Infernal
Donnerstag, 10. Mai 2007
14:13 Uhr - Ihr habt Ego-Shooter satt und könnt das 2. Weltkrieg- Szenario nicht mehr sehen? Ihr wollt einfach mal wieder euer Gehirn ausschalten, unberschwert ballern, und eurem Helden dabei über die Schulter schauen? Dann seid ihr bei Infernal richtig – zumindest mit vereinzelten Abstrichen.
Selbstverständlich ist die Story – wie sollte es heutzutage anders sein - platt und schnell erzählt. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Helden Ryan Lenox, ein ehemaliger Spezialagent von EtherLight, welcher schließlich von der verfeindeten Organisation ABYSS angeheuert wird. Die bösen Jungs von EtherLight arbeiten an einer Technologie, die den freien Willen aller Menschen kontrollieren kann.Hochgradig überraschend, ist das Ziel von Ryan Lenox, das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse wiederherzustellen. Selbstredend ist Lenox der einzige Agent, welcher sich dieser schweren Aufgabe annehmen kann. Trotz der höllisch platten Geschichte sind die fulminanten Echtzeit-Zwischensequenzen ein echtes Trostpflaster und treiben den Spielablauf impulsiv voran, garniert mit jeder Menge Action und satten Effekten.
Zu Beginn des Spiels muss man sich auf einen zähen und trägen Einstieg gefasst machen. Wenig Action, Linearität ohne Ende und Tristesse erwarten das Spielerherz. Im weiteren Spielverlauf wird glücklicherweise nur die strenge Linearität beibehalten. Ein leicht zu verschmerzender Kritikpunkt, da die Action innerhalb der einzelnen Level stellenweise zum Staunen einlädt. Aufschnellende Blitze, bildschirmfüllende Explosionen und Augenblicke, bei denen man das Gefühl hat, dass jeden Moment die Welt vorzeitig untergeht.
Ryan Lenox verfügt jedoch nicht nur über pure Waffengewalt, sondern ist auch noch mit Kräften teuflischer Herkunft ausgerüstet. Aus leblosen Körpern können Seelen für den Eigenbedarf ausgesaugt werden, und dienen somit als Hausapotheke für die Fleischwunde zwischendurch.Mittels Telekinese können Hindernisse oder Gegner aus dem Weg geräumt werden und per Teleportation kann Lenox an sonst unerreichbare Stellen gelangen, die jedoch innerhalb seines Sichtbereichs sein müssen. Jedoch kostet diese Vergnügen auch jede Menge Mana, welches sich in der sogenannten Höllenansicht wieder aufladen lässt. In der Höllenansicht werden dem Spieler sowohl Lebens- als auch Manaquellen zur Regeneration angezeigt. Des Weiteren kann die Lebens- und Manaanzeige an besonders teuflischen und dunklen Orten wieder aufgeladen werden. Hierzu zählen Friedhöfe oder bestimmte Dungeons. Himmlische Orte – wie z.B. eine Kirche – sind dagegen wenig förderlich und stoppen jegliche Regeneration.
In spielerischer Hinsicht sind die teuflischen Kräfte das einzig innovative Highlight. Ansonsten bleibt Infernal in vielerlei Hinsicht bloß Standardkost. Die eingebauten Rätseleinlagen beschränken sich auf ei n minimalistisches Niveau, und dienen lediglich als Halbzeit zwischen den Ballerorgien. Oftmals handelt es sich um stupide Schalter- oder Schieberätsel, welche auch ein Affe mit geschlossenen Augen lösen kann. Diese haarsträubenden Denksportaufgaben sind immerhin, einigermaßen passabel in den Levelverlauf eingebaut worden, und stören den Spielfluss nur selten.
Das vorhandene Waffenrepertoire bietet nichts, was man nicht schon zigmal in diversen anderen Ablegern dieser Art gesehen hat. Von der einfachen Pistole, über zur Laser- und Maschinenpistole, bis hin zum Maschinen- und Sturmgewehr, sowie dem Flammenwerfer und der Flammenkanone ist faktisch alles vertreten. Üblicherweise beschränkt man sich jedoch im späteren Spielverlauf auf die Waffen, mit der größten Durchschlagskraft und den mächtigsten Explosionen. Die große Waffenauswahl wird somit um ein vielfaches reduziert, da die meisten Waffen schlichtweg unauchbar bzw. ineffektiv sind.Ein weiterer Kritikpunkt ist die Unausgewogenheit der Schwierigkeitsgrade. Es ist äußerst bedauerlich, dass die Action lediglich mit der Steigerung des Schwierigkeitsgrades zunimmt. Je schwerer, desto heftiger knallt es. Es geht hierbei nicht um die Quantität der gebotenen Action, sondern vielmehr um die Intensität. Nicht jeder Gelegenheitsspieler möchte sich durch den schwersten Schwierigkeitsgrad hangeln, nur damit er auch sicher sein kann, dass er das größtmögliche Spielerlebnis erzielt – inklusive der Frustmomente, die somit zwangsläufig auftreten.Störend, und vor alle lästig, ist weiterhin das Respawnen der Gegner. Diese tauchen plötzlich aus dem Nichts auf und nehmen den Spieler kräftig unter Beschuss. Klar, hier wird wieder für Action ohne Ende gesorgt. Allerdings auf Kosten des Spielspaßes, denn irgendwann verliert auch ein eingefleischter Rambo die Lust an den immer wiederkehrenden, gleichen Bestien. Ein Lob verdient jedoch die künstliche Intelligenz, denn die agiert äußert geschickt und weiß sich zu verteidigen. Vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden, kann dies schnell zum Verhängnis werden.
