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Just Cause 2

Mittwoch, 31. März 2010
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11:46 Uhr - Ganster, Cops, Meuchelmörder, Weltraum-Rebellen, Söldner, Superhelden, Superantihelden: Das Sub-Genre der Open-World-Actionspiele wurde schon von den unterschiedlichsten Typen in allen erdenklichen Facetten ausgelotet. Die Pionierzeit ist vorbei und die große Freiheit hat den Glanz des Neuen verloren. Was kann ein Just Cause 2 da noch bieten, wie soll es noch beeindrucken? Ganz einfach, indem es euch alle Möglichkeiten gibt und alle Regeln nimmt.

Anders als Stirb Langsam-Brachial-Bulle John McLane, hat Rico Rodriguez das perfekte Timing und ist der richtige Mann, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Eine persönliche Einschätzung, denn ich weiß zwar nicht wie es euch geht, aber sobald die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, beginnt für mich die Action-Saison. ... Nun, die ist eigentlich das ganze Jahr über, aber im Frühling und Sommer irgendwie mehr als sonst. Vielleicht liegt's daran, dass man durch den Sonnenschein ohnehin mehr zur Bewegung und großen Taten angeregt wird. Vielleicht auch, weil ich als Kind dann immer draußen meinen Haudrauf- und Rotzweg-Idolen nachgeeifert habe. Wirklich erklären kann ich es nicht. Doch wenn das Wetter heller und wärmer wird, steigt auch mein Bedürfnis nach Tempo, Ballern und Zerstörung auf dem heimischen Bildschirm. Da kommt mir Just Cause 2 gerade recht, bietet es von diesen drei Spaßbringer doch wahrscheinlich die höchste Pro-Quadratmeter-Ausbeute der Videospielgeschichte. (Bangai-O gilt nicht!) Noch dazu auf einer üppigen, lichtdurchfluteten Südsee-Insel, wie sie paradiesischer kaum sein könnte, was uns einerseits dann gleich auch die teure Urlaubsreise erspart und andererseits von dem Vorwurf befreit, wir würden das schöne Wetter gar nicht genießen, weil wir nur drinnen sitzen und Just Cause 2 zocken. Oh, hab' ich die ganze Gewalt, die verbrecherischen politischen Verwicklungen und das unnatürlich hohe Explosionsaufkommen erwähnt? Tja, ich denke selbst im Paradies wird mal 'ne Party geschmissen.

„Jetzt werden wir alle eine Menge Spaß haben.“

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Wahre Worte von einem Mann, der es wissen muss. Rico Rodriguez: Agent der ... Agentur und am besten zu beschreiben als eine Mischung aus Triple X, Rambo, dem Typen aus Predator, der „Kontaaaaaaaaaaaakt!“ ruft, während er seine Minigun missbraucht, um die Welt von weiteren Fußballfeldern voll Sauerstoff spendenen Urwaldbäumen zu befreien, (aber ohne die schwarze Hautfarbe und eigentlich auch nur wegen dem Gatling), einem gewöhnlichen Arschloch und Jack Bauer. Weil sie irgendwie alle sind wie Jack Bauer. Der auf seine Art auch wieder ein Arschloch ist. Aber lassen wir das. Ihr merkt also, Rico ist ein Mann, der weiß wie man feiert und dem kein Auftrag zu schmutzig ist, um sein Ziel zu erreichen. Dieses Ziel heißt Tom Sheldon, ehemaliger amerikanischer Agent und – wie sollte es auch anders sein – Ricos Ausbilder und Mentor. Auf dem erwähnten, neckischen Inselstaat namens Panau pflegt Sheldon anscheinend unheilschwangere Beziehungen mit der neuen, plötzlich gar nicht mehr USA-freundlichen Regierung, deren Einstand selbstredend mit der unfreiwilligen Machtabgabe des alten Präsidenten einherging. Ein wenig Politik, viele Verbrecher, kein Sinn und jede Menge Action: So soll's sein. Ricos wenig gesellschaftskompatiblem Hang zur Vernichtung von Gebäuden, Fahrzeugen und Leben kommt zugute, dass in Panau so ziemlich jeder Dreck am Stecken hat. Weniger praktisch ist allerdings die Tatsache, dass sich Sheldon nicht einfach finden lässt indem unser Ein-Mann-Armageddon die komplette Landschaft umgräbt. Was ihn jedoch nicht davon abhält dies trotzdem zu tun. Um an Informationen zu dessen Aufenthaltsort zu gelangen, muss er sich mit den drei örtlichen Rebellen-Gruppierungen gut stellen, die jeweils ganz andere Wege und Ziele verfolgen, wie sie die Ablösung in der Führung Panaus vornehmen können. Bei keiner hat das etwas mit der Einhaltung von Menschenrechten zu tun. Just Cause 2 nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Alles andere wäre bei der hanebüchenen Geschichte und dem klischeehaften Szenario, des krisengebeutelten, südostasiatischen Kleinstaates auch unangebracht. Leider ändert das nichts an der Tatsache, dass die Zwischensequenzen inszenatorisch nicht über die bloße Pflichterfüllung hinaus gehen und die Dialoge das Gehirn unmittelbar in den Stand by-Modus versetzen. Dennoch entsteht ein halbwegs glaubwürdiges Bild von den vertrackten Vorgängen auf Panau und die Handlung reicht aus, um euren Erlebnissen die nötige Bedeutung zu verleihen. Hier und da hätte ich mir aber noch etwas mehr Witz und selbstironische Sprüche gewünscht. In seiner moralfreien B-Movie-Einfachheit entlockt das Spiel mir aber jederzeit ein dezentes Grinsen. So richtig breit wird das von ganz allein, wenn es zum eigentlichen Spielgeschehen kommt.


