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Jam Session

Donnerstag, 25. Oktober 2007
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14:58 Uhr - Ihr seid ein verkappter Rockstar, aber euer Talent reicht maximal für die Luftgitarre? Dann könnte „Jam Sessions - Deine Gitarre für die Hosentasche“ von Ubisoft genau das Richtige für euch sein. Wie sich der DS als elektronische Klappgitarre in der Praxis schlägt, erfahrt ihr im folgenden Bericht.

Doch eines gleich als Warnung vorweg: wer nun eine Art „Guitar Hero“ für den DS erwartet, der wird von „Jam Sessions“ maßlos enttäuscht sein. Im Grunde genommen handelt es sich bei Ubisofts Werk nicht einmal um ein richtiges Spiel, sondern um einen reinen Gitarrentrainer. Doch dies muss ja nicht gleich schlecht sein. Diverse Gehirn-Jogging-Spiele haben erfolgreich bewiesen, wie man selbst dröge Rechenaufgaben geschickt verpacken kann, so dass Lernen trotzdem Spaß macht.

Akkordarbeit

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Aber eines nach dem anderen. Falls ihr noch nie im Leben selbst Gitarre gespielt habt, dann sollte euer erster Schritt ins gut gemachte Tutorial führen. Dort werden euch anhand von Bildern und kleinen Übungen die beiden wesentlichen Dinge von „Jam Sessions“ erklärt: die Akkord-Palette und die virtuellen Gitarrensaiten.

Über das Steuerkreuz des DS kann man die Palette ansteuern und auf bis zu 16 Akkorde zugreifen. Kürzel wie „CM7“ stehen z.B. für Dur-Dominantsept-Akkorde. Da das Steuerkreuz bekanntlich nur acht Richtungen kennt, schaltet man mit der L-Taste auf die zweite Akkord-Palette mit wiederum acht weiteren Akkorden um.Auf dem Touchscreen werden die virtuellen Saiten dargestellt, die mit dem Stylus „angeschlagen“ werden. Je nachdem, ob man die Saiten von oben nach unten anschlägt (der so genannte Abschlag) oder von unten nach oben (Aufschlag), erklingt für den gewählten Akkord jeweils ein anderer Ton. Während Abschläge kräftige Töne hervoringen, klingen Aufschläge eher sanft. Soweit also die Theorie: einen Akkord durch Drücken des Steuerkreuzes wählen und die virtuellen Saiten per Stylus anschlagen. Auch wenn ich den Begriff „Saiten“ verwende, so könnt ihr in Wahrheit leider keine Saite einzeln ansprechen, sondern immer nur das gesamte „Bündel“ auf einmal anschlagen. Spielt ihr nun in der Praxis eines der Lieder aus der Songliste, werden auf dem oberen Bildschirm des DS die Kürzel der jeweiligen Akkorde zusammen mit dem Liedtext angezeigt. Insgesamt erweist sich „Jam Sessions“ von der Präsentation her eher bieder und schlicht. Einzig die individuell einstellbaren Hintergrundmotive ingen etwas Farbe in das ansonsten triste Programm.

Saiten-verkehrt

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Halten des DS während des Gitarrespielens. Mit dem linken Daumen und dem Zeigefinger werden das Steuerkreuz und die L-Taste bedient, während man mit der rechten Hand mittels Stylus die Saiten anschlägt. Damit dabei der DS nicht aus der Hand fällt, muss man ihn mit dem kleinen Finger stützen. Erfreulicherweise wurde beim Design der Steuerung aber auch an die Linkshänder gedacht. Die haben es in mancher Hinsicht sogar besser als ihre Kollegen, die mit der ungenauen Steuerung mit dem Steuerkreuz in Verbindung mit diagonalen Akkorden leben müssen.

Stützräder für Anfänger

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Zum Glück können Anfänger neben der reinen Akkordanzeige noch einige Hilfsmittel aktivieren, ansonsten wären sie wohl schon zu Beginn hoffnungslos verloren. Die Positionshilfe zeigt euch im Liedtext an, welche Richtung auf dem Steuerkreuz der aktuell benötigte Akkord entspricht. Die Anschlagshilfe soll euch dabei unterstützen, wie oft, wie lange und in welcher Richtung (Aufschlag oder Abschlag) ein bestimmter Akkord angeschlagen werden muss. Schließlich gibt euch das Metronom den Grundrhythmus des aktuellen Liedes vor. Alle diese Hilfen können jederzeit ein- oder ausgeschaltet werden. Ersteres ist auch bitter nötig, denn bei den Songs werden weder Melodie noch Gesang abgespielt, sondern nur allein der Liedtext eingeblendet. Gut, für manche Songs kann man sich eine Demonstration der Melodie anhören, aber diese ist in einer so miserablen Qualität, so dass man sie schnell wieder peinlich berührt beendet.

