quasi Stasi-Methoden auf? Beim Verdacht auf Untreue sollten die Bullen oder meinetwegen auch Privatdetektive etc. darauf angesetzt werden. Ein solches Vorgehen ist jedoch menschenunwürdig für eine so große und erfolgreiche Firma.
Aerendil
Frantzman
Micherl