James Bond 007 - Liebesgrüße aus Moskau
Montag, 27. August 2007
16:47 Uhr - Ein Bond kommt niemals allein. So lautet ganz offensichtlich die Prämisse des Bond-Lizenz-Inhabers Electronic Arts. So sind nach dem allseits bekannten Kult-Bond-Spiel "Goldeneye" auf dem Nintendo64 auf der aktuellen Konsolengeneration quer über alle Systeme verteilt eine Reihe 007-Ableger aus dem Hause EA erschienen - von eher mageren Varianten wie "GoldenEye: Rogue Agent "bis hin zum tollen "Alles oder nichts".
Der neueste Sprößling hört auf den Namen "Liebesgrüße aus Moskau" (im Original: "From Russia with Love") und lehnt sich - na klar - an den gleichnamigen Bondstreifen an. Die Rahmengeschichte des zweiten offiziellen Bond-Filmes aus dem Jahre 1963 setzt sich dabei auch im Spiel fort. So findet man zahlreiche bekannte Schlüsselszenen und Sequenzen aus dem Film auch im Spiel wieder - natürlich inklusive einwandfrei identifizierbarer Charaktere, allen voran dem sehr gut getroffenen Sean Connery, dem bis dato wohl immer noch besten Bond-Darsteller. Leider hält sich das Spiel aber nicht bedingunglos an den Filmablauf. Einige Abschnitte fehlen gänzlich, dafür bekommen einige actionlastigere (auch neue) Szenen mehr Gewicht. Das hat zur Folge, dass die ansich kompakte Geschichte des Filmes leider ein wenig auseinandergerissen wird und es ihr an dadurch etwas an Dichte mangelt.
Beim oben angesprochenen Bond-Spiel "Alles oder nichts" wechselte Electronic Arts erstmals von der typischen 1st-Person-Perspektive eines Shooters zur 3rd-Person-Ansicht. Genauso wieder in "Liebesgrüße aus Moskau", so dass auch das Zielen und Schießen entsprechend anders verläuft als man es von traditionellen Shootern gewohnt ist. Geschossen wird zwar mit dem rechten Trigger, doch vorher will das Ziel mit dem linken Trigger erst einmal anvisiert werden. Das geschieht vollautomatisch: sobald man den linken Trigger gedrückt hält, wird das nächststehende Ziel aufs Korn genommen. Bei mehrmaligem Drücken wird entsprechend zwischen allen verfügbaren Gegnern durchgeschalten. Sobald man einen Gegner im Fadenkreuz hat, kann man nun spielend einfach sein Waffenmagazin auf diesen entleeren ohne noch manuell zielen zu müssen. Gerade das dürfte für klassische Shooter-Fans eher ein K.O.-Kriterium sein, denn wirkliches Können ist wegen des Auto-Lockings beim Schießen nicht notwendig. Es besteht zwar zusätzlich noch die Möglichkeit, sich mit Hilfe der X-Taste bei anvisierten Gegnern einzelne Schwachpunkte herauszupicken, doch das nimmt bei weitem mehr Zeit in Anspruch und ist gerade deswegen überhaupt nicht notwendig. Einigen Gegnern kann man so zwar gezielt ihr Funkgerät vom Gürtel schießen, damit diese keine Verstärkung herbeirufen können, doch warum sollte man das tun, wenn man in der selben Zeit gleich den ganzen Gegner eliminieren kann?
Neben den unterschiedlichen Waffengattungen gibt es allerdings noch ein paar typische Bond-Gadgets, die es hin und wieder einzusetzen gilt und damit dem Spielablauf noch ein wenig mehr Abwechslung einhauchen. Mit dem bekanntesten Gimmick überhaupt, der Laser-Uhr, lassen sich so beispielsweise Schlösser aufschweißen oder hinter Glasscheiben versteckte Schalter deaktivieren. Etwas mehr Fingerspitzengefühl erfordert der Q-Copter. Einmal gestartet, schlüpft man selbst in die Rolle des Mini-Helikopters und manövriert sich beispielsweise durch enge Lüftungsschächte, um anschließend mittels Selbstzerstörung Türverriegelung zu zerstören oder Gegner zu eliminieren. Besonders lustig ist allerdings eine Waffe in Form einer Pistole, mit der sich Gift-Patronen verschießen lassen. Der getroffene Gegner kann dann nämlich kurzzeitig nicht mehr zwischen Freund oder Feind unterscheiden und greift somit alles an, was zwei Füße hat und eine Waffe in der Hand hält; gerade bei großen Gegneranhäufungen erweißt sich diese Giftinjektion somit als äußerst hilfreich.