Reign of Chaos

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Rico stürzt sich aus einem Helikopter buchstäblich ins Vergnügen und wird im ca. einstündigen Prolog erstmal durch ein paar vorgegebene Story-Missionen geschickt, in denen bereits mehr zu Bruch geht, als in Phantom Kommando und Terminator zusammen. Der Grundtenor für ein über dreißigstündiges Action-Fest ist damit gesetzt. Fortan heißt es für Rico vor allem möglichst viel Chaos anzurichten. Was das Spiel etwas hanebüchen damit begründet, so kriminelle Hintermänner aus ihren Bauten zu locken und den politischen Umbruch in Panau zu fördern, meint es durchaus wörtlich: Für jedes zerstörte Objekt, erhaltet ihr Chaos-Punkte, mit denen ihr neue Agentur-Missionen, Aufträge für die drei Fraktionen, Renn-Herausforderungen und Schwarzmarktobjekte freischaltet. Dieses System hat den Nachteil, dass ihr nicht einfach durchgehend der Story folgen könnt. Am effektivsten ist es deshalb, Missionen für die Roaches, die Reapers oder die Ular Boys zu erledigen. Hier werdet ihr auf Attentäter-, Befreiungs-, Diebes- oder Zerstörungseinsätze geschickt. Zwischendurch gilt es auch immer wieder an Festungseroberungen teilzunehmen, die allerdings stets nach dem selben Schema ablaufen, nämlich sich mit einer Gruppe KI-Mitstreitern ins Innere einer Basis vorzuballern, aufzupassen, dass der Verbündete Techniker nicht das Zeitliche segnet und von diesem schließlich einen offensichtlich unheimlich bedeutungsvollen ... hm, Bauwagen hacken zu lassen, was faszinierenderweise die nun ehemaligen Besitzer der Festung davon abhält, euch weiterhin anzugreifen. Gehirnhacks sind auf Panau wohl schon weit fortgeschritten. Die übrigen Einsätze und besonders die Story-Missionen bieten aber ausreichend Abwechslung: Ihr müsst einen glückspielsüchtigen Informanten vor der Hinrichtung retten, liefert euch eine Hubschrauber-Verfolgungsjagd mit einem Verräter, kutschiert ein verwöhntes Callgirl in einer pinken (!) Limousine in ein sicheres Versteck, zerlegt einen ganzen Flughafen, um an wichtige Passwörter zu gelangen oder arbeitet euch unter Zeitdruck über Hochhausdächer, um mehrere Bomben zu entschärfen. Selbstredend ziehen sämtliche Einsätze einen völkermordgleichen Bodycount, rekordverdächtige Blechschäden und ein, ins unermessliche steigendes Arbeitspensum für Bauunternehmen mit sich. Trotz der enormen Größe der Spielwelt, ist für Moral in Just Cause 2 kein Platz.