Was bleibt am Ende noch üig? Definitiv ein grafisches Feuerwerk, dessen Action sich nur schwer stoppen lässt. Das Leveldesign ist äußert überzeugend als auch kreativ gestaltet worden und trägt hervorragend zur dichten Atmosphäre bei. Die Bossfights sind eine herrliche und herausfordernde Abwechslung und ingen, zusammen mit der rockigen und schweißtreibenden Musik, das Blut jedes Spielers zum kochen. Die Story dient als Alibi oder nettes Beiwerk – nicht mehr und nicht weniger. Die kinoreifen Zwischensequenzen sind eine Augenweide, verlieren aber aufgrund des gerade genannten Kritikpunkts an Glaubhaftigkeit.
Der grafische Genuss hat allerdings auch seinen Preis. Wer sämtliche Details und Effekte in voller Pracht genießen möchte, sollte eine Shader 3.0-Grafikkarte mit 256 MB RAM, zusammen mit einer mindestens 2,5 GHz starken CPU, im Gehäuse haben. Die Ladezeiten scheinen ebenfalls direkt aus der Hölle zu kommen, da diese sich stellenweise ins unerträgliche ziehen können. Da hilft auch die beste Höllenmaschine nichts.Infernal ist ein Spiel mit viel Sonnen-, aber auch viel Schattenseite – Gut und Böse halten sich somit die Waage. Auf der einen Seite überzeugen die knallharte Action, die für Tiefgang sorgt, sowie die besonderen Fähigkeiten von Ryan Lenox. Es macht einfach verdammt viel Spaß, wie ein Irrer durch das Level zu rennen und alles zu erschießen, was einem über den Weg läuft – in Kombination mit der Telekinese und Teleportation. Das sorgt für frischen Wind und lässt Spielerherzen höher schlagen.Auf der anderen Seite kann sich mitunter schnell Langeweile einstellen, da der Spielverlauf sehr repetitiv ist und man früh nichts Neues mehr geboten bekommt. Das Waffenarsenal ist nett, aber überflüssig groß, da man für die meisten Waffen einfach keine Verwendung findet. Die Rätsel sind gut integriert, wirken aber aufgesetzt, langweilig und passen einfach nicht zum restlichen Spieldesign. Alles in allem bleibt Infernal ein Spiel, dass mit dem Teufel gleichzieht: Beide haben weder Herz noch Seele.Die ersten Spielerfahrungen waren einfach tierisch langweilig. Der Spielablauf war zäh, die Waffen unauchbar und die Story gab kaum Anreiz, überhaupt noch weiterzuspielen. Als ich die ersten Level jedoch überstanden hatte, und meine Geschütze immer schwerer wurden, stieg zeitgleich der Spielspaß enorm an. Die Explosionen und Effekte, sowie die Spielgeschwindigkeit jagen das Adrenalin nur so durch meinen Körper. Der wuchtige Soundtrack, die spektakulären Bosse und die einfache Spielmechanik, haben mich dann dennoch motiviert, weiterzuspielen. Das war’s aber auch schon, viel mehr Gründe gibt es nicht. Das Leveldesign mag auch noch so liebevoll gestaltet sein. Infernal gibt einfach nicht mehr her, als eine gepflegte – aber auch hirnlose – Ballerorgie. Schade eigentlich, da das Spielkonzept verdammt viel Potential hat. Naja, vielleicht klappt’s beim zweiten Teil.
Das ist Waaaaaaaahnsinn, …
Ryan Lenox verfügt jedoch nicht nur über pure Waffengewalt, sondern ist auch noch mit Kräften teuflischer Herkunft ausgerüstet. Aus leblosen Körpern können Seelen für den Eigenbedarf ausgesaugt werden, und dienen somit als Hausapotheke für die Fleischwunde zwischendurch.Mittels Telekinese können Hindernisse oder Gegner aus dem Weg geräumt werden und per Teleportation kann Lenox an sonst unerreichbare Stellen gelangen, die jedoch innerhalb seines Sichtbereichs sein müssen. Jedoch kostet diese Vergnügen auch jede Menge Mana, welches sich in der sogenannten Höllenansicht wieder aufladen lässt. In der Höllenansicht werden dem Spieler sowohl Lebens- als auch Manaquellen zur Regeneration angezeigt. Des Weiteren kann die Lebens- und Manaanzeige an besonders teuflischen und dunklen Orten wieder aufgeladen werden. Hierzu zählen Friedhöfe oder bestimmte Dungeons. Himmlische Orte – wie z.B. eine Kirche – sind dagegen wenig förderlich und stoppen jegliche Regeneration.
