Islands of Wakfu
Man kann nicht sagen, dass sich der französische Spiele-Entwickler Ankama keine Mühe gegeben hätte, den aktuellen "Xbox LIVE Arcade"-Release Islands of Wakfu so sympathisch wie möglich zu präsentieren. Der Download-Code zum Testen des Spiels kam gleich mit knuddeligem Schnabeltier zum Kuscheln bei uns an und auch die hell ertrahlende Zeichentrick-Grafik machte auf den ersten Blick Lust auf mehr. Lest in diesem Artikel, warum es trotzdem nur zum obligatorischen Prädikat "Für Fans" gereicht hat.
J-RPG minus RPG
Islands of Wakfu spielt im MMO-Universum von Ankama, welches bereits die Browsergames Wakfu und Dofus beherbergte. Trotzdem ist der Arcade-Titel kein Onlinespiel, sondern eher eine Art simples Action-Abenteuer mit dem Look eines japanischen 2D-Rollenspiels, betrachtet von schräg oben. Es gibt den klassischen Start im Heimatdorf, das auf einmal von einer bösen Macht bedroht wird und all seine Hoffnungen in einen unerfahrenen Jüngling setzen muss. Dabei handelt es sich in diesem Falle um die Teleportationszauberin Nora, die mit ihrem Zwillingsbruder-Drachen Efrim unterwegs ist. Ein kleines Schnabeltier ist als Helfer ab und zu ebenfalls dabei - warum auch immer, ich weiß es nicht. Ich bin weder mit der Ankama-Mythologie vertraut, noch habe ich jemals eines der (offenbar recht populären) Browserspiele angerührt. Mir fehlte entsprechend jeglicher Bezug zur teils recht abstrusen Fantasy-Spielwelt, die auf mich beim Testen von Islands of Wakfu bloß den Eindruck des üblichen Genre-Einerleis gemacht hat, das irgendwie tiefgründig und weitreichend ausgearbeitet zu sein versucht, mir dafür aber letztendlich zu oberflächlich und klischeevoll bleibt. Obgleich mich das Ganze nicht richtig begeistern konnte, reicht die Story im Rahmen eines kurzweiligen Downloadspielchens aber trotzdem vollkommen aus und echte Wakfu-Fans wissen eventuelle inhaltliche Details zu schätzen, die mir als normalem Spieler gänzlich verschlossen geblieben sind.
Undynamisch dual
Man kann Islands of Wakfu wahlweise kooperativ an einer Konsole zu zweit spielen oder als Solospieler per Knopfdruck zwischen den beiden Hauptfiguren hin und her schalten. Falls man das überhaupt möchte, denn ich habe mich wann immer möglich auf die Nutzung des kleinen Drachens Efrim beschränkt. Er bietet in den viel zu hektischen Kämpfen des Spiels die beste Mischung aus Angriff (verschießt Wakfu-Kugeln) und zeitgleich durchgeführtem Ausweichen (er fliegt standardmäßig in der Luft). Dass ich immer wieder gezwungen wurde, zum Aufsammeln von Lebensenergie und Auslösen bestimmter Ereignisse auf Kollegin Nora umzuschalten, war mir eher lästig als dass es mir spaßbringende Abwechslung beschert hat. Ihre Nahkampf-Fähigkeiten sind zu unpräzise und anfällig für Gegentreffer, als dass sie in Auseinandersetzungen mit den meist rudelweise attackierenden Feinden eine sinnvolle Wahl wäre. Kurzum: Die eigentlich als Highlight angepeilte Komplementarität der zwei Spielfiguren wirkt spielerisch nicht wie aus einem Guss, genau so wie es den repetitiven Fights im Spiel an echter Intuitivität fehlt.
Anime à la France
Die Kämpfe mögen sich irgendwo zwischen nervig und langweilig einpendeln, der Spielverlauf mag arg linear vor sich hinplätschern und die Story ist (zumindest für nicht-Wakfu-Kenner) denkbar belanglos, trotzdem ist Islands of Wakfu für 800 MS Points zumindest ein Zeitvertreib, der sehr schön anzusehen ist. Die 14 nur stark begrenzt begehbaren Level (plus 12 Challenges) und ihre Spielfiguren werden in einem wunderbar klaren "Anime aus dem Westen"-Look schön bunt auf den Bildschirm gemalt, der so hochwertig wie bei einem Vollpreisspiel in feiner Qualität erstrahlt. Dank eines "Göttinnen"-Modes, in welchem man zu Lasten einiger Achievements nicht sterben kann, ist Islands of Wakfu vielleicht gerade für etwas jüngere Zocker oder reine Gelegenheitsspieler am besten geeignet, die sich vor allem an den malerischen Bildschirmhintergründen erfreuen und das unkomplizierte Gameplay dabei eher im Autopilotmodus laufen lassen wollen. Selbst im ersten Moment aufwändig klingende Features wie eine Teleportationsfunktion setzt man bloß im vom Spiel diktierten, eng abgesteckten Rahmen an ganz offensichtlichen Stellen ein und Quicktime-Events zählen letztendlich zu den größten Herausforderungen - egal in welchem Schwierigkeitsgrad.
Islands of Wakfu - Das Fazit auf Seite 2 verrät, warum wir nicht ganz die richtige Zielgruppe dafür sind.
Datenblatt - Spieletest - Trailer - Bilder - News ...
Bitte logge Dich ein, um Kommentare zu verfassen.
Coming Soon
Galerien
Islands of Wakfu
Screenshots aus dem Ankama-XBLA-TitelIslands of Wakfu
Screenshots der freispielbaren Avatar-BelohnungenIslands of Wakfu
Artworks zum XBLA-GameDie Neuesten User-Tests
Kid Icarus: Uprising 3DS
Zur E3 2006 kündigte Nintendo mit einem kleinen Trailer einen neuen ''Smash Bros.'' Teil an. Die ganze Community war sehr erfreut und doch wunder...
Kid Icarus: Uprising 3DS
Pit ist wieder da. Beachtliche 21 Jahre liegt der letzte Auftritt des geflügelten Heldes zurück. Nun erwartet uns ein Reboot von \\\"Kid Ica...




















Kommentare (12)
Zocker 3000
fishhead
Greg88
Habt ihr da irgendwas geändert? wenn ja bin ich für einen sofortigen, nachträglichen test von super meat boy. Mit groooooßen abstand mein spiel des Jahres 2010...
Daniel Pook
PipBoy95
Zocker 3000
Richtige einstellung warum für arbeiten GEld bezahlen. ;)
Jack Scallion
Dann wärs aber mal ne Maßnahme auch von euch ungetestete Spiele zum Usertest freizugeben.
Testet ihr wirklich NUR geschenkte Spiele?
Daniel Pook
Nicht aus Prinzip. Wir holen uns auch durchaus mal Spiele selbet zum Testen, die wir nicht oder nur cut zum Testen geschickt kriegen. Aber das eben nur in Fällen, in denen es sich lohnt oder wir extremes Eigen-Interesse am Game selbst haben.
Grendel
Chief89