Viel Feind, mit wenig Ehr

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Abseits der frei anwählbaren Missionen, bietet das Spiel, bis auf nette Check-Point-Rennen zu Wasser, zu Lande und in der Luft, keine vorgegebenen Nebenbeschäftigungen, in Form von Jobs oder Minispielen. Was aber nicht bedeutet, dass ihr nichts zu tun hättet. Ganz im Gegenteil, Zocker die gerne ein Spiel vervollständigen und jeden Stein umdrehen werden mit Just Cause 2 über Wochen an diesem Vorhaben zu beißen haben. Die Masse an Dörfern, Städten, kleineren Orten, Militäreinrichtungen und versteckten Geld- und Aufrüstungspaketen ist schlichtweg nicht mehr zählbar. Mit letzteren verbessert ihr eure Gesundheit oder Schwarzmarktobjekte wie Waffen und Fahrzeuge. Rico kann nämlich jederzeit einen dubiosen Händler anfliegen lassen, der gegen einen wenig bescheidenen Obolus zum Beispiel ein Scharfschützengewehr, Sprengstoff oder gar ein Flugzeug an jeden beliebigen Ort liefert. Mit derlei Spielzeug könnt ihr euch dann ganz nach eigenem Befinden daran machen, zur Chaos-Punkte und Geldaufstockung oder nur so zum Vergnügen, die Machtinstrumente des ansässigen Militärs zu zerlegen. Das wird jedoch schneller auf euch aufmerksam, als euch lieb sein kann. Meist genügt es schon nur ein paar Kilometer durch die Landschaft zu brettern und ihr habt einen ganzen Konvoi von MG-Jeeps und wild ballernden Motorrad-Soldaten am Hacken. Das gemeine Fußvolk versucht euch von der Straße zu drängen, sucht Deckung und flieht vor Granaten, ist aber ansonsten dumm wie Bohnenstroh und bleibt oft regungslos in der Schusslinie stehen oder verharrt mit dem Gesicht zur Wand und untersucht das Mauerwerk auf Mängelstellen oder was auch immer. Dadurch werden die Feinde aber auch nicht weniger nervig, da sie erstens (zu) viel vertragen, scheinbar an willkürlichen Punkten respawned werden, mit zunehmender Spieldauer schweres Geschütz wie Kampfhubschrauber auffahren und nur ein Teil eurer Energie sich von selbst auffüllt. Den Rest müsst ihr an Medistationen regenerieren, die mitten in der Pampa allerdings schwer aufzufinden sind. Meist hilft nach einer gewissen Zeit also nur der Trick des Verduftens.


Wo sind all die Tiere hin?