,… warum schickst Du mich in die Hölle?
Das vorhandene Waffenrepertoire bietet nichts, was man nicht schon zigmal in diversen anderen Ablegern dieser Art gesehen hat. Von der einfachen Pistole, über zur Laser- und Maschinenpistole, bis hin zum Maschinen- und Sturmgewehr, sowie dem Flammenwerfer und der Flammenkanone ist faktisch alles vertreten. Üblicherweise beschränkt man sich jedoch im späteren Spielverlauf auf die Waffen, mit der größten Durchschlagskraft und den mächtigsten Explosionen. Die große Waffenauswahl wird somit um ein vielfaches reduziert, da die meisten Waffen schlichtweg unauchbar bzw. ineffektiv sind.Ein weiterer Kritikpunkt ist die Unausgewogenheit der Schwierigkeitsgrade. Es ist äußerst bedauerlich, dass die Action lediglich mit der Steigerung des Schwierigkeitsgrades zunimmt. Je schwerer, desto heftiger knallt es. Es geht hierbei nicht um die Quantität der gebotenen Action, sondern vielmehr um die Intensität. Nicht jeder Gelegenheitsspieler möchte sich durch den schwersten Schwierigkeitsgrad hangeln, nur damit er auch sicher sein kann, dass er das größtmögliche Spielerlebnis erzielt – inklusive der Frustmomente, die somit zwangsläufig auftreten.Störend, und vor alle lästig, ist weiterhin das Respawnen der Gegner. Diese tauchen plötzlich aus dem Nichts auf und nehmen den Spieler kräftig unter Beschuss. Klar, hier wird wieder für Action ohne Ende gesorgt. Allerdings auf Kosten des Spielspaßes, denn irgendwann verliert auch ein eingefleischter Rambo die Lust an den immer wiederkehrenden, gleichen Bestien. Ein Lob verdient jedoch die künstliche Intelligenz, denn die agiert äußert geschickt und weiß sich zu verteidigen. Vor allem in den höheren Schwierigkeitsgraden, kann dies schnell zum Verhängnis werden.
Ein Teufelskreis
Der grafische Genuss hat allerdings auch seinen Preis. Wer sämtliche Details und Effekte in voller Pracht genießen möchte, sollte eine Shader 3.0-Grafikkarte mit 256 MB RAM, zusammen mit einer mindestens 2,5 GHz starken CPU, im Gehäuse haben. Die Ladezeiten scheinen ebenfalls direkt aus der Hölle zu kommen, da diese sich stellenweise ins unerträgliche ziehen können. Da hilft auch die beste Höllenmaschine nichts.Infernal ist ein Spiel mit viel Sonnen-, aber auch viel Schattenseite – Gut und Böse halten sich somit die Waage. Auf der einen Seite überzeugen die knallharte Action, die für Tiefgang sorgt, sowie die besonderen Fähigkeiten von Ryan Lenox. Es macht einfach verdammt viel Spaß, wie ein Irrer durch das Level zu rennen und alles zu erschießen, was einem über den Weg läuft – in Kombination mit der Telekinese und Teleportation. Das sorgt für frischen Wind und lässt Spielerherzen höher schlagen.Auf der anderen Seite kann sich mitunter schnell Langeweile einstellen, da der Spielverlauf sehr repetitiv ist und man früh nichts Neues mehr geboten bekommt. Das Waffenarsenal ist nett, aber überflüssig groß, da man für die meisten Waffen einfach keine Verwendung findet. Die Rätsel sind gut integriert, wirken aber aufgesetzt, langweilig und passen einfach nicht zum restlichen Spieldesign. Alles in allem bleibt Infernal ein Spiel, dass mit dem Teufel gleichzieht: Beide haben weder Herz noch Seele.Die ersten Spielerfahrungen waren einfach tierisch langweilig. Der Spielablauf war zäh, die Waffen unauchbar und die Story gab kaum Anreiz, überhaupt noch weiterzuspielen. Als ich die ersten Level jedoch überstanden hatte, und meine Geschütze immer schwerer wurden, stieg zeitgleich der Spielspaß enorm an. Die Explosionen und Effekte, sowie die Spielgeschwindigkeit jagen das Adrenalin nur so durch meinen Körper. Der wuchtige Soundtrack, die spektakulären Bosse und die einfache Spielmechanik, haben mich dann dennoch motiviert, weiterzuspielen. Das war’s aber auch schon, viel mehr Gründe gibt es nicht. Das Leveldesign mag auch noch so liebevoll gestaltet sein. Infernal gibt einfach nicht mehr her, als eine gepflegte – aber auch hirnlose – Ballerorgie. Schade eigentlich, da das Spielkonzept verdammt viel Potential hat. Naja, vielleicht klappt’s beim zweiten Teil.
Bewertung
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