Darüberhinaus gesellen sich auch einige Missionen hinzu, die mit Jetpack oder dem Bond-typischen Aston Martin absolviert werden wollen. Beide Alternativen zum Fußmarsch bieten dabei sowohl normales Maschinengewehrfeuer (dem niemals die Munition ausgeht) und Raketen, die zwar besonders effektiv aber von ihrer Anzahl her limitiert sind. Bei Fahrten mit dem Aston Martin hat man außerdem noch die im Handbuch als Reifenreißer bezeichneten Messer an den eigenen Felgen zur Verfügung, mit denen man gegnerischen Autos und deren Insassen beim Vorbeifahren in Sekundenschnelle das Lebenslicht aushauchen kann. Sowohl die Ausflüge mit dem Jet-Pack als auch mit dem Wagen bestechen zwar nicht durch eine besonders ausgefeilte Steuerung, ingen aber dafür etwas mehr Abwechslung ins Spiel.
Pro abgeschlossenem Level erhält man - je nach Erfolg und eventuell eingesammelten Bonusobjekten - zusätzliche Erfahrungspunkte, die man anschließend in Waffen- und Gadget-Upgrades investieren kann, um den Waffen seiner Wahl beispielsweise ein größeres Magazin oder eine höhere Feuerrate zu bescheren. Außerdem lassen sich für den ebenfalls integrierten Multiplayer-Modus noch ein paar zusätzliche Charaktere freischalten - von Figuren aus dem Spiel bis hin zu Klassikern wie Gert Fröbe alias Goldfinger. Der Multiplayer-Modus selbst ist dank Fahrzeugen, den 007-Gadgets und einigen Interaktionen mit den Arealen sicherlich keiner der schlechtesten. Allerdings dürfte gerade die Tatsache, dass man seine Figur eben auch aus der 3rd-Person-Perspektive mit oben erwähnter automatischer Ziel-Systematik steuert, schnell für Spielspaßverlust bei echten Shooter-Fans sorgen. Interessanterweise gibt es allerdings mit dem Scharfschützengewehr, der Panzerfaust und der Granate drei Waffen, die dieses Auto-Locking nicht anbieten und ein manuelles Anvisieren der Gegner erfordern. Das größte Manko des Mehrspielermodus ist allerdings die fehlende Online-Unterstützung.
Mit dem soliden "Alles oder nichts" hatte Electronic Arts bewiesen, dass ein Shooter aus der dritten Person durchaus funktionieren und Spaß ingen kann. Bei den Liebesgrüßen aus Moskau konnte man aber leider nicht vollständig am Spielerlebnis des Vorgängers anknüpfen. Neben der mit dem Film nicht völlig identischen Geschichte hat man vor allem mit der schwammigen Kameraführung einen Bock geschoßen. Zusätzlich zu den oftmals sehr unübersichtlichen Gefechten dank Auto-Aiming (man ertappt sich gelegentlich dabei, wie vom Wahnsinn getrieben durch die Gegner zu schalten, um endlich den "richtigen" auszuwählen) sorgt das Nachschwenken der Kamera oft für den einen oder anderen Frustseufzer.
Leider hat Electronic Arts es auch verpasst, den Multiplayer-Modus etwas aufzumöbeln. So verkommt der Multiplayer-Part dann nur zu einem Mitingsel des nichtsdestotrotz unterhaltsamen und abwechslungsreichen Einzelspielermodus. Echte Bond-Fans dürfen zugreifen, alle anderen sollten probespielen.
Die dritte Person
Q sei dank
Darüberhinaus gesellen sich auch einige Missionen hinzu, die mit Jetpack oder dem Bond-typischen Aston Martin absolviert werden wollen. Beide Alternativen zum Fußmarsch bieten dabei sowohl normales Maschinengewehrfeuer (dem niemals die Munition ausgeht) und Raketen, die zwar besonders effektiv aber von ihrer Anzahl her limitiert sind. Bei Fahrten mit dem Aston Martin hat man außerdem noch die im Handbuch als Reifenreißer bezeichneten Messer an den eigenen Felgen zur Verfügung, mit denen man gegnerischen Autos und deren Insassen beim Vorbeifahren in Sekundenschnelle das Lebenslicht aushauchen kann. Sowohl die Ausflüge mit dem Jet-Pack als auch mit dem Wagen bestechen zwar nicht durch eine besonders ausgefeilte Steuerung, ingen aber dafür etwas mehr Abwechslung ins Spiel.
Bonus-Spielchen und Mini-Mehrspieler
Leider hat Electronic Arts es auch verpasst, den Multiplayer-Modus etwas aufzumöbeln. So verkommt der Multiplayer-Part dann nur zu einem Mitingsel des nichtsdestotrotz unterhaltsamen und abwechslungsreichen Einzelspielermodus. Echte Bond-Fans dürfen zugreifen, alle anderen sollten probespielen.
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