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Hm, klingt bis jetzt alles noch nicht außergewöhnlich aufregend. Was Just Cause 2 aber so verdammt cool macht, ist die Spielwelt in Verbindung mit Ricos Fähigkeiten sie zu bereisen bzw. mit ihr zu interagieren. Panau ist geographisch erstaunlich vielseitig und, trotz aller Schrottproduktion, vor Umweltverschmutzung scheinbar vollkommen gefeit: Von der kleinen Villa in der Nähe eines sonnengelben Strandes, geht’s über das reinste, türkisfarbene Meerwasser auf der ganzen Welt, durch eine trockene Wüste, bei der man schon beim bloßen Hinsehen Durst bekommt, über schneebedeckte Gebirge, zurück in eine, von Hochhausfassaden bestimmte Metropole, auf Landstraßen an einem Fluß entlang direkt in den Dschungel, bis ihr wieder in einem kleinen Dorf landet. Die Insel wirkt sehr natürlich gewachsen, ist aber alles andere als ein Abbild der Realität. Ständig wechselnde Lichtstimmungen tauchen das Land in ein verlockendes, warmes Leuchten und die schier grenzenlose Weitsicht liefert ohne Unterlass überwältigende Panoramen, wie sie nur in Edel-Kitschfilmen zu finden sind. Der Naturrausch hat allerdings seinen Preis: Während Rico und die Hauptpersonen noch ziemlich fein ausmodelliert sind und man etwa jede Waffe am Körper des Agenten sieht, wenngleich die Charaktere nie mit Titeln wie Uncharted, Crysis oder Modern Warfare mithalten können, so sind die meisten NPCs doch recht grobschlächtig aufgebaut. Kleine Grafikdefizite, wie Clippingfehler, die Gegner in den ungünstigsten Fällen auch mal durch die Wand schießen lassen oder aufpoppende Objekte bei hohem Tempo bleiben da auch nicht aus. Lauft ihr an Zivilisten vorbei bekommt ihr oft kleine Gesprächsschnipsel mit. Das Militär hält Gefangene am Straßenrand in Schach oder liefert sich Kämpfe mit den Rebellen, die euch wohlgesonnen sind und deshalb hin und wieder zur Seite stehen. Eure Aktionen werden regelmäßig mit entsprechenden Kommentaren bewertet, die sich jedoch häufig wiederholen. Derartige Elemente erwecken die Spielwelt zum Leben. Dennoch erreicht sie zu keiner Zeit die Tiefe und Glaubwürdigkeit eines GTA IV. Zum Beispiel gibt es beeindruckend wenige Tiere auf Panau und auch keine wirklichen Arbeitsabläufe, wie notwendige Landwirtschaft. Zwar haben die Bewohner hier und da Verkaufsstände für Obst und dergleichen aufgestellt, doch eigentlich wandern die Menschen nur ziellos in der Gegend rum. Einmal hab' ich einen Skorpion und im Wasser ein paar Fische gesehen. Ziemlich spärlich. Ein paar Hunde, Katzen, Vögel, Affen oder was weiß ich hätten Wunder bewirkt. Wieso nicht zum Beispiel ein paar Haie im Wasser, die einem Badeausflug zusätzliches Kribbeln verleihen. Auch die Fülle an Ortschaften relativiert sich ein wenig, da sie zum Großteil keine echte Bedeutung haben, weil sie keine Geschichte erzählen, die man mit der Gegend verbinden könnte. Da das Spiel sich ohnehin nichts aus Realismus macht, hätte man die Insel so auch für Erkundungsfans interessanter machen können. Wieso nicht ein versunkenenes Schiff, ein Bergwerk oder eine Militärruine, in denen sich Schätze oder einzigartige Waffen finden lassen? Überhaupt hat es Just Cause 2 auch nicht so mit Innenräumen. Ein kleiner Raum oder offene Hangars sind da schon ein höchste der Gefühle.


Held am Start

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Zur Fortbewegung stehen euch von ATVs, über Motorräder, Kombis, Jeeps, Trucks, feuerstarke Panzerwagen, Speedbote, Yachten, Zivil- und Kampfflugzeuge alles zur Verfügung was das Herz begehrt. Sämtliche Vehikel weisen ein deutlich individuelles Fahrverhalten auf, was allein schon das pure Ausprobieren zu einer spaßigen Angelegenheit macht. Dabei lassen sich selbst sonstige Problemfälle wie Flugzeuge und Helikopter tadellos steuern. Lediglich das gleichzeitige Bedienen beider linken oder rechten Schultertasten erfordert mitunter unverkrampftes Fingerspitzengefühl. Zur Orientierung dient euch eine anschauliche Karte, auf der ihr Wegpunkte setzen könnt, woraufhin gelbe Pfeile im Spiel die Richtung zum Zielort weisen. Sollten die Wege auf der 10000 km² großen Insel dann aber doch mal zu lang werden (Und das werden sie. Eine Fahrt von Punkt A nach Punkt B kann schonmal über eine halbe Stunde dauern. Zumal ihr unterwegs garantiert in eine Schießerei verwickelt werdet.), könnt ihr euch vom Schwarzmarkthändler kostenlos an jedem bereits entdeckten Ort auf Panau absetzen lassen. Der größte Clou des Spiels sind aber Ricos Endloss-Fallschirm und sein scheinbar ebenso endloser Greifhaken. Ersterer sorgt dafür, dass der Höhe endgültig die Gefahr genommen, dafür umso mehr der Rausch gegeben wird, was die Entwickler dadurch zu unterstützen wussten, dass sie Panau einen gigantischen Himmel gegeben haben. Schon von den riesigen Wolkenkratzern oder Berggipfeln habt ihr eine ehrfurchterregende Aussicht mit drohendem Schwindelanfall. In einem Flieger könnt ihr bis zu 3 km in die Höhe steigen, den Rundumblick genießen oder den Ausstieg wagen. Im freien Fall minutenlang gen Boden zu rasen verliert auch beim 100sten Mal nichts von seiner Intensität. In Ergänzung dazu, erfüllt der Greifhaken zum ersten Mal die Anpreisung vieler anderer Spiele, man könne jeden Punkt in der Spielwelt betreten. Und diesmal dürft ihr das ohne Einschränkung absolut wörtlich nehmen. Das High-Tech-Lasso funktioniert in etwa wie der Enterhaken in den Zelda-Spielen. Ihr visiert einen Punkt an und zieht euch so hinüber. Das klappt ohne Murren auf jedem Material und an jeder Stelle und vor allem über eine beeindruckend große Distanz. Sei es die steile kilometerhohe Bergwand, der Ast eines erhabenen Urwaldbaumes oder die Spitze der Antenne auf dem höchsten Wolkenkratzer der Stadt. Wenn ihr dort hin wollt, macht es einfach. Rico lässt die gesamte Bergsteigerzunft aussehen, wie Lachse, die Wasserfälle hochschwimmen. Und erst der Sprung nach unten ... hach ...