Entdecke die Möglichkeiten

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Seid ihr erst einmal mit der Grundsteuerung vertraut, könnt ihr zwischen drei Hauptmodi wählen. Im Aufwärmmodus wird das Gelernte aus der Einführung auf ein echtes Lied schrittweise angewandt. Das eigentliche Kernstück des Spiels, der Song-Modus, bietet über 35 verschiedene Songs aus verschiedenen Genres an. Vor dem eigenen Versuch kann man sich meistens eine Demo des entsprechenden Songs vorspielen lassen, um ein Gefühl für den Rhythmus und die Akkorde zu bekommen. Im Freien Spielmodus kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und nach Lust und Laune spielen, was einem in den Sinn kommt. Hier stehen auch noch weitere Werkzeuge wie das „Maskieren“ bereit, mit dem man die Tonlage der gesamten Akkordpalette verschieben kann. Wurde man unerwartet von der Muse geküsst, dann sollte man mittels der Aufnahmefunktion sein Werk in einer der maximal fünf möglichen Aufnahmespuren speichern. Dabei wird aber nur das Gitarrenspiel aufgezeichnet, kein Gesang oder ähnliches.

Wem die angebotenen 16 Akkorde nicht ausreichen, der kann über das Optionsmenü seine individuelle Akkord-Palette anlegen, indem er aus einer Auswahl von über 100 verschiedenen Akkorden sich seine Palette zusammenstellt und bis zu 29 Kombinationen speichern darf.

Solo Auftritte

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Den Schwerpunkt von „Jam Sessions“ nimmt wie erwähnt das Spielen der Songs ein, wo ihr unter bekannten Liedern wie „No Woman No Cry“, „Wild Thing“, „Die perfekte Welle“ und über 30 weiteren Songs wählen könnt. Auf dem oberen Bildschirm des DS werden dabei der Liedtext und (je nach aktivierten Hilfen) der entsprechende Akkord mit seiner Dauer und der Anschlagsrichtung dargestellt. Wer nun auf musikalische Begleitung seines Gitarrenspiels wartet, der kann wie oben erwähnt lange warten. Es sind weder Gesang noch sonstige Instrumente zu hören! Einzig den Klang eurer Gitarre könnt ihr vernehmen. Durch Aktivierung des Metronoms erhaltet ihr aber wenigstens einen Anhaltspunkt, wie schnell der Rhythmus des entsprechenden Liedes ist, obwohl dies nüchtern betrachtet auch nicht wirklich von Belang ist. Denn egal, ob ihr im Takt bleibt oder nicht oder ihr euch zigmal verspielt: Hauptsache der geforderte Akkord wird wenigstens einmal gespielt, damit die Notenanzeige weiterwandert. Habt ihr alle Akkorde des Songs erfolgreich absolviert, werdet ihr mit einem einfachen „Glückwunsch“ abgespeist. Keine Statistik über eure Spielweise (z.B. Anzahl der getroffenen Akkorde), keine Highscore, kein Gar nichts. Ihr bekommt vom „Spiel“ also keinerlei Rückmeldung über eure Leistung und somit auch keinen Anreiz, euch das Lied ein weiteres Mal zu Gemüte zu führen. Einzig und allein weitere Hintergrundmotive werden durch das Absolvieren der Songs nach und nach vom Programm freigeschaltet – wow!

Seltsamerweise ist die einzige Option, die man halbwegs als „Spiel“ bezeichnen könnte, im Tutorial versteckt. Beim „Gehör Training“ wählt man zunächst eine Tonart aus, die man gezielt üben möchte (z.B. C-Dur). Im Anschluss wird eine kurze Phrase vorgespielt, die man dann nach Gehör nachspielen muss und dabei maximal fünf Fehler machen darf. Diese Phrasen werden im Laufe der Zeit immer anspruchsvoller.

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Ich muss ehrlich zugeben, dass ich im Leben noch nie richtig Gitarre gespielt habe. Ein Instrument zu erlernen, stellt normalerweise eine echte Herausforderung dar und benötigt viel Schweiß, Fleiß und Übung. Von „Jam Sessions“ hätte ich daher erwartet, dass es die Einstiegshürde für potentielle Gitarrenneulinge senkt und mit kleinen Herausforderungen Spaß am Lernen hervorruft. Aber all das bietet „Jam Sessions“ leider nicht, denn im Grunde genommen handelt es sich dabei durch die Vereinfachungen auch um keine echte Gitarrensimulation. Wer ernsthaft das Gitarrespielen lernen möchte, der versucht dies daher besser mit einer echten Gitarre. Einzig und allein Musiker, die schon immer mal eine kleine Gitarre für unterwegs besitzen wollten und mit den oben genannten Einschränkungen sowie dem geringen Umfang des Spiels leben können, dürfen einen vorsichtigen Blick darauf werfen. Denn trotz der vielen Kritikpunkte bietet „Jam Sessions“ realistische Akkorde und Gitarrenklang, eine intuitive Bedienung mit dem Stylus und zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten der Gitarre. „Casual Gamer“ hingegen, die eine Art „Guitar Hero“ mit der entsprechenden Unterhaltung für den DS erwarten, sollten sich von der Verpackung nicht blenden lassen und „Jam Sessions“ tunlichst meiden.

Bewertung

Jam Sessions ds

0/10

 

Kommentare (2)

 Liebling der Massen 50 Kommentar-Tippse 50
26.10.2007 12:20 - 55% ? Der Test beschreibt das Lernprogramm sehr gut. Aber 65% hätte ich schon gegeben...
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 Kommentar-Tippse 1000 Liebling der Massen 500 Kommentar-Tippse 500 MyGames Liste 20 Liebling der Massen 50 Kommentar-Tippse 50
26.10.2007 14:40 - Schade.
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