Welt am Draht

Doch der Greifhaken ist nicht nur ein enorm praktisches Fortbewegungsmittel, sondern auch eine ebenso vielseitige wie spaßbringende Waffe. Im Normalfall heizt Rico seinen Widersachern mit einer Zweihandwaffe, wie Sturmgewehr oder Raketenwerfer, zwei Einhandwaffen (Revolver, Maschinenpistole etc.), welche ihr auch gleichzeitig verwenden könnt, sowie Granaten und Sprengsätzen ein, stellt sich an MG- oder Flak-Stellungen oder baut im Bedarfsfall eine Minigun ab. Und Bedarf gibt es immer! Viel witziger ist es jedoch, mittels Haken zwei Objekte miteinander zu verbinden. So kettet ihr einen Soldaten an einer Gasflasche fest und gönnt ihm per Schuss auf selbige einen explosiven Freiflug. Oder ihr fixiert einen verfolgenden Jeep während der Fahrt am Boden. Das Ergenis könnt ihr euch denken. Einen Hubschrauber per Truck gegen ein Gebäude ziehen? Check! Einen Gegner am Motorrad hinterherschleifen? Check! Ein Flugzeug an der nächsten Häuserwand festketten und kurz vor dem Aufprall abspringen? Check! Obendrein könnt ihr jedes Fortbewegungsmittel während der Fahrt oder des Fluges entern und auch jederzeit per Fallschirm wieder sich selbst überlassen. Die daraus entstehenden Situationen sind schlichtweg aberwitzig. Zwar ist es oft einfacher die Gegner einfach wegzurotzen. Doch bringt ihr euch ohne ein wenig Experimentierfreude um einen der größten Spaßfaktoren des Spiels. Die Möglichkeiten werden fast nur noch durch eure Fantasie begrenzt. Hm, was bliebe noch zu sagen? Tja, vielleicht bekomme ich es ja auch irgendwann nochmal hin, den Sound eines Spiels nicht immer lieblos am Ende abzufertigen. Was wäre schließlich ein Spektakel wie Just Cause 2, wenn es nicht auch akkustisch ordentlich kracht? Zum Glück präsentiert sich der Titel auch hier genretreu. Abgesehen von den sich wiederholenden NPC-Kommentaren und einigen weniger gelungenen Motorengeräuschen, sorgen satte Waffen- und Explosioneffekte, den einzelnen Naturszenarien angepasste Ambient-Sounds und ein temporär eingesetzter, kraftvoller Soundtrack, wie man ihn bei so einem Spiel erwarten kann, für eine tadellose Klangkulisse. Bei den Sprechern haben wir sogar mehr Glück als englischsprachige Zocker. Während sich die Kollegen aus dem Ausland nämlich durchweg über die grausame Vertonung aufregen, kann man sich über die deutsche Synchronisation kaum beklagen.

Pro und Contra

  • + Panau ist ein, in allen Dimensionen erkundbares, natürlich wirkendes Paradies
  • + ... der Korruption, Gewalt und Zerstörung
  • + Greifhaken ist die coolste Waffe seit der Gravity Gun
  • + riesiger Fuhrpark an tadellos zu bedienenden Fahr-, Flug- und Schwimmvehikeln
  • + Handlung mir satirischem Unterton ...
  • + unglaubliche Weitsicht macht jeden Ort zu einem romantischen Gemälde
  • + .. voller Korruption, Gewalt und Zerstörung
  • + Just Cause 2 ist wie gemacht für die Videofunktion ...
  • + Missionen wesentlich abwechslungsreicher als im Vorgänger
  • + .. der hiermit ohnehin seine Existenzberechtigung verliert
  • + macht Dark Void und dessen „Vertical Combat“-Bonus gleich mit überflüssig
  • + unzählige Möglichkeiten selbst zu inszenierender Action-Momente
  • + .. mit reichlich Korruption, Gewalt und Zerstörung
  • + Schwarzmarkthändler liefert Ausrüstung an jeden Ort
  • + süchtigmachendes Höhe- und Fallgefühl
  • + gute Karten- und Wegfindungsfunktion
  • + passender Soundtrack
  • + Explosionen, Explosionen, Explosionen!!!
  • - zu wenig Fauna und fehlende Tagesgeschäfte der NPCs schmälern Lebendigkeit der Spielwelt
  • - keine echten Nebenbeschäftigungen, wie Jobs oder Minispiele
  • - Gegner sind ebenso gesichts- wie hirnloses Kanonenfutter
  • - ... und werden teils hinter eurem Rücken gespawnt
  • - ... bleibt dramaturgisch aber relativ uninteressant und handwerklich schlicht inszeniert
  • - Rücksetzpunkte beim Ableben außerhalb von Missionen sind eine Zumutung
  • - ... dank teils elendig langer Laufwege
  • - ... die aber keine Möglichkeit zur Filmbearbeitung mitgibt und unsinnigerweise PS3-exklusiv ist
  • - so gut wie keine Innenräume
  • - Rico ist ein Nahkampfkrüppel
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Just Awesome!

Anfangs dachte dich: Das einzige was jetzt noch fehlt sind Ninjas. Aber selbst die gibt es in Just Cause 2. Das Spiel hat einfach alles. Schon als Kind habe ich mit LEGO-Figuren meine Lieblings-Actionfilme nachgespielt und mir neue irrsinnige Stunts ausgedacht. Dabei sind die Helden aus Hochhäusern (überzeugend gespielt von einem Regal) gesprungen, haben in der Luft Leute abgeknallt und sich an Hubschraubern festgeklammert, die wiederum das Gebäude zerschossen haben. Und Greifhaken fand ich schon immer cool. Explosionen waren sowieso das Größte. Nichts hat aber meine Augen mehr Leuchten lassen, als wenn die Helden ins Bodenlose gesprungen (oder gefallen) sind und es irgendwie doch überlebt haben. Man denke nur an Bruce Willis „Leap of Faith“ am Ende von Stirb Langsam, Mel Gibson in jedem der Lethal Weapon-Teile, Harrison Ford in Auf der Flucht und von Jackie Chan wollen wir gar nicht erst anfangen. Das ist tatsächlich alles wahr und zeigt ... wie Actionfilmgeschädigt ich schon als kleiner Junge war. Ihr merkt aber worauf die Geschichte hinaus läuft. Just Cause 2 ist in vielerlei Hinsicht die Erfüllung eines Videospieltraums, weil ich hier die ganzen halsbrecherischen Aktionen selbst durchführen kann, ohne vorher mein Testament aufsetzen zu müssen. Und noch mehr als bei anderen Actionspielen in völlig freier Form. Die Entwickler geben euch die Möglichkeiten in die Hand. Was ihr daraus macht ist eure Sache.

Deswegen ist Just Cause 2 für Spieler, die gerne geführt werden „nur“ ein sehr guter Titel, mit einer, dank deutlicher Ironie und Überzeichnung halbwegs unterhaltsamen Geschichte, aufregenden Shootouts, wahnwitzigem Tempo, irren Stunts und Explosionen satt, der aber auch ein wenig Fleißarbeit erfordert, um in der Story voranzukommen und in Sachen Inszenierung und Dichte der Spielwelt nicht mit den Genre-Königen mithält. Für alle probierfreudigen Zocker, welche sich von Open World-Spielen zur Eigengestaltung des Spielerlebnisses eingeladen fühlen, ist Just Cause 2 aber der ultimative „Playground of Destruction“, wie es Alex schon treffend betitelt hat. Schon bei GTA habe ich filmreife Action-Szenen jenseits der eigentlichen Spielweltkohärenz konstruiert, doch hier ist das Potential für adrenalinüberbordende Over-the-Top-Situation weitaus größer: Die Verfolger rücken mir zu dicht auf die Pelle. Wage ich die selbstmörderische Abfahrt einen steilen Hang hinunter? Der Sprengstoff ist aufgebraucht. Also lenke ich das feindliche Raketenfeuer auf den Silo, auf dem ich stehe und springe im letzten Moment in Sicherheit. Die Wachen sind zu schwer bewaffnet, also kapere ich ein Flugzeug, stürze auf die Gruppe zu und verlasse kurz vor dem Aufprall die verlorene Maschine per Fallschirm. Der feindliche Heli nervt mit seinen fetten Kanonen. Ich hänge mich mit dem Greifhaken an seine Unterseite, außerhalb des Schussfelds und beharke ihn aus nächster Nähe mit der MP. Als er explodiert, rettet mich die dramatische Flucht mit dem Greifhaken davor zusammen mit den Insassen über die Klinge zu springen. Dank Physik-Engine knallt es auch in guter alter Handmade-Wucht, obwohl ihr Aktionen ausführt, die im Film ohne CGI nicht möglich wären. Dafür müsst ihr erstmal die Ideen entwickeln. Ich bin einmal mit einem Hubschrauber so hoch wie irgend möglich geflogen, nur um zu sehen, wie lange der Fall bis zum Boden dauert, wenn ich aussteige und um den Höhenrausch zu genießen. Mein unbemannter Helikopter hat währenddessen einen Abgang gemacht und war noch vor mir am Boden. Erst später ist mir eingefallen: Mensch, du hättest ja mal versuchen können während des Falls wieder in die Maschine einzusteigen. Auf soetwas kommt man gar nicht so schnell, denn in welchem Spiel kann man das schon? Gedacht, geplant und umgesetzt. Das war für den Fortschritt im Spiel zwar nicht notwendig, aber es war geil!

 

PS3-exklusiv: Die Videofunktion

Warum Avalanche die Videofunktion nur auf der Playstation 3 anbietet, wird wohl ein Betriebsgeheimnis bleiben, denn dem gemeinen Zocker wird das wohl herzlich wenig in seiner Kaufentscheidung beeinflussen. Dabei schreit ein Spiel wie Just Cause 2 geradezu danach bestimmte Spielsituationen festzuhalten. Dafür nimmt das Spiel standardmäßig die letzten 30 Spielsekunden auf, welche ihr auf Wunsch speichern könnt. Alternativ könnt ihr jederzeit eine eigene Aufnahme starten und so volle zehn Minuten Spielzeit verewigen. Leider bietet das Feature keinerlei Optionen an, um das Filmchen in irgendeiner Weise zu bearbeiten. Kein Kamerawechsel, keine Zeitlupe, kein Schnitt, nichts. Die Videos dürft ihr dann entweder auf der Festplatte speichern oder direkt bei YouTube hochladen. Seltsamerweise lässt es sich nicht mehr veröffentlichen, sofern ihr es bereits auf der Harddisk gesichert habt. Prinzipiell ist die Funktion sehr cool und auch für andere Spiele äußerst wünschenswert, kann so doch nicht nur spektakuläre Momente festhalten, sondern leicht mal Taktiken, Tricks, Glitches, Rundenzeiten und dergleichen verbreiten. In Just Cause 2 wirkt sie allerdings noch etwas lieblos und wie schnell noch eingefügt. Dennoch, ein feines Extra, das hoffentlich noch für PC und Xbox 360 nachgereicht wird.

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24.01.2008 - 15 Screenshots zu Just Cause 2 mehr...


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Bewertung

Just Cause 2 pc

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Just Cause 2 ps3

9/10

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Just Cause 2 xbox360

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Kommentare (31) «  1 2 3 4 »

LookMyBullet  
 Jimmy Olsen Fragefreund Kommentar-Tippse 500 Wishlist 20 Fable 2 Spieler Liebling der Massen 500 Kommentarklicker 500 Kommentarklicker 50
31.03.2010 12:17 - Na das wurde aber auch zeit....Bin schon bei 45std:D

Best open world Game ever!!!Whoaaa Riesig und soooviel Kontent!!!Kaufen leute:>

Les den test natürlich trotzdem!
Zum Voten bitte einloggen! 14 von 14 Lesern stimmen diesem Kommentar zu.
marmion  
 Kommentarklicker 50 Liebling der Massen 50 Kommentar-Tippse 50
31.03.2010 12:18 - In der Demo hab ich geschlagene 2 Std versucht den Heli in der Luft wieder einzuholen. :D Hat sich gelohnt :)
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Aylon5  
 Liebling der Massen 500 Kommentarklicker 500 Kommentarklicker 50 Kommentar-Tippse 50 Fable 2 Spieler Liebling der Massen 50 Wishlist 20 Now Playing 20
31.03.2010 12:19 - Die PC-Version wird meine Wahl. Dank platzierung im Wohnzimmer, das laufen über den HDTV und dem Kabelpad von der Xbox360 hab ich dadurch nur vorteile. Vorallem was die Grafik angeht.
Das wird ein Spaß^^
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big sepp  
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31.03.2010 12:27 -
Ein unerwarteter Pflichttitel :-) Wird doch wieder ein stressiger Monat (Splinter Cell, GoWIII, ME2,...)!
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Buschonaut  
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31.03.2010 12:29 - Supergeiles Spiel, 9 Punkte sind absolut gerechtfertigt. Spätestens, wenn man zum ersten Mal mit 'nem Flugzeug über die Insel knallt, ist man hin und weg.
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cHaOs667  
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31.03.2010 12:36 - @Johannes Krohn: "Viel Feind, mit wenig Ehr"
Hat da etwas jemand Varg gehört? ;)

@Topic: Meins ist unterwegs... Limited für 45 Euro (Versand inkl.) von Amazon.co.uk
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Slipknot666  
 Fable 2 Spieler Kommentarklicker 50 Liebling der Massen 500 Kommentar-Tippse 50 Liebling der Massen 50
31.03.2010 12:37 - Ich fnad die Demo schon extrem gut, hab aber trotzdem mit ner 8/10 gerechnet, da ich dachte dass das Spiel bestimmt nicht auf längere Zeit motivieren kann. Aber anscheinend wurde ich eines besseren belehrt... ^^
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Deprave  
 Liebling der Massen 50
31.03.2010 12:38 - Was sind denn "Ganster" ;)? Danke für den Test, mit der Demo hab ich auch schon einiges an Zeit verbracht! Das mit der Videofunktion wusste ich gar nicht, da wird dann wohl wenn dann zur PS3 Version gegriffen (außer es gibt bis dahin die Funktion als kostenlosen DLC ;) )!

mfg
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Davidian  
 Liebling der Massen 50
31.03.2010 12:39 - Wollte mir das auch kaufen, aber der fehlende Koop Modus hat mich dann davon abgehalten. Is aber mit Sicherheit ein sehr gutes Spiel. Warte auf Red Dead Redemption und kaufe mir Just Cause evtl. wenn´s billiger is.
Zum Voten bitte einloggen! 7 von 7 Lesern stimmen diesem Kommentar zu.
Stigma242  
 Liebling der Massen 500 Kommentar-Tippse 50 Kommentarklicker 50 Liebling der Massen 50
31.03.2010 12:41 - so hätte gta 4 aussehen müssen !!! das ist fun pur .... aleine wegen solchen sachen ..

man will immer mehr scheisse bauen :))) http://www.youtube.com/watch?v=QkEQEQLoB64&feature=related
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Cuberde am 03.09.2010: Der damalige Xbox-Exklusivling wird von den "Gravity Crash"-Machern auf die PS3 portiertund soll Ostern 2011 über das PSN zu haben sein sowie auch Sonys Move unterstützen.Erste Screenshots... lesen
[Shooter & Action] Re: Medal of Honor
Rush am 03.09.2010: Jägerfisch hat geschrieben:Das Game schreit förmilich "Ich bin ne MW-Kopie". Neee das bleibt fein im RegalWar mir klar.....da bist Du ja auch auf dich gestellt und es gibt nicht laufend Le... lesen